Die Emotionen müssen wir an der Börse ausschalten


New York, 6. September 2009

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Warum laufen Anleger immer wieder diesen Trendaktien hinterher? Was hoch im Kurs steht, steht hoch in der Gunst der Börsianer. Das ist eigentlich idiotisch. Warum rennt die Meute Mode-Erscheinungen wie Apple oder Google blindlings hinterher?
Der häufigste Grund liegt wohl in der Psyche vieler Anleger: Sie treffen ihre Anlageentscheidung emotional. Die kurzfristige Vergangenheit prägt die Aktienauswahl. Dabei würde doch niemand gezielt in den Supermarkt gehen, um dort das teuerste Produkt im Regal mit nach Hause zu nehmen. Was billig ist, das legen wir stattdessen in den Einkaufswagen. Nur bei der Aktienauswahl machen uns die Gefühle einen Strich durch die Rechnung.
Einen starken Aktienmarktrückgang, wie wir ihn jetzt erleben, sollten Sie zur Aufstockung ihrer Aktienpositionen nutzen beziehungsweise neue Positionen hinzufügen. Was macht allerdings die Masse der Anleger? Sie ist verunsichert. Wegen der Rezession. Und der negativen Nachrichten. Daher verkauft die Masse in den fallenden Trend hinein.
Die Menschen neigen dann umgekehrt dazu, wenn die Börsen monatelang bereits nach oben marschiert sind, dem langfristigen Aufwärtstrend hinterherzulaufen. Sie wartet, zögert und glaubt dem Ende der Rezession nicht recht. Manch einer setzt gar große Geldsummen ein, wenn die Börse auf dem Höhepunkt ist. Mit anderen Worten: Die Menschen neigen dazu, teuer Aktien zu kaufen und sie billig zu verkaufen. Sie tun damit genau das Gegenteil von dem, was Sinn macht.
Ich muss zugeben, dass mir auch schon solche Fehler unterlaufen sind. Gut ist es, von den eigenen Fehlern zu lernen. Ich spreche oft mit Freunden, bevor ich eine Aktienposition kaufe. Am liebsten rede ich mit Leuten, die sich mit Aktien absolut nicht beschäftigen, um eine emotionslose Einschätzung zu hören. Von einem Arzt, der keine einzige Aktie besitzt, bekomme ich meist den besten Rat – wie sich herausstellte. Oben ein aktuelles Foto von der New York Stock Exchange. Aus der Sicht George Washingtons.


tim schaefer (Author)

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