Die Reichsten der Welt handeln antizyklisch


New York, 24. Juli 2008

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Die größten Vermögen wurden meiner Meinung nach von Menschen geschaffen, die sich gegen den allgemeinen Markttrend stellten. Ob George Soros, Warren Buffett (Foto: Wikipedia.com) oder Lakshmi Mittal – sie alle schwammen gegen den Strom. Hedgefondsmanager George Soros wettete 1992 gegen das britische Pfund, als keiner mit einer Schwäche rechnete. Das Geschäft brachte ihm zwei Milliarden Dollar ein. Insgesamt soll er über Vermögenswerte von neun Milliarden Dollar verfügen.
Warren Buffett ist der reichste Mensch der Welt. Seinen Reichtum beziffert das Forbes Magazin mit 62 Milliarden Dollar. Der 77-jährige sammelte seit Leben lang unterbewertete Aktien ein, die in der Regel tief gestürzt waren. Seine Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway kostete 1967 noch 12,00 Dollar, die Aktie ist auf aktuell 115.250,00 Dollar explodiert. Buffett fasste seine Strategie so zusammen: „Der Hauptgrund für günstige Preise ist Pessimismus (…) manchmal ist das speziell auf die Firma oder die Branche zurückzuführen. Wir möchten in einem solchen Umfeld Geschäfte machen, nicht weil wir Pessimismus mögen, nein weil wir die Preise mögen, die daraus entstehen. Dagegen ist Optimismus der Feind des rationalen Käufers.“
Lakshmi Mittal riss sich in den 70er Jahren marode Stahlkocher in der Dritten Welt unter den Nagel und sanierte sie. Nun ist er der viertreichste Mensch der Welt mit einem geschätzten Vermögen von 45 Milliarden Dollar. Ich sprach übrigens mit Mittal Anfang April in New York anlässlich seines Analystentages. Er ist Chef und Großaktionär von ArcelorMittal, dem größten Stahlkonzern.
Wenn Sie gegen den Strom schwimmen, brauchen Sie freilich viel Geduld. Viele halten Sie zudem für verrückt. Im Grunde genommen müssten Sie nun den Dollar kaufen, der gegenüber dem Euro auf einem Neun-Jahres-Tief notiert. Insofern empfehle ich Ihnen, US-Aktien einzusammeln. Sie kaufen mit dem starken Euro schwache Dollar-Papiere.
Zusätzlich bieten sich allmählich die Finanzaktien zum Einstieg an. Die Medien jammern seit Jahren über das Desaster des Sektors. Im Fernsehen und in den Zeitungen werden täglich über die Milliardenverluste berichtet und vor dem Einstieg gewarnt. Die Aktien sind brutal abgestürzt. Massive Insiderkäufe deuten jedoch meiner Meinung nach auf einen guten Zeitpunkt zum Einstieg hin. Wachovia, Citigroup, Bank of America oder der Lebensversicherer MetLife liegen nach der Ausverkaufswelle regelrecht auf dem Wühltisch. Ebenfalls sind die amerikanischen Hausbauer zusammengebrochen. Die Zulieferer der Bauindustrie sind ferner einen Blick wert. Schließlich wäre es auf lange Sicht sicherlich clever, einen Immobilienerwerb in den USA in Erwägung zu ziehen. Die Kombination, starker Euro plus zusammengebrochener Markt, sollte sich auszahlen.


tim schaefer (Author)

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