Diamond Foods: Cash mit Nüssen


New York, 28. November 2008

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Ich hol mir oft im Supermarkt die Emerald-Nuss-Mischungen. Sie sind so lecker. Und das Preis-Leistungs-Verhältnis scheint mir fair. Wobei man das nicht mehr so genau sagen kann, weil die Lebensmittelhersteller den Packungsinhalt immer kleiner werden lassen, während sie die Verpackung gleich groß lassen. Wie auch immer, mir schmecken die Emerald-Produkte. Dahinter steht Diamond Foods, der führende amerikanische Hersteller von Nüssen und Popkorn. Ich traf kürzlich in New York auf einer Konsumwertekonferenz Finanzvorstand Steven Neil. Gegründet wurde das Unternehmen 1912 als Genossenschaft für Walnuss-Züchter. Seit den 1990er Jahren baute das Management die Produktplatte zunehmend aus. 2005 folgte der Börsengang. Seither kletterte der Nasdaq-Titel gegen den allgemeinen Abwärtstrend um 50 Prozent auf zuletzt 30,22 Dollar. Im Schnitt legte der Umsatz in den vergangenen acht Jahren um zwölf Prozent per annum zu. Im Geschäftsjahr 2007/08 (31. Juli) kletterten die Einnahmen von 523 auf 531 Millionen Dollar. Für den laufenden Turnus bekräftigte Finanzchef Neil die Prognose mit 585 bis 615 Millionen Dollar. Den Gewinn je Aktie will er von 0,91 auf 1,20 bis 1,27 Dollar hieven.
Zwar erscheint mir das KGV mit 23 auf den ersten Blick ambitioniert. Doch liegt der Börsenwert mit 489 Millionen unterhalb eines Jahresumsatzes, was moderat erscheint. Bärenstark ist die Bilanz: Im Grunde gibt es keinerlei Schulden. Freilich steht der Konzern mit 20 Millionen langfristig in der Kreide. Doch wenn Sie die Kriegskasse mit 74 Millionen Dollar berücksichtigen, sind 54 Millionen unterm Strich verfügbar.
Nüsse sind in den USA ein Verkaufsschlager. Die Amis lieben sie. Sie sind reich an Vitaminen, enthalten Eiweiß und gesunde Fette. Weltweit geben Verbraucher für Nuss-Snacks 6,2 Milliarden Dollar aus. Mit der Übernahme des Popkorn-Produzenten Pop Secret am 15. September hat sich Neil den zweitgrößten Anbieter mit einem Marktanteil von 25 Prozent unter den Nagel gerissen. „Wir sind offen für weitere Akquisitionen. Eventuell übernehmen wir kleinere Konkurrenten nach dem Pop-Secret-Deal“, deutete Neil an. Langfristig stellt er ein Umsatzwachstum zwischen sechs und acht Prozent pro Jahr in Aussicht. Die operative Marge, die derzeit 4,5 Prozent beträgt, will Neil auf rund zehn Prozent bis zum Jahr 2011 steigern. Der Kurs läuft wie am Schnürchen nach oben. Das spricht für das Papier. Für mich ein Kauf.


tim schaefer (Author)

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