Der Taschentuch-Experte


New York, 27. Mai 2013

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Ich lese gerne Carl Richards Kolumne in der „New York Times“. Er ist ein Finanzexperte. Seine Botschaft bringt er in einer kleinen Grafik auf einer Serviette zum Ausdruck. Darunter folgt ein kurzer Artikel. Zum Beispiel fand ich den Beitrag zum Trading versus „Buy and Hold“ super.
In seinem neuesten Artikel empfiehlt er, sich beim Investieren stetig zu vergewissern, ob die eigene Theorie Hand und Fuss hat.
Ich halte es für ratsam, mit anderen (Familie, Freunde, Bekannte) seine Aktienideen vorab zu diskutieren. Gerade in extremen Börsenphasen (Crash, Boom) und wenn es um große finanzielle Einsätze geht, ist es von Vorteil sich mit anderen kurzzuschließen. Im Idealfall fragen Sie erfahrene Börsianer im Vorfeld. So vermeiden Sie Kurzschlusshandlungen, emotionale Entscheidungen. Das ist das Gift vieler Börsianer.
Auf diesem Link sind mehr Taschentuch-Diagramme im Überblick zu finden.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Der Taschentuch-Experte

  1. Andreas

    Ein wirklich sehr interessanter Artikel den Carl Richards da geschrieben hat, auch wenn mir die Fußball Anektodte irgendwoher bekannt vorkam.

    Die Grundaussage ist wiedereinmal denkbar einfach – lasse dich nicht von Emotionen leiten.
    Die Frage die sich mir stellt: Warum tun das so viele Menschen (zeitweise mich eingeschlossen) wieder besseres wissen dann?

  2. Thomas

    Sich mit Freunden, Bekannten, Kollegen usw. abzustimmen, besonders in Extremphasen der Börse, halte ich für keine gute Idee. Die Diskussionen verwirren nur, zumal jeder eine andere Meinung hat. Die Leute reagieren viel zu emotional. Nein, ich treffe meine Anlageentscheidungen prinzipiell allein und kann und brauch im Anschluss auch keinen dafür verantwortlich machen, außer mir.

    Dazu ein Zitat von Altmeister Kosto:

    „Wer nicht fähig ist, selber eine Meinung zu bilden und eine Entscheidung zu treffen, darf nicht zur Börse. (André Kostolany)

  3. Ulrich

    Ich stimme Thomas zu. Geldanlage ist Privatsache und kein Debattier-Club.

    Außerdem hat man in Deutschland gute Chancen, keinen einzigen in seinem engeren Bekanntenkreis zu finden, der was mit Aktien am Hut hat. Die meisten werden grundsätzlich immer Tagesgeld, Festgeld oder höchstens noch eine Immobilie empfehlen …

  4. Markus

    Prinzipiell wäre es schon interessant darüber sachlich zu diskutieren, aber…

    Selbst bei den deutschen Anlegern, die an der Börse investieren sind die Methoden relativ unterschiedlich…
    – Höchste Dividende, Value-Investing, Indexing, buy & hold, Market Timing, Trading, große Multis mit Marke, small cap-Strategien u. v. m.

    Da sind die Meinungen teilweise so verfestigt, dass oft eine sachliche Diskussion fehlschlägt. Auch glaube ich, dass man mit unterschiedlichen Strategien durchaus auch Erfolg haben kann.
    Selbst Buffett und Graham haben mit der Zeit unterschiedliche Anlagestrategien entwickelt.

    Wenn man wie hier die meisten buy & hold präferiert, sparsam, geduldig und größenteils sachlich investiert, sich das ganze wieder in Erinnerung ruft, dann gibt es gute Chancen, dass sich das ganze besser rentiert als der Geldmarkt. 😉 (oder auch genauso gut, wie in der Vergangenheit auf Sicht von 25 – 35 Jahren)
    Das Alter, den Beruf, die familäre Situation (Absicherung), genügend Liquidität sind Punkte, die man auch mit einbeziehen sollte.

  5. StefanStefan

    Sehe das so wie Ulrich.

    Ich habe auch niemanden in meinem Bekanntenkreis mit dem ich Aktieninvestments besprechen kann. Die halten die Börse alle für ein Spielcasino. Leider zahlen die alle brav in ihre Lebensversicherungen, Bausparverträge und Riesterrenten ein.

    Habe es aufgegeben andere bekehren zu wollen. Was mein Depot angeht halte ich mich Freunden und Bekannten gegenüber sehr bedeckt. Die Höhe kennt fast niemand.

    @ Ulrich:

    Was ist denn mit deinem Blog los? Keine Zeit mehr für neue Artikel?

    Gruss Stefan

  6. Felix

    Im Bekanntenkreis sind die Kenntnisstände (meist totale Unkenntnis) über Investieren so unterschiedlich, dass eine sinnvolle Diskussion, die einen langjährigen, sich informierenden Börsenteilnehmer wirklich voranbringt, kaum gegeben. Da halte ich Aktienclubs, wo sich Interessierte und Informierte zusammentun, für eine geeignetere Plattform. Oder man liest und tauscht sich aus auf Tims Blog aus :-).

  7. Anna

    Wenn Ihr Jungs schon kaum jemand habt mit dem Ihr über Aktien diskutieren könnt, was soll ich als Frau sagen. Das kann man keinem erzählen. Da wird man doch ungläubig angeschaut und heimlich gedacht: Aus welcher geschlossenen Abteilung ist die entsprungen…
    Zum Glück ist die Familie mit mir.

  8. Anja

    @Anna
    Willkommen im Club…..ich habe eher das Problem, von den sogenannten Experten nicht für voll genommen zu werden.
    Ganz schlimm sind die Bankberater, die mir immer noch Fonds verkaufen möchten…obwohl ich schon solange direkt in Qualitätsaktien und Anleihen investiere.
    Privat kenne ich niemanden, der direkt an der Börse aktiv ist. Gesetzliche Rente, Lebensversicherung, Riester, Immobilie und vielleicht noch mal einen Aktienfondssparplan….das war´s…..einige sparen auch gar nichts, da die jährliche Info der Vericherungsträger ja super aussieht.

  9. Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog

    @all:

    Geht mir in meinem Bekanntenkreis und Freundeskreis auch so. Es hat fast keiner Aktien und die meisten sehen die Börse als Spiel Casino an.

    Dem jährlichen Statement der Rentenkasse traue ich nicht.

    Ich persönlich investiere auch nicht mehr in Aktienfonds,Dachfonds,Rürup Versicherung, Rentenversicherung usw. – nur noch direkt in Qualitätsaktien die ich überwiegend gerne >20 Jahre in meinem Dividenden Depot belassen möchte.

  10. Sebastian

    Da reihe ich mich ein.

    In meinem Umfeld strotzt es nur so vor Lebens- und Rentenversicherungen (ganz sichere Sparbriefe), Bausparverträgen oder der 0%-Sparrate (der Staat klaut ja eh alles).

    Berichte ich von Aktien gehen die Augenbrauen hoch – mit dem Thema will kaum jemand etwas zu tun haben (Casinozocken).

    Allerdings mache ich dann deutlich, dass ich Teilinhaber von ertragsstarken Unternehmen bin, also Investor und kein Börsenspekulant:

    „Schöne Schuhe hast du da – der Laden gehört übrigens (in winzigen Teilen) mir 🙂 !!!“

    Wir werden aber wohl noch den Tag erleben, an dem wir uns staunend umschauen, wer so alles von Aktien parliert….

  11. Ulrich

    Mit den ganzen „Börsen-Hassern“ könnten wir noch ein übles Problem bekommen. Bei Steuererhöhungen auf Aktien etc. gibt es so gut wie keinen Widerstand in der Bevölkerung – im Gegenteil. So unter dem Motto: Diesen „Zockern“ soll man ruhig ihre Gewinne abnehmen. Keine guten Voraussetzungen für einen Vermögensaufbau in Deutschland.

    @Stefan: bin relativ neu hier und mit offenbar namensgleichen Blog-Betreibern weder identisch noch verwandt oder verschwägert. 😉

  12. tim schaefertim schaefer

    Etliche Bekannte in NYC besitzen Aktiendepots. Die meisten haben Aktiendepots für die Rente. Mit denen kann ich gut über die Börse und Aktien diskutieren.

    Mir fiel auf, dass ich am besten mit Branchenfremden plaudern kann, sprich mit Ärzten, Anwälten, Krankenschwestern… Da gibt es erstaunlich viele, die Themen wie Zinseszins, „Buy and Hold“ oder „Value Investing“ verstehen.

    Es ist wohl eine andere Kultur in den USA. Deutschland lebt leider in puncto Aktienkultur in der Steinzeit.

  13. Markus

    Amerika und Deutschland sind in diesem Thema sehr verschieden.

    Das Thema mit der Besteuerung hat man eigentlich am Wahltag in der Hand. Vorausgesetzt die Parteien stehen zu Ihrem Wort… 😉

    Momentan läuft die Entschuldung auf dem Rücken der Geldmarktsparer… Ob das auch so bleiben wird kann man schlecht beurteilen…

  14. StefanStefan

    Steinbrück hat ja schon angekündigt, dass er die Abgeltungsteuer auf 30 % erhöhen will! Ich weiss wen ich nicht wähle…

    Die schlechte Aktienkultur in Deutschland ist auch ein Hauptgrund dafür, dass wir selbst in Europa mit am schlechtesten dastehen was das Vermögen pro Haushalt angeht. Billionen von Euro liegen quasi unverzinst auf Girokonten und Tagesgeldkonten.

    @ Ulrich

    Ohh, ich dachte du wärst der Ulrich vom valueblog…

    Bezüglich Valueinvesting frage ich mich ob das noch dauerhaft so gut funktionieren kann wie früher. Jeder kennt es mittlerweile, Millionen verfolgen Warren Buffett, jede Krankenschwester weiss was Valueinvesting ist. Normalerweise funktioniert etwas nicht mehr wenn es alle machen…genau so mit den Dividenden-Aristokraten. Bin mir schon irgendwie unsicher ob das noch der beste Weg ist Vermögen zu bilden. Millionen Amerikaner kaufen Dividenden-Aristokraten. Was wenn die alle mal in Rente gehen und verkaufen? Dann werden massenhaft Johnson&Johnson, P&G, CocaCola usw. auf den Markt geworfen…

  15. Daniel

    @ Stefan

    Dieses Szenario halt ich für sehr unwahrscheinlich! Wenn man vorher schon die Disziplin aufbrachte seine Besitztümer über teils Jahrzehnte aufzubauen, verhökert man diese meines Erachtens nicht so einfach! Zumal man nach so langer Haltedauer mit solchen Qualitätsaktien wahrscheinlich eine Dividende im zweistelligen Bereich einfährt! Da überlegt man sich dreimal ob man so eine Perle wirklich verkauft!

    Auch kennt zwar jeder Warren Buffet und weiß vielleicht was Value Investing ist, doch werden die wenigsten die Emotionale Festigkeit haben dies wirklich langfristig durchzuziehen! Die große Herde wird immer noch von ihren Emotionen geleitet und daran wird sich meines Erachtens auch auf langer Sicht nichts ändern!

  16. Markus

    Ich zitiere hier mal den Blogtitel vom 22.05.13: „Niemand weiß nichts“ 😉

    Wir kennen alle nicht die Zukunft.
    Außer es gibt die Bilderberger…

    Wie wäre es, wenn sich mal die Value-Investoren die 55 Billionen € Derivate bei der Deutschen Bank ankucken…
    10 % Ausfall und wir haben einen riesen Salat.

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