Der Crash kommt, ganz sicher


New York, 2. Juni 2013

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Irgendwann muss der Crash kommen. Seit vier Jahren läuft die Börse wie im Rausch nach oben. Der Dow-Jones-Index hat sich mehr als verdoppelt seit dem Tief im März 2009. Ein kräftiger Rücksetzer um zehn oder 20 Prozent ist jederzeit möglich.
Darüber zu orakeln, wann die Korrektur nun kommt, ist Zeitverschwendung. Denn das weiß niemand. Es kann in einem Jahr oder in einer Woche passieren.
Ich rate zum lockeren Umgang mit einem Crash. Es ändert sich nichts an den insgesamt guten Aussichten an der Börse. Der Dow-Jones-Index klettert um knapp zehn Prozent im langen Schnitt. Ich stelle mein Depot nicht um, meine Aktien bleiben langfristig liegen wie ein alter Schinken. Ich kassiere weiterhin Dividenden.
In ihrer Samstagausgabe warnt die „New York Times“, dass es zu euphorischen Exzessen an der Wall Street kommt. So seien Wertpapierkredite in Höhe von fast 400 Milliarden Dollar aufgenommen worden. Den Aktienkauf auf Pump in diesem Umfang habe es zuletzt im Blasenjahr 2007 gegeben.
Börsenexperte Joshua Brown glaubt, hinter den Wertpapierkrediten stünden zum Großteil Hedgefonds, die wüssten, was sie tun.
Wie dem auch sei, ich kann es nicht beurteilen. Ich sehe keine extreme Übertreibung in den Börsenkursen. Gleichwohl gehört eine Korrektur beziehungsweise ein kleiner Crash zu den ganz normalen Dingen an der Börse, die alle paar Jahre vorkommen.
Wenn es knallt, kaufe ich Aktien zu. Ich warte nur darauf. Der Rest ist mir egal.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Der Crash kommt, ganz sicher

  1. Markus

    Ein kleiner Crash wäre ganz ok. 😉

    Insgesamt habe ich allerdings die Befürchtung es knallt die nächsten Jahre ganz ordentlich.
    Allein das „starke“ Deutschland hatte 3 Währungsreformen in 100 Jahren. Bei den entwickelten Staaten stehen aber gleich fast alle Länder vor dem Staatsbankrott. Kleine Länder wären evtl. noch verkraftbar. Aber Italien, Frankreich, Japan oder USA…
    Geldmarktsparer wurden mehrfach enteignet.

    Eine exponentielle Funktion in einer begrenzten Welt benötigt zwangsläufig resets…

    Dem gegenüber steht die fin. Repression und das unbegrenzte Drucken von Geld. Die Schleussen stehen ja seit Lehmann offen, aber es könnte noch deutlich mehr Geld in den Aktienmarkt fliesen…

  2. Martin

    Diese Wertpapierkredite führen aufgrund von Margincalls zu mehr Volatilität. Selbst wenn man nichts am Depot ändert profitiert man bei Rückkäufen der Unternehmen von niedrigen Kursen. Ich bin also immer für niedrige Kurse, da ich noch etwas Zeit bis zur Rente habe. Hoffe der Crash kommt bald. 30% wären genial.

  3. DK

    „Wenn es knallt, kaufe ich Aktien zu. Ich warte nur darauf. Der Rest ist mir egal.“

    So ist es. Das Cash liegt schon bereit und wartet darauf eingesetzt zu werden.

    Einer meiner Dividendentitel steigt zwar stetig über viele Jahre an, es kommt jedoch jedes Jahr eine Korrektur zum Sommer hin. Jetzt sind es schon -7%.
    Ab August/September geht es wieder bis März/April hoch.
    Auch eine Möglichkeit Aktien zuzukaufen, falls man nicht auf den Crash warten möchte – wann auch immer dieser kommen mag.

  4. willihope

    also es ist noch weit und breit kein talk of the town in sicht, laut kostolany der zuverlässige marker für übertreibungen.

    sollte erstmal bis 9000 raufgehen bevor es dann wieder kräftig kracht, kleinere resets natürlich werden immer stattfinden, 30% halte ich für wunschdenken.

    trotzdem habe ich schon einige umgeschichtet, einfach weil es bessere chancen als den dax gibt. 🙂

  5. Michael C. Kissig

    Die „Prophezeihung“, dass in der Zukunft mal wieder ein Crash passieren wird, dürfte mit an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit eintreffen. Allerdings sehe ich die Ausgangslage nicht ganz so „dramatisch“ wie Tim, denn er hat den absoluten Tiefststand des Crashs 2009 als Basis gewählt, um von diesem die Performance bis zum heutigen Tag zu berechnen. Kann man machen. Allerdings war das damals eine enorme (negative) Übertreibung im Markt, die sich auch zügig wieder abgebaut hat. Wirkt ein bisschen wie das Vergleichen von Äpfeln und Birnen und man sollte daher lieber den Tiefpunkt eines Crashs und den Hochpunkt einer Hausse in unterschiedlichen Jahren miteinander vergleichen. Und schaue ich mir das Allzeithoch von 2007 an, also vor dem Crash, und vergleiche sie mit den heutigen Höchstständen, dann hat der Dow Jones von 14.000 auf 15.500 Punkte zugelegt. Ganze 10 Prozent in 6 Jahren, das ist eher mickrig und kann nicht einmal die Inflation kompensieren. Und ob man diesen Kurszuwachs als Übertreibung definieren sollte, halte ich zumindest für zweifelhaft. Aber wie sagte schon Karl Marx? „Der Standpunkt bestimmt die Perspektive“. 😉

  6. Markus

    30% Crash wäre ok. 50% evtl. auch noch.
    Aber darüber hinaus wird es dann schon recht ungemütlich.
    Bin da wohl am negativsten von „allen“ hier eingestellt.
    Laut Wahrscheinlichkeitsrechnungen wird die Währungsreform 2017 die 50% Marke übersteigen. In 20 Jahren ist sie bei 100 % Wahrscheinlichkeit.
    Ob man diesen Wahrscheinlichkeitsrechnungen trauen kann, steht auf einem anderem Blatt.

    Wann hat je ein Staat seine Staatsverschuldung über sparen abgebaut? 😉

  7. Matthäus Piksa

    Ich habe im März eine Dax-Buchwert-Analyse der FAZ zum Anlass genommen, die ermittelten Werte in einen Chart zu übertragen. Das Ergebnis sieht man hier.

    So viel schon mal vorab: Der Dax steht über den Buchwerten seiner 30 Unternehmen, von einer Überhitzung wie es Anfang 2000 und Mitte 2007 gab, sind wir aber noch weit entfernt.

  8. Anna

    @ Martin und Markus
    Ihr zwei habt noch keine 30 oder 50 % Kurseinbruch erlebt, stimmts?
    Da brauchts Nerven, jeden Tag wird es schlechter, dann freut man sich über ein halbes Prozent Plus, danach gibt es umso heftiger wieder eine auf die Nuss… Es hört und hört nicht auf…
    Am 9.3.09 hatte ich die 50 % erreicht. Aber das das der Tiefpunkt war, weiß man erst nachher.
    Im Herbst 2008 hatte ich einiges investiert und konnte später nur noch zuschauen.
    Gute Nerven, eine gewisse A….ruhe und kein nervöses Umfeld sind sehr von Vorteil.
    Den passenden Einstiegspunkt erwischt man nicht. Beispiel Leoni: Gekauft Herbst 08 für ca. 14 Euro, später bis unter 7 Euro noch gefallen…
    Auf 50 % Miese habe ich keine Lust mehr.
    VG Anna

  9. Ulrich Eckert

    40 bis 50% wäre heftig und es fehlt mit das auslösende Großereignis. Die Bewertungen sind aber bei den Blue Chips noch nicht jenseits von gut und böse und durch internationale Expansion sind auch die Wachstumsaussichten da.

    Wenn aber einmal die Dämme nach unten durchstoßen ist alles möglich. Jedoch gehe ich davon aus, dass wir vor allem bei amerikanischen Werten neue Höchstkurse mittelfristig sehen.

    Aber man weiß nie an der Börse und mal schauen wie stark ich bei einem großen Rücksetzer wirklich bin;).

  10. Andreas

    Wenn der passende Auslöser kommt ist sicher ein Crash mit 20 % – 30 % Möglich – ich versuche bis dahin genügend Liquidität zu halten um den Rücksetzter zum Einsteigen zu nutzen 🙂
    Also ich kann mich zurzeit über steigende Kurse freuen, da ich genug Aktien habe die dadurch mehr Wert werde, und freue mich genauso über fallende Kurse, da ich dann meinen Kaufkursen näher komme und so günstig nachkaufen könnte – eine ganz angenehmen Lage wie ich meine 😉

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