Der Weg in die finanzielle Freiheit: So reduzierst Du Deine Ausgaben. So bringst Du Deine Karriere voran. So wirst Du zufrieden. So hast Du mehr Zeit für Familie/Hobbys


New York, 28. März 2018

Der Weg in die finanzielle Freiheit. Das Leben kann ziemlich süß sein. Auch das Sparen ist nicht schlimm. Im Gegenteil. Es kann Spaß machen.


Mein Depot ist ganz schön kräftig gewachsen in den vergangenen Jahren. Ich habe wirklich von dem Bullenmarkt profitiert. Ich besitze keinen ETF. Ich besitze nur Einzelaktien. In meinem Depot sind mittlerweile ein paar Qualitätsaktien, die einen erheblichen Anteil ausmachen. Der Nachteil ist, wenn Du nur einzelne Aktien besitzt: Mit der Volatilität ist die Schaukelei wild. An zwei Tagen können gewaltige Summen verloren oder gewonnen werden.

Ich bin sehr glücklich. Ich weiß, dass ich trotz des Erfolgs kein genialer Investor wie Warren Buffett bin.

Die Bewertungen an der Nasdaq sind ganz schön üppig im Vergleich zum S&P. Vielleicht gleicht sich das etwas mehr an. Mal sehen. Dann gibt es wieder neue Schnäppchen. Facebook hat sich ja nach dem Daten-Skandal schon „normalisiert“.

An der Börse gibt es zwei Technologie-Aktien, die Analysten regelrecht hassen: Snap und Twitter. Schon spannend. Vielleicht sind die beiden gerade deshalb attraktiv. Wer weiß das aber schon genau?

Generell ist es so, dass die Zockerei nicht zu empfehlen ist. Denn das Risiko ist zu groß. Spare Dich lieber langsam mit ETFs oder Qualitätsaktien reich. Lass wilde Spekulationen wie Bitcoin besser sein:

Mein Fall zeigt: Du musst nicht ein sechsstelliges Gehalt verdienen, um vermögend zu sein. Es geht um dies: Verzichte auf den Konsumwahn, auf die Lifestyle-Inflation. Ignoriere die Protestschreie von den Unbelehrbaren. Lerne das Kochen. Lerne ohne Materialüberschuss zufrieden zu sein. Es ist gar nicht so schwer. Ziehe Deine Karriere durch – selbst wenn es nicht immer ein Zuckerschlecken ist.

Ich bin ein großer Befürworter der Budgetierung. Versuche stetig zu sparen. Aber spar Dir nicht alles vom Munde ab. Tue Dinge, die Dir wirklich Freude bereiten. Mache lustige Aktivitäten mit den Kindern. Gehe in den Urlaub. Aber Du brauchst nicht endlos Kinderspielzeug zu kaufen. Kauf Dir eine Saisonkarte fürs Freibad oder den Baggersee (oder sonstiges Hobby). Vieles passt leicht ins Budget, wenn Du anderswo sparst. Es entsteht überhaupt kein Schmerz, wenn Du sparst. Wenn Du es richtig machst, sollte es Geld für die Dinge geben, die Dich jetzt und in der Zukunft glücklich machen.

Es gibt massig Menschen, die verdienen 70.000 Euro und haben nichts gespart. Ich frage mich, wie verrückt das ist. Es muss sich doch mittlerweile herumgesprochen haben, dass die gesetzliche Rente nicht mehr als einzige Einnahmequelle im Alter genügt.

Wer sich dagegen anstrengt und 30, 40 oder 50 Prozent vom Einkommen in ETFs oder Aktien investiert, kann früher als die Masse in den Ruhestand. Zudem hast Du weniger Geldsorgen. Ein Rat ist neben dem Sparen einen aktualisierten Lebenslauf zu haben. Schau Dich nach Alternativen um, wenn Du das Gefühl hast, dass Du im Job nicht weiter kommst. Nimm Kontakt mit Kollegen auf. Schau Dich auf Jobportalen um. Hole Rat von Personalvermittlern ein.

Es gibt Talente, die werden händeringend gesucht. Im Bereich Management, IT, Finanzen, Medizin, Handwerk… Wer sich umschaut, erhält Angebote. Ein neuer Job kann Dir mehr Flexibilität bringen. Es kann mehr Gehalt für Dich bedeuten. Weniger Zeit zum Pendeln kann es mit sich bringen. Eventuell kannst Du von zu Hause an einem Tag pro Woche arbeiten. Das Schöne wäre ein deutlicher Gehaltssprung.

Wechselst Du den Job, kann der Spass an der Arbeit zurück kehren. Viele leiden an der Büroumgebung. Sie nervt der Mist, der mit der Arbeit verbunden ist. Ein Jobwechsel kann das Arbeiten angenehmer machen. Natürlich wird es nirgendwo eine dauerhafte rosarote Erfahrung sein. Probleme gibt es überall.

Menschen werden alle drei, vier Jahre nervös oder unzufrieden in ihrem Job. Wenn Du Dich in eine neue Rolle begibst, bekommst Du eine neue Motivation für die Arbeit, also arbeitest Du besser und kannst ein höheres Gehalt verlangen. Es hilft Dir, in einem guten mentalen Zustand zu bleiben. Häufig wird das Bankkonto profitieren. Ein Nachteil ist der Stress. Wenn Du einen neuen Job hast, besteht die Notwendigkeit, sich zu vernetzen, um mit etablierten Mitarbeitern gleichgestellt zu werden.

Manche fühlen sich, als ob sie in einer Gefängniszelle sitzen. Sie fühlen sich wie Gefangene. Sie hassen es zu arbeiten. Sie denken darüber nach, aufzuhören. Aber sie haben Schulden. Sie haben kein Geld. Sie sitzen in der Falle.

Wer ein schönes Depot hat, dem fällt ein Wechsel leichter. Der ist optimistischer. Wer 400.000, 500.000 oder gar 1 Million Euro hat, kann bequem entscheiden. Du musst Dich nicht dazu zu zwingen, zu arbeiten. Du kannst Dir Zeit lassen. Du kannst eine Auszeit nehmen. Oder Du kannst eventuell in Teilzeit gehen. Oder die finanzielle Freiheit beginnen (mehr oder weniger). Vielleicht mit einem kleinen Nebenjob.

Der Bonus für Dich: Ich wählst ein Startdatum aus, wenn Du einen neuen Job beginnst. Du wählst das Ende des Jobs aus. Du entscheidest, wann Deine Freiheit beginnt. Strebe der Freiheit entgegen. Du ziehst dann dorthin, wo Du leben willst. Hier kannst Du kalkulieren, wie lange es dauert, bis Du frei bist und wo Du in die Freiheit kannst (Mexiko, Kroatien, Polen, Italien, Spanien…): https://nomadlist.com/fire Solche Rechner helfen, sich zu motivieren. Selbst wenn sie nie exakt die eigene Situation widerspiegeln können.

Etliche Deutsche leben in der Türkei, Vietnam… Sie sind dort im Ruhestand. Du kennst vielleicht jemanden. Europäer ziehen sich früh nach Asien zurück. Dort gibt es eine deutschsprachige Community. Die Frührente ist dort eher als in der Heimat möglich, weil die Lebenshaltungskosten geringer sind. Aber Du musst das planen. Niemand will dort arm werden. Ziel sollte es sein, finanziell komfortabel leben zu können, ohne wieder arbeiten zu müssen (aber auf Wunsch zu können).

Wie kannst Du viel mehr sparen als bisher? Du musst einfach die Kostenblöcke Wohnen, Mobilität, Essen, Kleidung… anschauen. Niemand muss im Wohnmobil leben, um Fortschritte zu machen. Bei der Wohnung oder dem Haus geht es nicht darum, das maximal Mögliche zu nehmen, sondern eine bodenständige Alternative. Die Masse neigt zum Geldausgeben. Zum Angeben.

Ein Hindernis kann der Partner/Partnerin sein. Hier hab ich ein paar Ratschläge für Dich: Erwarte nicht, dass sich Deine „bessere Hälfte“ ändert, um Deinen Zielen in die finanzielle Freiheit zu folgen. Es kann passieren, klar. Aber wahrscheinlich ist es nicht. Wir leben nun mal in einer Konsumgesellschaft. Wenn der Partner/Partnerin sehr deutlich gemacht hat, dass es nicht der Lebensstil ist, den er/sie will, und dann? Dann solltest Du ernsthaft darüber nachdenken, wie wichtig er/sie für Dich ist und wie wichtig die finanzielle Freiheit für Dich ist. Deine Wahl des Lebenspartners wird allgemein als der Faktor Nr. 1 angesehen, um die Freiheit zu erreichen. Drum prüfe, wer sich ewig bindet.

Eine Scheidung ist für Deine Finanzen verheerend. Und nicht nur für Deine Finanzen. Schau Dir nur an, was Deine Freunde oder Bekannten durchmachen, wenn sie sich trennen. Grauenhaft. Es ist sehr wichtig, den richtigen Partner auszuwählen und eine gute Beziehung zu haben.

Blicke auf ein Paar: Beide müssen nicht auf einem finanziellen Pfad sein, solange ihre Pfade allgemein kompatibel sind. Du kannst frei sein. Dein Partner aber nicht. Trotzdem könnt ihr beide planen. Jeder trägt den gleichen Anteil im Haushalt. Deine Ausgaben sind nicht verschwenderisch. Aber Du drängst nicht darauf, an ihnen zu sparen. Deine eigenen persönlichen Ausgaben sind etwas, die Du so gut wie möglich reduzierst. Es funktioniert. Warum? Weil der Lebensstil, den Du geplant hast, finanziell frei zu sein, und der Lebensstil, den Dein Partner hat, fast dasselbe Leben ermöglichen. Dann passt es. Aber: Wenn die beiden Welten zu stark auseinander liegen, dann geht es nicht.

Wenn Du darüber nachdenkst, ist es in „normalen“ Beziehungen üblich, dass ein Partner in den Ruhestand geht, bevor der Partner es tut… es ist nicht so anders, nur weil ein Partner vorzeitig ausscheidet.

Beziehungen sind von einem Partner zum Scheitern verurteilt, der versucht, den anderen Partner davon zu überzeugen, dass beide einen Lebensstil wollen, den beide eben nicht wollen. Geh nicht diesen Weg. Ich denke, dass Du eines Tages überzeugen wirst. Sehe Deinen Partner/Partnerin lieber so, als ob ihr das Leben habt, das ihr beide wollt. Es kann kompatibel sein – solange es nicht zu angeberisch geführt wird mit Clown-Sachen: Haus, Auto, Küche, Bad… alles nur vom Schönsten.

Warum argumentieren Leute oft, dass es so etwas wie gute Schulden gibt? Ich finde: Ohne Schulden kannst Du eher ein glücklicheres, stressfreies Leben haben als mit Schulden.

In einer Beziehung, die ein gemeinsames Konto hat, ist wichtig: Bleibe in die Entscheidungsfindung einbezogen. Sie aktiv. Entscheidet gemeinsam über den monatlichen Konsum. Was ihr beide jeden Monat herausnehmt für Spaß/Konsum. Es hilft es festzulegen, dass Du nicht ständig diskutieren mußt, bevor Du einen großen Kauf tätigst. Haltet an den Finanzplänen fest. Passe auf, dass die frivole Ausgaben nicht durch die Decke gehen.

Niemand muss super-kritisch sein. Ich kenne ein Paar, wo die Frau sparsam und diszipliniert mit Geld umgeht. Und der Gatte ist ein finanzielles Desaster. Er weiß es. Sie kontrolliert die Ausgaben vollständig. Er bekommt einen kleinen Zuschuss, und das ist es. Er unterstützt das. Warum? Weil sie beide in die Freiheit wollen. Er weiß, dass es keinen Spaß macht, von Schulden lebendig aufgefressen zu werden. Wenn er mehr ausgeben will, als er „genehmigt“ bekommt, muss die Frau zustimmen. Punkt. Von außen kann man sicher argumentieren, dass es seltsam ist. Er hat keine monetäre Freiheit, während sie die ganze Verantwortung übernimmt. Aber es ist eine Vereinbarung, die für beide funktioniert.

Natürlich scheint es übertrieben, die extreme Kontrolle der Partnerin zu überlassen. Aber wenn beide zustimmen und es so funktioniert. Warum nicht? Was spricht dagegen? Sie ist genügsam. Er ist endlich auf einem guten Weg. Er lebte früher wie ein großer Angeber. Verschwenderisch bis zum Anschlag. Er nahm Schulden auf, obwohl er ein super Einkommen hatte. Er erkannte den Fehler. Er merkte, dass das Aufschieben des Konsums ihm hilft. Er merkte, es tut nicht nur ihm gut, sondern der ganzen Familie.

Die Grundidee der finanziellen Unabhängigkeit ist Genügsamkeit. Das Ziel ist früh in Rente zu gehen. Wenn jemand sein Einkommen stark erhöhen kann, ist das hilfreich, solange der Job Spass macht. An der Wall Street fließen bekanntlich üppige Boni. In der Bankenwelt in Frankfurt, Paris und London ist das ähnlich. Das kann hilfreich auf dem Weg in die Freiheit sein:

Viele Menschen halten sich für sparsam, weil sie nicht ihr ganzes Geld ausgeben und sogar mehr als die meisten Menschen ihres Einkommens sparen. Und sie sind es! Aber: Sie sind nicht unbedingt so sparsam wie jene, die es sehr früh in die Freiheit schaffen.

Beachte: Du machst etwas mit dem Geld, das Du nicht ausgibst: Sparen, Investieren, Schulden tilgen. Hast Du genug Kohle angesammelt, musst Du nicht mehr arbeiten.

Der Punkt der Freiheit ist: Dein Einkommen sollte im Idealfall solide bis hoch sein. Dein Leben sollte relativ komfortabel sein. Du erreichst den Ruhestand, bevor die Masse ihn erreicht. Vielleicht zehn bis 25 Jahre früher. Wie schnell Du es schaffst, hängt von Deiner Sparquote ab. 50 Prozent ist eine gute Zahl für die meisten Menschen mit überdurchschnittlichem Einkommen. Wer mehr als 80.000 Euro verdient und verheiratet ist, kann das schaffen. Singles können 50 Prozent sparen, wenn sie 50.000 Euro (und mehr) verdienen. Die Freiheit kann mit 50 Prozent Sparquote 20 oder 25 Jahre dauern. (Ok, das sind nur grobe Schätzwerte meinerseits. Nagelt mich bitte hier nicht fest.) Wer 70 Prozent spart, kommt schneller in die Freiheit. Wer 30 bis 35 Prozent spart, braucht länger. Bei der finanziellen Freiheit geht es nicht unbedingt um den Ruhestand. Gut, für manche Menschen ist das ihr Oberziel. Für andere ist es einfach die Vorstellung, zu arbeiten/zu tun, was Du schon immer machen machen wolltest.

Wenn Du auf dem Sterbebett liegst, welche Gedanken gehen Dir dann durch den Kopf? Dass Du gerne mehr Zeit mit den Kindern/Familie gehabt hättest. Das ist viel wichtiger als alles andere. Das ist ja genau die finanzielle Freiheit. Sie gibt Dir die Zeit dazu. Beides ist also ziemlich identisch in der Ausrichtung: Finanzielle Freiheit und der Zeitfaktor. Es gibt Möglichkeiten, wie Du beides haben kannst.

Wie strengst Du Dich mit Deinem Budget an? Du solltest in der Lage sein, fleißig zu sparen. Jeden Monat. Fernseher rauswerfen. Meinen Blog lesen. Mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren. Aufhören so viel zu essen. Sport machen. Einkaufszentren meiden. Verbring ausreichend Zeit mit Deiner Familie/Kindern. Es geht nicht darum, ständig zusätzliches Einkommen zu verdienen, sondern dass Deine Familie verschwenderische Kosten reduziert und die Differenz investiert.

Im Fernsehen werden in den USA jede Menge Renovierungsshows gezeigt. Die Leute mögen es eben, Geld zu verschwenden. Sparsame Menschen im TV zu zeigen, die eine gebrauchte Einbauküche oder ältere Waschmaschine kaufen, würde kaum jemand interessieren.

Ein Trick, um genügsamer zu sein: Renoviere nicht ständig alles. Kaufe nicht immer alles sofort neu. Denke nach. Schiebe Neuanschaffungen auf. Im Laden kannst Du weniger Geld ausgeben mit diesem Trick: Benutze Bargeld statt Plastikkarten (Kreditkarten, Debit-Karten). Es gibt Studien, die zeigen, dass Verbraucher über 10% mehr ausgeben, wenn sie mit Karten bezahlen.

Und noch was: Ich kenne Leute, die haben enormes Geld für Timesharing in den Sand gesetzt. Es war der Traum vom lebenslänglichen Urlaub, es wurde zum ewigen Geldgrab, aus dem sie nicht mehr rauskommen.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Der Weg in die finanzielle Freiheit: So reduzierst Du Deine Ausgaben. So bringst Du Deine Karriere voran. So wirst Du zufrieden. So hast Du mehr Zeit für Familie/Hobbys

  1. Wolf

    Sehr, sehr guter Beitrag. So geht es in die finanzielle Freiheit. Zwischenzeitliche Belohnungen für einen selbst sind sehr wichtig und motivieren weiter zu machen. Für mich ist das ein Helikopterflug in den Südalpen Neuseeland’s gewesen. Wir flogen zum Milford Sound mit anschliessender Gletscherlandung und zurück Richtung Queenstown über das Gebiet von „Mittelerde / Herr der Ringe. “

    Ein Traum! Seht selbst:

    https://www.youtube.com/watch?v=RtuyI8-AcIY

     

  2. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Wolf

    Herrlicher Heli-Flug. Danke für den Einblick.

    Ja, Motivation ist wichtig. Urlaub ist vollkommen in Ordnung. Am wertvollsten sind die Erlebnisse, nicht das Zeug (Auto, Haus, Mode, Schmuck…=)

    Wie weit bist Du auf dem Weg in die Freiheit?

  3. Felix

    Die Sache mit den Gedanken auf dem Sterbebett finde ich immer etwas bizarr. Welche Gedanken gehen denen durch den Kopf, die ein ideales Leben hatten (falls es soetwas gibt) bzw. finanziell frei waren? Was man in dieser Extremsituation denkt, ist glaube ich, nicht vorherzusehen.

    Für den, der das gute Leben hatte, ist Sterben noch blöder als für den mit dem schlechten Leben. Oder sehe ich da etwas falsch? Ihn quält vermutlich der Gedanke, was wird aus meinem schönen Depot, zumal, wenn keine Kinder da sind – wegen des Depots :-).

    Sonst sehr eingehender Artikel, wenn auch mit vorhersehbaren, aber guten Aussagen.

  4. Insider

    Lieber Tim , liebe community ,
     

    Ganz toller Beitrag einer der besten in letzter zeit. Ich lese schon lange, wohl gut 1 jahr,  sowohl die Artikel als auch die Kommentare . Fühle mich richtig wohl mit euch allen . (June,fit und gesund , mattoc, frelancer, v,kiev,exstudentin,  selbst Ralf und all die anderen  ) deswegen an dieser stelle erstmal ein lob an euch . Ich wollte schon längst mal einen Kommentar schreiben , dieser Artikel spricht mich besonderes an , sodass es zeit wird .

    Kurz zu mir ich (ende 20)  wohne mit meine Freundin zusammen. Wir haben dank günstiger wohnung (Dorf ), genügsamen lebensstil, und günstigen kfz’s eine sparquote von über 60 Prozent. Dies wird sich später mit Kindern ganz klar massiv verringern. Wir investieren in Immobilien (1 etw) , etf (world,em) und Aktien (Henkel ,SAP , Siemens Hi zu 28 euro 50 stück geschossen und per Sparpläne in fresenius, Shell , unilever, imperial Brands, disney,starbuck, 3 m) Ziel ist die teilweise finanzielle Freiheit + Sicherheit. Natürlich buy and hold.

    In nächster zeit sind Käufe geplant.  (1. RWE vz wegen Dividende und Deal mit eon, 2. P&G da sie günstig sind gerade  , sowie erste kleine Positionen bei 3. kion und 4. jungheinrich, da hat mich der Artikel bei Michael kissing überzeugt  ) was haltet ihr davon ?  Depot wird mittelfristig noch internationaler solange der Freibetrag nicht ausgeschöpft ist und zum Start habe ich wohl einen kleinen home bias ich weiß. ??

     

    Leider musste ich die tage einen freund erleben , der auf eine andere Stelle versetzt wird . Aufgrund Unterhalt für Kinder , Scheidung + Krediten ist er auf das Geld angewiesen und kann nichts dagegen tun, obwohl die neue Stelle ihm überhaupt nicht passt  . Echt schlimm. Genau wie Tim oben schreibt . Im Prinzip hat er alle Fehler, die Tim nannte , begangen .

    Tim schreibt hier oft von Konsum Krediten , ich hab das nie geglaubt und konnte mir es nicht vorstellen . Ein anderer guter freund berichtet mir jetzt kürzlich von seinen finanziellen Problemen . Trotzdem werden Autos und Küche auf Kredit  gekauft .wenn da ne Kleinigkeit nicht passt , steht er mim rücken zur wand. Und das bei gutem verdienst . Also Tim übertreibt nicht es gibt viele solcher Leute , auch gerade wo man es gar nicht vermutet .

    Gespannt bin ich übrigens sehr auf die weiteren teile der Serie von der ex Studentin über Unterhalt . Ich befürchte dies kann uns auch drohen für Eltern / Schwiegereltern . Gerade was mit unserem Vermögen passiert würde mich da sehr interessieren . Finde es auch nicht wirklich fair .

    Soviel erstmal zu mir . Ich hoffe hier jetzt öfters zu schreiben . Tippfehler liegen am Handy sorry dafür .

     

    Gruß Insider

     

     

  5. -M

    Das an einem Strang ziehen ist sehr wichtig, aber nicht nur in Sachen Geld sondern in vielem mehr in einer Beziehung / Ehe. Mit Kindern sowieso.

    meine Frau ist zum Glück auch sparsam und kauft nicht sinnlos irgend welche Konsumgüter und spart mittlerweile auch in Aktien (ich schlage ihr verschiedne vor, welche ich für kaufenswert halte) Sie wählt dann aus 🙂 das witzige: Sie macht es sogar besser wie ich. Sie schaut nie nach, fragt nicht und ist komplett emotionslos. Ich sag alle 3-Monate „Schatz P&G hat dir Geld überwiesen….Henkel zahlt gerade wieder….3M war wieder dran…. dann kommt ein „ohhh Shopping Geld prima“ was natürlich spaßig gemeint ist. Falls dann wieder was angesammelt ist kommt ein neuer Kauf dran, das ist ihr Shopping ^^ sie ist sogar froh darum das ich die Finanzen Regel. Den Plan irgendwann Teilzeit arbeiten zu können habe ich ihr genauestens aufgezeigt wie dies mit Dividenden erreicht werden kann. Sie findet es toll und wenn man im Freundeskreis schaut sind wir die einzigen die überhaupt ein Depot haben. Ok meine Schwester tilgt ihre Immobilie wie ein Weltmeister das ist auch klug.

    -M

  6. A

    Hi Tim!

    Guter Beitrag. Weiter so.

    Also beim Haus sehe ich das anders. Man wohnt da, lebt da und verbringt dann doch recht viel Zeit, vor allem wenn Besuch da ist, ist es angenehmer wenn man etwas Platz hat. Man kann zu Hause einladen statt auswärts essen zu gehen (geht auch bei weniger Platz).

    Wir haben einen Garten (den ich aber gerne verkleinern würde). Im Sommer ist das richtig geil, da will ich gar nicht in Urlaub fahren. Wir überlegen eher im Winter für ein paar Tage in Urlaub zu fliegen, dem grauen Wetter für ein paar Tage entkommen. Sondertilgung ist heute überwiesen.
    Aktien arbeiten, nächste Woche kommt wieder Dividende und etwas später wieder. Die Maschine fängt an zu arbeiten, auch wenn noch auf kleinem Niveau.
    Zumindest den Freibeitrag sollte man doch nutzen (1602 Euro bei Paaren oder 801 für Singles).

    Mein ultimativer Tipp ist das Lebensniveau ab einem bestimmten Punkt zu halten und jeden Extra Euro zu sparen und/oder zu investieren. Das dürfte sich wie eine Lawine auswirken.

    Gute Schulden sind durchaus möglich, aber man sollte sich mit der Materie beschäftigen. Ich beschäftige mich seit über einem Jahr mit Immobilien zum vermieten, sollte ich was vernünftiges finden werde ich zuschlagen und wenn es erst in 5 Jahren ist.

    Gruß

     

  7. Felix

    Mir geht gerade noch ein Gedanke durch den Kopf, weil ich gerade Aktenzeichen XY schaue. Da wird ein älteres Ehepaar überfallen und ausgeraubt, weil die Täter gehört haben, dass sie 30.000 € im Haus hätten.

    Ist es nicht ziemlich fahrlässig, sich im Internet so offen darzustellen? Ich hoffe natürlich nicht. Aber die Frage stellt sich schon, oder ?

     

  8. -M

    Wenn einer durch unsere Beiträge rausfinden kann wer wir sind und wo wir wohnen, dann kann derjenige das aich herausfinden ohne das wir hier schreiben 😉

  9. Gainde

    Hallo Tim

    Wie ich verstanden habe, lebst du vorwiegend von Dividenden, die dein Depot ausschüttet. Du verkaufst jedoch nie Aktienanteile. Würde es nicht sinnvoll sein, jetzt wo die Kurse hoch sind, Buchgewinne zu realisieren und damit Aktien zu kaufen, damit du auf mehr Anteile kommst? Somit hättest du mehr Dividenden. Vom ganzen Bullenmarkt bleibt dir sonst nichts hängen, da nur Buchgewinne, die sich jetzt wieder in Luft auflösen.

    Nur meine Gedanken…

     

    Grüsse

    Gainde

  10. -M

    @Gainde, dein Gedanke hat einen Fehler, nein 2.

    1) steuern: die Gewinne müssen versteuert werden. Zinseszins und realisierte steuern beißen sich, und lassen so manch ein Depot weit hinter den Möglichkeiten, als wenn man einfach gar nichts tun würde.

    2) eine Aktie die er heute für 100€ verkauft, kostet morgen auch so viel, wie soll er mehr Stücke bekommen? Oder meinst du „auf dem (vermeintlichen) hoch zu verkaufen, um dann im tief wieder zu kaufen.“ — das wäre market timing und das funktioniert nicht (wäre Glückssache)

    – market timing ist „a losers Game“(Buffett/Munger) – nur die Zeit im Markt zählt, da wenn man nur die 10 besten Börsentage verpasst, kaum noch Rendite bekommt. Und ich traue mir nicht zu, genau in den 10 Tagen investiert zu sein. Der sich das zu traut Hut ab 🙂

    grüße

    -M

  11. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Insider

    Gratulation zur Sparquote und den Plänen. Klingt gut.

    @ A

    Die Maschine läuft. Prima.

    @ Gainde

    Verkaufen ist keine gute Idee. Die Börse läuft langfristig nach oben. Warum soll ich dann verkaufen? Ich versuche erst gar nicht, die Börse zu timen. Das geht meist schief.

    Außerdem möchte ich keine Steuern auf meine Buchgewinne bezahlen. Das wäre ein unnötig hoher Kostenblock. Ich lasse schön den Zinseszins mit voller Kraft wirken.

    Ich leb von 3 Geldströmen:

    Dividenden, kleine Mieteinnahme und journalistische freie Tätigkeit.

    @ -M
    Danke. Du hast das besser erklärt als ich.

  12. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @-M,

    keine Ahnung woher immer diese falschen Buffett-Bilder kommen.

    Und auch diesen Quatsch vom angeblich nicht funktionierenden Market-Timing kann ich nicht mehr hören. Natürlich funktioniert das. Die Frage ist, wer es erfolgreich umsetzen kann/will.

    GE „stieg“ (fiel nicht weiter) die letzten Tage, weil sich das Gerücht verbreitete, dass Buffett als Market Timer wieder einsteigen soll zu diesem Preis.

    Er hatte im Q2/17 seine rund 10,585 Mio Aktien zu ca. knapp 30 USD aus dem Depot gekippt, eben weil er vermutet hat, dass sie nur noch fallen werden.

    Jetzt könnte er für den Erlös die doppelte Menge an Aktien wieder einsammeln.

    Das ist klassisches Market Timing. Und wie man sieht, es funktioniert.

    MS

  13. -M

    @MS

    da muss ich wiedersprechen.

    -Buffett kauft Aktien, die er als unterbewertet ansieht.

    -wieso er GE verkauft hat zu 30USD und auch IBM ? Er verkauft nur, wenn er ein „besseres“ Investment für das Geld findet, oder von einem Unternehmen nicht mehr überzeugt ist/sich geirrt hat in seinen Annahmen. Vielleicht auch weil er mehr Insider wissen hat als wir und somit einen kleinen aber feinen Vorteil und allein dadurch evtl. eher etwas timen kann. -> für unsereins bleibt es Glückssache was zu timen.

    ja er könnte nun einige mehr Aktien kaufen, ob er das tatsächlich macht wird man sehen. Wenn er eine Chance sieht den ganzen Kasten günstig zu bekommen kann er ja GE komplett kaufen. ——> er Timed nicht, sondern kauft wenn ein Unternehmen günstig ist, was wie er meint durch mr market manchmal vorkommt, er aber nicht vorher weiß.

    Ich bleibe trotzdem dabei das market timing nicht funktioniert und wenn dann durch Glück. Time in the market ist das gebot für mich. Die Börse steigt langfristig, also ist es für meine Begriffe unklug nicht immer investiert zu sein, da allein die Mathematik (stochastik) schon dagegen spricht. Das man Cash zurück hält, um von unvorhersehbaren Gelegenheiten zu profitieren ist nochmal was anderes, da timed man aber auch nicht den Markt, sondern wartet auf günstige Gelegenheiten die sich an und an ergeben.

    aber sind nur meine Gedanken zu obiger frage von Gainde gewesen und ich habe kein anspruch auf Richtigkeit 🙂

    du traust dir timing zu, du wirst schon damit Erfolg haben. Wie du das schaffst wäre fast eine Frage wert ? Vielleicht gibst du uns da Einblicke in dein „doing“

    Grüße

    -M

  14. Flo

    Guten Abend liebe TSM Gemeinde.

    Zu der Sache mit dem Partner muss ich sagen, dass man mMn, neben einem genügsamen leben, auch einige Gemeinsamkeiten braucht. Der tolle Spruch: Gegensätze ziehen sich an, finde ich vollkommen falsch.

    @Insider

    Guter Anfang, top Unternehmen. Für deinen Freund wird es sehr schwer dem Hamsterrad zu entkommen. Ich kenne das, ich habe schon vielen Leuten versucht zu helfen, aber keine Chance. Immer kommen dieselben Antworten: Aktien sind nur Glücksspiel, man könnte morgen sterben und man lebt ja nur einmal. Ich hab es mittlerweile aufgegeben. Ich finde nur noch gleichgesinnte Online und vor allem hier.

    @All

    was habt ihr den so eingekauft bei den Rabatten der letzten Wochen?

  15. Fit und Gesund

    hallo Insider,

    vielen Dank für Deine Einblicke und gleich ein dickes Lob von mir 🙂

    Deine Aktienauswahl ist sehr gut, irgendwann möchte ich sicher auch noch Jungheinrich und eben Fuchs Petrolub, im Moment gibt es ja ganz gute Kaufkurse,

    als nächstes spekuliere ich noch auf BASF, falls der Preis stimmt wenn ich wieder Geld habe *lach*, oder auch Church&Dwight oder Tractor Supply, aber auch ein paar CH-er Aktien wie Geberit, Schindler, Sonova, Straumann, bei den Utilities werden es wohl US-Werte werden, Technology bin ich eher schwach investiert, würde Apple nur nochmal gen Süden gehen…

    einfach stur und stetig jeden Monat was einpacken, sich nicht beirren lassen, Geduld haben, Dividende re-investieren, so wie es Tim eben in jedem seiner Artikel propagiert, ich mach das jetzt seit bald 3 Jahren so und habe es nicht bereut.

    Frohe Ostern Dir

    @all

    Frohe Ostern, die Meisten von Euch dürften Frei haben, ich arbeite halt und das ist in Ordnung 🙂

  16. Gainde

    @ Tim

    Mein Input bezog sich auf die Annahme, dass du deine Aktienanteile NIE verkaufen wirst und nur von Dividendenausschüttungen leben möchtest. Das hast du öfters propagiert. In diesem Fall ist es besser, mehr Anteile für mehr Dividenden zu haben, als schöne Buchgewinne. Denn von Buchgewinnen alleine kriegt man kein regelmässiges Einkommen.

     

    @ -M

    Es ging mir gar nicht um Markettiming. Meiner Meinung nach funktioniert es für die Mehrheit nicht, aber für einen kleineren Kreis von Profis sehr wohl: Information ist das neue Gold.

     

    Grüsse

    Gainde

  17. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    Moin @-M:  „Er verkauft nur, wenn er ein „besseres“ Investment für das Geld findet,“ 

    So muss man das machen, wenn man nicht auf einem so gern zitierten riesigen Cashberg sitzt, für den man angeblich keine Verwendung findet. Wieso sollte man dann das Geld aus einem Investment benötigen, wenn man schon sein Cash nicht gebrauchen kann?

    „oder von einem Unternehmen nicht mehr überzeugt ist/sich geirrt hat in seinen Annahmen.

    So sollte das jeder vernünftige Anleger machen, und sich deswegen nicht in einer sturen und unbedingten „Buy&Hold“ Ideologie knebeln.

    „Ich bleibe trotzdem dabei das market timing nicht funktioniert und wenn dann durch Glück. „

    Das kann ja auch Jeder halten wie er will. Fakt ist, wer eine Aktie mit 100% verkauft, und diese zum halben Preis in doppelter Stückzahl zurück kauft, für den hat es funktioniert. Um nichts anderes geht es.

    Ich behaupte ja auch nicht, dass man es machen sollte, oder sich drauf verlassen sollte. Aber es ist eine unumstößliche mathematische Tatsache, dass, wenn man eine Aktie billiger zurück kauft als man sie verkauft hat, dass man dann erfolgreicher ist (mit dem Timing), als wenn man sie gehalten hätte. Das sollte doch einleuchten.

    Ob man das machen will, das ist doch jedem selbst überlassen.

    „du traust dir timing zu, du wirst schon damit Erfolg haben. Wie du das schaffst wäre fast eine Frage wert ? Vielleicht gibst du uns da Einblicke in dein „doing““

    Wie gesagt, darum geht es eigentlich nicht. Ich will nicht meinen persönlichen Stil als besser oder was auch immer ansehen. Es geht um die Logik. Wieso sollte die außer Kraft gesetzt sein, nur weil man sich einem als sakrosankt angesehenen Mantra unterwirft.

    Schöne Feiertage

    MS

     

  18. Gainde

    Und auch diejenigen, die globale Indexfonds haben können Markettiming betreiben, einfach auf einen längeren Zeitraum gesehen. D.h. zwischen Bullen- und Bärenmarkt unterscheiden und sich dementsprechend positionieren. Buffett ist ja aus diesem Grund zurzeit nicht voll investiert.

    Woher soll denn in der aktuellen Phase der globalen Aktienmärkten die Phantasie (bsp. Tech) und das Geld (Stichwort Leitzinsen) für weitere langfristige Kursanstiege kommen? Zurzeit sind ja alle am Traden und einige haben sich die Finger verbrannt, weil sie Anfang Jahr eingestiegen sind.

  19. Ralf

    @Tim:

    Da ich offen angegangen werde -obwohl ich mich inzwischen deutlich zurück genommen habe und nur noch sehr selten schreibe- muss ich nun doch reagieren und zitiere dazu aus dem Artikel davor:

    „Du musst bei Ralf wissen, was Sache ist. Er benutzt andere Namen. Und ist ein Troll. Sein Ziel ist es hier zu provozieren.“

    Da muss ich Einspruch einlegen! Ich schreibe nur unter meinem Namen und fühle mich auch nicht als Troll. Eher muss offenbar mein Name herhalten für andere User mit ähnlicher Ansicht. Das Verhalten finde ich nicht ok Tim. Bei aller Meinungsverschiedenheit versuche ich sachlich zu bleiben.

  20. -M

    Ja einleuchtend ist es ja mehr aktien für weniger Geld zu bekommen. Aber das richtige Timing zu erwischen ist glückssache.

    Ich halte lieber tolle Unternehmen, die ich für faire Preise gekauft habe so lange, wie das Geschäft läuft. Auf einem vermeintlichen hoch zu verkaufen kommt mir nicht in den Sinn da keiner weiß wann das hoch erreicht ist. Auch Gewinne zu realisieren widerstrebt mir wegen den Steuern.

    Verkauft wird aber, wenn ich nicht mehr überzeugt bin. Und durch einen Cash Anteil wird bei Gelegenheiten bei tollen Firmen aufgestockt.

    -M

  21. steve

    @ Matthias Schneider,

    von mir volle Zustimmung Market Timing wie es definiert ist. Interessant das du Widerspruch bekommst. Eine Aktie teuer kaufen billig wieder einsteigen. Jetzt auf zig Milliarden cash sitzen wird sich in der nächsten Krise ändern, bzw war in der letzten Krise anders. Komisch das man immer nur sein buy and hold sieht.

  22. Kia

    @ Matthias Schneider

    Du hattest im November etwas über Teva geschrieben, da war die Aktie gerade auf 10€ gefallen. Kurz danach ging sie wieder nach oben. Wer hatte gekauft? – berkshire hathaway

  23. chn

    @Matthias Schneider:

    Vorsicht. Du versuchst, die Korrektheit einer Hypothese („Market Timing funktioniert“) zu zeigen, indem du von deren Korrektheit ausgehst. Das machst du ungefähr so: „Wenn Market Timing funktioniert, dann bin ich besser als die anderen. Wenn das so ist, dann funktioniert Market Timing.“.

    Das wird vielleicht deutlicher wenn man „Market Timing“ durch etwas anderes ersetzt, z.B. durch „beamen“: Wenn beamen funktioniert, dann bin ich schneller als alle, die nur laufen. Und wenn ich dann schneller bin, dann funktioniert beamen doch. Das ist eine mathematische Tatsache.

    Vielleicht habe ich dich aber auch falsch verstanden 🙂

    Wünsche allen ein schönes langes Wochenende.

     

  24. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @-M,

    der Idealfall ist, man kauft Aktien, die dann solide ganz langsam und stetig steigen und Dividende zahlen. In solchen Fällen muss man nichts machen und nur die Hand aufhalten. Dann ist man Investor. Wer nur solche Aktien im Depot hat, der hat alles richtig gemacht.

    Aber fast alle Anleger sind spekulativ, zumindest teilweise, und kaufen sich vermeintliche Wachstumsraketen wie Netflix, Amazon, Nvidia, Biotechs usw. Also eigentlich eher substanzlose, bzw. gehypte Unternehmen. Bitcoin geht auch in die Richtung.

    Sie versprechen sich also ein spekulatives Element. Gewinn durch Kurswachstum („Capital Gain“). Kiyosaki nennt diese Anleger Spieler (Gambler), nicht Investoren (Blick auf „Cash Flow“).


    Investing… or Gambling?
    Capital gains are a different type of leverage. Capital gains are when you buy a stock for a dollar and it goes up to $10, so you make $9 a share. That’s capital gains. Or you can buy a house for $100,000 and it goes to $150,000.

    You sell it and make $50,000.One of the reasons people do not become financially free is because the majority of people are focusing on capital gains. You can look at the reasons so many people lost:
    – millions of people losing trillions of dollars between 2000 and 2003
    – in the stock market because everyone was playing the capital gains game. That’s gambling.

    There’s nothing wrong with capital gains. I would like to have my properties go up in value. I would like to have my stocks go up in value, but I don’t play at this game that much. My primary focus, like that of most people who are successful investors, is looking for cash flow, not capital gains.“

    Ich will da nix dagegen sagen, aber wenn man schon solche Aktien kauft, dann sollte man auch timen, da bei solchen Aktien Kurseinbrüche vorprogrammiert sind. In diesen Fällen ist es tatsächlich sinnvoll, wenn man nach steilen Anstiegen mal aussteigt, um dann mit fettem Abschlag neu wieder einzusteigen.

    @steve,

    ja, WB gilt als Ikone, aber die Wenigsten schauen wirklich mal, was er so macht.

    @Kia,

    ja, bei Teva ist Buffett ja mittlerweile auch eingestiegen. Ich habe Teva vorher als „fallen Angel“ gesehen nach den Abstürzen, und damals einen Put verkauft. Ich wäre also nicht abgeneigt gewesen, die Aktien zu haben, wollte sie aber nicht gleich zu aktuellem Kurs kaufen. Da zahlten sie noch Dividende.

    Tatsächlich bekam ich dann die 100 Aktien eingebucht, weil sie noch weiter unter den Strike fielen. Für mich wären sie ein Investment geblieben, wenn sie nicht die Dividende ausgesetzt hätten danach. Ich habe sie dann dadurch mit einem kleinen Gewinn (10-15%) wieder verkauft.

    @chn,

    na ja, wenn jemand in seinem Garten immer kleine Karotten geerntet hat, weil im Dünger unbekannt war, dann hat er auch Erfolg gehabt. Aber wenn jemand düngt, weil er weiß, dass er dadurch größere Ernte erhält, dann war der eben noch erfolgreicher.

    Schönen Tag

    MS

  25. Thorsten Rohweder

    Ish halte es so  : Zukäufe derzeit nicht in der Nähe von Höchstkursen, ein Abschlag von 5% bis 10% sollte drin sein. Es kann dann natürlich noch weiter runtergehen, das ist klar. Rückblickend , wenn die Kurse in x Jahren wieder zu alten Höhen gehen, war es ein netter Rabatt. Wenn es weiter runtergehen wieder Nachkauf mit genügend Rabatt, wenn die Kurse stabil aussehen, da kommt es auf einen Tag nicht an.  Cost averaging  in variablen Zeitintervallen, gespeist u.a. aus Dividenden.

    Da ich zum großen Teil Dividendenaktien halte kann ich auch mit weniger Kurserfolg oder geschrumpften Depot leben. Alles gut so lange die Wirtschaft läuft und Dividenden ausgeschüttet werden. Alles andere ist für mich Optimierung. Für mich ist der drohende „Handelskrieg mit Dominoeffekt“ entscheidender als mein Depotwert. Der nächste Präsident hebt den Dow vielleicht auf 30.000. Oder halt der Übernächste. Wir lehnen uns zurück und trinken gemütlich Kaffee während wir die Trashshow ansehen.

  26. Wolf

    @Tim

    Es kommt darauf an sich auf den Weg in die finanzielle Freiheit aufgemacht zu haben. Alleine das ist schon eine Bereicherung. Ob dann ganz genau der Break-even-point zur finanziellen Freiheit erreicht wurde, wann das konkret ist, ob genug Finanzmittel und Einnahmen vorhanden sind, folgt dieser Grundhaltung „sich auf den Weg zu machen.“

    Die eigene Einstellung ist wichtig. Sparen ist wie ein Muskel, der immer wieder trainiert wird. Je besser das Training, die Methoden, das Coaching, letztlich die eigene Verantwortung, umso bessere Ergebnisse werden erreicht und die Zufriedenheit steigt mit den Erfolgen. Mit sparen bezahle ich mich selbst.

    Strukturiertes Vorgehen ist sehr hilfreich. Als erstes sind klare, schriftlich formulierte Ziele entscheidend. Diese können auch langfristiger Natur sein, beispielsweise zu einem bestimmten Zeitpunkt 1000 EUR Dividendeneinkommen pro Monat zu erwirtschaften. Ziele bieten Orientierung.

    Nach der Zielsetzung ist eine Bestandsaufnahme notwendig. Eine Analyse der Ist-Situation, wie der Stand der Dinge heute ist. Damit ist geklärt von wo aus ich starte ( Analyse ) und wo ich hin will. ( Ziel )

    Im dritten Schritt befasse ich mich mit der Planung. Was muss ich tun, um von der Situation heute zum Ziel kommen zu können. Das wird oft mit dem Ziel verwechselt, denn Menschen die keinen Plan haben, haben oftmals kein klares Ziel. Planung ist daher sehr konkret, orientiert sich am Ziel und der vorhandenen Ausgangssituation. Sie ist die wesentliche, gedankliche Vorbereitung zur Umsetzung und macht die einzelnen Schritte bewusst.

    Mit der in diesen drei Phasen gewonnenen Klarheit geht es in die Umsetzung. Ihr werdet merken, dass die Umsetzung so viel einfacher ist, weil vieles klar geworden ist. Die Frage „Was ist zu tun?“ ist in den ersten drei Schritten zielführend beantwortet worden.

    Überprüft in der fünften Phase eure Ergebnisse. Seid ihr auf dem richtigen Weg? Oder abgekommen? Betreibt ein eigenes Controlling, eine Evaluation. Ändert das Ziel nicht, wenn ihr vom ursprünglich geplanten Weg abgekommen seid. Wenn ihr in euer Navi ein Ziel eingebt und in einen Stau geratet, ändert ihr ja auch nicht euer Ziel, sondern sucht nach anderen Wegen, um das Ziel zu erreichen. Wenn man sich verfahren hat, ändert man nicht deswegen das Ziel. Kein Autofahrer handelt so. Die jetzige Situation bestimmt nicht das Ziel – sie ist ein Ausgangspunkt zum Ziel.

    Jede Person ist selbstverantwortlich für alle fünf Phasen. Überlegt euch bei Schwierigkeiten, welche der fünf Phasen betroffen ist und arbeitet daran. Diese Vorgehensweise unterstützt euch in der Disziplin und eigenen, persönlichen Entwicklung.

    Tim’s Blog bietet in Hülle und Fülle Beispiele Einkommen zu erhöhen und Ausgaben zu reduzieren. Die hier vorgebrachten Tipps sind zeitlos und daher nachhaltig und wertvoll. Geniesst eure Erfolge!

    Macht euch auf den Weg!

     

     

     

  27. Freelancer Sebastian

    @ Matthias Schneider

    Unter „Market-Timing“ habe ich immer den Vorgang verstanden, einzelne Aktien zu kaufen oder zu verkaufen, wenn man meint einen Auf- oder Abschwung des allgemeinen Börsenmarktes antizipieren zu können.

    Dabei glaubt jemand, einer allgemeinen Korrektur zuvorzukommen und verkauft seine Aktien, um sie dann billiger zurückzubekommen. Es gibt einige Leser hier, die diese Taktik verfolgen.

    Nach deiner Definition wäre ich selbst auch ein Market-Timer, da ich beim Einkauf auf günstige Kurse warte. Das kann dann schon mal Jahre dauern.

    Ich bilde mir aber nie ein, wissen zu können, wie die Kurse in nächster Zeit verlaufen werden und wann ich denn zum Zuge komme.

    Ich kaufe meine Aktien nicht in Erwartung von Börsenumschwüngen. Und Buffett tut genau das auch nicht.

    Das war für mich immer der Inbegriff von Market-Timing. Aber gut, ich lerne gerne dazu. 🙂

    Zum Fool-Artikel übrigens: Da steht nirgendwo, dass Buffett zu mehr Cash rät. Bitte richtig lesen und keine Angst schüren.

    Er betont, dass innerhalb der nächsten 53 Jahre mal wieder Kursrückgänge von über 50% möglich sind. Danke. Das wissen wir.

    Er hält nicht viel Cash vor, weil er eine starke Korrektur erwartet. Er hält von Marktprognosen gar nichts und weiß so wenig wie wir, wo die Börsen nächstes Jahr stehen.

    Er hält viel, viel Cash, weil sein Dickschiff die riesen Summen, die permanent reinkommen, einfach nicht sinnvoll investiert bekommt. Haufenweise Schnäppchen sind jetzt nicht zu bekommen. Wir sind nicht in der Baisse.

    Mal eben zig Milliarden in eine Aktie pumpen, geht nicht. Treibt das Papier in teure Sphären. Buffett ist verdammt dazu, auf eine Baisse zu warten.

    Mir egal, ich finde Monat für Monat unter meinen 80 Wunschtiteln eine Aktie zu akzeptablen Preis. Nächste Woche wähle ich zwischen Disney, Abbvie und Henry Schein aus.

    Alles Gute!

  28. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Sebastian,

    volle Übereinstimmung, und sicher versteht jeder was anderes darunter.

    Ich wollte es nur aus meiner Perspektive darlegen, weil ich mich vehement gegen ein stupides Buy&Hold als allein selig machende Variante stemme.

    Aber das ist eben nur eine mögliche Form, bei der man auch sehr viel verlieren kann, egal ob der Gesamtmarkt langfristig steigt oder nicht.

    Striktes B&H gilt bei mir nur, wenn man tatsächlich in Index-ETFs investiert.

    Bei Einzelaktien wird man nicht ums „Justieren“ umhin kommen. Aber ich habe eh Spaß daran, mein Depot zu „bewirtschaften“. Ich will da immer wieder Neues entdecken und probieren. Mein Ziel ist nicht, x% Überrendite zu einem Index, sondern Cashflow und Spaß beim Lernen.

    Und auch die Steuer ist für mich kein Schreckgespenst. Ich zahle lieber Steuern auf Gewinne und Cash Flow, als keine Steuern auf Nix (theoretische, da unrealisierte „capital gains“) .

    Übrigens, Dein Statement gegen die ewigen Anti-Dividenden-Nörgler hast Du hoffentlich gespeichert. Das wirst Du in Abständen immer mal wieder brauchen. 😉

    Ach, aber der Fool-Artikel war nicht von mir. habe auch nirgends im Buffettbrief die Warnung vor einem 50% Einbruch gefunden.

    Schönen Tag

    MS

     

  29. Mattoc

    @Freeund MS

    Gute Beiträge habt ihr geschrieben. Da fühle ich mich sehr wohl und muss nicht selektiv lesen. 🙂

    Danke!

  30. Freelancer Sebastian

    Scheidung und anschließender Rosenkrieg sind eine schlimme Sache für alle Beteiligten. Ich habe das im Freundes- und Bekanntenkreis mehrfach erlebt. Wenn dann noch Kinder mit im Spiel sind, wird es häßlich. Schlimm, wenn die Kinder – die doch beide Elternteile lieben – als Spielball dienen, dem Ex-Partner eins auszuwischen.

    In der Regel war Geld tatsächlich ein Grund, der zur Trennung führte. Die eine verdient und der andere will das Geld mit vollen Händen aus dem Fenster werfen. Oder beide verdienen und können sich nicht auf  Urlaub/Auto/Küche einigen.

    Ich bin sehr dankbar, mit meiner Frau einen Partner für´s Leben gefunden zu haben. Mag daran liegen, das wir seit der Schulzeit ein Paar sind. Wir kennen uns und die Macken des Partners in und auswendig. Können Verhalten tolerieren, verzeihen und ergänzen uns. Unterschiede sind immer gut, wenn sie das „Team“ vervollkommnen.

    Gemeinsamkeiten sind aber genauso wichtig. Gerade beim Geld. Wir sind beide keine Konsumtypen, sparen gerne und finden finanzielle Unabhängigkeit erstrebenswert.

    Auch wenn mich die Damen hier im Blog schelten werden – den Vermögensaufbau über Investments manage ich allein. Nicht weil ich „der Mann“ bin, sondern weil meine Frau kein Interesse an dem Thema hat. Sie ist sehr froh, dass ich das übernehme – für uns gemeinsam.

    Wohl etwas ungewöhnlich ist unser Modell des zusammengelegten Geldes. Wir haben nur gemeinsame Konten. Teilen alles. Wir sind ein Team, das Hand in Hand arbeitet. Jeder für sich? Befremdlich für uns. Eine kommunistische Ehe sozusagen 😉 .

    Gütertrennung, Eheverträge? Hört sich nach Start im Mißtrauen an. Natürlich muss da jeder seinen eigenen Weg gehen. Für uns wäre das nichts.

    Gibt es hier noch andere Paare, die alles zusammenlegen und als „Geschäftspartner“ vorgehen?

    @ Felix

    Es geht weniger um die letzten Gedanken auf dem Sterbebett. Es geht um die letzte Lebensphase, wenn man merkt, dass es langsam zu Ende geht. Man erkennt, was die wirklich wichtigen Dinge im Leben waren.

    Die Karriere im Angestelltendasein gehört in der Regel nicht dazu.

    Es ist die Zeit, die wir mit unseren Liebsten, den Kindern, der Familie, mit Freunden und Nachbarn verbringen. Die Spaziergänge am Strand, produktive Tätigkeiten, unseren Hobbies nachgehen. Jeder tickt da ganz individuell…..

  31. Andreas

    @Matthias Schneider

    In der Theorie funktioniert Market Timing. In der Theorie funktioniert aber auch Rational Choice. Aber in der Praxis einfach nicht.

    Man mag mal Glück haben oder auch mal das richtige Gespür, aber in der Summe kann man eben nicht in die Zukunft schauen. Woher weiß man konkret, wann der richtige Zeitpunkt ist eine Aktie zu verkaufen? Und wenn man einen guten Zeitpunkt erwischt, wer sagt einem, dass der Kurs so deutlich nach unten geht, dass sich Verkauf und Wiederkauf wirklich lohnt? Aktuell liege ich mit Airbus-Aktien beispielsweise 100 Prozent im Plus. Soll ich verkaufen? Und auf einen günstigeren Wiederkauf warten/hoffen? Das kann mir niemand sagen, weil niemand alle Faktoren kennt und absehen kann, die den Aktienkurs beeinflussen.

    Insofern sehe ich es bei Einzelaktien lediglich als notwendig an, das Geschäftsmodell, das Unternehmen an sich im Blick zu behalten. Wenn da etwas schief geht oder ich nicht mehr überzeugt bin, dann verkaufe ich. Dann kaufe ich aber auch nicht neu ein, wenn der Aktienkurs tiefer steht:)

  32. Freelancer Sebastian

    @ Matthias

    Sorry, mißverständlich von mir formuliert. Dich wollte ich mit dem Fool-Artikel gar nicht ansprechen. Den hat weiter oben jemand anderes plaziert.

    Und dabei die Aussage des Artikels verfälscht. Finde ich frech. Buffett rät nicht zu mehr Cash. Buffett rät dazu, sich seine eigenen Gedanken zu machen, sich nicht mit Investmentpornos zu beschäftigen und keinen Pfifferling auf die makroökonomischen Prognosen und Spekulationen „der Experten“ zu geben.

    Wer Cash hat und eine gute Investmentgelegenheit – egal in welcher Börsenphase – entdeckt, soll zuschlagen. Hier geht jeder seinen eigenen Weg.

     

    Dein Vorgehen kann ich sehr gut nachvollziehen. Cashflow, Lernen, Analysieren und Justieren…. gefällt mir! 🙂

    Das „Bewirtschaften“ macht auch mir große Freude. Aktieninvestments bedeuten Leidenschaft. Andere mögen da „rationaler“ vorgehen (ideal mit ETF), für mich ist das nichts.

    B&H sehe ich als Ideal. Diesem möchte ich mich annähern. Aber wir Menschen machen Fehler. Die Einsicht zwingt uns dazu, diese Fehler zu erkennen und Veränderungen vorzunehmen.

    Was sind denn deine ältesten Titel im Portfolio? Da bin ich neugierig.

  33. Ralf

    Buffett rät aus meiner Sicht durchaus indirekt in diesem fool-Artikel zu Cash und das war auch nicht frech gemeint:

    „Stattdessen kann es für diejenigen, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügen, eine der größten Quellen für langfristige Outperformance sein. Sie nutzen diese Rückgänge aus, indem sie Geld zu attraktiven Bewertungen einsetzen.“

    Für mich zumindest indirekt ein Hinweis darauf, das Cash kein Fehler ist. Buffett schreibt bekanntlich auch Botschaften zwischen den Zeilen. Zumindest halte ich für mich so. Soll jeder halten wie er will.

    Offensichtlich muss man in diesem Blog jedes Wort dreimal auf die Goldwaage legen bevor man es niederschreibt. Ich möchte keinem zu Nahe treten. Ein Trollbeitrag ist das ausdrücklich auch nicht, auch wenn ich so bezeichnet werde.

     

     

  34. Andreas

    @Matthias Schneider

    Zu früh abgeschickt;) Gerade was deine Beispiele nvidia oder amazon angeht. Wann sollte man da denn mal aussteigen? Und wann wieder einsteigen? Wenn man sich die 5-Jahres -Charts anschaut fährt man bei beiden wohl am besten, wenn man einfach nichts tut und die Aktien laufen lässt. Denn an einem Punkt zu verkaufen und dann bei 10-20 Prozent Rückgang wieder einsteigen, wer schafft das und trifft diesen Punkt? Dann steigt man aus, die Aktien geht aber noch weitere 50 Prozent nach oben, und dann? Vielleicht empfindet man die Aktie auch irgendwann als zu teuer und steigt gar nicht mehr ein, dabei geht es munter weiter nach oben….

  35. Freelancer Sebastian

    @ Andreas

    Auch deinen Zeilen kann ich sehr viel abgewinnen.

    Amazon liegt seit 2011 in meinem Depot. Eigentlich dürfte ich sie gar nicht beitzen, so „teuer“ waren sie immer. Die Sirengesänge klingen ständig im Ohr. „Das kann nicht ewig so weiter gehen. Lieber Gewinne mitnehmen. Die sind völlig überbewertet und werden irgendwann abstürzen….“.

    Mag alles sein. Aber ich bin Anteilseigner. Werde ich in 20 Jahren eine saftige Dividende erhalten? Sehr gut möglich. Was die Börse für Preise aufruft und was Experte X und Experte Y so zu sagen haben, interessiert mich nicht. Mich interessiert das Geschäft.

    Sollte ich nicht mehr überzeugt sein, würde ich verkaufen (und dabei wohl eher einen Fehler begehen). Die Börsenstimmung wirkt dagegen nicht auf die Entscheidungsfindung ein.

    Mein Ziel ist es, ein gutes Unternehmen nie wieder zu verkaufen. Das wird nicht immer klappen. Aber es wird von Lehrjahr zu Lehrjahr besser 🙂 .

  36. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Andreas,

    das sind persönliche Entscheidungen. Ich persönlich halte gar nichts von Amazon als Aktie. Die wird in etlichen Fonds bei mir mit drin sein, aber als Einzelaktie würde ich sie nie kaufen, es sei denn, sie wird mal normal bewertet und hat eine >4% Dividendenrendite. Ich halte aber die Zerschlagung des Monopols durch die US-Kartellbehörde für möglich bis wahrscheinlich.

    Nvidia halte ich für eine gute Techfirma. Der Gambler in mir ärgert sich, dass ich sie vor Jahren nicht für 20 USD gekauft habe, als ich sie mal auf dem Zettel hatte. Aber schau Dir doch den Chart an. Auch für die Aktie wird es abwärts gehen. Ich schätze, sobald Bitcoins den Bach runter gehen. Der Hype bei Nvidia ist ja durch die benötigte Miningpower begründet (angeblich).

    Aber ich will eben einfach kein Gambling mehr betreiben, also Aktie nur in der Hoffnung auf Kursgewinne kaufen, die ich dann womöglich nicht mal realisiere.

    Natürlich kann das so sein, wie Du schreibst, dass man Rücksetzer nicht erwischt (dann ist ja auch nix passiert), oder man verkauft, und verpasst den Neueinstieg.

    Ja, dann muss man die Aktie fahren lassen (keiner Staßenbahn hinterher laufen), und warten, bis sie beim nächsten Mal unter den Verkaufskurs fällt.

    Man findet immer andere lohnende Werte, die sich stattdessen eignen.

    Mich lockt z.B. mal wieder L.Brands. Die hatte ich für 40 USD mal gekauft, dann für über 60 verkauft (weil die Erholung zu schnell ging), jetzt würde ich sie eigentlich für 37 USD wieder kaufen, wenn ich flüssig wäre. Nur als Beispiel! Keine Empfehlung!

    Wenn Dein Herz an AMZN und NVDA hängt, dann würde ich sie einfach behalten und fertig. Aber ich hänge mein Herz i.d.R. nicht an Aktien. Ich sehe das als Einkommensquelle.

    @Ralf,

    ich sehe Dich auch unfair behandelt. Man kann schon spitz kritisieren. Ich bin auch kein Kind von Traurigkeit und mache mir gern Luft, aber ich habe Deine Meinung respektiert. Deine Kritik habe ich nie als substanzlos empfunden.

    Wenn jemand immer auf der Sonnenseite steht, nie mit den Nachteilen des Systems in Berührung kommt, dann kann man leicht ablästern. Man ist zu leicht versucht, seine glücklichen Umstände seiner eigenen Leistung zu zuschreiben.

    Nochmal Buffett, dass es Abschwünge gibt liegt in der Natur der Sache, also eine Binsenweisheit. Artikel verkaufen sich über „clickbait“, also je furchtbarer die Aussage, desto mehr Aufmerksamkeit.

    Buffett selbst schreibt in seinem Brief ganz einfach nur das, was man für gesunden Menschenverstand halten kann. Er sieht es als „normal“, dass es in Zukunft wieder Abschwünge wie in der Vergangenheit geben wird, und dann in dem Falle man sich glücklich schätzen kann, wenn man ohne Hebel im Markt ist, und Cash in de Täsch hat. Und diese Drawdowns können auch in der Größenordnung der Vergangenheit sein, also wie die angeführten Beispiele:

    March 1973-January 1975 93 38 (-59.1%)
    10/2/87-10/27/87 4,250 2,675 (-37.1%)
    6/19/98-3/10/2000 80,900 41,300 (-48.9%)
    9/19/08-3/5/09 147,000 72,400 (-50.7%)

    „In the next 53 years our shares (and others) will experience declines resembling those in the table. No one can tell you when these will happen. The light can at any time go from green to red without pausing at yellow.
    When major declines occur, however, they offer extraordinary opportunities to those who are not handicapped by debt….“

    MS

     

     

  37. Ralf

    @Matthias Schneider: Volle Zustimmung!

    Was haltet Ihr eigentlich von den beiden geprügelten Einzelwerten Wells Fargo oder GE auf gegenwärtigem Kursniveau? Ich bin am überlegen eine kleine Position zu kaufen.

  38. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Ralf,

    die Versuchung ist groß. Aber man muss sich immer eins vor Augen führen…

    Wenn eine Aktie sehr viel billiger geworden ist, dann i.d.R. darum, weil sie eben als eine schlechter beurteilte Aktie als vorher gesehen wird.

    Die Vernunft würde gebieten, dass man nur Aktien in einem Aufwärtsmomentum kauft, und dann ab einem bestimmten Plus einen Stopp nachzieht, der komfortabel über dem Kaufkurs liegt.

    Ich persönlich würde höchsten PUTs auf die WFC und/oder GE verkaufen (obwohl, WFC eher nicht), in der Hoffnung, dass mir die Prämien bleiben, sie nicht weiter sinken. Würde die Aktien als Turnaround-Spekulation dann notfalls nehmen, aber nicht als geliebtes Investment, und mit Gewinn wieder abstoßen.

    Buffett bedauert ja öffentlich, nie JPMorgan gekauft zu haben.

    KraftHeinz könnte man evtl mal anschauen. Aber ich bin auch kein Freund der Fabriknahrung-Multis.

    Gestern kam eine Sendung auf 3Sat dazu.

    MS

  39. Daniel

    Ich finde Warren Buffett gar nicht so geeignet als exemplarisches Beispiel. Zum einen praktiziert er nur zum Teil Buy & Hold, denn er ist durchaus der Mensch der sich wieder von Aktien trennt wenn sie ihm nicht gefallen.

    Zum anderen ist er auch im Bereich Market-Timing nicht wirklich geeignet als Anschauungsbeispiel, weil er inzwischen ein solches Börsenschwergewicht geworden ist, dass er den Markt selbst beeinflusst. Wir kennen das doch alle. Buffett deutet etwas an oder kündigt etwas an und schon passiert was in den Kursen. Sowas ist nicht vergleichbar mit einem Privatanleger der Market-Timing betreiben will.

    Auch was Buffetts Investitionen angeht ist er nur zum Teil der Value Investor nach der klassischen Schule. In dem Buch Buffettology von Marry Buffett schrieb sie ja selbst er hätte sich damals sehr stark an Benjamin Graham orientiert und nach unterbewerteten Aktien gesucht. Graham ist aber, was die Gewinn-Mitnahme angeht gnadenlos. Hat die Aktie das Tal der Tränen verlassen und ist sie im Gewinn und nicht mehr unterbewertet, gehört sie abgestoßen und der nächste Underdog müsste gesucht werden. Genau das macht Warren aber eigentlich nicht. Hier ist eher eine Mischung aus Value Investor und Buy-And-Hold Anleger zu finden.

    Desweiteren, ich weiss nicht mehr obs im gleichen Buch stand, hat sich Buffett durchaus von der Idee getrennt immer nur Schnäppchen zu machen, er ist nun auch eher bereit teure, aber dafür nach seinen Maßstäben, hochwertige Unternehmen zu kaufen die nicht attraktiv nach den Grahamschen Bewertungskriterien sind. z.B. ne Apple. Hier zählt für ihn eher der discontierte Gewinn.

    Buffett ist also eigentlich ein Anleger der durchaus Aktien wieder verkauft, er ist kein klassischer Buy-And-Holder, er ist aber auch kein richtiger Value Investor, er ist auch nicht repräsentativ für Market-Timing und er ist auch nicht repräsentativ für den Cash-Anteil im Vergleich zum Aktien-Anteil, da Buffett derartige Summen investieren müsste, die z.B. im MDAX oder SDAX einer Marktübernahme gleichen würden. Diese Probleme haben Privatinvestoren aber auch nicht.

    Buffett ist ein toller Typ, hochinteressant und man kann von ihm verdammt viel lernen. Als Börsen-Vorbild sehe ich ihn aber jetzt nicht unbedingt. Man sollte aber auf seine Erfahrung und Aussagen großen Wert legen und sich sein eigenes Bild machen.

  40. Ralf

    @Daniel: Ein interessanter Beitrag zu Warren Buffett und seine Strategien. Vielen Dank!

  41. vonaufdenboden

    @Freelancer Sebastian

    Bei uns läuft es ähnlich. Wir sind beide grundsätzlich sparsam und arbeiten gemeinsam daran baldmöglichst von den Kapitalerträgen leben zu können.

    Ich bin Alleinverdiener und wir haben nur gemeinsame Konten. Jeder hat unbeschränkten Zugriff. Die Vermögensverwaltung, Versicherungen, steuerliche Themen, etc. mache ich und meine Frau ist froh darüber. Sie ist aber sehr interessiert und kennt sich gut aus.

    Wir haben bei null begonnen, nichts geerbt und unterstützen unsere Eltern. Ich denke das schweist zusammen und die Wahrscheinlichkeit einer Trennung ist dadurch wesentlich geringer. Sollte es aus irgendeinem Grund doch dazu kommen, ist zumindest vermögenstechnisch alles klar, da alles genau dokumentiert ist. Gerade als Alleinverdiener ist das meiner Ansicht nach wichtig und verschaft beiden ein Gefühl der Unabhängigkeit.

    Das geht aber alles nur, wenn beide zum Thema Geld etwa die gleiche Vorstellung davon haben.

    vonaufdenboden

     

  42. Sterbai

    @Freelancer Sebastian

    bei uns ist das ähnlich. Ich kümmere mich aktiv um die Investitionen in Börse und suche auch aktiv nach ETW, obwohl meine Frau die mit der Banklehre ist….Gekauft wird dann zusammen. Wir sind immer beide im Grundbuch, und unsere Depots sind alles Gemeinschaftkonten.

    Entweder wir schaffen es gemeinsam oder garnicht.

  43. -M

    @MS

    der Idealfall ist, man kauft Aktien, die dann solide ganz langsam und stetig steigen und Dividende zahlen. In solchen Fällen muss man nichts machen und nur die Hand aufhalten. Dann ist man Investor. Wer nur solche Aktien im Depot hat, der hat alles richtig gemacht.

    Aber fast alle Anleger sind spekulativ, zumindest teilweise, und kaufen sich vermeintliche Wachstumsraketen wie Netflix, Amazon, Nvidia, Biotechs usw. Also eigentlich eher substanzlose, bzw. gehypte Unternehmen. Bitcoin geht auch in die Richtung.

    Da bekommst du 100% Zustimmung von mir!!!!

    Ich sehe mich als Investor, der mit guten langweiligen investments unter geringeren Schwankungen langsam und stetig Vermögen aufbaue. Buy and hold so lange wie die Firmen gut bleiben ist kein Verkauf notwendig-zinseszins wirken lassen-

    Bei den Wachstumsraketen sieht es wirklich anders aus. Da versucht man zu timen – ob das funzt oder man erfolgreicher so ist… das ist Spekulation für mich. Ich spekuliere jedoch ungern weil Risiken größer sind Geld zu verlieren. Obwohl ich auch so Werte wie basf oder Bayer die zyklischer sind gerne günstig einsammeln würde, wenn es knallt.

    Grüße

    -M

  44. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Ralf,

    wegen WFC/GE nochmal was. GE wird immer noch als sehr sehr überbewertet angesehen. Habe da eine ganz nette Seite entdeckt, die einem das grafisch vor Augen führt (Quelle: Simply Wall St.).

    GE wäre also nur sinnvoll, wenn man Vertrauen hat, dass da das Ruder herum gerissen werden kann. Hoffnung wird da als berechtigt angenommen.

    Bei WFC scheint die Bewertung ok zu sein, wird sogar ein Discount bei derzeit prognostiziertem, zukünftigem Cashflow von 7% gesehen.

    Noch besser bei KHC. Hier sieht man eine Unterbewertung und einen Discount von 23%. Rein aus dieser Sicht würde ich KHC kaufen.

    MS

  45. Kia

    @ Ralf
    GE habe ich in kleiner Portion vor zwei Wochen gekauft weil mein Mann damit ankam. Aber ehrlich gesagt ist das ein Alarmsignal. Seine Aktienideen enden sehr häufig als Depotleichen. Ich habe die also aus diplomatischen Gründen und das Geld abgeschrieben.

    Kraft Heinz beobachte ich schon lange aber kann mich nicht zu einem Kauf durchringen weil mir die Produkte so total fremd sind.

  46. Frank

    @ Matthias schneider, @ all,

    konnte heute (überlege schon seit Wochen) nicht mehr widerstehen und habe Kraft Heinz ins Depot gelegt.

    Bitte künftig Heinz Ketchup nutzen!

    Frank

  47. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Frank,

    Glückwunsch, aber ich bin an nix schuld wenn es abwärts geht! 😉

    @Kia,

    für Dich wäre Mondelez besser. da sind die bekannteren Süßkram-Marken wie Milka und Toblerone drin. Das wurde ja damals von KraftFoods abgespalten.

    Aber die ist leider zu teuer. Da schießt man kein Schnäppchen, noch nicht…

    MS

  48. Frank

    Ne ne, da du ja auch nichts bekommst wenn es steigt, bist du auch nicht haftbar für Verluste 😉

  49. ZaVodou

    Ich find’s total lustig hier.Ist wie im Film: „Und täglich grüßt das Murmeltier“.

    Gestern hatte ich noch einen alten Blogeintrag von Tim verlinkt. Dort schrieb er folgendes:
    „Es gibt in den USA einen Fonds, der 80 Jahre lang keine Umschichtungen vorgenommen hat und phänomenal abschnitt. Der Finanzgigant Fidelity untersuchte, wer die besten Kunden sind. Zur Überraschung kam heraus: Es waren inaktive Depots, die Menschen vergessen hatten. Die ruhenden Depots zählten jedenfalls zu den Top-Performern. Zocker sollten angesichts dieser Erkenntnis überlegen, ob es sich lohnt, was sie machen.“

    Hier noch mal die wichtigste Passage aus dem letzten Link:

    O’Shaughnessy: „Fidelity had done a study as to which accounts had done the best at Fidelity. And what they found was…“

    Ritholtz: „They were dead.“

    O’Shaughnessy: „…No, that’s close though! They were the accounts of people who forgot they had an account at Fidelity.“

    Und heute die Frage an Tim, warum er nicht einen Teil seiner Aktien verkauft und die Diskussion, ob Buy-and-Hold nicht unlogisch ist.
    Wäre doch logischer hoch zu verkaufen und tiefer wieder einzusteigen.

  50. Thorsten Rohweder

    @Freelance

    Meine Shoppingmall ist die Börse. Ich finde auch immer was. Andere shoppen Krempel, ich lade mir Unternehmen in die Baggerschaufel und kipp sie auf mein Depot.

  51. -M

    Ich bin überzeugt das sowohl Kraft Heinz als auch wells fargo in 10 Jahren besser steht als heute. Finde beide günstig bewertet. Wäre Kraft nicht meine größte Position im Depot würde ich jederzeit weiter nachkaufen aber nimmt bereits 17% ein… war wohl ein bisschen voreilig mit meinem Engagement, rückblickenden einfach gesagt.

    -M

  52. Ralf

    Warum wurden Kraft Heinz und Wells Fargo so nach unten gedrückt in der letzten Zeit? Sind fundamentale Gründe zu finden oder steckt da was anderes dahinter?

    Interessanterweise sind das beides Firmen, wo Warren Buffett nennenswerte Anteile besitzt. Wären wir wieder beim Thema. Er ist ja sicherlich kein Dummer wenn er solche Firmen hält, wobei Wells Fargo soll er ja reduziert haben vor einiger Zeit.

  53. -M

    @Ralf

    Kraft Heinz schwächelt seit dem abgeschmetterten Übernahmeversuch von Unilever. Auch enttäuschten die Umsätze.

    Wells Fargo hatte ja den scheinkontenskandal und darf jetz nicht mehr bilanziell wachsen als Strafe bis die Bank von den Strukturen anders aufgestellt ist, dass sich sowas nicht wiederholt.

    Meine Einschätzung:

    Kraft: durch 3G und Buffett stehen Finanzmittel in fast unbegrenzter Höhe zur Verfügung  (siehe Unilever Übernahmeversuch ohne mit der Wimper zu zucken!!!) Auch wird ja gemunkelt das man Pepsi übernehmen könnte oder wieder mondelez / General Mills- Kellogg und so Firmen sind alles Kandidaten. Kraft kann noch ausserhalb der USA stark wachsen. Ich mag die total.

    Wells fargo: Strafe hin oder her…die Bank ist übelst profitabel trotz dem Zinsniveau seit 10jahren !! Verdienen sich dumm und dämlich. Buffett MUSS verkaufen da er nicht über 10% halten kann/darf wegen regulatorischen Grenzen. Er hat jüngst bei det börsenaufsicht beantragt seinen Anteil an AMEX aufstocken zu dürfen über die Grenze. Da kann er auch nicht mehr machen gerade.

    Grüße

    -M

     

  54. ZaVodou

    Bei Buffett muss man zwischen dem Kerndepot und dem Rest unterscheiden. Weswegen ich mir vor allem die ganz großen Positionen anschaue. Das sind die wirklichen Buy-and-Hold-Aktien. Der Rest wird auch wieder mal verkauft. Aktuell ja USG.
    Aber auch bei den Kerninvestments gibt es ab und an Verkäufe . Hier hat Buffett IBM verkauft und stattdessen Apple gekauft. Auch Buffett scheint ab und an nicht alles richtig  einzuschätzen.
    Der Kauf von Teva Pharmaceuticals geht wahrscheinlich nicht auf sein Konto, sondern auf das von Weschler oder Jain. Hier hatte er auch schon öfter mal anklingen lassen, dass er die „Jungs“ machen lässt – ihr Budget ist auch begrenzt , für größere Anlagesummen ist immer noch Buffett zuständig – und er auch den ein oder anderen Kauf nicht getätigt hätte.

  55. Freelancer Sebastian

    @ Daniel

    Richtig. Wir können viel von Buffett lernen. Kopieren müssen und sollten wir ihn aber nicht. Ihm eher folgen bei dem, was er sagt, nicht was er tut.

    Für den intelligenten Investor ist die bevorzugte Haltedauer danach die Ewigkeit. Bringt einen dazu, viel VOR dem Kauf nachzudenken. Aber hier fährt eben jeder seine ganz persönliche Schiene, mit der er sich wohl fühlt.

    Nicht unerwähnt bleiben sollte beim Thema „Buffetts Anlagestrategie“ zudem der Name Phil Fisher. Neben Charlie Munger hat dieser entscheidend zur Entwicklung Buffetts beigetragen. Weniger Zigarettenstummel a la Graham und mehr Quality zu fairem Preis.

    @ vonaufdenboden und Sterbai

    Danke für eure Zeilen.

    Entweder wir schaffen es gemeinsam oder garnicht.

    Das klingt schön.

    Auch wenn die Finanzen in meinen „Zuständigkeitsbereich“ fallen – meine Frau ist ebenso überzeugte Aktienbesitzerin.

    @ Matthias

    Die Zerschlagung Amazons ist ja immer mal Thema. Welche Auswirkungen hätte das denn für die Investoren? Ich nehme naiv an, dass ich dann Anteilseigner aller Nachfolger wäre (und ob die dann gute Arbeit leisten, sei dahingestellt).

    „Nachfolger“ von Standard Oil waren z.B. Exxon, BP, Unilever, Conoco, Shell, Chevron, Berkshire.

    Hat jemand schlaue Hinweise?

  56. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @ZaVodou,

    die Story mit dem Voya Corporate Leaders Trust ist natürlich nett und kommt gut an. Andererseits, was hat das für mich in der Gegenwart für einen Nutzen? Ich sehe keinen.

    Wenn ich den mit einem simplen S&P500 ETF (SPY) vergleiche in den letzten 5 Jahren, dann war der SPY wesentlich besser als der Fonds.

    Und es gibt sicherlich auch gemanagte Fonds, die noch besser waren in der Zeit.

    Was vor vielen Jahrzehnten war, wo man kaum etwas zum Vergleich heran ziehen kann, das hat für mich wenig Bezug.

    Sicherlich kann man für diese Zeiten auch Stickpicker finden, die ein viel glücklicheres Händchen hatten, aber auch das nutzt mir nichts.

    Ok, muss jetzt auf die Autobahn. Schönen Tag noch,

    MS

  57. Ralf

    Eine Zerschlagung ist wohl eher unwahrscheinlich. Amazon und Co. sind im Zeitalter der Digitalisierung und des Onlinehandels fast unverzichtbar in einem gut gestreuten Depot. Allerdings halte ich entsprechende IT-Werte über einen speziellen ETF für diesen Sektor und der ETF läuft ganz gut.

     

  58. Daniel

    Richtig. Wir können viel von Buffett lernen. Kopieren müssen und sollten wir ihn aber nicht. Ihm eher folgen bei dem, was er sagt, nicht was er tut.

    Schön zusammengefasst

    Für den intelligenten Investor ist die bevorzugte Haltedauer danach die Ewigkeit. Bringt einen dazu, viel VOR dem Kauf nachzudenken. Aber hier fährt eben jeder seine ganz persönliche Schiene, mit der er sich wohl fühlt.

    Ich tue mich bei diesem „für die Ewigkeit“ immer verdammt schwer. Laut Wikipedia gab es in den USA schon ca. 1300 Automarken. Wieviele sind geblieben, 5 – 10? Ich wette das jemand der in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts investiert hätte sich niemals hätte vorstellen können dass eine deartige Konsolidierung stattfindet. Die Chance hier richtig zu liegen ohne jemals eine Aktie abzustoßen kommt mir gleich null vor. Auch bei allen anderen Bereichen, auch den gern genommenen Konsumgütern.

    Vor wenigen Jahren kannte kein Schwein die Marke Monster, Red Bull hatte sowas wie ein Monopol. Niemals hätte ich mir vorstellen können dass dieses derart schnell kippt. Bei all meinen Überlegungen komme ich immer wieder zum gleichen Punkt, ich kann allerhöchstens (und das nur aus dem Bauch heraus) für 10, vielleicht 20 Jahre abschätzen, ob es da das Unternehmen XY noch gibt. Aber für 30, 40 und 50 Jahre? Das erscheint mir vollkommen abwegig.

     

  59. Ralf

    „..ich kann allerhöchstens (und das nur aus dem Bauch heraus) für 10, vielleicht 20 Jahre abschätzen, ob es da das Unternehmen XY noch gibt. Aber für 30, 40 und 50 Jahre? Das erscheint mir vollkommen abwegig…“

    Darum setze ich nicht nur auf Aktien. Vielleicht sind ETFs hier doch im Vorteil. Gehen Firmen pleite, rücken andere im Index nach.

  60. Thorsten

    @Daniel

    30,40,50 Jahre ? Ja, das ist vollkommen abwegig. Das Rad dreht sich immer schneller. Forschung, Globalisierung. Es beschleunigt sich. Warren Buffet hatte sozusagen Glück, dass er Jahrzehnte auf Coca Caals saß/sitzt.

    Zu Coca Cola : Jetzt gibt es in GB eine Zuckersteuer und heute wurde ein Mehrwertsteuersatz von 29% in Deutschland für ungesunde Nahrungsmittel im Radio diskutiert, für Softdrinks sollte sie ohne Nennung des konkreten Satzes gefordert sogar darüber liegen. Alles im Tenor „die bösen Konzerne, die ungesundes Zeug herstellen müssen vom Staat reguliert werden“. Und dann die Anrufe dazu, die ganzen Leute , die das sooo toll finden, weil es ja so einleuchtend ist !“§$/(§%!. Weia. Natürlich ist das eine Nebelkerze von (linken) Weltverbesseren, die ökonomische Zusammenhänge nicht verstehen. Die Nettopreise der gesunden Lebensmittel würden mit der Zeit vom Hersteller auch angehoben werden , bis zu einer Schmerzgrenze  wo der Verbraucher nach Addition der geringeren Mehrwertsteuer kaum einen preislichen Unterschied zu den teuren gesunden Lebensmitteln sieht. Gewinner wären die Konzerne, Verliere der Verbraucher. Er muss dann für alle Lebensmittel deutlich mehr bezahlen, wo es die Unterscheidung gesund/ungesund  gibt. Früher vollkommen undenkbar.

    Es tun sich im Sekundentakt neue interessente Korridore auf während andere besetzt oder verschlossen werden.  Warren Buffet konnte da lange einfach gemütlich geradaus weitergehen. Ich behaupte, das ist heute nicht mehr möglich. Letztlich wäre es sogar ein Argument gegen unbedingtes Buy and Hold. Auch Buffet verkauft ja mal.

    Amex und Visa sind für mich übrigens ein Rätsel in Buffets Depot, das hat für mich überhaupt keine Zukunftsperspektive. Bald geht alles kontaktlos und ohne Kreditkarte per RFID im Handy. Kreditkarten werden über kurz oder lang veschwinden, der teure Zwischenregulierer wird früher oder später überflüssig, vielleicht übernimmt es Amazon oder sonst wer. In den westlichen Industriestaaten zuerst, danach in den Schwellenländern.

  61. Ralf

    Auffallend ist im Bezug auf das Thema Buy and Hold, dass etliche Qualitätspapiere schon länger quer oder unruhig laufen. Vielleicht wirklich ein Indiz auf sich ändernde bzw. unruhigere werdende Zeiten. Vielleicht aber auch nicht. Fällt mir halt auf bei eigentlich soliden Weltkonzernen wie Nestle, Wells Fargo, Roche, Walt Disney….

  62. Freelancer Sebastian

    Dieses „für die Ewigkeit“ muß kein Dogma sein. Es bewahrt einen nur vor vielen Fehlern. Wenn sich die Einschätzung für den Besitz von Unternehmensanteilen ändert, kann man reagieren. Ob das wirklich so gut ist, zeigt sich dann später.

    Jason Zweig zeigt in Studien, dass sich die meisten Privatanleger beim Austausch von Aktien eine Underperformance einhandeln. Geduldig abwarten und halten wäre da die bessere Alternative. Steuern und Gebühren – ja, Matthias du hörst das nicht gerne 😉 – zehren immens am Ergebnis. Das ist Fakt. Wer weniger handelt – also B&H im Kern verfolgt – erzielt bessere Ergebnisse.

    Mit dem Ansatz für die Ewigkeit gehe ich auch wesentlich bewußter an die Anlage heran. Mal eben nach 6 Monaten wieder aussteigen und weiterwandern? Kommt dann seltener vor.

    Was in 40 Jahren sein wird? Das überlege ich mir in 20 Jahren. 😉

    Zudem wird zu oft fest von Pleiten ausgegangen. Wer von den Bluechips geht denn über die Jahrzehnte wirklich pleite und verschwindet von der Bildfläche? Viel eher sorgen Übernahmen und Spin-Offs für ein Weiterbestehen.

    Monster gehört zu Coca-Cola. Umsatzsteigerung durch Übernahme.

    Nehmen wir Siemens. Ist nicht meine Spielwiese. Aber ist das noch das Unternehmen von 1966 oder gar 1911?

    Wer weiß, womit sie in 50 Jahren die Umsätze erwirtschaften.

    Auch ein ETF hat mit dem Problem zu kämpfen, dass die miese Performance eines Losers bis zum Rausschmiß voll durchschlägt. Und den Neuling kann ich mir selbst jederzeit ins Portfolio packen.

    Dem hier schon erwähnten Buyandhold2012-User bei Seeking Alpha folge ich gerne. Der hat die Philip Morris durch dick und dünn gehalten, obwohl die Zigarette schon dutzendfach Tod war (makabre Analogie).

    Beim Bankrott sind 100% vom Startkapital weg. Bei der Gewinnmitnahme gehen dann schon mal tausende mögliche Prozent Rendite flöten.

    Investment in Auto-AGs vor 100 Jahren war so schlecht, wie ein Investment in irgendeine Solarbutze 2006. Oder die 3d-Druckerfirmen vor einigen Jahren.

    Wenn die Marktkonsolidierung durch ist und sich die wenigen übriggebliebenen Unternehmen als Dickschiffe den Markt aufteilen, dann wird es interessant. Siehe Internet.

    Ich mag den B&H-Ansatz und auch die Idee (mehr muss es ja ersteinmal nicht sein) dahinter. Am Ende muss jeder für sich selbst entscheiden, was ihm einleuchtet oder welche Strategie man selbst (mental) umsetzen kann.

    Dabei wünsche ich jedem viel Erfolg!

  63. Thorsten Rohweder

    Gerade bei Buy and Hold – denke ich –  wäre es sinnvoll mehr als die 10 oder 20 im Depot zu haben, weil es eben eine Pleite und einen Überflieger darin gibt. Statistische Auswertungen, dass man mit mehr verschiedenen Aktien nicht besser fährt könnte man entgegen halten,  dass eine einzige Pflaume wie z.b das vor 20 Jahren noch so als sicher gelte GE auf Jahre das ganze Depot ruinieren kann. Rückrechnungen beinhalten meist keine schwache Aktie, da kann man zurechtbiegen und aussuchen bis man jede Art von Behauptung belegen kann. Meine Aktienzahl ist deutlich zweistellig und das Nette ist, dass sich die Häufigkeit der Zahlung der Dividenden auch erhöht, sodass irgendwelche Ausgaben auf dem Girokonto vielleicht gerade damit abdeckt sind und mein Kontenstand weniger schwankt.

  64. Andreas

    @Matthias

    Ich habe weder nvidia noch amazon im Depot. Das habe ich nur als Beispiel aufgegriffen, da du meintest, bei diesen Werten sei es sinnvoll auch mal auszusteigen mit Gewinn. Bei nvidia ärgere ich mich auch etwas, hatte ich auf dem Schirm, dann wieder weniger und schwups waren sie mir zu teuer, sind aber trotzdem noch weit nach oben gelaufen.

     

    Interessante Beitrage zu Buffet und B&H. Letztendlich finde ich das Wichtigste, was man von Buffet lernen kann, dass man sich vor dem Aktienkauf genau informiert und den Kauf als Investition in ein Unternehmen sieht, das man im Idealfall sehr lange begleitet. Aber genauso gehört es dann eben dazu im Zweifel sich dann doch mal von einer Aktie zu verabschieden. Kam bei mir bisher selten vor, aber zuletzt bei der Deutschen Bank im vergangenen Jahr. Und ich trauere nicht hinterher;)

  65. Wolf

    Buy and hold macht großen Sinn. Nach zu lesen bei Jeremy Siegel.

    Genauso machen Sachwerte langfristig mehr Sinn als geldwerte Anlagen, vor allem wenn Sachwerte wie Aktien oder Immobilien passives Einkommen durch Dividenden und Mieten ermöglichen.

    Bei der Auswahl der zu kaufenden Aktien so sorgsam vorgehen als würde man sich niemals mehr davon trennen brauchen und dennoch so offen zu bleiben sich dann zu trennen, wenn sich Grundlegendes ändert. Beste Beispiele: Die früher als dividendensichere Versorgerwerte RWE und E.On oder aktuell GE.

    WB sagt für „immer“ und ist gleichzeitig bereit in seltenen Fällen zu verkaufen. Manchmal ist halt auch für einen WB „verkaufen“ die bessere Entscheidung als zu „halten.“ Er weiss genau, dass „Hin und her macht Taschen leer.“

    Es gibt noch andere erfolgreiche Investoren, z:B: Ray Dalio von Bridgewater. Seine Qualität als Investor steht der von WB in nichts nach, teils sogar noch besser. Hat jemand sein Buch „Principles“ gelesen und könnte hier mal dieses Werk reflektieren? Die Erscheinung der deutschen Ausgabe ist erst für Juni 2018 vorgesehen.

     

  66. Fit und Gesund

    Buy and Hold macht für mich schon Sinn in Anbetracht hoher Handelskosten in der CH, da überlege ich mir jede Transaktion sehr genau. Hat Alles Vor und Nachteile 🙂

     

     

  67. ZaVodou

    @MS
    bei dir ist das ein anderer Fall. Du hast das auch für mich logisch begründet. Du bist über 60 und kannst nicht mehr auf ein langsames Anwachsen deines Depots setzen. Du musst anders vorgehen. Finde ich in Ordnung.

    Viele fangen hier aber gerade mit dem Vermögensaufbau an und sollten die nötige Zeit haben. Ich sage immer, man muss einer Aktie auch Zeit zum wachsen geben.
    Warum sollte man eine Aktie verkaufen, die genau das macht, was man sich  wünscht? Man bekommt seine Dividende, die im Idealfall jedes Jahr sogar noch erhöht wird, warum verkaufen? Vielleicht ist die Aktie nach längerer Zeit des Haltens auch mal zu hoch bewertet. Du würdest dann verkaufen, aber genau in dem Moment könnte eine Fusion oder eine Übernahme anstehen, die den Kurs noch mal nach oben pusht.
    Ich sage auch nicht, dass ich überhaupt nicht verkaufen würde, habe ich auch schon gemacht, aber den ganz großen Teil meiner Aktien halte ich schon ziemlich lange. Von den Dividenden kann ich leben, aber es hat eben seine Zeit gedauert.

  68. Chrushin75

    Hallo zusammen,

     

    sehr interessante, informative und lesenswerte Artikel mal wieder. Macht Spass sich hier umzusehen.

     

    Was haltet ihr eigentlich von Bayer?

    Irgendwie juckt es mich sehr eine erste Position aufzubauen, obwohl so viele „Experten“ eher davon abraten. Aber vielleicht gerade deswegen. Die Langfristaussichten sehe ich mit und ohne Monsanto als sehr gut.

     

    Kennt sich jemand bei First Sensor aus? Ebenso ein für mich sehr interessanter Wert.

     

    Ich hab derzeit im Depot: Apple, Allianz, BMW, Daimler, Nestle, SAP, Procter&Gamble, McDonalds, Norcom, KPS, BB Biotech, Walt Disney, Freenet, Telekom, Magna, Shell, Continental, Fresenius, RWE, BASF, Micron & Lufthansa.

     

    Verkauft wird nix.

    Cashquote bei 50%,  bei Rücksetzern wird konsequent aufgestockt.

  69. Kiev

    Schöne Diskussion hier über Anlagestrategien! Ich teile hier viele Ansichten. Sebastian hat die Definition von Market Timing genau zitiert, wie ich sie auch bei Kommer gelesen habe. Mich stört nur immer die starre fast binäre Zuteilung in Lager. Wenn man eine Liste von 80 Unternehmen hat die ins Portfolio passen und man immer mit seinen Möglichkeiten die Aktie gerade rauspickt, die gerade am fairsten bewertet ist, oder am meisten Rendite bringt oder was auch immer die Kriterien sind, ist das doch auch Market Timing. Meinetwegen ein Timing in kleinem Zeitfenster im Vergleich zu anderen Aktien. Wenn man verschiedene Anlageklassen hat kann man doch auch die Marktlage in größeren Zeitfenster zumindest zum Einkauf ausnutzen. Ich finde ETFs wunderbar zum diversifizieren. Ich kann mir aber auch vorstellen eine Liste von guten Dividendenzahlern aufzubauen. Buy & Hold auf Seeking Alpha gefällt mir im übrigen auch. Da ich aktuell ausschließlich in ETFs investiere halte ich mich aber zurück und konsolidiere meine existierende Investments durch Sondertilgung. Ich werde bei einer richtigen Phase der Angst richtig gierig sein und hoffentlich im Nachhinein als erfolgreicher Hartgesottener da stehen.

    Ich finde auch nicht, dass man Zittrig oder Hartgesotten ist. Das Leben ist nicht binär. Keiner will der Truthahn oder das Schaf sein. Es wird aber genügend geben.

    Wie kann ich mich zittriger machen? Ich könnte schon jetzt massiv in Aktien investieren. Ob ETF oder Picking spielt hier keine Rolle. Die Zinsen kann ich abschreiben, die Gewinne an der Börse privat auf die lange Bank schieben. Klingt doch gut? Ich sehe einfach ein Risiko über alle Anlageklassen in Vermögenswerten. Es ist einfach ein Risiko. Ich kann nicht sagen, ob oder wann es wie massive Auswirkungen hat. Es könnte mich aber je nach Härte bei manchem Asset zittrig werden lassen wenn es unschön wird. Daher wird zu Recht ja auch immer mitgegeben, dass man nie auf Kredit Aktien kaufen soll. Aus diesen Gründen konsolidiere ich aktuell.

    Wie kann ich hartgesottener werden? In dem ich meine Kredite maximal Sondertilge steht mir in Zukunft viel freier Cashflow zur Verfügung. Dieser Cashflow ist recht sicher, da alle Kredite bald von sich aus zum jeweiligen Laufzeitende getilgt sein werden. Falls sich nun eine Gelegenheit ergibt? Crash Immobilien und oder Aktienmarkt oder Picking bei ETW in aktueller Marktlage schlage ich zu. Gute Schnäppchen sind in allen Anlageklassen leichter im Crash zu finden als in der Hochphase.

    Falls ich zum Beispiel Aktien kaufen werde so werde ich auch freien Cashflow einplanen. In 2 Jahren stehen mir 1400€ mehr pro Monat zur Verfügung. Wenn ich mit um die 1,4% Geld leihen kann werde ich die ausnutzen. Das ist nicht zu empfehlen! Ich habe eine genaue Vorstellung was ich kaufen möchte und wie viel. Auch bis wann. Und ich kenne meine neuen Cashflows.

    Immobilienkauf

    Der Erwerb der ersten Immobilie macht einen zittrig. Ihr kauft Aktien um die 2000-5000€ im Monat. Die erste Immobilie kann 300.000€ – 600000€ kosten. Das macht definitiv zittrig. Meine hat mit Vermieteinheiten inkl. allen Nebenkosten 720000€ gekostet. Dabei hatte ich zu Anfang 540000€ Kredit aufgenommen. Baumaßnahmen waren auch noch erforderlich. Ich war zittrig. Der Job hat einen andren Stellenwert. Ich versuche am Ende diesen Jahres die 400000 zu unterschreiten. Das wäre phantastisch.

    Wie kann man sich hartgesottener Aufstellen?

    Das Invest muss passen. Das ist klar. Cashflow, Zustand usw. muss stimmen. Ich habe für jede Einheit gemäß der Quadratmeter einen Kredit. Eine bewohnen wir selbst. Hier habe ich sogar zwei. Den Kredit mit der längsten Laufzeit von 15 Jahren habe ich auf einer Einheit die wir nie bewohnen werden. Wenn man ausschließlich Kredite mit kurzer Laufzeit wie 5 Jahre verwendet macht es zittrig. Das ist die teure Absicherung für das ganze Haus, die ich absetzen kann. In der privaten Einheit habe ich einen 5 Jahreskredit. Dieser ist bereits durch Sondertilgungen sicher bei 0€ zum Ende der Laufzeit. Auf diese Weise habe ich die hohe Annuität lediglich in einem Zeitraum von 5 Jahren. Meinen Job kann ich in dem Zeitfenster besser abschätzen, als auf 15 Jahre. Ich habe auch Sondertilgungen mit eingeplant, dass ich noch etwas monatlichen Spielraum habe, falls etwas passiert. Auf diese Weise konnte ich die Zittrigkeit auf maximal 5 Jahre begrenzen. Es sind 3 Jahre vergangen und alles ist besser als erwartet gelaufen. Die Mieteinnahem haben sich durch nicht forcierten Mieterwechsel positiv verändert. Ebenso gab es Gehaltssteigerungen bei meiner Frau und mir und hohe Einsparungen auf der Ausgabenseite. Vielen Dank an Tim und die Leserbriefe und Kommentare im Forum!

    Durch eine klare Strategie kann man sich möglichst stabil aufstellen und dadurch Hartgesotten agieren. Ich werde auch überwiegend auf Buy& Hold gehen. Ich sehe kein Problem damit nicht einfach durch alle Krisen zu gehen. Besonders bei ETFs. Meine Anteile an den Unternehmen bleiben bestehen.

  70. steve

    @ stimmt schon hin und her macht die Taschen leer. Steuer Transaktionskosten sollte man nicht vernachlässigen. Trotzdem gilt auch die Regel lieber Steuer auf einen Gewinn gezahlt, als auf einen Verlust zu sitzen. Gerade bei Wachstumswerten weiss wohl niemand wo der Zug anhält oder eventuell entgleist. Da kann ich wie viele andere ein paar Geschichten erzählen, wo es gut gewesen wäre zumindest den Einsatz rauszunehmen. Das muss aber jeder für sich entscheiden wie sicher seine Investment sind.

  71. Mattoc

    Ich finde auch gut, wie ihr hier über Einzelaktien und Strategien diskutiert. Lese ich gerne. Ist auch deutlich entspannter als Themen, die wir nicht beeinflussen können. Der Blog macht Spaß! 🙂

  72. Neuling

    Ich hab mich gestern auf der Seite von der comdirect mal umgeschaut und musste schmunzeln, als ich folgenden Werbetext sah

    „mehr finanzielle Freiheit mit dem Dispositionskredit – jetzt nur noch 6,5% p.a.“

    Ich finde das nämlich schon etwas makaber, wenn man das als „mehr finanzielle Freiheit“ bewirbt….

    Ich hab gestern 2000€ ins Depot gesteckt, womit ich nun etwa 22.000€ in Aktien investiert habe. Vor etwa 6-7 Monaten hatte ich  „nur“ 10.000€ investiert. Ich merke so langsam, wie die Dividenden sprudeln, auch wenn es noch nicht wahnsinnig viel ist. Ich freu mich dennoch immer wie ein kleines Kind drauf. Ich plane bis Jahresende mit 35.000€ investiert zu sein.

  73. Kiev

    @ Sebastian

    Zu Deiner Frage zu den familiären Umfeld:

    Wir haben keinen Ehevertrag und sind gemeinsam veranlagt. Jeder hat aber sein eigenes Konto. Ich möchte wissen woher welche Buchung auf meinem Konto kommt. Daher macht es für mich Sinn ein eigenes Konto zu haben. Es gibt kein Geheimdepot oder Barren vergraben. Damit kann man natürlich auf die Nase fallen. Aber wenn ich vom Start weg vom schlimmsten ausgehe und mehr an Absichern des Status Quo als auf die Zukunft ausgerichtet bin kann ich es auch gleich sein lassen.

    Ich würde vermuten, dass alle Schreiber hier die Finanzen zu Hause regeln. Das ist bei uns nicht anders.

    Du arbeitest ja als Selbstständiger in Teilzeit und bist mit drei Kindern vielleicht auch gesetzlich krankenversichert. Hattest Du schon einmal ein Jahr in dem Du nicht freiwillig versichert bist? Falls ja, wird Dein Beitrag dann anhand der Steuererklärung inkl. Kapitalerträge rückwirkend angepasst? Ich bin ja Cashflow orientiert. Das ist bei Deinen Dividenden ja ähnlich. Die 14% Krankenkassenbeiträge als Privatier machen Teilzeit für mich etwas attraktiver als der komplette Ausstieg.

  74. Daniel

    Ich hab mich gestern auf der Seite von der comdirect mal umgeschaut und musste schmunzeln, als ich folgenden Werbetext sah

    „mehr finanzielle Freiheit mit dem Dispositionskredit – jetzt nur noch 6,5% p.a.“

    Ich finde das nämlich schon etwas makaber, wenn man das als „mehr finanzielle Freiheit“ bewirbt….

    Das ist aber leider inzwischen auch deutsche Mentalität geworden, 1:1 kopiert von den Amis über die man sich vor 10 Jahren aufgeregt hat. Genauso wie die bösen Amis damals auch große Autos gefahren sind…was liegt heute in der Zulassung vorne … SUV … TÖTÖÖÖÖ

    Mit den Krediten gehts nun weiter, neues Geld zum Spottpreis, kein Problem, verschulden und weiter kaufen 😉

    Ich bin da wohl etwas altmodisch. Mich stören auch die Pharma-Werbungen in letzter Zeit. Da sieht man in der Werbung Leute die sich erkältet haben und auf ne Party eingeladen sind….oh das ist blöd…man fühlt sich ja auch so müde und erschöpft…(warum wohl, was will dein Körper dir wohl sagen?) Pille einwerfen und weiter gehts. Wo ich mir dann denke….dein Körper ist krank, du gehörst auf keine Party, du brauchst keine Medikamente, du hast gefälligst nur deinen verdammten Hintern ins Bett zu bewegen 😉

  75. Chris

    @ Tim Schäfer

    Ich sehe das wie #Gaine

    Was bringt dir eine Aktie die auf dem Papier sagen wir mal 100k gewinn bringt dir aber nichts real zurück gibt in Form einer Dividende?

    Oder hoffst Du dass netflix zb in absehbarer Zukunft ausschüttet

    Sinnvoller wäre es doch zumindest einen teil davon zu verkaufen und in einen Dividenden zahler zu stecken.

    Sonst hast du zwar irgendwann noch viel mehr gewinn aber der bringt dir ja nix wenn du ihn nie realisierst.

     

    Des weiteren: du kaufst ja meist nur einmal im jahr. Wieso nutzt du nicht drip über die Unternehmen? Das isz extrem günstig und die Dividenden werden nach deinem wunsch immer wieder angelegt. 100% 90% oder 30 etc.

     

    Gruss

     

  76. Ex-Studentin

    @Insider

    Glückwunsch zur Sparrate! Das Thema Unterhalt ist leider nicht so einfach. Ich sehe den Elternunterhalt als sehr kritisch an. Vermögen ist nicht geschützt, beim Kindesunterhalt schon. Ist irgendwie verrückt.

    @Neuling

    Klingt nach Turbo-Gang! Hattest du einiges bereits gespart oder ist deine aktuelle Sparrate hoch, da du so viel investierst?

  77. Neuling

    Hi Ex-Studentin bzw. Jenny ?

    deinen Blog lese ich auch sehr gerne.

    Ich versuche jeden Monat 2000€ zu investieren, was mir – seitdem ich Vollzeit arbeite – auch gelungen ist. Mein durchschnittliches monatliches Gesamteinkommen liegt bei 2800€, wobei 2250€ davon aus dem Vollzeitjob kommen (mit Bonuszahlungen, die ich auf den Monat runtergebrochen habe) ,  50€ aus Dividenden  und 500€ aus meinem Nebenjob kommen. Ich schufte dafür auch wirklich viel und arbeite jede Woche laut Papier 48h, in der Realität ist es natürlich etwas mehr. Aktuell bin ich auf der Suche nach einem neuen Vollzeitjob, weil ich mit meinem bisherigen Gehalt nicht zufrieden bin. Ich weiß nämlich, dass ich für Münchener Verhältnisse für meine Qualifikation unterbezahlt bin und bin gerade am ausloten. Eine Gehaltssteigerung von 15-20% könnte ich vermutlich ergattern.

     

    In den nächsten 2 Monaten werde ich die hohe Sparrate nicht halten können, da ich gerade meinen Motorradschein mache. Ich rechne hierbei realistisch mit Kosten von bis zu 3000€ für Bekleidung und den Schein an sich. (Ja, München ist teuer). Aber nächste Woche gönne ich mir erstmal einen kleinen Trip nach London für 84€ hin und zurück. 😉 das witzige: der Flug geht von Salzburg und nach Salzburg zurück. Ab München würde ein vergleichbarer Flug zu ähnlichen Flugzeiten 230-250€ kosten (Easyjet)! Von Salzburg aus fliege ich auch mit easyjet. Klar muss die Zugfahrt nach Salzburg auch bedacht werden. Damit komme ich allerdings deutlich günstiger weg, weil die Zugfahrt nach Salzburg mit dem Bayernticket (2 Personen) möglich ist und man somit für hin und zurück nur 33€ zahlt pro Person.

     

  78. Thorsten Rohweder

    @Daniel

    Vor gut 25 Jahren hat eine nach USA ausgewanderte entfernte Verwandte zu mir gesagt : „Es kommt alles mit Zeitverzögerung nach Deutschland, was auch in den USA ist.“ Damals habe ich gedacht wir wären vernünftiger.Heute stelle ich fest, wir sind es nicht. SUV fahren in der engen Altstadt, Pillen ei werfen, als wäre man eine Maschine, Adipositas schon bei Kindern, kleinste Wege mit dem Auto fahren anstatt zu Fuß zu gehen, Hype mit Fitnessstudios und Psychatern, Einwegware ohne Haltbarkeit, Chemie im Essen…., oberflächliches Gelaber zur reinen Ubterhaltung, zunehmende  Verflachung Deutscher Kultur und Verrohung der Sprache (Weglassen von Artikeln,Konjunktionen  und Präpositionen, Reduktion der Wortanzahl pro Satz wie im Englischen sogenanntes „vereinfachtes Deutsch“ für Schriftstücke, die auch Migranten verstehen sollten, aktuell Elternbriefe an Schulen, publiziert in  2 Sprachvarianten Deutsch und vereinfachtes Deutsch  ). Das Sprachproblem haben englischsprachige Länder nicht, die genutzte englische Sprache bewegt sich auf dem Niveau von Deutschen Grundschülern : extrem kurze Sätze mit geringem gemeinsamen Wortschatz.

     

  79. Ex-Studentin

    Hi Neuling,

    Jenny funktioniert natürlich auch. 🙂 Als Blogger ist es mit der Anonymität schnell vorbei. 😀

    In München hat man leider fast schon die Pflicht, das Einkommen zu maximieren. Die Wohnkosten explodieren leider auch.

  80. Ruben

    Hallo,

    es gibt einen neuen Podcast mit Oliver vom Frugalisten Blog. Es gab kürzlich schon einmal ein relativ langes Interview beim Finanzrocker:

    https://finanzrocker.net/mit-40-in-rente-interview-mit-oliver-von-frugalisten/

    Der Finanzrocker kennt jedoch Olivers Philosophie schon und mir macht es ebenso Spaß einem etwas ungläubigen Interviewer zuzuhören, der „die Szene“ noch nicht kennt (Interview vom 29.03.18):

    https://www.swr3.de/podcasts/Bei-SWR3-verpasst/-/id=279178/did=4016826/1z0qqog/index.html

    Ich finde mich komplett in den Interview wieder, mehr Geld auszugeben würde mich nicht glücklicher machen und ich habe eine ähnlich hohe Sparquote.

  81. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Chris

    Um mein Depot musst Du Dir keine Sorgen machen. Das passt schon. Ich mache Drip mit meinem „Aktiendepot für die Rente“. Von meinem „normalen“ Investmentdepot fließen die Dividenden überwiegend ins Konto. Das ist reichlich. Es genügt mir. Meine größte Position ist Bank of America (7.674 Stück). Allein das ist eine nette Zahlung alle 3 Monate.

  82. Chris

    Tim: ich mache mir keine sorgen hehe

    Aber toll dass du drips nutzt.

    Vielleicht kannst Du ja mal einen beitrag über drips machen. Wie das in den usa läuft etc. Ist bestimmt interessant für deine Leser

    Toll wäre auch ein beitrag zb über boa. Wieso du diese gekauft hast (bestimmt in der finanzkrise!?).

     

  83. Felix

    @ Tim

    Das nenne ich ein konzentriertes Portfolio, 200000 € in einem Unternehmen, noch dazu in einer Bank angelegt zu haben. Ich nehme an, das sind mindestens 20% des Gesamtvermögens. Das trauen sich Wenige, ich nicht. Eher noch WB, der auch sehr konzentrierte Portfolios hielt. Freilich können auch solche uramerikanische Giganten ins Strauch eln kommen, wie GE zeigt. Ein neues 2008 sollte da nicht kommen.

    Gibt’s einen speziellen Grund, BoA so hoch zu gewichten, den wir nicht kennen. Zumal manche, Banken keine gute Zukunft attestieren.

     

  84. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Chris

    Ja, die Bank of America habe ich während der Finanzkrise gekauft. Und ich kaufe sie noch immer. Drip ist super. Es gibt stetig mehr Stücke im Depot bei den Dividendentiteln. Es ist der Schneeball, der ins Rolle kommt. Und die Aufstockungen sind nebenbei gratis.

    Felix

    Nein. Diese Bank macht einen kleineren Teil vom Gesamtkuchen aus.

  85. Neuling

    @Jenny:

    Ja München ist in den letzten 20 Jahren ganz schön im Preis gestiegen.

    Wir wohnen zur Miete und haben einen alten Mietvertrag von 1999/2000. daher zahlen wir für eine 4-Zimmer-Wohnung die im Innenraum liegt so viel wie eine neuvermietete 2-Zimmer-Wohnung heutzutage an Miete kostet…

    mit einer der Gründe, warum ich noch nicht ausziehen will.

  86. Freelancer Sebastian

    @ Kiev

    Beiträge auf Kapitalerträge habe ich noch keine zahlen müssen. Zu gegebener Zeit werde ich mich genauer damit beschäftigen. Bis zur Unabhängigkeit ist es noch weit. Beim Privatier gibt es dazu sehr gute Hinweise

    https://der-privatier.com/kap-8-2-krankenversicherung-als-privatier/

    Auch ZaVodou hat den Vorgang beschrieben.

    Stunden reduzieren und weiter Beiträge aus dem Einkommen zahlen…. das kann ich mir auch sehr gut vorstellen.

    Sag´ mal habe ich das oben richtig gelesen? Deine Restschuld auf die Immobilie beträgt noch 400.000 €?

    Respekt. Das wäre mir zu heftig. Man sagt ja gerne, Aktienbesitz erfordert Mut zum Risiko. Für mich gehört mehr Mut dazu, so ein Immobilieninvestment zu stemmen.

    Wann wirst du wohl schuldenfrei sein? Wie ist der Tilgungsplan?

  87. Kiev

    @ Sebastian

    Am Ende diesen Jahres wird es 400000€ sein. Das ist korrekt. Aber inklusive vermieteter Einheiten. Das ist der Preis für die hohen Mieteinnahmen und die hohe Sparrate, da keine private Miete gezahlt wird. Vieles ist relativ. Unter 400000€ sehe ich die Abzahlung entspannt. In 2 Jahren ist der erste private Kredit weg. Der nächste in 7 Jahren. Der nächste nur ein Jahr später und 4 Jahre später der letzte. Ich werde keinen Kredit refinanzieren.

    Ein Immobilienkauf ist eine ganz andere Nummer als ein Aktienkauf. Das wollte ich zum Ausdruck bringen. Kein Mensch würde auf dem Aktienmarkt mal eben z.b sagen dass die Deutsche Bank unterbewertet ist und dann für 500000€ am besten beliehen kaufen. Und das als ersten Kaufposten.

    Ich finde allerdings Spekulation auf Bitcoin mit seinem ganzen Vermögen noch mutiger. Das würde ich jetzt nicht machen. Auch nicht dagegen ?

    Ein Portfolio aus langweiligen Dividendenzahlern aufzubauen finde ich jetzt nicht so mutig, aber gut. Ich hoffe, dass mir diese Erfahrung halt gibt in zittrigen Marktlagen. Ich werde aber eh nicht mehr als 500000€ in Aktien investieren, daher sollte dies kein Problem darstellen.

    Ich schaffe die maximalen Sondertilgungen bereits jetzt mit biegen und brechen. Und die ersten Sondertilgungen sind die wertvollsten. Wenn in 2 Jahren 1400€ mehr zur Verfügung stehen wird es leicht. Ich kann eh nicht mehr Sondertilgen und baue das Portfolio bereits parallel auf. Ich erziele mit Vermietung insgesamt aber auch 2200€ im Monat. Das entspricht ja einem Vermögen nach 4% Regel von ca. 660000€. Und das baut sich weiter aus. Einen Einbruch wie am Aktienmarkt gibt es nicht so schnell. Die Verbindlichkeiten meine ich wenn ich sage, dass ich kalkulatorisch frei bin. Ich habe Verbindlichkeiten die mich davon abhalten mich frei zu fühlen. Egal welcher Cashflow dem gegenübersteht. Immos mit Leverage bringen einem einen Cashflow oder Lifestyle für den man in Zukunft noch zahlen muss.

  88. Kiev

    Kleiner Fehler. Es sind 2300€ Mieteinnahmen. Das sollte sich ja auch mit meinen Ausgaben decken… also 690000 als Vermögenswert. Da sind 400000 mit relativ niedrigen Zinsen und keiner Restschuld angenehm. Bei zwei Krediten zahle ich noch etwas mehr Zinsen als Tilgung. Das soll sich dieses Jahr auch noch verändern. Zinseszins andersherum kann auch Spaß machen. Es ist vor allem leicht kalkulierbar.

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