Das Problem mit der gesetzlichen Rente


New York, 18. Oktober 2013

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Früher sind die Menschen nicht alt geworden. Ein paar Jahre nach dem Antritt des Ruhestands starben sie. Die Zeiten haben sich geändert. Ein neugeborenes Mädchen wird heute in Deutschland fast 83 Jahre alt. In Japan haben Frauen eine Lebenserwartung von 86 Jahren. Auf Sardinien werden heutzutage massenweise Senioren schon über 100 Jahre alt.
Eine große Herausforderung wird angesichts dieses Trends sein, wie die Senioren ihr Leben finanzieren können. Allein auf die gesetzliche Rente in Deutschland sollte sich niemand verlassen. Einfach NIEMAND! Das wäre ein Fehler.
Sie sollten mehrere Säulen für das Alter aufbauen. Die gesetzliche Rente kann vielleicht als ein Grundschutz dienen. Daneben rate ich, auf ein Investmentportfolio, ein abbezahltes Eigenheim und andere Assets zu setzen.
Ihre Schulden sollten Sie im Idealfall bis zum Rentenantritt alle getilgt haben. Die eigenen vier Wände haben im Alter zu haben ist von Vorteil. Zum einen haben Sie die Kosten weitgehend im Griff, weil Sie keine Miete zahlen müssen (allerdings fallen Instandhaltungskosten an). Zum anderen geht einem der Vermieter nicht auf den Wecker. Zur Zeit gehen die Mieten durch die Decke, der nächste Ärger ist also programmiert.
Wer nicht ausreichend vorsorgt, muss wohl einen Teilzeitjob annehmen, um über die Runden zu kommen. Wenn Sie gesund sind, ist das ehrlich gesagt nicht das schlimmste Szenario, sofern die Arbeit Spass macht.
Am einfachsten wird es mit der Rente, wenn Sie während Ihres Arbeitslebens etwas Geld zurücklegen. Ständig mit dem Arbeitskollegen oder Nachbarn um das tollste Auto oder den besten Luxusurlaub zu konkurrieren, ist nicht eine gute Idee, glaube ich. Die ganze Angeberei rächt sich eines Tages. Jeder kennt doch irgendwo so einen „Prahlhans“. Aus dem wird im Alter ein „Schmalhans“.
Wer nicht regelmässig etwas zurücklegt, jeden Monat im Idealfall, muss mit einem harten Brot rechnen. Im Endeffekt weiß jeder, es reicht eben nicht, sich ausschließlich auf die gesetzliche Rente zu verlassen.
Zusätzliche Sparformen wie die „Riester Rente“ genügen ebenfalls nicht, um die Versorgungslücke zu schließen. Das gibt die Bundesregierung offen zu. Sie sollten also unbedingt mehr sparen. Je früher Sie damit anfangen, desto besser.
Ich weiß, es ist unfair. Gerade die junge Generation muss malochen und sparen wie verrückt.
Ich weiß, über das Eigenheim wird in diesem Blog gerne gestritten, ob es nun zum Vorteil oder Nachteil ist, eines zu haben.
Ich glaube, über eines sind sich die meisten Leser hier im Blog einig: Lieber Schmalhans als Prahlhans sein. Das macht die Sache einfacher.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Das Problem mit der gesetzlichen Rente

  1. Markus

    Die Menschen haben teilweise auch ganz unterschiedliche Vorsorgebedingungen:
    – Evtl. gibt es ne Wohnung oder Haus von den Eltern
    – Evtl. will trotzdem jemand was eigenes bauen
    – Evtl. wurden viele LV`s oder Riester schon abgeschlossen und es ist dadurch weniger cash verfügbar
    – Studium oder – Arbeiterleben machen große Unterschiede aus
    – Kariere, Bildung, Kinder, Familie, Scheidung, Gesundheit, Absicherung beeinflussen die Anlagestrategie und Risikobereitschaft usw….

    Es muss investiert und gespart werden, mit Anlagen, die wenigstens die Inflation, Kosten und Steuern ausgleichen können!

  2. Felix

    Der dritte Absatz erinnert mich an den schönen Spruch:
    Geld allein macht nicht glücklich – man sollte auch Aktien, Gold und Immobilien haben.

    Was wohl die berühmte alleinerziehende Frisörin mit 5 € Stundenlohn au s diesem Rat macht?

  3. Markus

    @Felix

    5 € Stundenlohn sind nicht korrekt!

    Man könnte jetzt fragen:
    – Ist sie selbst schuld, weil sie viele Entscheidungen im Leben so getroffen hat?
    – Ist das Elternhaus schuld, da diese schlechte Vorbilder und Lehrer waren?
    – Ist das System schuld, da es einen Niedriglohnsektor nicht bekämpft?
    – Sind die Kunden schuld, die nicht bereit sind mehr für die Frisuren zu bezahlen oder mehr Trinkgeld zu geben?

    Im kapitalistischen System gibt es zwangsläufig Verlierer. Jeder normale Deutsche beschäftigt unbewusst eine große Anzahl an Sklaven. Was glaubt Ihr, wo das Kobalt für die ganzen Smartphones herkommt???

    Was steht der imaginären Dame im Weg, den Meistertitel zu machen, umzuschulen, Nebenjobs zu machen, das Kind bei den Großeltern für ein paar Stunden unterzubringen und viele weiter Möglichkeiten mehr, wenn man denn Motivation und Durchhaltewillen hat? Ideen und Gedanken kann sich jeder in einem so freiem Land machen, nur sind viele zu faul dazu. Wenn man bereits einige falsche Entscheidungen getroffen hat, ist es evtl. nicht leicht, diese zu korrigieren.

    Aber deutliche leichter als im Kongo.
    Wo fängt Gerechtigkeit und Fairness an und wo hört sie auf???

  4. Felix

    @ Markus
    Es ist mir schon klar, dass wir in der ersten Welt auf der Sonnenseite leben und uns den Kopf zerbrechen, ob wir in einem Alter, das Menschen aus der 3. Welt erst gar nicht erreichen werden, uns denn noch alles werden leisten können. So ungleich wie der Reichtum auf der Welt verteilt ist, so ungleich ist er auch in den einzelnen Ländern verteilt. Während die einen nicht wissen, wie sie über den nächsten Tag kommen sollen, machen sich andere Sorgen, ob sie sich auch im Alter noch die Karibik-Kreuzfahrten und die Schweizer Skiurlaube leisten werden können.

    Während die einen im Mittelmeer vor Italien absaufen, bestellen sich die anderen gerade in Italien ihren Ferrari. Mit persönlicher Leistung hat das alles wenig zu tun.
    Ich habe mir inzwischen abgewöhnt zu glauben, dass ich daran etwas ändern könnte. Also mache ich einfach mein Ding.

  5. Roter Franz

    Hier geht es nicht um den Karibikurlaub oder sonstigen unnötigen Luxus. Wer heute spart, muß sich morgen nicht die Frage stellen ob er sich ein Gebiss leisten kann oder ein neues Hüftgelenk bekommmt.

    Eine krasse 2 Klassen Medizin wird kommen, so oder so.

  6. Markus

    Verschiedene Klassen entstehen auch oft durch unterschiedliches Klassendenken.

    Während sich das „Opferdenken“ immer wieder über das böse Schicksal beschwert, sucht das „Täterdenken“ nach möglichen Lösungen oder womöglich, der eigenen Schuld an dem Dilemma…

    Ob Friseusinen, teure Mietwohnungen in Muc, Reichtum, 2 Klassenmedizin, Rente…
    Es hat einen sehr großen Einfluss, ob jemand abends noch lernt, liest und weiterbildet, oder ob er mehrere Stunden vor der Glotze sitzt und über das böse Schicksal schimpft, wo er ja niemals und zu keinem Zeitpunkt beeinflussen konnte…

    Reichtum bedeutet Verantwortung. Wenn jemand diese nicht vertrauensvoll übernimmt, ist das sehr schade und wirft ein allgemein schlechtes Bild auf das Thema. Wenn jemand keine Verantwortung für seinen eigenen Entscheidungen übernehmen will, muss man dann Mitleid mit ihm haben? Wie soll derjenige erst Verantwortung für mehrere Personen übernehmen?

  7. Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog

    @Markus:
    Da gebe ich Dir zu 100% Recht. Ich schaue fast kein TV mehr, dafür bilde ich mich Abends aber weiter und es macht wirklich Spaß.

    Mein Dividenden Depot entwickelt sich sehr gut und ich lerne im Bereich Internet Marketing von Jahr zu Jahr immer mehr hinzu, so dass alleine die Internet Einnahmen schon 5stellig p.a. sind.

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