Dax, Dow, S&P: Sorgen im Börsenhimmel


New York, 25. Januar 2014

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Mensch! Es knirscht im Gebälk. Am Freitag sausten die Weltbörsen in den Keller. In Argentinien und der Türkei mehren sich die Sorgen. Währungskrisen sind im Anmarsch.
Der Dax erlitt am Freitag den größten Tagesverlust seit Juni. Der Index schrumpfte um 2,5 Prozent auf 9.392 Zähler. Der deutsche Wochenverlust immerhin 3,6 Prozent.
Ähnlich mies ist die Stimmung in New York, wo übrigens eine Eiseskälte die Stadt heimgesucht hat. Der Dow plumpste am Freitag um 320 Punkte. Fast zwei Prozent weniger. Auf Wochensicht summiert sich das Minus auf 3,5 Prozent. Es war eine der schlechtesten Wochen seit 2011. Oben sehen Sie in der Illustration den Dow Jones der vergangenen 4 Wochen (Quelle: finanzen.net).
Es genügt eben nicht, in die Wirtschaft endlos Geld zu pumpen. Die Gelddruckerei ist keine Lösung für alle Probleme. Die amerikanische Notenbank FED mag das Problem der Illiquidität gelöst haben, aber nicht alle brenzligen ökonomischen Herausforderungen sind gelöst. Langzeitarbeitslose, Unterbeschäftigte, Geringverdiener – deren Anzahl sinkt nicht wie erhofft.
Es war ja fast zu gut, um wahr zu sein. Voriges Jahr schnellte der S&P-500-Index um 32 Prozent nach oben (einschließlich der Dividende). Im Jahr 2009 waren es plus 26 Prozent, 2010 plus 15 Prozent, 2011 plus zwei Prozent, 2012 plus 16 Prozent. Fünf Jahre in Folge geht es rauf. Ein perfekter Bullenmarkt. Es kam mir vor wie im Garten Eden. Sehen Sie sich hier die Jahreszuwächse an.
Grundsätzlich ist es so: Beben in der Tat die Kurse irgendwann, schlägt die Stunde der Schnäppchenjäger. Krisen sind ein Paradies für Value-Anleger. Kommt es zu einer Krise? Es kann sich „nur“ um eine Korrektur handeln. Was kommt, weiß ich nicht. Ob Krise oder Korrektur – keine Ahnung. Warten wir ab. Jedenfalls nimmt die Nervosität zu.
Mich regt das nicht auf. Im Gegenteil. Ich habe mich daran gewöhnt. Ich bin Langfristanleger. Ich sitze jede Korrektur, jede Krise aus. Kommt es ganz schlimm, kaufe ich nach. Ich schaue Jahrzehnte nach vorne. Und nicht Tage, Wochen oder Monate.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Dax, Dow, S&P: Sorgen im Börsenhimmel

  1. Felix

    Mich erstaunen immer Sätze wie diese : „Die Gelddruckerei ist keine Lösung für alle Probleme. Die amerikanische Notenbank FED mag das Problem der Illiquidität gelöst haben – aber nicht alle Herausforderungen sind gelöst. Langzeitarbeitslose, Unterbeschäftigte, Geringverdiener – denen geht es nach wie vor nicht richtig toll.“
    Gab es auf der Welt je einen Zeitpunkt, wo „alle“ Probleme gelöst waren? Ich denke nicht.
    Auch Langzeitarbeitslosen, Geringverdienern usw. geht es quasi per Definition „nicht so richtig toll“.

  2. Markus

    So ein lustiger Börsenbrief prognostiziert ja einen extremen Crash Ende Januar…
    Er verweist unter anderem auf Aussagen von Icahn und Maschmeyer…

    Mal sehen, meistens bekommen die Recht wenn man nur oft genug die Prognose wiederholt…

    40 % gegen Norden wären zwar extrem unschön, aber wenn man schon Dotcom und Subprime ausgehalten hat ohne zu verkaufen, dann wird ein langfristiger buy & hold Investor jetzt auch nicht anfangen zu timen.
    Aus- und Einstiegszeitpunkte zu planen, wenn man weiß, dass der Zug bis jetzt immer langfrisitg nach oben tuckelt und gleichzeitig ein verpassen der 10 besten Börsentage im Jahr das ganze Anlegerjahr zu nichte machen kann, ist wohl Selbstüberschätzung.

    Ich glaube nicht an „Experten“. Ich glaube ans „Durchwurschteln“ der Menschheit. 😉

  3. tim schaefertim schaefer

    @ Markus

    Das sehe ich genauso. Die Menschheit geht zwei Schritte voraus und einen zurück.

    Jetzt kommt der Schritt zurück. Der Börsenboom war wohl einen Tick zu schnell.

  4. Markus

    Also wegen den paar Prozent fliegen doch noch keine Fetzen.

    2008 hat Faber auch was von fließendem Blut auf der Straße gefaselt…

    Stark emotionale Ausdrücke helfen den wenigsten.

  5. Tino

    Die Kurve gefällt mir 🙂 mit dem Schlitten ist die Aussicht auf Täler auch besser als auf Berge.

  6. Markos

    Sehe ich genauso wie Du Tim. Als Langfrisanleger kauft man sich solide Dividendenzahler und lässt diese einfach über Jahrzehnte im Dividenden Depot und wenn es eine Korrektur gibt, dann kauft man neue Anteile der soliden Dividendenzahler nach.

  7. Tino

    Zitat Börse Online „Bei 9425/30 Punkten bilden die gestrigen Tageshöchstkurse heute eine erste schwache Unterstützung, bei 9345 Zählern folgt das gestrige Tagestief. Die Untergrenze des eingangs erwähnten Kurskorridors bei aktuell rund 9315 Punkten dürfte zusammen mit dem bisherigen Korrekturtief vom Montag bei 9310 Zählern eine stärkere Haltezone darstellen. Bricht der DAX deutlicher ein, ist aber noch nicht alles verloren.“

    Hallo?! Das ist eine Aneinanderreihung von lächerlichen Wortschöpfungen gepaart mit Kaffeesatzleserei, und der Artikel geht so munter weiter, mit so klar eintretenden Ereignissen hoher Wahrscheinlichkeit, Expertenwarnungen. Was ist am Ende die Information für den geneigten Leser? Wenn der DAX noch deutlicher einbricht, bin ich am Ende, muss mein Depot auflösen, Lebensmittel auf Vorrat kaufen, oh mein Gott!? Haltezonen kenn ich aus der Verkehrsplanung, Tiefs vom Wetterfrosch, ne ne, auf was man alles stößt im www.

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