Deutsche sparen mehr fürs Auto als für den Ruhestand. Sie lieben das Sparbuch mehr als Aktien


New York, 27. April 2017


Der Frühruhestand lässt sich mit etwas Biss erreichen. Du musst Deinen Lebensstil verschlanken. Dann geht es eher. Je schlanker Deine monatlichen Kosten sind, desto besser. Eine andere Lösung ist ein Nebenjob, um eventuelle Lücken zu schließen.

Investiere langfristig in Aktien oder ETFs. Verzichte auf hohe Cashbestände. Die Deutschen lieben Einlagen, die keine Rendite bringen, was bescheuert ist. Die Deutschen denken, dass nur Bares Wahres in unsicheren Zeiten ist. Sie merken dabei nicht, dass der Wert ihrer Ersparnisse durch die Inflation aufgefressen wird.

Unglaublich hohe Geldsummen verschimmeln zinslos auf Konten. Es ist eine Tragödie. Ich bin der Meinung, mehr als 4000 oder 5000 Euro als Notreserve braucht kaum jemand. Der Rest sollte langfristig investiert werden.

In risikobehaftete Anlagen zu investieren ist wichtig, um eine vertretbare Rendite zu erhalten. Das hat die Bundesregierung bis heute nicht verstanden mit ihrer Riester-Renten-Garantie. Etwas Dümmeres hätten sich die Beamten in Berlin kaum einfallen lassen können. Wenn Dir jemand ein risikoloses Produkt anbietet, renne so schnell weg wie Du kannst.

Die Riester-Rente ist auf korrupte Art und Weise eingeführt worden:

Vergesst Riester. Spart selbst. Entweder per ETFs oder eben Aktien. Dividenden sind wichtig. Wer 10.000 Euro 1970 in den S&P-500-Index gab, hat bis heute 200.000 Euro daraus gemacht (ohne Dividenden). Mit Dividenden sind daraus eine Million Euro geworden.

Wer mit Sparbüchern, Staatsanleihen, Festgeld, Bausparverträgen, Lebensversicherungen spart, wird deutlich weniger Vermögen aufbauen mit den Dekaden.

Ihr müsst in guten wie in schlechten Zeiten am Ball bleiben. Rein- und Rausspringen an der Börse vernichtet Rendite. Bleibt langfristig an der Börse investiert. Das spart nebenbei Gebühren und Steuern. Schwankungen an der Börse sind etwas Normales. Lasst Euch nicht aus der Ruhe bringen. Jedes Jahr gibt es eine hektische Börsenphase, in der Menschen die Nerven verlieren. Am besten ist es alles auszusitzen.

Wenn Du ein oder zwei Millionen Euro im Depot hast, fühlt sich das wunderbar an. Dann kannst Du jeden Tag zum Café laufen und in Ruhe Deine Lieblingsbücher lesen. Du kannst mit der Familie reisen. Wandern. Radfahren. Schwimmen, im Garten arbeiten…. was auch immer. Du kannst ein halbes Jahr in Deinem Haus am See verbringen. Du kannst Dich um Deine Kinder kümmern. Du kannst Deine Fitness/Ernährung verbessern.

Wenn Du mit Deinen Investments mehr Geld verdienst als mit Deinem Job, ist das etwas Befreiendes. Ich käme nie auf die Idee mehr für mein Auto als für meinen Ruhestand zu sparen. Ich kapiere die Menschen nicht. Die Prioritäten sind schon seltsam. Nun, jedem das Seine. Also ich sitze lieber unter Palmen als in einem doofen Auto (und muss zur Arbeit).

Relax

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tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Deutsche sparen mehr fürs Auto als für den Ruhestand. Sie lieben das Sparbuch mehr als Aktien

  1. chaostrader

    Naja, aber so ein neuer Tesla Model S wär doch schon was, soll ich mein Depot verkloppen um mir den zu kaufen? Ich spar mit dem doch Benzin und Steuern.

  2. Joerg

    Ja, ja, „die Anstalt“ letzter Hort politischer Bildung und Aufrichtigkeit …
    In der April-Sendung auch passend zum Thema Rente:
    https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt/die-anstalt-rente-100.html
    Wer die ganze Sendung anschaut (https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt/die-anstalt-vom-4-april-2017-100.html) , zweifelt am politischen System unserer Demokratie insgesamt und realisiert: „wie kommen wir da nur je wieder heraus“? Vermutlich bleibt nur: individuelles Abstimmen „mit den Fuessen“? Die etablierten Parteien, wollen? und koennen? nix aendern?
    Fuer unser Geld sowieso: Weltweit streuen in Unternehmensbeteiligungen.
    Die Wirtschaft/die Unternehmen sind letztinstanzlich (immer?) die wahren Gewinner!
    Fuer unsern Hintern? Mal sehen … Noch ist es ganz behaglich hier …

  3. Markus

    10.000 € 1970… sind in etwa damalige kaufkraftbereinigte ca. 136.000 DM wenn manche da manche schon gelebt haben sollten. Ein wenig faltenfreier vermutlich. 😉

    Nur mal so um die Zahlen ein wenig besser einzuordnen.

    Trotzdem eine der besten Gewinner-Geldanlagen!

    PS: Wenn man die offizielle Inflationsrate nimmt..

  4. Boris

    Gerade beim Stichwort Riesterrente fällt mir immer die politische Dimension ein, die ja auch in deinem Artikel ein wenig mitschwingt:

    Mit dem Investment in ETFs und/oder Aktien ist man schlicht Teilnehmer am Wirtschaftskreislauf, selbstverantwortlich und sein eigener Anlage-Herr. Man ist niemandem sonst gegenüber verpflichtet (außer dem Finanzamt in Sachen Steuern) und steckt in keinem Vertrag, den die Gegenseite (Staat/Versicherung) bei Bedarf zu unseren Ungunsten ändern oder gar aufkündigen kann.

    Anders formuliert ist man in Sachen Daseinsvorsorge resp. Vermögensbildung auch weniger unter staatlicher Kontrolle, ein Aspekt, der staatlichen Förderungsinstrumenten ja auch immer anhaftet.

  5. Daniel

    Die von Tim getroffene Aussage, dass die Leute in Deutschland dumm sparen kann ich so unterschreiben. Sofern sie überhaupt sparen. Allerdings würde ich hier gewisse Einschränkungen setzen. Für mich ist es absolut OK wenn jemand sagt ich habe neben meinem Aktien-Portfolio noch größere Summen in Festgeld/Tagesgeld weil ich die Volatilität meines Gesamtdepots senken will. Das ist aber eine bewusste und in meiner Sichtweise unbedingt notwendige Strategie für ein ausgewogenes Portfolio und eine Trennung von Risikoklasse 1 und 3.

    Die meisten horten aber weil Ihnen nichts anders einfällt und nicht weil sie so etwas bewusst machen. Für mich ist die Rendite in RK1 ganz nett, aber absolut nicht kriegsentscheidend. Es hat die Aufgabe primär sicher zu sein. Und hier sind Tages/Festgeld nunmal (noch) sicherer (kurzfristig <10Jahre) als Aktien. Genauso verhält es sich mit AAA-Staatsanleihen. Oder glaubt ihr das diese Papiere von Privatpersonen zur Renditesteigerung gekauft werden? Sie sollen das Depot absichern.

    Es ist wie bei allem im Leben, die Mischung machts. Auch wenn viele hier gerne All-In gehen bevorzuge ich auch innerhalb meines Gesamtdepots Diversifikation. Und da gehören auch nunmal Produkte rein die weniger Rendite bringen. Solange alles gut läuft, und defakto ist es seit 2008/2009 so ist die Welt ja auch sonnig. Wir hatten bestenfalls kleinere Korrekturen. Wer aber wie ich auch die Crash-Zeit mit seinem Depot erlebt hat denkt vielleicht ganz anders über seine jetzige Aktienquote. Die Buy-And-Hold Welt klingt logisch und rational. Die Menschen sind es aber nicht. Und wenn spätestens das dritte Jahr in Folge das Depot in tiefroten Zahlen steht und auch überall sonst Weltuntergang gepredigt wird möchte ich die Leute sehen die mit einem Aktien-Only Depot ruhige Füße behalten 😉 Ich könnte das nicht und ich bin seit 2004 dabei.

    Gedanklich hilft es mir alles Geld was ich in die Börse investiere mental abzuschreiben, als ob es weg wäre.

    Dennoch ein Aufruf von mir an alle (insbesondere jüngeren Menschen), geht endlich an die Börse!

    Nutzt den Euch zur Verfügung gestellten Sparer-Pauschalbetrag mit ausschüttenden ETFs aus, geht in den MSCI World, spart etwas darin an und wenn ihr Euch an das Auf/Ab der Börse gewöhnt habt dann holt auch geziehlt Einzelaktien dazu oder erweitert Euer ETF Portfolio.

    Gruss Daniel

  6. Christoph

    Leider ist es halt so dass hierzulande die menschen sagen: Aktien? Nein Danke. Was ist wenn ich das Geld brauche und die Kurse rutschen runter.

    Oder auch: Nein da kenne ich mich nicht genug aus.

    Als ob investieren in solide Unternehmen Raketenwissenschaft wäre.

    Lustigerweise legen diese Leute Ihr Geld entweder gar nicht an oder in Rentenverträge die am Ende oft auch in Fonds usw anlegen.

    In Deutschland fehlt einfach die Aufklärung dass man mit Aktien auch Geld verdienen kann ohne diese zu verkaufen. Das wissen viele einfach nicht.

     

    Hab auch schon gehört: Wenn das wirklich so einfach wäre, wieso macht es dann nicht jeder?

     

  7. Claus

    Viele Menschen wissen gar nicht, dass Sie als Aktionär bei vielen Unternehmen attraktive Dividenden erhalten. Sie haben keine Ahnung hiervon. Schon gar nicht, wie wertvoll solche Zahlungen bei Wiederanlage mit den Jahren sind. Das die Aktienanlage die beste Altersvorsorge ist, weiss kaum jemand. Und die wenigen, die es wissen und selbst praktizieren, sind müde, immer das gleiche zu predigen aber hiermit fast niemanden zu erreichen: „Die paar Cents sind doch nicht der Rede wert…“

    Ich erhalte momentan durchschnittlich die bescheidene Dividendensumme von 2,4 Cents – je Minute – nach Steuern, egal ob ich gemütlich ein Buch lese, schlafe, esse oder meine Freizeit geniesse. Tendenz steigend. Ich arbeite daran, das weiter auszubauen…

    LG

     

     

  8. Slazenger

    @Claus

    ich bin sehr häufig deiner Meinung , möglicherweise weil wir in etwas das selbe Alter haben und die in etwas gleich lange Börsenerfahrung, allerdings mach ich mir aktuell Gedanken wie dein Faible für H&M zu Stande kommt??? Ich steig nicht so ganz dahinter!!!!Der Chart sieht auch nicht wirklich gut aus!!Ich würde H&M nie kaufen, ich kauf generell keine Modeunternehmen weil die Trends da zu schnelllebig sind, einzige Ausnahme wäre hier Nike, weil es die Marke schlechthin ist.

  9. Alex

    Kaum zu glauben dass es wirklich so wenige Aktionäre in Deutschland gibt. Sieht man sich Youtube an, könnte man meinen, es gäbe ein Umdenken in Richtung Aktien. Denn es gibt immer mehr Youtube-Kanäle, die das Investieren in Aktien zum Thema haben. Ja es ist auch Schrott dabei, irgendwelche Laberkanäle (das sind die mit den meisten Klicks) ohne viel Inhalt aber mit viel Blahblah, mit ständig neuen Videos zum selben Thema und dann auch noch schlecht recherchiert, von irgendwelchen Typen die erst 3 Jahre Erfahrung haben aber so tun als hätten sie viel Ahnung usw.  Aber trotzdem gibt es auch viel Gutes und auch einige ehemals sehr schlechte YT-Kanäle werden besser.

  10. Mark85Mark85

    An Alex: Ich denke, dass sich jeder von uns mehr oder weniger in einer Art Filterblase bewegt, gerade im Netz. Wir suchen bewusst oder unterbewusst gezielt nach unseren Vorlieben und fühlen uns dann in unseren Ansichten bestätigt, wenn wir auf die ,,vielen“ Börsenkanäle gestoßen sind. 😉

    Wie im realen Leben: Man sieht die Dinge oder es fallen einem vermehrt die Dinge auf, mit denen man sich beschäftigt. Positiv wie negativ. Deshalb versuche ich, ein positiv eingesteller Mensch zu bleiben, weil ich an die Macht der selbsterfüllenden Prophezeiung glaube. 😀

  11. Kall

    Bonjour Tim und Alle,

    bei der Riester Rente kann ich dir nur zustimmen. Sie ist gleich doppelter Betrug. Zum einen verdienen nur die Versicherungen. Zum anderen ist der demographische Faktor ein Fake. Würde es stimmen, dass es auf die Beitragszahler alleine ankommt, hätten die Menschen zu Bismarcks Zeiten am meisten Rente bekommen müssen. Damals war das Verhältnis ca. 20 Zahler ein Rentner. Der Produktivitätsfortschritt und seine Verteilung werden völlig ausgeblendet. Das wollten Maischmayer und seine Kumpanen so. Daran haben sie überragend verdient.

    Da ist es nur konsequent, dass „die Anstalt“ wohl eine der letzten kritischen Sendungen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen (das übrigens noch immer einen Bildungsauftrag hat!) ist. Und erst um 22.15 Uhr gesendet wird. Der Scheibenwischer war mal ein „Straßenfeger“ um 21.00 Uhr…

    Mit der Reserve kann ich nicht zustimmen. Du übersiehst (verständlich) die individuelle Situation. Ich z.B. bin 55 Jahre, im leitenden Angestelltenverhältnis, wirklich gut bezahlt. Aber ich kann relativ schnell abberufen werden. Oder auf Idee kommen, selbst zu kündigen. In diesem Fall brauchst du, vor allem wenn du selbst kündigst (3 Monate Sperre bei Als I) sofort Bares. Deshalb habe ich einen hohen „Notgroschen“ auf dem Girokonto. Die Finanzielle Freiheit gibts bei mir frühestens mit 63 Jahren (inclusive Rentenabzug).

    Das spiegelt sich auch bei den Aktien wieder. Für meinen Sohn habe ich die Rentenverträge gekündigt und alles in Fonds (ohne Agio) investiert. Ich bin kein so großer Fan von ETF. Aber sicher hat beides Vor-und Nachteile.

    Mein eigenes Depot „entrümpele“ ich stetig von riskanten Produkten . Das bringt aktuell Verluste, aber auf Dauer schont es die Nerven. Buy and Hold werde ich bei den Fonds machen. Bei meinem im Gewinn liegenden Aktien habe ich Stops gesetzt.

    Die Nerven sind wohl überhaupt an der Börse das Entscheidende . Nach vielen Fehlern wegen mangelnder Nerven, neige ich dazu, lieber auf Rendite zu verzichten. Dafür ruhiger zu schlafen. Ich bin ziemlich sicher: wenn die nächste Krise (sicher) kommt, vielleicht schon bei der Präsidentenwahl in France (denn die neoliberale Luftpumpe Macron wird nicht alle Stimmen des progressiven lagers bekommen), werden viele wieder die Nerven verlieren. Ich möchte diesmal nicht dazu gehören. Deshalb halte ich Cash und gehe defensiv am Markt.

    Grüße über den Teich

    Kall

  12. chaostrader

    Bei meinem im Gewinn liegenden Aktien habe ich Stops gesetzt.

    Ach ja, die Psychofalle…. gut gehende Aktien verkaufen, um „Gewinne zu retten“, und an den Gurken festhalten, weil sie (noch?) im Minus sind. Nicht wundern, wenn bei sowas miese Renditen rauskommen 😉

  13. Felix

    Hallo,

    ich lese Ihren Blog immer mal wieder.

    Was ich allerdings nicht verstehe, warum werden ETFs immer noch so sehr gelobt. Was passiert denn bitte, wenn alle in einer Baisse versuchen auszusteigen. Da sollte sich doch alles potenzieren.

    „…Je schlanker Deine monatlichen Kosten sind, desto besser…“ Das sollte man sich nur nicht zu sehr zu Herzen nehmen. Unnötige Kosten sparen ja, aber nicht am Leben sparen; das ist zumindest meine Devise. Ansonsten hat man in der Vergangenheit und Gegenwart alles gespart und am Schluss hat man nichts erlebt – naja, außer aufzuzählen, was man sich alles gespart hat, um ihm Alter erschöpft umzufallen. Oder wie Sie sagen, wenn man alt ist (und Vermögen hat), kann man endlich sein Leben genießen „…mit der Familie reisen. Wandern. Radfahren. Schwimmen…“

     

    Gruß Felix

  14. Schlaufuchs

    Was passiert eigentlich wenn immer mehr Menschen in Aktien und ETFs investieren? Einerseits entsteht da zuerst natürlich einmal die berühmt-berüchtigte Milchmädchen-Hausse was meistens dann einen Börsencrash zur Folge hat, wie man in der jüngeren Geschichte auch sehr gut sehen konnte.

    Aber ich verstehe diese Frage langfristig. Was passiert, wenn aus irgendwelchen Gründen der Anteil an Personen, die in Aktien und ETFs investieren kontinuierlich ansteigt (und auch hoch bleibt und nicht wie bei einer Milchmädchenhausse wo dann wieder alle panikartig aussteigen). Bedeutet das dann nicht geringere Renditen an der Börse? Und ganz allgemein gesehen: Was passiert, wenn aus einem Volk der Sparer und Konsumenten ein Volk der Investoren (an der Börse) wird, welche Konsequenzen hat das für die Börsenentwicklung und die Rendite? Hat sich schon mal jemand Gedanken darüber gemacht?

  15. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Christoph

    Gut zusammengefasst. Die Deutschen denken, die Börse ist ein wildes Zockerparadies mit schlechten Chancen auf einen schnellen Gewinn (was stimmt, denn der Gewinn baut sich langsam auf). Die Deutschen glauben, eher beim Lotto oder mit Rubellosen abzuräumen. Daher sind sie vom Lotto begeistert. Daneben setzen sie auf die Sparbücher und Versicherungen. „Sicher ist sicher“, denkt sich der Deutsche Michel.

     

    @ chaostrader

    Ich stimme zu. Ich halte Stop-Loss-Orders für ein gefährliches Werkzeug. Es gibt Marktakteure, die Kurse nach unten schicken, um solche Stop-Loss-Orders wie Domino-Steine auszulösen. Ein Flash-Crash und schon bist Du raus. Danach saust der Kurs wieder schnell rauf.

    In den USA geht man auf Distanz von diesem Instrument der Privatanleger:

    http://www.tradingacademy.com/lessons/article/stop-less/

     

    @ Felix

    Die schönsten Dinge kosten nichts oder wenig. Spielen mit den Kindern, Lagerfeuer am Strand, Spaziergang mit Familie/Freunden, Picknick, Lesen, Radfahren, Wasserski, Wandern, Marathon, Malen, Kanuausflug, Skifahren, Kochen, Gärtnern, Camping, Baum pflanzen, Sex, Ausflug in die Berge/Park/Zoo, Baumhaus bauen, Ziele haben, lernen…

    Der Kauf von Zeug macht nicht nachhaltig glücklich, sagen Studien. Was glücklich macht, sind ERLEBNISSE (die ich beispielhaft geschildert habe).

    Warum werden die Menschen auf Sardinien so alt? Es liegt bestimmt nicht am Konsum, sondern am Gegenteil: gesunde Ernährung, Familie, körperliche Aktivität, Aufgaben…
    http://www.ibtimes.com/sardinias-secret-longevity-genetics-diet-lifestyle-754380
     

    @ Schlaufuchs

    Klar, gibt es Euphorie und Panik. Aber es gibt auch Phasen dazwischen. Kann man alles schön in den USA beobachten. Die Amis sind übrigens ein Volk der Konsumenten und Börsianer zugleich.

  16. Rainer Zufall

    Felix

    „Was ich allerdings nicht verstehe, warum werden ETFs immer noch so sehr gelobt. Was passiert denn bitte, wenn alle in einer Baisse versuchen auszusteigen. Da sollte sich doch alles potenzieren.“

    Ich verstehe dieses Problem nicht. Wo ist der Unterschied zu: was passiert wenn alle plötzlich aus Einzelaktien aussteigen?

    In beiden Fällen werden die Kurse fallen. Aber man kann doch da keinen Vorteil von Einzelaktien ableiten. Wenn alle oder zumindest viele Anleger aussteigen ist es doch Wurst ob Etf oder Einzelaktien.

    Den gegenteiligen Fall finde ich etwas interessanter. Was passiert wenn alle nur noch Etfs und keine Einzelaktien mehr kaufen?

    Aber auch hier ist das m.E. eher ein theoretisches Problem. Sieht man hier im Blog, es gibt genügend, die sich Etfs nicht vorstellen können.

    Und ich vermute mal, dass der Anteil der Anleger in Etfs weiterhin wesentlich kleiner wäre als der Anteil der Anlagesumme in Derivaten.

    Daher dürfte es grössere Probleme geben als den Fall, dass alle nur noch Etfs kaufen.

    Natürlich nicht für Fondsmanager 😉

  17. Stefan Meisel

    @ Schlaufuchs

    Eine interessante Frage, die du hier aufwirfst. Tony Robbins stellt in einem kurzen Abschnitt seines Buchs „Money“ eine Ähnliche: Wer soll angesichts des demografischen Wandels in der westlichen Welt eigentlich die ganzen Aktien kaufen in 20, 30, 40 Jahren, die wir mit unseren 4% Entnahmeregeln verkaufen wollen? Und wie stark werden die Preise sinken, wenn sich eine immer größer werdende Schar an alten Verkaufswilligen einer immer kleiner werdenden Gruppe an jungen, potentiellen Käufern gegenübersieht?

     

    Antwort: Investoren aus den heutigen Schwellenländern werden als Käufer auftreten.

    Die Entwicklung, die China und Indien zuletzt durchgemacht haben, werden weitere Länder durchmachen.

    Man konnte ja in den letzten Jahren beobachten, wie massiv China in die deutsche Wirtschaft investiert und wie der Anteil der deutschen „DAX-Besitzer“ immer kleiner wird. Europäische Fußballvereine sind ein weiteres Beispiel.

  18. Rainer Zufall

    @ Stefan Meisel

    Eine weitere potentielle Käufergruppe: Die Unternehmen selbst durch Aktienrückkäufe.

  19. Christophk

    Guten Morgen,

    ich würde gerne Eure Meinung zu Mattel hören.

    Dort gab es aktuell den höchsten Verlust der letzten 15 Jahre.

    Man möchte Jetzt auch mehr in Technik investieren (vernetztes Spielzeug usw).

    Derzeit gibt es eine Dividenden von 6,7%.

    Was denkt ihr? Hat Mattel weiter eine Zukunft (Barbie, Fisher Price, hotWheels) etc? Oder eher nicht?

     

    Könnte derzeit ein guter Zeitpunkt zum kaufen sein.

  20. Oliver

    ETFs dürften sich in Börsenzeiten mit fallenden Kursen ähnlich verhalten wie normale Aktien. Das heißt, sie verlieren genauso ihren Kurswert, so wie sich die Börsen nach unten bewegen. Es kann natürlich sein, wenn ein extremer Krisentag ist und die Leute panisch werden, dass es dort zu gewissen Zeiten zu starken Übertreibungen kommt. Das gibts bei Aktien aber auch. Man sollte sich fragen: Muß ich wirklich genau an so einem Tag aktiv werden, sprich verkaufen? Man kann sich vielleicht überlegen, gerade an solchen Tagen dazuzukaufen, wenn man die Möglichkeit hat.

    Zu Pro/Kontra ETF:

    Ich denke, dass sowohl die Einzelaktienanlage als auch ETFs positive wie negative Aspekte hat. Es ist durchaus schlau, in ETFs zu investieren, wenn diese Papiere gut zur eigenen Strategie passen. Sie sind ggü. Einzelaktien weder positiver noch negativer in ihrem Durchschnitt. Ich halte von Diskussionen, was denn nun allgemein besser ist, sowieso nichts. Jeder der in das eine oder andere langfristig investiert, hat sich zumindest einmal Gedanken darüber gemacht. Das unterscheidet ihn ggü. 95% der Restbevölkerung. Das ist doch die eigentliche positive Nachricht.

    Interessant fand ich die Frage, wer in 20 – 40 Jahren meine Aktien kaufen soll. Ernsthaft? Da gibt es sehr viel mehr Menschen als heute, also auch mehr potentielle Käufer. Auch wenn wir hier manche haben, die glauben, Deutschland sterbe aus (was definitiv Quatsch ist), so wird es wesentlich mehr Marktteilnehmer geben.

    Was Tim hier beschreibt mit dem Anlageverhalten unserer Landsleute ist nur zu wahr. Das zieht sich schon sehr lange genauso hin, die Tendenz ist sogar, dass es über die Jahre immer fürchterlicher wird. Riester & Rürup ist für mich das Sinnbild der Verarschung der Leute, die sich nicht mit Finanzen beschäftigen. Wie ziehe ich den Steuerzahler am Nasenring durch die Manege. Durch die Einbeziehung der Sozialversicherung und die Einschränkung, dass ich noch nicht mal selbst bestimmen kann, wo ich lebe, um die „Zusatzrente“ zu beziehen sowie unzähliger anderer Gimmicks wird es selbst für diejenigen, die heute glauben, durch die Zuschüsse ein gutes Geschäft zu machen noch ihr blaues Wunder erleben. Bei Investitionen sollte man den Staat aussen vor lassen, soweit es geht. Aber wie schon jemand geschrieben hat, bin ich es müde, Leute zu bekehren, die keine Lust auf das Thema haben oder nur ihre vorgefertigten Meinungen pflegen. Jeder ist für sein Leben eigenverantwortlich und wer zu faul ist, etwas dafür zu tun, muß dann akzeptieren, dass er später von kleinem Geld leben muß. Nicht jeder ist wohlhabend, aber mit entsprechendem Interesse könnten es ein paar mehr sein. Ist aber nicht zu ändern.

    Jetzt geniesse ich mal den letzten Aprilschnee.

  21. Christoph

    Guten Morgen,

    ich würde gerne Eure Meinung zu Mattel hören.

    Dort gab es aktuell den höchsten Verlust der letzten 15 Jahre.

    Man möchte Jetzt auch mehr in Technik investieren (vernetztes Spielzeug usw).

    Derzeit gibt es eine Dividenden von 6,7%.

    Was denkt ihr? Hat Mattel weiter eine Zukunft (Barbie, Fisher Price, hotWheels) etc? Oder eher nicht?

    Könnte derzeit ein guter Zeitpunkt zum kaufen sein.

    Nochmal wegen Mattel: 2019 soll es endlich einen Matsers of the Universe (He-Man) Film geben. Das Drehbuch übernimmt nun der Schreiber von the Dark Knight.

    Da werden Erinnerungen wach. Fand das war damals das beste Spielzeug überhaupt

  22. Romeo

    Ich bin kein Freund von sklavischem Buy & Hold, vielleicht ist mein Nervenkostüm dafür zu schwach. Ich habe einige deutsche Nebenwerte (Isra Vision, Leifheit, Bet @ Home, Nanogate, Berentzen) in den letzten Wochen verkauft, weil ich skeptisch bin, dass die Party ewig so weiter geht, man kann eben nicht alles einfach aussitzen. Bei mehreren Hundert Prozent Plus kann man durchaus mal Gewinne mitnehmen, gerade in diesen Zeiten.

    Ich arbeite selbst bei einem deutschen Mittelständler und ich sehe, wie der Druck täglich wächst. Ich bezweifle, dass das alles ewig so weitergehen wird. Die Leute sind leer und kaputt, der Weltmarkt zehrt sie auf. Ich würde im Moment teilweise Gewinne mitnehmen und tiefer wieder rein, wenn Kennzahlen und das Geschäftsmodell stimmen.

    Gut, ich vertrete im Gegensatz zum Gros hier keinen reinen Dividendenansatz, sondern baue auf unterschätzte und unterbewertete Small- und Mid-Caps aus Deutschland – abgerundet mit ein paar Dickschiffen wie 3 M, J&J, P&G, Cisco und Siemens, die ich immer behalten werde.

    Diese ganze KGV 20+-Sache mag ich nicht, da ist es mir auch egal, wie toll die Firma formal sein mag. Ich verstehe nicht, wie man Leuten zum Kauf solcher Papiere raten kann.

    Es gibt jede Menge deutsche (österreichische und schweizer) Top-Unternehmen aus dem Small- und Mid-Cap-Bereich, die phantastische Produkte haben, ein KGV unter 12 aufweisen und mindestens 4% Dividende auf den Tisch legen. Da lasse ich dann mit Freuden die Finger vom Amazon, Tesla, H&M und Co.

     

     

  23. Claus

    @ Slazenger

    An H & M gefällt mir die Bilanz (besonders der EK-Anteil, EK-Rendite, OP-Marge…teilweise besser als bei Nike), das erfahrene Management (Familenunternehmen) und das sie nicht kurzfristig denken, sondern langfristig planen. Keine „schnellen Experimente“, die meist nach hinten losgehen, sprich massenweise Geld verbrennen.

    Der Wettbewerb (Inditex & Co.) ist natürlich hart und der Dollar läuft noch gegen H & M. Die Umsätze sind aber stets gestiegen, die Läden sind immer voll. Der Gewinn war im letzten Jahr leicht rückläufig, aber das wird sich deutlich bessern, denn der Dollar wird irgendwann drehen oder sich zumindest stabilisieren (vielleicht läuft dieser Prozeß bereits..).

    Auch die Dividende ist top (4,45%). Die Ausschüttungsquote ist zwar zu hoch (86,6%), weil sie vor einigen Jahren die Dividende zu viel gesteigert haben, aber sie haben sie nicht reduziert und die Quote wird bei steigenden Gewinnen automatisch sinken. Durch die finanzielle Stärke sehe ich die Div. nicht als gefährdet an.

    Meine 1. Wahl wäre auch Nike, ich will aber meinen USA-Anteil nicht weiter erhöhen, sondern denke z.Zt. eher daran, die eine oder andere US-Aktie zu verkaufen (habe noch einen schönen Verlustvortrag von früher).

    LG

  24. Freelancer Sebastian

    @ Romeo

    Wäre schön, wenn du uns in zwei, drei Jahren an deinem Resumee zur Gewinnmitnahme teilhaben lassen würdest. Hat sich das ganze dann rückwirkend gelohnt? Meine das ganz wertfrei zu deiner Aktion und bin neugierig.

    @ Rainer und Stefan

    Nur wer die Papiere später zu Geld machen will, braucht mehr Nachfrage und damit höhere Kurse. Wenn Umsätze und Gewinne der Unternehmen weiter sprudeln, dann gibt es halt bei erhöhtem Papierangebot niedrige Kurse und saftige Dividendenrenditen. Da dürfen die PREISE an der Börse ruhig tief stehen….

    Eine J&J mit 8% Div-Rendite? Hätte was…

  25. Christoph

    @Matthias: Oh danke. Aber solange UA nicht wieder mindestens über 30 Euro ist, bin ich nicht zufrieden. Aber ich sehe es eh als min. 5 Jahre Investment an.

    Es gab ja schon Gerüchte über eine Übernahme!

     

    Nun ich bin bei Mattel auch nicht sicher. Cars hat man ja noch und da kommt ja der neue Film raus. Da werden die Kids sicherlich auch wieder kaufen. Aber Frozen tat natürlich weh.

    Wünsche einen tollen Urlaub

     

  26. Heinz

    anderes Thema:

    Gibt es -so kurz vor den Wahlen- wieder Neuigkeiten zu unserer höheren Abgeltungssteuer bzw. unserer Deutschlandrente ? Wieso schaffen unsere Großkopferten nicht mal sowas wie der Norwegische Pensionsfonds oder RothIRA/401k ? Wieso wird auf Unternehmensebene versteuert und noch mal auf Anlegerebene (gesamt ca. 50 % Steuerlast). Da kommen die Politiker nur mit Riester und dem anderen Betrug und der Senkung des Freibetrags. Wieso wird hierüber nicht mal berichtet ? Welche Parteien/Organisationen haben welche Standpunkte ? Gibt es wieder mal (wie 2013/14) Unterschriftenaktionen für Einführung von privaten Altersvorsorgedepots?
    Irgendwas muss sich hier doch mal ändern, wofür bezahlen wir so hohe Steuern und Abgaben ? Tim, wäre das nicht mal einen eigenen Artikel wert ?

    Deutschland-Rente gegen Riester

    http://www.handelsblatt.com/my/politik/deutschland/neuer-rentenfonds-vorschlag-deutschland-rente-gegen-riester/

    Versicherungshoaxes:
    https://www.deutschlandrente.de/

    https://www.dai.de/de/das-bieten-wir/studien-und-statistiken/studien.html?d=466

  27. Christoph

    @Heinz: Und es geht ja noch weiter. Vererbt man wird das nochmal versteuert.

     

  28. Romeo

    @Freelancer: Ja klar, das mache ich. Es hat sich einfach nicht mehr „richtig“ angefühlt, die Scheine waren teilweise mit 300% im Plus, obwohl ich sie noch keine 3 Jahre hatte bzw. habe. Das sind spezialisierte Firmen mit guter Marktstellung, dennoch ist es ungewiss, dass das ewig so weitergeht.  Ich bin auch nicht traurig, wenn die Titel weiter durch die Decke gehen. Es geht nicht immer nur um Rendite, sonder auch um das eigene Wohlbefinden. Ich fühle mich mit den Gewinnmitnahmen deutlich besser als mit Papieren von Unternehmen, von denen ich nicht sicher bin, dass sie in ein paar Jahren noch immer an der Spitze stehen.

    Permanentes (Nach)kaufen von überteuerten Dickschiffen ist jedenfalls auch nicht immer der Königsweg. Hier werden oft Titel angepriesen, die ich 2017 nicht mit der Kneifzange anfassen würde. Und das nur, weil Sie ordentlich Dividende bezahlen.

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