Die Börse ist günstig! Warum Buffett seine Aktien nie verkauft


New York, 27. April 2010

bild

Als Value Anleger spielt der Zeitfaktor eine wesentliche Rolle. Schauen Sie zehn Jahre zurück: Die großen Börsenindizes haben sich praktisch nicht von der Stelle bewegt. Nun besteht bei einem Dow-Jones-Stand von rund 11.000 Punkten noch immer eine recht gute Chance für einen Einstieg, sofern Sie einen langfristigen Anlagehorizont verfolgen. In der Spitze stand der Index bei über 14.000 Punkten. Und da werden wir natürlich wieder hinkommen. Sehen Sie den Chart oben! Eines ist so sicher wie das Amen in der Kirche: Der Dow Jones wird immer neue Bestmarken in den kommenden Jahren ausbilden. Das macht der Index seit mehr seit 100 Jahren so. Und es wird immer wieder zu Rückschlägen kommen, das gehört ebenfalls dazu.
Clevere Anleger nutzen dann die Rücksetzer zum Einstieg und warten ab, bis die Party wieder beginnt. Derzeit spüre ich noch keine große Euphorie. Noch immer gibt es viele Skeptiker, die davor warnen, dass die Arbeitslosigkeit und die Schuldenlasten der westlichen Staaten zu hoch sind. Diese Kritiker sind wichtig. Das bestärkt mich in der Annahme, dass es weiter aufwärts gehen kann. Denn wenn alle euphorisch wären, ist es Zeit, auszusteigen. Übrigens stieg Warren Buffett mit seinen Kernpositionen wie etwa Coca-Cola, American Express oder Procter & Gamble nie aus. Er hielt seine Aktienpakete sowohl während des Hypes als auch während des Crachs hindurch. Den richtigen Zeitpunkt zum Kauf beziehungsweise Verkauf findet ohnehin niemand. In der Grundtendenz kann jeder mit einfachen Methoden das Timing für den Erwerb jedoch richtig wählen.
Warum verkauft Buffett eigentlich nicht seine langjährigen Aktienpositionen? Wenn Sie einmal vor 20 oder 30 Jahren eine Aktie gekauft haben, die sich exzellent entwickelt hat, geht es Ihnen genauso. Es fällt Ihnen einfach schwer, sich von dem Paket zu trennen, sie sind emotional mit dem Unternehmen verbunden. Es sind mit dem Verkauf ohnehin hohe Kosten verbunden. Würde Buffett verkaufen, hätte das einen negativen Einfluss auf den Kurs, denn seine Positionen sind mächtig. Sein Name als Großaktionär ist zudem Gold wert. Denn jeder subsumiert damit ein solides und starkes Unternehmen.
Glauben Sie mir: Value Investing ist eigentlich ganz einfach. Es ist so, als ob Sie in den Supermarkt gehen und nur nach Schnäppchen schauen. Überall, wo der Preis um 20, 30, 40 oder 50 Prozent reduziert worden ist, nehmen Sie das Produkt unter die Lupe und überlegen sich, ob es Sinn macht, die Ware mit Rabatt abzustauben. Je besser die Qualität ist, desto besser sind die Chancen, dass es im Einkaufswagen landet und später auch ihren Geschmack trifft.


tim schaefer (Author)

drucken


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

bitte lösen Sie diese einfache Aufgabe (Spamschutz) *