Der endlose Krieg in Afghanistan


New York, 17. März 2013

Ich habe im Bekanntenkreis jemanden, der hat den Krieg im Irak erlebt. Er sah Kollegen sterben, nachdem sein Konvoi unter Beschuss geraten war. Er sah dem Tod ins Auge.
Ich kenne einen Arzt, der hat ehemalige US-Soldaten in Behandlung, die mit den Folgen des Krieges psychisch nicht klar kommen. Sie sind alkoholabhängig, arbeitslos. Es ist eine Tragödie. Der Irak-Krieg dauerte über acht Jahre und kostete mehr als 100.000 Menschenleben.
Noch nie zuvor seit den 1970er Jahren führte die USA einen so langen Krieg wie in Afghanistan: Er dauert schon mehr als elf Jahre. Bis zum heutigen Tag fließt in diesem Krieg Blut. Die Deutsche Bundeswehr ist mit von der Partie. Nur in einem Krieg waren die USA länger: In Vietnam, das Gemetzel dort dauerte fast 20 Jahre.
Ausgelöst wurde der Einsatz in Afghanistan durch die Terroranschläge auf das „World Trade Center“ und auf das Pentagon am 11. September 2001. Ja, diese Anschläge, die mit entführten Passierflugzeugen ausgeführt wurden, waren grauenvoll. 3.000 Zivilisten starben in New York und Washington.
Ich finde ist es an der Zeit, Frieden zu schließen. Wie lange möchte die Bundeswehr denn noch am Hindukusch bleiben? 13 Jahre? 20 Jahre? 30 Jahre? Es scheint mittlerweile ziemlich sinnlos in meinen Augen zu sein. Nach fast zwölf Jahren muss es doch ein Ende geben.
Angesichts des unendlichen Kriegs in Afghanistan habe ich ein Video angefügt:


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Der endlose Krieg in Afghanistan

  1. Matthäus Piksa

    Meines Wissens nach sind die Amerikaner bis auf ein kleines Restkontingent aus dem Irak bereits abgezogen.

    Auch aus Afghanistan will Obama raus. 2014 soll dort Schluss sein. Ein kleines Restkontingent soll auch dort stationiert bleiben.

    Diese Informationen entnahm ich Zeitungsberichten, logisch.

    Allerdings geht der Kampf gegen den Terror weiter. Und zwar mit Drohnen. Es ist eine ganz neue Form der Kriegsführung. Die unbemannten jedoch mit Waffen, Kameras und Raketen ausgestatten Flugkörper werden immer öfter eingesetzt.

    Die Bundesregierung plant ebenfalls die Anschaffung dieser bewaffneten Flugkörper. Gesteuert werden sie von einer fernab vom „Kampf“-Geschehen gelegenen Kommandozentrale. Der Vorteil liegt auf der Hand. Es gibt keinerlei Verluste auf der eigenen Seite zu beklagen.

    Ich muss gestehen, dass ich mir noch keine abschließende Meinung zu dieser Thematik gebildet habe.

    Ich schätze, dass die US-Streitkräfte sie auch in Zukunft einfach weiterhin einsetzen werden. Da die Bundeswehr diese Kampfdrohnen ebenfalls bekommen soll, wird es hier noch einiges zu besprechen geben: Wer legitimiert die Einsätze (Bundestag?) – Wie will man ausschließen, dass es zivile Opfer gibt? Geht das überhaupt? usw.

    Gruß Matthäus

  2. StefanStefan

    Immerhin wurde diese schlimme Herrschaft der Taliban beendet. Ich frage mich nur ob die nicht ruck zuck wieder an die Macht kommen wenn die Amerikaner abziehen. Dann geht alles wieder von vorne los.

    Saddam Hussein zu beseitigen war auch richtig. Auch wenn der Einmarsch auf Lügen basierte. Ich verstehe nur nicht warum in Syrien so lange zugeguckt wird wie jeden Tag Zivilisten abgeschlachtet werden. Ich habe da ganz schlimme Videos auf Liveleaks gesehen. Furchtbar was da abgeht. Dieses Morden gehört schnellstens gestoppt. Egal ob Assad Schuld hat oder die Rebellen. Der UN Sicherheitsrat ist doch nur ein Debattierclub. Alles blablabla. Ich würde mir hier ein schnelles Eingreifen der Amerikaner wünschen.

    Dieser Irre Kim gehört auch weg. Der lässt sein Volk verhungern und pumpt enorm viel Geld lieber in die militärische Entwicklung. Nebenbei hält er die Welt in Atem mit seinen Atombombendrohungen.

  3. Thomas

    Also man muss, dass alles mal ganz nüchtern betrachten und seine pro USA Brille mal absetzten. Die Amis sind die größten Schisshasen auf dem ganzen Planeten.

    -Länder, die eine Atombombe haben trauen sie sich nicht anzugreifen.
    – Das einzige Land, das jemals die Atombombe eingesetzt hat waren die USA.
    – USA hat die letzten Kriege alle verloren. Die bekommen einfach nix auf die Reihe.

  4. StefanStefan

    Ich sehe das ein bisschen anders. Wir können froh sein, dass wir die Amerikaner haben. Sie vertreten Werte wie wir, sind uns am ähnlichsten. Ohne diese Militär-Supermacht könnte uns Angst und Bange werden in einer Welt mit Ländern wie Nordkorea, Iran, Pakistan usw. Aber auch Russland und China sind nicht ganz ohne langfristig gesehen. Mir ist natürlich schon klar, dass die in erster Linie ihre eigenen Interessen verfolgen. Und dass da mitunter unlautere Mittel eingesetzt werden. Trotzdem sind mir die Amis lieber als diese Psychopathen wie Kim oder Ahmadinedschad.

    Was heisst auch „gewinnen“? Nur weil die Taliban feige Anschläge verüben in dem sie Autobomben zünden heisst das ja nicht, dass die Amerikaner in Afghanistan verloren hätten…

    Die letzte echte Niederlage war wohl wirklich Vietnam.

  5. Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog

    Wir werden es wohl nicht miterleben, daß die Welt ohne Kriege auskommt ! Das nächste Zeitalter der Kriege wird wohl um Rohstoffe wie z.B. Wasser geführt. Die Problematik ist einfach das System in dem wir global leben. Der Mensch von Natur aus ist nicht habgierig. Diese „schlechten“ Eigenschaften entstehen erst durch die aktuelle Gesellschaft und dem System in dem wir leben.

  6. Matthäus Piksa

    @Stefan

    Genau, ich sehe das ähnlich. Ohne das ich mich jemals verbissen in die Thematik eingearbeitet hätte, finde ich, dass die Amerikaner jahrzehntelang für die Sicherheit der internationalen Handelsrouten sorgten und hin und wieder auch dafür, dass das für die Wirtschaft so überlebenswichtige Öl weiter fließt. Daher war ich nie so naiv, die USA einseitig zu kritisieren.

    In einem Spiegel-Artikel, den ich neulich las, hieß es, das der Bundesnachrichtendienst der Ansicht sei, dass auch Deutschland vom dortigen Fracking-Boom profitieren wird. Ich halte das jedoch für eine gewagte Prognose (so die BND-Beamten denn überhaupt tatsächlich dieser Meinung sind). Denn wenn die Amerikaner sich außenpolitisch auf den asiatischen Raum konzentrieren und sehen, dass ihre eigene Rohstoffversorgung praktisch von Tag zu Tag gesicherter ist, dann sehe ich nicht, warum sie (militärisch) intervenieren sollten, wenn andere in Schwierigkeiten geraten, weil ölreiche und völlig unberechenbare Länder wie Iran, Irak, Venezuela etc. mal wieder völlig außer Kontrolle geraten.

    Vor diesem Kontext begreife ich auch warum die Bundesregierung Panzer bspw. an Länder wie Saudi-Arabien liefert. Saudi-Arabien ist schlichtweg ein verlässlicher Partner im ölreichen Nahen Osten. Realpolitisch macht das also durchaus Sinn, auch wenn Menschenrechtler den Vorgang kritisieren mögen.Übrigens sprach der Verteidigungsminister de Maiziere cleverer Weise nicht von dieser Versorgungssicherheit als Grund für die Rüstungsexporte dorthin, sondern von der Bedrohung, die vom Iran gegenüber Israel ausgeht.

    Was nämlich passiert, wenn islamistische Herrscher das Sagen haben oder wenn sich Vertreter der unterschiedlichen Strömungen in den Haaren liegen, sieht man am Bsp. Iran/Irak. Zu allem Überfluss kommt hinzu, dass diese Länder nicht nur ihr Potential nicht nutzen, sondern der Umstand, dass deren Bevölkerung dann auch denkt, wir seien ihre Feinde… Von einer Symbiose dergestalt, dass wir das Öl bekommen, weil wir es halt einfach brauchen und die das Geld, so dass sie in die Lage versetzt werden eine funktionierende Wirtschaft und ein funktionierendes Sozialsystem aufzubauen, sind wir doch Lichtjahre entfernt.

    Daher könnte ich mir vorstellen, dass die Bundesregierung außenpolitisch in Zukunft eine viel aktivere Rolle spielen wird, schlichtweg weil sich die Amerikaner, die ohnehin immer verärgert waren, weil sie platt ausgedrückt die Drecksarbeit leisten mussten, von der dann alle profitierten, zurückziehen.

    Ich halte die Eintrittswahrscheinlichkeit dieses von mir hier entwickelten Szenarios durchaus für nicht niedrig, auch wenn es natürlich auch anders kommen kann.

  7. Felix

    Zum vorherigen Eintrag.
    Ehrlich gesagt, ich glaube nicht an den „Edlen Wilden“ und seiner Vertreibung aus dem Paradies. Die Menschheitsgeschichte lehrt uns etwas anderes. Und nicht nur die Menschheitsgeschichte, sondern die gesamte Natur ist ein „Fressen und Gefressen werden“, da soll man sich nichts vormachen.
    Gerade der moderne Mensch hat durch das Projekt der Zivilisation das friedliche Zusammenleben enorm befördert.
    Freilich brechen immer wieder die Irrationalitäten durch und es finden Kriege statt. Die Barbarei in Deutschland ist gerade mal 70 Jahre her.

  8. Marc

    Und was haben die tollen Amis mit den Ureinwohnern(Indianern) gemacht? Jaja die Amis sind schon so tolle Typen! Achtung Ironie!

  9. Matthäus Piksa

    Die Amis handeln nach dem Prinzip des Utilitarismus. Vereinfacht gesagt handelt es sich dabei um eine ethische Form der Nützlichkeit einer Handlung. Und zwar geht es nicht um den Nutzen einer Handlung für ein bestimmtes Individuum, sondern um den Nutzen aller von der Handlung Betroffenen.

    Bsp. Irak: Im Idealfall wäre es so verlaufen, dass die Amerikaner dort einmarschieren, einen Diktator beseitigen und im Anschluss den Irakern helfen eine Demokratie aufzubauen. In der Folge würden amerikanische Ölunternehmen den Export des Öls in die USA und andere Erdteile befördern. Es wäre eine multiple Win-Win-Situation entstanden, bei der alle profitieren => Prinzip der Nützlichkeit.

    Wie wir wissen ist es etwas anders gekommen. Aber in der Theorie und auf dem Reißbrett klingt der Utilitarismus überzeugend.

  10. willihope

    @Tim
    willst du wirklich hier abhandlungen über den krieg haben? bringt doch nichts, seien wir ehrlich, der mensch kommt vom affen und so richtig hat er sich nur äusserlich weiter entwickelt!

    kriege wirds doch immer geben und zyniker auch.

    lass uns lieber über die ökonomie und das investieren reden und die schei… kriege aussen vor.

    ich war ja uch in usa unterwegs und habe gesehen wie ältere leute aufstehen um jungen soldaten im bus platz zu machen, sowas ist in europa und vor allem in deutschland total undenkbar! hier sind sie mörder.

    also bitte denk darüber nach das thema vom tapet zu nehmen!

  11. Matthäus Piksa

    @willihope

    Welch Glück, dass wir in einem freien Land leben, in dem man im Bus aufstehen DARF, wenn ein Soldat sich hinsetzen möchte, aber eben nicht aufstehen MUSS!
    Wenn ich da an so manch eine Militärdiktatur denke, kräuseln sich mir die Fingernägel.

  12. willihope

    @Matthäus Piksa
    auch in den usa gibt es dafür kein gesetz! es zeigt nur die wertschätzung die dem militär dort entgegen gebracht wird.

    also sie dürfen weiterhin sitzenbleiben! 🙂

  13. Matthäus Piksa

    @willihope

    Sie müssen eines wissen: Gerade wenn es um US-Soldaten geht, habe ich einen Einschätzungsvorteil, den man sich nicht anlesen kann. In der Region Ramstein/Kaiserslautern leben Zehntausende US-Soldaten inkl. ihrer Familien. Mich würde es nicht wundern, wenn es insgesamt, da sehr viele sesshaft wurden, 100.000+ sind. Es gibt ganze Stadtteile, zB in Landstuhl die Melkerei, die geprägt sind von den Amis. Überall sehen sie US-Autos mit US-Kennzeichen (die Kennzeichen wurden mittlerweile in unauffälligere geändert). Kurzum: Es ist einfach Little America!

    Ich kenne die Gegend seit meiner Kindheit. Jeder aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis kennt Amerikaner. Manche arbeiten für sie – Militärpolizei – Armeefeuerwehr – US-Hospital etc. Mind. zwei Schulfreundinnen aus meinem Abiturjahrgang sind mit Amerikanern verheiratet. Viele Hauseigentümer vermieten an die Amis, Immobilienmakler wollen an sie verkaufen, weil sie aufgrund ihres hohen Militäreinkommens in der Lage sind mehr auf den Tisch zu blättern usw. usf.

    Weil wir alle Englisch sprechen und geprägt sind von der US-Kultur (Fernsehen/Kino/Musik etc.) gibt es traditionell weniger Integrationsprobleme im Vergleich zu anderen Communities.

    Aber die Realität desjenigen US-Soldaten, der hier nur stationiert ist und auf seinen Einsatz wartet oder aber wieder zurückgekommen ist, sieht spätestens am WE so aus: Party/Saufen/das üppig vorhandene Geld aus dem Fenster rausschmeißen/ Pokern/Stripclubs/Shisha-Lounge etc. Und das sind keine Einzelfälle, so verhält sich die große Masse, wenn nicht alle.

    Fazit: Hier in der Pfalz ist das Verhältnis zu den Amerikanern professionell. Seit 70 Jahren sind sie hier und in dieser langen Zeit bauten sie ihren Luftwaffenstützpunkt nach und nach zu dem Dreh- und Angelpunkt ihrer militärischen Operationen schlechthin aus. Die US-Airbase in Ramstein ist mittlerweile das größte Headquarter der US Airforce, das die Amis außerhalb ihres eigenen Territoriums errichtet haben.

    Und nur nochmal zur Wiederholung und zur Vorbeugung von Missverständnissen: Ich bin pro-amerikanisch eingestellt. Des Weiteren stehe ich zu meinen vorherigen posts insb. den realpolitischen und geostrategischen Einschätzungen (s.o.).

    Wenn sie also bei ihrem US-Urlaub beobachtet haben, dass ein älterer Ami im Bus Platz gemacht hat für einen US-Soldaten, dann hat das fast etwas romantisches, nichts für ungut. 😉

    Ich für meinen Teil würde einfach sitzen bleiben, weil es für mich absolut nichts Besonderes ist, einem GI zu begegnen, es sei denn es wäre ersichtlich, dass der Soldat ein Invalide ist.

  14. StefanStefan

    @ Matthäus Piksa:

    Meine Großeltern haben auch in Ramstein gelebt. Sie hatten dort ein kleines Häuschen, ich war dort oft in meiner Kindheit. Die Gegend um Landstuhl herum kenne ich also auch ein wenig. Wenn ich mit meinem Vater im Garten Fussball gespielt habe sind immer mal wieder diese enorm lauten Transall-Maschinen über uns hinweggedonnert. Da hat man kein Wort mehr verstanden. Das ging durch Mark und Bein.

    So weit ich mich erinnere hatten die Menschen keine so gute Meinung von den Amerikanern. Zwar wurde an sie vermietet. Aber eher ungern da sie wohl oft hausten wie die Schweine. Da wurde schon mal im Wohnzimmer gegrillt usw. Nach einem Auszug wurde eine Komplettsanierung fällig.

    Klar kann man das nicht verallgemeinern. Allerdings findet sich bei der Armee wohl auch eher das untere Drittel aus der amerikanischen Gesellschaft wieder. (Ich will jetzt nicht Bodensatz sagen.)

    Im Irish Pub in Mannheim habe ich auch schon des öfteren mit Soldaten gesprochen. Die meisten haben ganz schönen Müll geredet und damit geprahlt, dass sie schon Menschen getötet hätten…

    Ich bin übrigens auch Pfälzer. Und Jurastudent. Glaube wir haben viele Gemeinsamkeiten. Gruss

  15. Matthäus Piksa

    @Stefan

    Ich kann es mir vorstellen, dass dir US-Soldaten erzählten, dass sie im Irak-Krieg Menschen erschießen mussten. Ich finde, dass das eine in gewisser Weise „neue“ Art der militärischen Unkultur ist (s.a. Prinz Harry, der damit prahlte Taliban-Kämpfer getötet zu haben).

    Zum Vergleich: Mein bereits verstorbener Großvater sprach nie darüber, ob und wenn ja wie viele Italiener er als Wehrmachtssoldat erschossen hat. Auch ist nicht überliefert, ob und wenn ja wie viele Russen seine beiden in Stalingrad gefallenen Brüder erschießen mussten.

    Gruß Matthäus

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