Die hysterischen Medien


New York, 11. Oktober 2008

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Das war eine brutale Woche. Die Wall Street steckt in der Krise. Am Freitag herrschte mal wieder enorme Volatilität. Auf dem Parkett ging es erst rauf, dann extrem runter. Zum Handelsschluss landete der Dow Jones bei 8.451 Zählern beziehungsweise 128 Punkte tiefer. Tun Sie mir einen Gefallen: Achten Sie jetzt nicht zu sehr auf die Medien. Sie schreiben die Krise noch viel schlimmer, als sie eigentlich ist. Solche Zeiten, in den alle jammern, bieten die besten Kaufgelegenheiten. Wenn die Bild-Zeitung auf dem Titelblatt über die Krise berichtet, dann sollten Sie einsteigen. Können Sie sich noch daran erinnern, als die Presse vor ein paar Monaten den Dollar tot schrieb? Manch ein Magazin nahm eine brennende Dollarnote auf die Titelseite. Alles Quatsch. Der Euro war im Verhältnis zum Dollar auf 1,60 explodiert. Viele Analysten und Journalisten warnten vor dem Ende der amerikanischen Weltwährung. Doch in wenigen Wochen holte der Dollar massiv auf, nun liegt die Taxe schon bei 1,34. Der Aufwärtstrend der US-Währung dürfte sich fortsetzen. Totgesagte leben länger.
Oder erinnern Sie sich noch vor wenigen Monaten daran, als das Öl von einem Hoch zum nächsten marschierte? Das Fernsehen berichtete tagtäglich hysterisch von der Ölkrise. Analysten von Goldman Sachs prognostizierten einen Ölpreis von 200 Dollar je Barrel und mehr. In der Spitz rannte die Taxe bis auf 146 Dollar je Fass. Manch einer stellte sich die Frage, ob es künftig noch Autos gibt. Mittlerweile kostet das Öl nur noch den halben Preis. Ganze 80,52 Dollar je Fass. Schauen Sie sich nur den Öl-Chart (oben) an. Der Markt läuft in Zyklen. Es gibt durchaus Übetreibungen in beide Richtungen: nach oben wie nach unten.
Gewiss, auch mir fällt es manchmal schwer, mich nicht von den Massenmedien und meinen Bekannten verrückt machen zu lassen. Menschen sind soziale Wesen, sie suchen nach Sicherheit, Vorhersagen. Menschen richten sich danach, was ihre Freunde, Nachbarn und Bekannten machen. Die Masse handelt wie Lemminge. So entstehen Übertreibungen wie die Technologie- oder Immobilienblase. Jetzt, wo alle panikartig an der Börse ihre Aktien verkloppen, sollten Sie daher einsteigen. Sie brauchen allerdings Geduld. In fünf Jahren werden die Aktie sicherlich höher stehen. Warren Buffett hat sich bei seinen Deals mit Goldman Sachs und General Electric die Option einräumen lassen in fünf Jahren Aktien zu den derzeitigen Kursen erwerben zu können. Der Multimilliardär rechnet fest mit höheren Kursen, sonst hätte er auf die Option verzichtet.


tim schaefer (Author)

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