Der tägliche Unsinn


New York, 4. Oktober 2013

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Wir Menschen treffen massenweise irrationale Entscheidungen. Unternehmen wissen unsere Ängste in bare Münze umzuwandeln. Ich war kürzlich beim Autoverleiher. Als ich am Schalter das Formular ausfüllte, fing die Dame an, mir allerlei Versicherungen anzupreisen. Autoschlüsselverlustversicherung. Autoschadenversicherung und und und.
„Wozu brauche ich eine Autoschlüsselversicherung, ich habe noch nie den Kfz-Schlüssel verloren“, dachte ich mir. Ich sagte: „Nein. Nein. Nein. Das Zeug brauche ich nicht.“
Und wieder fing die Dame an, mir die Vorteile zu erklären. „Wenn ein Schaden am Auto entsteht. Sie wissen ja, das ist teuer, denken Sie darüber nach.“
Grundsätzlich ist es ja so, dass niemand ein KfZ-Kennzeichen bekommt, ohne eine Haftpflicht zu haben. Insofern muss doch ein gewisser Basisschutz bei jedem Autoverleiher mit dabei sein, vermutete ich.
Ich lehnte also alle Extra-Assekuranzen ab und fuhr weg. Anschließend gingen mir trotzdem die Gedanken wild durch die Kopf: „Was ist, wenn jetzt was passiert?“
Und noch was: Kommt es tatsächlich zum Schaden, versuchen Versicherer, sich herauszureden, das ist jedenfalls meine eigene Erfahrung.
Mit unseren Ängsten und Sorgen werden zig Milliarden Dollar verdient. Alarmanlagen, Extra-Garantie-Verträge, Lebensversicherungen, Hausrat,- Glasschadenassekuranzen, Virenscanner usw.
Manchmal sind die Produkte sinnvoll, manchmal nicht. Wir wissen es im Grunde nie so recht.
Wer besonders ängstlich ist, hat bestimmt viele Versicherungen, zieht nie um, hat Sparbücher, Gold und geht vermutlich 40 Jahre lang ins gleiche Hotel.
Die Personalabteilung stellt am liebsten jemanden ein, der ein gutes Auftreten hat, frisch, sauber, locker erscheint. Ein versiffter, unrasierter Bewerber hat wenig Chancen, dabei kann diese Person ein Genie sein. Wir Menschen lassen uns von Eindrücken blenden, die im Kern wenig Aussagekraft haben.
In den USA ist ein ganzer Staatsapparat von der Angst getrieben. Die grauenhaften Anschläge vom 11. September haben das Land verändert. Telefondaten, Internettraffik, Briefe, Emails und so weiter werden gespeichert, ausgewertet, observiert.
Jeder, der an einem amerikanischen Flughafen durch die normalen Sicherheitsschleusen geht, muss die Schuhe ausziehen. In Europa ist mir das nicht aufgefallen. Nur in den USA. Millionen Reisende müssen die Schuhe täglich ausziehen, nur weil es den Schuhbomber mal gab. Ziemlich nervig, finde ich.
Ich denke, es ist ein Verzerrungseffekt. Eine Befangenheit. Aufgrund eines aktuellen Vorkommnisses denken die Menschen: „So etwas kommt wieder vor. Also müssen wir etwas tun.“
Es ist ja richtig, vorsichtig zu sein, etwas zu tun. Nur kommt es auf die Verhältnismässigkeit an.
Es wird an vielen Stellen übertrieben. Es ist nicht mehr rational, was passiert.
Die Behörden können rein theoretisch jede einzelne Email aller Bürger mitlesen, jedes Telefonat aufzeichnen, jedes GPS-Signal empfangen, jeden Zahlungsvorgang, jeden Flug überprüfen – trotzdem werden sie niemals alle Anschläge verhindern können. Sie können in jedes Wohnzimmer eine Kamera installieren. Es bringt einfach nichts.
Die extreme Datensammelwut rund um den Globus, den die USA betreibt, bringt meiner Meinung nach kaum etwas. Es ist einfach zu viel Datenmist darunter. Es macht rational betrachtet keinen Sinn. Es geht darum, die berühmte Nadel im Heuhaufen zu finden, das geht eben nicht so einfach, wenn alle Menschen observiert werden.
Am besten geht das meiner Ansicht nach, wenn der Staat zu Recht verdächtige Personen überwacht.
Das sagt einem ja der gesunde Menschenverstand.
Ein weiteres, viel besseres Werkzeug gibt es, um den Terrorismus effektiv zu bekämpfen. Dieses Werkzeug ist kostenlos: Fordern Sie die Bevölkerung auf, aufmerksam zu sein, vorsichtig, umsichtig und Verdächtiges sofort zu melden. Auf diese Methode setzt der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg gemeinsam mit der Heimatschutzbehörde. Das geniale Motto lautet: „If you see something, say something.“ Grob übersetzt heisst das: Wenn Dir etwas komisch vorkommt, etwa am Bahnsteig, schalte die Polizei ein. Eine solche Strategie ist rational, sie macht Sinn, leuchtet ein. Ich glaube, sie funktioniert verdammt gut.
Blicken wir nun auf die unsinnigen Entscheidungen an den Finanzmärkten.
Die besten Investoren unserer Zeit haben die Gabe, unsere Dummheiten zu erkennen. Sie sehen unsere Irrationalität. George Soros, Warren Buffett, Carl Icahn, Seth Klarman, Prince Al-Waleed, Carlos Slim, David Einhorn… sie alle amüsieren sich sicherlich über den Unsinn an der Börse (Über-, Unterbewertung von Wertpapieren). Sie verstehen die dumme Herde und führen sie am Nasenring herum.
Hedgefondsmanager Steve Kuhn beschreibt das so, als ob er am Pokertisch sei und ihm ein betrunkener Mitspieler gegenüber sitzen würde. Diesen doofen Mitspieler abzuzocken, der sein Gehirn mit zu viel Alkohol benebelt hat, daraus macht sich Kuhn seinen Spass. Das ist die Kunst des Reichwerdens. Die Verzerrungen zu erkennen und daran zu verdienen, das können die Gurus. Es ist gewiss nicht einfach.
Eine Übertreibung (nach oben wie unten) kann viele Jahre fortbestehen. Geduld ist nötig. Abgebrühtheit. Klare Gedanken. Es muss einfach Sinn machen. Logisch sein.
Übrigens würden noch heute wenige Firmen Steve Jobs einstellen. Das behauptet jedenfalls Atari-Gründer Nolan Bushnell, der das Apple-Genie in jungen Jahren anheuerte.
Wenn ich Bushnell richtig verstehe, meint er damit grob: „Leute lasst Euch nicht blenden von Dingen, die wenig Aussagekraft haben. Nur weil all Eure Nachbarn eine bestimmte Aktie kaufen, muss die nicht gut sein. Nur weil der Nachbar einen fetten Porsche fährt, muss der nicht reicher, erfolgreicher, glücklicher sein. Nur weil jemand gut riecht und einen sauberen Haarschnitt hat, ist der nicht klüger als jemand mit Struwwelhaar.“ Das war jetzt meine Interpretation.
Löwenmähne Albert Einstein lässt grüßen. Denken und Handeln Sie anders als die Masse. Klar zu denken, hilft.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Der tägliche Unsinn

  1. Walt

    Klar zu denken würde auch manchen Autoren helfen.

    zu Buffet. Der Typ ist der größte Blender auf Erden mit Gates zusammen. Steuerbefreite Stiftung gründen und es dann den Menschen als Wohltätigkeitsorganisation zu verkaufen. Wie lange kann es zB dauern bis man sauberes Wasser an die Afrikaner verteilt? Hm wenns nach Buffet oder den anderen tollen Hilfsorganisationen geht vermutlich garnicht. Höre das schon seit 30 Jahren, dass immer alle Afrika helfen wollen. Kommt aber irgendwie nix rum.

    Aber ich weiß schon jetzt was für Antworten kommen werden.

    Aber eines ist auch sicher.

    Things that don't go forever, won't.

    Das trifft auch auf einen Aktienmarkt zu. Sollte sich Buffet auch mal in Erinnerung rufen.

  2. stevoxx

    Sehr schöner Artikel!

    Carl Icahn hat auf seinem Twitter Account unter seinem Profil eine mehr als treffende Beschreibung von sich selbst angeführt: “ Some people get rich studying artificial intelligence. Me, I make money studying natural stupidity.“

    Ich habe vor ein paar Monaten einen sehr interessanten Online-Kurs von dem bekannten Verhaltenspsychologen Dan Ariely besucht, äußerst interessant.

    Es ist unglaublich interessant und beängstigend zugleich zu sehen wie der Mensch Entscheidungen trifft.

    Der TV-Sender Arte hat vor Kurzem eine sehr interessante Dokumentation zum Thema „Das automatische Gehirn“ gemacht. Wem Namen wie Daniel Kahneman, Dan Ariely, Gerhard Roth usw. etwas sagen, sollte sich diese unbedingt anschauen!

    http://www.youtube.com/watch?v=NyeRpd8mrqc&list=PLPNP4cFK68A2631MG4Zvw-ZAmpGB02mTQ&noredirect=1

  3. StefanStefan

    @ stevoxx:

    Danke für den Link. Leider sind mehrere Teile davon aus urheberrechtlichen Gründen gesperrt. Kann man das irgendwie umgehen?

    @Walt:

    Selten so einen Schwachsinn gelesen. Buffett gibt 99% seines Vermögens auf um der Welt etwas zurückzugeben und Kleingeister wie du sehen darin nur eine Konstruktion zur Steuervermeidung! Wie arm! Was hast du denn für die Menschheit geleistet? Vermutlich nullkommanix. (Wie ich übrigens auch.)

    In Afrika sind enorme Fortschritte nachweislich gemacht worden. Das geht von der Senkung der Kindersterblichkeit über den Rückgang von schweren Krankheiten. Polio ist dank Gates Impfprogrammen so gut wie ausgerottet.

    Ich habe größten Respekt vor beiden Herren! Die haben kapiert, dass noch mehr Milliarden auf dem eigenen Konto nichts mehr bringen. Im Gegensatz dazu ein Protz-Abramowitch, der Komplexe kriegt wenn einer eine einen Meter längere Yacht hat. Oder ein Lakshmi Mittal, der in einem der ärmsten Länder der Welt ein gigantisches Hochhaus nur für sich baut. Trump…da kann man viele negative Beispiele aufzählen.

    Davon abgesehen: warum sollte das ganze nicht steuerschonend passieren? Die Organisation von Gates gibt das Geld besser und effizienter aus als es ein Staat je könnte. Vor allem mit viel weniger Bürokratie.

    In meinen Augen sind Blender eher Leute wie Bono und Bob Geldorf. Vor allem letzterer wird ja nur noch als Mahner und Afrika-Aktivist wahrgenommen. Seine Zeiten als Musiker sind seit den 80ern vorbei. Der zieht seine Daseinsberechtigung aus der Charity.

  4. Markus

    @Walt

    Soweit ich weiß setzt sich Buffett dafür ein, dass Milliardäre stärker besteuert werden. Die Stiftung mit Gates zur Bekämpfung von Aids, in der die Milliardäre die Hälfte ihres Vermögens stecken ist also eine reine Scheinstiftung???
    Ich habe nur die Überschriften gelesen. Gerne lasse ich mich von stichhaltigen Beweisen überzeugen. Von Verfolgungswahn oder Verschwörungstheorien nicht.

    Hätte es der Aids-Forschung genutzt, wenn Buffett arm geblieben wäre???

    @stevoxx

    Ich denke das Unterbewusstsein und die inneren Überzeugungen steuern sehr viel zum Schicksal eines Menschen bei.

    @Tim

    Der Versicherungswahn ist sehr stark in Deutschland ausgeprägt.
    Können die Superinvestoren abschätzen, ob und wie sich eine Insolvenz Amerikas auf die Märkte auswirken kann bzw. wo die Bodenbildung ist?

  5. Turing

    @Walt

    Ja klar, Steuervermeidung. Wenn ich das schon höre. Steuern kann und muss man zahlen, wenn man Gewinne macht. Man könnte jetzt genausogut jeden Niedrigverdiener als Steuervermeider diffamieren, weil er sich nicht mehr anstrengt. Diese Art der Diffamierung und Menschenverachtung leistet sich keiner außer der nordkoreanischen Regierung.

    Stiftungen sind aus gutem Grund steuermindernd, weil Stiftungen der Gesellschaft dienen. Der Kunstgalerie und ihren Besuchern ist es egal, wie die Kunstgalerie finanziert wurde. Nur linke Ideologen stören sich daran, wenn das Geld von einen Mäzen statt vom Staat kommt. Linke Ideologen halten es für moralisch geboten, das Geld von den Bürgern mit Androhung des Strafrechts abzupressen, um es hinterher wieder verteilen zu können. Sie halten es aber moralisch verwerflich, wenn es die Leute freiwillig tun. Die haben nicht nur Tomaten vor den Augen, sondern offensichtlich auch noch ein Brett vor dem Kopf, wenn sie diesen offensichtlichen Widerspruch nicht erkennen.

  6. Thomas

    @ Walt

    Das bringt nix. Die Leute müssen das selber erkennen, dass sie belogen werden.
    Wenn du nicht ihren Glauben wiedergibst ist man sofort ein Verschwörungstheoretiker. Dabei können diese Leute nicht einmal beweisen, dass die Berichte aus ihren Medien keine Verschwörung sind.
    99,99% der Menschen wollen gesteuert werden und je größer die Lüge desto besser und wenn sie dann noch von sich denken, dass sie frei sind fressen sie dir aus der Hand und tun alles für dich.

    George Carlin – Deine Besitzer

  7. stevoxx

    @Stefan
    gute Frage. In Italien habe ich Zugriff zu den Videos, könnte sein, dass Deutschland gesperrt ist. Vielleicht gibt es auf der Arte-Webseite die Sendung online.

    Zu Warren Buffett:
    wer Herrn Buffett und seinen Kollegen Charly Munger intensiver verfolgt weiß, dass diese beiden Herrn sehr viel jedoch keine Blender sind.
    Ich persönlich habe sehr großen Respekt vor beiden Herren. Nicht jeder der Milliardär und wohltätig ist, ist ein Heuchler.

  8. tim schaefertim schaefer

    @ Markus

    Ich denke, jeder mögliche Crash bietet eine herrliche Chance. In Washington geht es in der Tat zu wie im Sandkasten, wenn sich ein paar Kleinkinder um ihre Schaufeln streiten.

    Im Oktober kommt es statistisch betrachtet oft zu Crashs. Mich würde es nicht wundern, wenn es zu einem Abrutscher kommt (exakt weiß das natürlich niemand).

    Leute wie Icahn, Buffett, Klarman, Soros, Einhorn, Ackman sehen das so:
    Crash = Chance.

    Der Normalsparer denkt so:
    Crash = Katastrophe.

  9. finanziell umdenken

    Ein Versicherungsunternehmen wettet ja darauf, dass mehr Versicherungen abgeschlossen werden als Unglücke Geld kosten. Für den Versicherungsnehmer sind sie dann sinnvoll, wenn ein möglicher Schaden, ein mögliches Unglück gleich zu einem herben finanziellen Rückschlag bis hin zur privaten Insolvenz führt. Jeder muss das Risiko vorher abschätzen.
    Wenn jemand bereits hoch verschuldet ist, sonst keine Rücklagen hat, der sollte bei einem Autoleasing besser eine Versicherung abschließen.

    Ansonsten sehe ich einen Aktien-Crash so wie Tim. Er ist eine Gelegenheit, die in einem Anlegerleben nur wenige Mal vorkommt. Insofern ist es wichtig darauf mit genügend Cashreserve vorbereitet zu sein, damit man in solch einem Fall die Vorteile nutzen kann. Bei derart niedrigen Leit-Zinsen wie derzeit kann ich mir zwar eine ruppige Korrektur, aber irgendwie keinen richtigen ausgewachsenen Crash wie z.B. 2008 vorstellen.

    VG
    Lars

  10. GertGert

    @ Walt / Thomas

    Es muss schon ein wahrlich erhabenes Gefühl, immer alles besser zu wissen als die übrige, dumme Herde. Und wenn die Herde dann nach Belegen fragt, werden Blogs zweifelhafter Eremiten als „Beweis“ angeführt, auf denen man wiederum immer nur unbelegte Behauptungen findet.

    Selbstverständlich sind alle „normalen“ Medien Teil einer gigantischen Manipulationsmaschine, die weltweit von irgendeinem unbekannten Puppenspieler gesteuert werden.

    Jetzt kommt die Gretchenfrage: Wer ist der Puppenspieler und warum macht er das?

    Die Frage stelle ich immer wieder, nun auch hier. Nur eine Antwort bekomme ich nicht.

  11. Martin

    @finanziell umdenken:
    Nein, eine Versicherung kann auch mit einer combined ratio über 100% profitabel arbeiten.

    @Tim: Nehme auch nie eine Versicherung beim Automieten. Teilkasko ist bei den bekannten Anbietern dabei, schon um die Aktionäre abzusichern :-). Privathaftpflicht hat man schon sowieso.

    @Walt: Welche Stiftung soll Buffett gegründet haben, um Steuern zu sparen? Ist mir unbekannt.
    Auf Ebene von BRK wird durch latente Steuern gespart.

  12. Thomas

    Es geht nicht darum „alles“ besser zu wissen, sondern zu wissen was stimmt und was nicht.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Georgia_Guidestones

    Das sollte deine Frage klären.

    Und wo sind die Belege der „normalen“ Medien? Da sind nie irgendwelche Belege: Wo waren die Massenvernichtungswaffen von Sadam? Ups keine gefunden.
    Libor/Zinsskandal–> oh das war keine Verschwörung, gell? Stand sogar in den „normalen“ Medien.
    Warum ist Israel nicht im Atomwaffenprogramm, der Iran ist aber drinnen, aber über diesen wird seit Jahrzehnten jedes Jahr auf neue behauptet von den „normalen“ Medien, dass er nächstes Jahr die Bombe hat. Wo sind die Belege?
    Wie kann man Frieden in ein Land bringen mit Bomben?–>Belege bitte.
    ……etc….

    Ihr braucht immer Belege. Dabei habt ihr selbst keine. Was ihr braucht ist zu aller erst keine Belege sondern ein logisches/kritisches Denken.
    Cui Bono?

    Wenn du z.B Anführer einer Supermacht wärst, würdest du wollen, dass es jmd. anderes auch schafft Supermacht zu werden und womöglich noch größer wird und dich vernichten könnte? Hm vermutlich nicht oder?

  13. GertGert

    @ Thomas

    Ich nehme an, du meinst mich.
    Deine Beispiele zieht doch kaum jemand in Zweifel. Saddam hatte keine Massenvernichtungswaffen. So, jetzt kommt der Witz: das bestreitet auch keiner, auch nicht die US-Regierung.

    Ich wehre mich dagegen, dass du und andere einfach etwas in den Raum stellen oder massiv bestreiten, weil es ins Weltbild passt, so viel zu cui bono. Belegt wird gar nicht, das hat etwas von religiösem Eifer.

    Übrigens muss ich hier nichts belegen, da ich keine Behauptungen entgegen der üblichen Meinung aufgestellt habe.

  14. Markus

    Ich sehe einen normalen Crash auch als Chance!

    Ich verstehe nur nicht, warum eine Insolvenz Amerikas keinen Mega-Crash verursachen sollte, wenn bereits eine größere Bank das „System“ gefährdet.
    Es ist geradezu Tabu, sich dieser Szenario, dass mit zunehmender Zeitdauer wahrscheinlicher wird überhaupt zu diskutieren.
    Ein 80% Kursrutsch benötigt eine sehr hohe Prozentzahl um wieder auf „null“ zu kommen.

    Die allgemein gültigen 10 % gelten ja langfristig als feste Annahme, da es in der Vergangenheit immer so war…
    Nimmt man längere Zeiträume als 1,5 Jahrhunderte, dann sind ganze Imperien hops gegangen! Der Kapitalismus ist also die eierlegende Wollmichsau und das Ende einer Entwicklung? Die Perspektive hängt ganz vom Blickwinkel ab!

    Ich halte wenig von Verschwörungstheorien! Meiner Meinung nach kann die Verschuldung nur mit Inflation oder Währungsreform gelöst werden. Den Zeitpunkt des „gesund“ sparens ist schon längst überschritten. Das ist natürlich kein Fakt, sondern nur mein persönliche Empfinden. Sollte hier schon jemand ein richtiges Konzept entdeckt haben, wie sich die Staaten (USA, Japan und Europa) der Verschuldungsproblematik entledigen wollen, dann bitte verlinken. 😉

  15. Sebastian

    Wer sich für Verhaltenspsychologie und Entscheidungsfindung an der Börse interessiert, sollte sich unbedingt mal „Neuroökonomie“ von Jason Zweig reinziehen – hochinteressant und sehr lehrreich! Hat mein Handeln in Börsendingen definitiv verbessert.

    Zum „täglichen Unsinn“ gehört auch die Börsenberichterstattung. Egal ob TV, Netz oder Print – wer sich davon so gut es geht fernhält (das gilt auch für den täglichen Blick ins Depot 😉 ), erzielt nachweislich bessere Ergebnisse.

    Was die „Sorge“ um die aktuellen Geschehnisse in den USA angeht:
    Keiner weiß, was passieren wird und wie es sich auf die Börsen auswirkt.
    Eins ist klar: Sollte die Angst für günstige Kurse sorgen – wunderbar!
    Aktien im Ausverkauf sind doch das Schönste!

    @Markus

    Die Superinvestoren wissen es auch nicht, schon gar nicht wo die Bodenbildung ist. Wie sollten sie auch? Aber zuschlagen werden sie, wenn es bergab geht. Bleibe einfach ruhig und gelassen. Mag unschön aussehen, wenn der Wert des Portfolios rapide dahinschmilzt.
    Ich sehe da aber eher die günstigen Einkaufsgelegenheiten. Wenn ein Unternehmen ertragsstark wirtschaftet, ist der aktuelle Preis doch unerheblich. Die Erholung kommt ja doch immer wieder…..

  16. Thomas

    @Gert

    Zitat:“Selbstverständlich sind alle „normalen“ Medien Teil einer gigantischen Manipulationsmaschine, ….“

    Du sagst doch, das die normalen Medien immer die Wahrheit sagen. Oder wie soll man deine Aussage auffassen?

    Zitat:“Saddam hatte keine Massenvernichtungswaffen. So, jetzt kommt der Witz: das bestreitet auch keiner, auch nicht die US-Regierung.“

    Aber die USA hat als Grund für den Angriff den Besitz von MVW hergenommen,und nach dem Angriff als sie im Land waren, haben sie gesagt, dass ja gar keine MVW da sind. Das ist ja wohl ein gehöriger Unterschied oder nicht? Oder ist das für dich normal, man kann sich ja mal irren. Ups paar Leute umgebracht, ach Kollateralschaden was solls.

    Find ich ganz schwach von dir, dass du auf meine Fragen nicht eingehst und sie einfach übergehst, obwohl ich dir Belege wie den wiki Link gezeigt habe.

    Zitat“Und wenn die Herde dann nach Belegen fragt, werden Blogs zweifelhafter Eremiten als „Beweis“ angeführt, auf denen man wiederum immer nur unbelegte Behauptungen findet.“

    Ist Wikipedia ein zweifelhafter Blog?

  17. Felix

    … Die Erholung kommt immer wieder.

    Bisher war das so, aber es gibt Ausnahmen: Japan stand schon mal bei fast 40.000 (Nikkei), jetzt bei 14.000.
    Es wird wohl Gereationen dauern, um den Top wieder zu erreichen, wenn überhaupt.

    Der andere Beispiel, dass induktive Folgerungen irgendwann abbrechen bzw. falsch werden, kennt im Nachhinein jede Weihnachtsgans, die genau von der Hand tagtäglich gefüttert wird, die ihr eines Tages den Kragen umdreht.

  18. GertGert

    @ Thomas

    Ich sage und meine nicht, dass „normale“ Medien „immer“ recht haben. Ich sage aber definitiv, dass nicht alle Medien durch eine wie auch immer geartete Verschwörung gelenkt werden, und das weltweit. Ich weiß nicht, wie du darauf kommst und fühle mich bewusst falsch verstanden.

    Und zu dem wiki-Link: Da hat jemand, wer auch immer, ein denkmalartige Tafel aufstellen lassen, auf der ein zweifelhafter Inhalt geschrieben steht. Ja und? Was sagt uns das? OK, einer oder eine Gruppe hat nicht alle Tassen im Schrank, was solls? Davon gibt es überall auf der Welt jede Menge.

    Im übrigen lassen sich viele dieser Fragen nicht zufriedenstellend in einem Internet-Forum diskutieren. Das wird zu lang, führt zu Missverständnissen, und man kennt und sieht den anderen nicht.

    Trotzdem bin ich der Meinung, mit ideologischen Eiferern nicht zu diskutieren.

  19. Markus

    Wissenschaftliche Beweisführung dauert ihre Zeit…
    Gerüchte, schnelle post`s, Meinungen, Diskreditierungen gehen deutlich schneller.

    Es ist auch schwierig für Journalisten Inhalte kritisch zu prüfen (Zeitdruck, Sensationsjorunalismus, Mehrheitsmeinungen, Druck von oben, Wettbewerb von Magazinen mit dem Internet, Jobangst usw.)

    Die Frage ist oft, welche Quellen sind in Zeiten von Schnelllebigkeit vertrauenswürdig und verlässlich? Muss man alles bis ins kleinste Detail nachprüfen? Kann man das als einzelner schaffen?

  20. Sebastian

    @Felix

    Japans 40000 von 1987 würde ich eher mit der Techblase von 2000 vergleichen oder mit der Tulpenmanie in Holland 1637. Da kamen die Preise auch nie zurück ;)…..

    Bei einem seriösen Investment zu einem guten Preis, würde ich mir dagegen keine Gedanken machen. Nach jedem Crash folgt der Aufschwung. Ist eine ökonomische Gesetzmäßigkeit.

    Was es in der Vergangenheit schon für Weltuntergangsszenarien gab.
    Alles vergessen heute. Starke Unternehmen sind starke Unternehmen, Börsenpaniken hin oder her.

    Ich bleibe bei meinem Blick. Die Börse erlaubt mir, mich mit relativ kleinen Summen an wunderbaren Unternehmen zu beteiligen. Ab und zu zu günstigen Preisen. Das Drumherum interessiert mich nicht.

    Wer unbedingt mitten in der Manie für Wahnsinnspreise fernab jeder Realität in Japan einkaufen ging hat sich eben unintelligent angestellt.

    Dein Gansbeispiel ist interessant. Sollte sich jeder Trendfolger mit beschäftigen. Aber als Erklärungsansatz für das zyklische Auf und Ab von Wirtschaft und Börse?
    Passt nicht.

    Allerdings hoffe ich sehr, dass es bei der nächsten Jahrhundertbaisse wieder heißt: „Diesmal ist alles anders….“.

    Viele Börsenteilnehmer haben den Makroblick und schauen auf die Indizes und irgendwelche Topbildungen. Dazu der ganze Prognosemüll. Ich schaue lieber auf einzelne Unternehmen.

    Indexstände hin oder her. Die Dividenden fließen auch in Zukunft.

  21. Markus

    @Sebastian
    Sicher ist es unklug „alles“ in der Nähe eines Tops zu investieren.
    Man kann das Risiko natürlich mit Rohstoffen, Cash, Anleihen, Immos senken. Manche Assetklassen sind hier etwas verpönt.

    Das Katastrophenszenario mit Insolvenz Amerikas, Europas, Japans oder sehr starker Inflation würde gewaltig in die Depots mit 95 % Aktien einschlagen.
    Meiner Meinung nach ist es offensichtlich, dass die Verschuldungsproblematik in den nächsten Dekaden oder evtl. schon Jahren eine gewaltige Weltwirtschaftskrise nach sich ziehen muss. Aber ich bin ja nur ein Pessimist, weil ich keine andere Lösung als Währungsreformen und Inflation erkennen kann.

    Ihr sagt fast alle, dass Ihr nicht daran glaubt… Wo sind denn die Alternativen zu finden? Eine Verschuldung die über mehrere Dekaden exponentiell ansteigt… Ist das ganze noch mit finanzieller Repression zu schaffen?

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Der tägliche Unsinn


New York, 13. April 2013

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In den USA ist mir etwas Merkwürdiges aufgefallen: Wenn ich nach dem Weg jemanden frage, kriege ich immer eine Antwort. Manchmal erklären mir Menschen den Weg, obwohl sie ihn gar nicht kennen. Sie tun es aus Verlegenheit. Sie möchten nicht als Unwissend dastehen. Und lügen lieber, um irgendeine Antwort parat zu haben. Folglich kommt es oft in Amerika vor, dass man in die falsche Richtung geschickt wird.
Ähnliches ist mir an der Börse aufgefallen. In den TV-Sendern geben „Experten“ jeden Tag, jede Stunde, jede Minute Antworten auf Fragen, die sie gar nicht wissen können. Sie sagen uns Dinge voraus, die frei erfunden sind. Kein Mensch kennt die Zukunft. Trotzdem tun doch praktisch alle so, als ob sie wüssten, wie die Zukunft konkret aussieht.
Ein Experte sagt uns voraus, dass China jetzt vor einer Rallye steht, während in Europa und Japan die Krise zu toben beginnt. Ein anderer Experte behauptet glatt das Gegenteil: In Euroland und Japan sei das Schlimmste überstanden und in China stehe der Kollaps erst noch bevor. Wer hat nun Recht?
So finden Sie immer jemanden für genau das Gegenteil. Jeder hat gute Argumente. Es gibt hochintelligente Menschen, die ihre Theorien wirklich gut begründen können.
Ist die Börse nun reif für eine Korrektur oder steht der nächste Aufwärtsschub erst noch bevor? Keine Ahnung. Ich bin für beides vorbereitet. Bricht ein Krieg in Korea aus oder kommt es zum Frieden? Keine Ahnung. Steigt oder fällt der Dollar im Verhältnis zum Euro? Keine Ahnung. Woher will das jemand wissen?
Was machen Sie mit all den Prognosen der Experten? Ich wäre vorsichtig. Wenn jemand exakt die Zukunft beschreibt, glaube ich der Person kein Wort. Gerade die Ökonomen in den Banken haben immer tolle Antworten parat.
Ist Ihnen schon aufgefallen, wie viel Käsekram jeden Tag erzählt wird. Die meisten Aussagen haben keinerlei Wert. Was will ein Anleger mit all den Prognosen anfangen? Das ist unverdaubar.
Schauen Sie mal diesen Wahrsager an. Der behauptet glatt, im Mai könnte der Dollar kollabieren.
Ich finde solche Botschaften sind unseriös. Medien haben eine Verantwortung – dem Leser, Zuschauer, Zuhörer gegenüber. Wer Panik schürt, handelt unverantwortlich.
Fazit: Fragen Sie besser nicht nach der Richtung. Weder an der Börse noch auf der Straße.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Der tägliche Unsinn

  1. Felix

    Man darf auch nicht vergessen, dass mit den meisten Prognosen Geld verdient wird, also massive wirtschaftliche Interessen dahinter stehen. Die Prognostiker geben also anders als die o.g. falschen Wegbeschreiber nicht aus Verlegenheit eine Wegbeschreibung ab, sie geben eine ab, die ihnen selbst nützt.
    Der Aktienfondsmanager sieht einen Bullenmarkt voraus, weil es seinem Fonds Geldzuflüsse bringt. Der Goldmarktexperte sieht weiter steigende Goldpreise usw. Nur sind meist die hinter den Prognosen stehenden Interessen nicht so offensichtlich wie in den genannten Beispielen. Trotzdem ist die erste Frage, die sich der Skeptiker stellt, wenn er einen Rat bekommt: „Wem nützt das?“.
    Ich habe jeden zweiten Tag Newsletter im Postfach, wo jemand den Zusammenbruch der Banken, eine Währungsreform, den Kollaps des Dollars usw. ankündigt. Und er, der Absender, weiß natürlich, wie er mir helfen kann, mein Vermögen davor zu bewahren in Mitleidenschaft gezogen zu werden: Indem ich seine Produkte kaufe! Mit Panik lässt sich Geld verdienen, so einfach ist das in der Regel.

  2. Markus

    Zum Thema Prognosen kann man eigentlich auch ganz schön Altria heranziehen.
    Man hatte mehrfach erwartet, das langjährige Gewinnwachstum / Aktienkurs würde wegen Raucherprozessen kollabieren. Allerdings ist sie langfristig eine der Aktien mit einer Rendite von 18 % p. a. (bei Reinvestition der Dividenden). „Jeremy Siegel mit Überlegen Investieren“
    Es ist nicht das rasant erwartete Wachstum von manchen China-Werten welches langfristig etwas bringt. Mittelmäßiges Wachstum, dass man oft nicht beachtet und eine konstante Dividendenpolitik sind oft besser als überproportionales Gewinnwachstum, welches irgendwann an Grenzen stösst…

  3. Mario

    Man kann über den Spruch auch feixen wenn man weiß, wer dieses Zitat geprägt hat.

    „Ist nicht sofort ersichtlich, welche politischen oder sozialen Gruppen, Kräfte oder Größen bestimmte Vorschläge, Maßnahmen usw. vertreten, sollte man stets die Frage stellen: Wem nützt es?“

    Wladimir Iljitsch Lenin

    Schönes WE!

  4. Markus

    @Mario

    ja, trotz der Informationsflut ist man oft überfordert, wer denn noch vertrauenswürdig ist bzw. wessen Worten man noch glauben darf!

    Bin sehr gespannt was wir noch mit dem Abenteuer Europa erleben dürfen. Es werden so viele Nebelkerzen in den Himmel geschossen, dass man sich fragt wer denn jetzt eigentlich einen unvernebelten Überblick hat.

  5. Tom

    Hallo,

    Neben dem Hang für die Hellseherei, wollen die Menschen Ihre eigenen Spekulationen lukrativer machen.
    Mit den heutigen Kommunikationsmitteln wird dieser „Blödsinn“ schnell verteilt und löst mehr oder weniger Panik aus.. Grossvater würde sagen, es hagelt an Propaganda 😉

    Es ist eben schwierig den gesunden Menschenverstand zu behalten, neben dieser Informationsflut.

  6. Joe

    Sehr guter Artikel.
    Opportunistische Finanzjournalisten sind mit schuld.Gebetsmühlenartig fragen viele Journalisten immer wieder den Dax/ Dow Stand bis Ende des Jahres ab .
    Und seriöse Journalisten müssten die befragen „Experten“ (z.B. Goldman Sachs- und andere Bank-Analysten) regelmässig an ihren Tipps aus der Vergangenheit messen.
    Aber dann droht Liebesentzug; es gäbe evtl. weniger Interviews,böse Anrufe beim Chefredakteur und weniger Werbung.

    @Tim: wie haben Sie denn Ihr Depot für einen Einbruch an den Börsen vorbereitet?

  7. Markus

    @Joe

    Einbrüche wird es immer wieder geben. Klar kann man versuchen mit einer höheren Tagesgeldquote diese Momente auszunützen…
    Allerdings im nachhinein betrachtet ist das ganze 1000x leichter!!!
    Vor allem wo ist die Bodenbildung???
    Angenommen die Euro-Krise spitzt sich dramatisch zu, der nahe Osten eskaliert oder Kim fühlt, dass ihn alle nicht richtig ernst nehmen, die Sparmaßnahmen von der amerikanischen Finanzklippe würgen die Konjunktur ab…

    Bei einem buy & holdler 😉 wie beim Tim wird die Cash-Quote maximal 20 % betragen. Vieles wird ausgesessen, wenn man in einem Alter von 20 – 35 ist und einen Anlagehorizont von mind. 20 Jahren hat. Man könnte stufenweise bei Indexeinbrüchen mehr investieren… Allerdings sollte man auch einen sehr sicheren Arbeitsplatz haben, wenn man dann mal Aktienquoten nähe 90 – 100 % vom Gesamtvermögen hat.

    Eine Beimischung von Rohstoffen, kurzfristiger Liquidität, AAA-Anleihen, Emerging Anleihen, Immos / Reits senkt die Volatilität schon ganz ordentlich.

    Außer man hat die Expertise eines Warren Buffett… Dann kann man sich auf wenige Assetts beschränken. Das haben aber die wenigsten, auch wenn Sie schon 10 Bücher gelesen haben…

  8. Sams

    Tut mir leid, offtopic aber den finde ich jetzt so gut das er super zum täglichen Unsinn passt.

    Naja, die meisten Aktien bringen Dividenden…
    Gold, ehr weniger…
    0

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    n.S • vor 10 Minuten

    Dividenden werden immer aus der Unternehmenssubstanz heraus gezahlt, was sich u.a. unmittelbar beim Kurs auswirken kann am Tag der Dividendenauschüttung. Selbst bei Unternehmen, die zwar Gewinne ausweissen, aber neben einer (weiter zunehmenden) hoffnungslosen Überschuldung eine stetige Abnahme der Qualität von z.B. Anlagewerten und Unternehmensbeteiligungen ausweissen (siehe z.B. die meisten Dax30-Unternehmen wie z.B. RWE, EON, DTE, SIE, DB, VW), gibts Dividenden, bis die Unternehmen irgendwann ausgeschlachtet/übernommen/aufgelöst werden. Neben den Zockern verdienen bei solchen Dividendenwerten nur die Kreditgeber, sicherlich nicht die „langfristigen“ Aktienbesitzer.

    Eine solche Dividende bekäme ich auch von einem Goldstück, von dem ich mir immer ein paar % Goldstaub abschabe, bis irgendwann nix mehr von dem Goldstück übrig ist. Nur mit dem kleinen Unterschied, dass ich vom Goldstück im Gegensatz zu einer Unternehmensbeteiligung der alleinige Nutzniesser des Gesamtwertes bin und nicht von diesem stetig belogen und betrogen werde.

  9. tim schaefertim schaefer

    @ Joe
    Ich sorge mich nicht, weil ich ein breit gestreutes Dividendenportfolio habe. Die Unternehmen stammen aus diversen Währungszonen, Branchen etc. Überwiegend handelt es sich um Blue Chips.

    Zudem besitze ich neben Aktien andere Asset-Klassen wie Immobilien.

    Mein Anlagehorizont beträgt bei jedem Investment mindestens 10 Jahre. Insofern bringt mich eine Korrektur nicht aus der Ruhe. Auf Derivate verzichte ich.

  10. Markus

    „Die Zukunft ist niemals klar: Schon für ein bisschen Gewissheit muss man einen hohen Preis zahlen. Unsicherheit ist deshalb der Freund von Langfrist-Investoren.“
    Warren Buffett

  11. Graf Dracula

    Ja, die Wahrsager sind wirklich kurios.

    Spasseshalber hatte ich mich bei einem kostenpflichtigen Newsletter angemeldet. Der Schreiber scheint in ständiger Angst davor zu leben, dass schon bald ein in der gesamten Börsengeschichte noch nie dagewesener Kursverfall an den Märkten stattfinden müsse. Inzwischen hat er diesen schon zum zweiten mal seit 2011 vorhergesagt.

    Tja, vermutlich macht er das so oft, bis es wirklich mal einen Markteinbruch gibt. Diese wird es wie auch in der Vergangenheit immer wieder geben. Und dann lässt sich der Schreiberling als Held der Nation feiern. Dass er bis dahin 10 mal oder 20 mal oder so daneben lag, wird dann unter den Teppich gekehrt 😉

    Da frage ich mich nun: „Weshalb investiert dieser Mensch am Aktienmarkt?“. Hierauf finde ich keine Antwort, meines Erachtens sollte er sein Geld lieber „sicher“ anlegen: in Gold oder Anleihen oder unter dem Kopfkissen. Aber vielleicht benötigt er auch deswegen einen „Newsletter“, weil er selbst ein lausiger Investor ist? Ein Schelm, wer böses dabei denkt 😉

    Viele Grüsse aus Transsilvanien

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