Das Leben im Hamsterrad: Warum brechen nicht mehr Menschen aus dem Konsum-Gefängnis aus? Spare und Investiere Dich in die Freiheit


New York, 8. Februar 2018

Kaufen, Kaufen, Kaufen. Manchmal setzt der Verstand aus.


Sei mal ehrlich: Ist Arbeit nichts außer ein Gehalt? Du kriegst im Job Aufgaben gestellt. Du hast eine gute Arbeitsmoral und erledigst die Arbeit. Aber da ist kein tieferer Sinn dahinter. Gut, jeder definiert Arbeit anders. Aber ich sehe fast nur die Arbeit und das Geld.

Für Deine Arbeit bekommst Du einen Lohn. Es ist eine Verpflichtung. Dein Geist ist programmiert für fünf Tage in der Woche jeweils acht/neun Stunden lang. Es ist eine programmierte Zeitverschwendung. Eine stetige Zeitverschwendung. Lähmt Dich der Gedanke daran nicht?

Ich dachte immer: Wenn ich nicht arbeiten müsste, würde ich meine Zeit mit so vielen lohnenswerten Beschäftigungen verbringen. Ich kann die Menschen, deren ganzes Leben sich um Arbeit dreht, nicht verstehen. Ich akzeptiere es, wenn es etwas ist, worfür Du leidenschaftlich bist. Aber das ist selten der Fall. Das letzte Mal, als ich versucht habe, meine Leidenschaft in einen Job zu verwandeln, hat es meine Freude an dieser Leidenschaft zerstört. Es gibt eigentlich nicht einen Traumjob. Oder nenne mir einen?

Es ist nicht der einzelne Job, mit dem ich wirklich ein Problem habe. Es ist die Verpflichtung dazu, seine Zeit zu opfern. Es ist Lebenszeit, die Du verschwendest.

Ich habe das Gefühl, dass mit der Masse etwas nicht stimmt. Ich möchte mich hier nicht absetzen von anderen. Ich bin Teil davon. Ich habe selbst genug Fehler gemacht. Ich bin nur das Produkt dessen, was meine Eltern geschaffen haben.

Trotzdem stelle ich mir oft die Frage, warum bei vielen Menschen das Leben aus der Spur gerät. Sie arbeiten für den Chef. Sie wollen in der Welt der Erwachsenen klarkommen. Sie wollen eine Welt haben, in der sie Verantwortungen übernehmen. Was ich aber sehe: Sie arbeiten für immer. Sie sind abhängig von der Arbeit. Vom Einkommen. Vom Chef.

An Ruhestand ist kaum zu denken. Gut, sie wollen die Karriereleiter hinauf klettern. Aber das Mehr an Einkommen geben sie gleich wieder aus. Es wandert in den Konsum. Wohnen, Auto, Urlaub, Möbel, Mode, Elektronik, Plunder. SIE GEBEN ALLES AUS. Es ist ein Hamsterrad aus Arbeit und Konsum. Kaum einer schafft es, aus dem Gefängnis auszubrechen. Ich frage mich, warum sich so wenig Menschen darüber Gedanken machen. Es ist ein seltsames System. Mich wundert, dass es funktioniert und keine Revolution ausbricht. Jeden Tag fahren sie brav zur Arbeit.

Der einzige Ausweg, so weit ich es beurteilen kann, ist stetig zu sparen und zu investieren, um schließlich die eigene Freiheit kaufen zu können. Ich tat genau das. Meine Eltern haben mir das Sparen schon als Kind beigebracht. Ich brachte mir das Investieren selbst bei. Es dauerte zwei Jahrzehnte. Dann war ich am Ziel. Ich war finanziell frei.

Während dieser zwei Dekaden habe ich nicht viel darüber gesprochen. Ich habe stur gespart und investiert. Meine Schlussfolgerung war, so hart wie möglich zu arbeiten, um frei zu werden. Die Kosten im Griff zu haben. Ich wohnte in WGs und im Studentenwohnheim. Die Freiheit kommt dann von alleine. Ich arbeite heute nicht mehr Vollzeit. Sondern nur noch als Journalist auf freier Basis. Ich bin im Prinzip ausgestiegen aus dem System. Mein Leben besteht aus Sport, Hobbys, Lesen, Familie, Freunde, Reisen.

Mehr Freizeit zu haben, ist kultig. Deine Gesundheit wird es Dir danken. Es ist großartig, aber hier ist ein komischer Teil: Du hast trotzdem schlechte Tage. Es ist kein Paradies. Aber insgesamt ist es entspannter. Ich fühle mich besser.

Meine Einstellung bestand schon immer darin, Probleme zu erkennen und anzupacken. Ein Ziel stecken und Vollgas geben ist mein Motto. Ich wollte einen Ultra-Marathon bewältigen. Also tat ich es. In New York leben zig Millionen Menschen. Aber nur 131 Läufer schafften die Strecke an diesem Tag im Central Park. Ich landete auf Rang 35. Da seht ihr, was für eine Kämpfernatur ich bin. Es ist aber – ganz ehrlich – keine große Kunst: Es ist nichts Besonderes. Es ist nur ein Trainieren des Willens nötig.

Saugt Dir Dein Job alle Energie weg? Dann schau Dich nach einer anderen Stelle um. Spare und Investiere. Finde einen besseren Job. Oder bleib dort beschäftigt und löse das Problem mit Deinem Chef oder den Kollegen.

Ich habe das Gefühl, dass viele Menschen ihre Probleme nicht lösen. Sie leben in einem mentalen Unwohlsein. Es schwebt eine Wolke von Trostlosigkeit über ihnen. Schau Dir den Konsum von Drogen, Medikamenten, Alkohol, Zucker, Kalorien an. Oder den übertriebenen Medien-Konsum an. YouTube und andere Websites ziehen sie an (mich auch). Meist ist es sinnlos. Es macht süchtig und ist weitgehend hirnlos. Wir haben in Deutschland einen Bewegungsmangel.

Hier siehst Du die Zunahme von Schmerzmitteln, die von Ärzten verschrieben werden:

Die Menschen fühlen sich niedergeschlagen. Warum machen die Menschen nicht schneller den Übergang vom Arbeitsleben in den Ruhestand durch? Das wäre doch ein Ziel. Du kannst morgens ausschlafen. Anstatt im Bürostuhl zu sitzen, gehst Du joggen, wandern, Radfahren. Du kochst, putzt, liest. Die Menschen fühlen sich so schlecht. Aber niemand scheint auszubrechen zu wollen. Das ist seltsam.

Sie leiden unter körperlicher Faulheit. Depression grassiert. Sie tauschen ihre Lebenszeit gegen einen Job und Lohn ein. Sie sind aber enttäuscht. Sie mögen die Arbeitsumgebung nicht. Sie entdecken nicht, dass sie durch Sparen und Investieren früh aufhören könnten und in Rente gehen könnten. Sie erkennen nicht, dass Arbeit kein dauerhaftes Glück oder Zufriedenheit bringen wird. Sie kommen nicht drauf. Die Denkweise und das Verhalten der Masse ist schon komisch.

Trotz der Probleme werden die Menschen immer älter. Nur sparen sie nicht für den längeren Ruhestand:

Familien kämpfen ums Geld. Wenige verhalten sich verantwortlich, wenn es um die Finanzen geht. Ja klar, die meisten Menschen haben einen guten Charakter. Sie hassen niemanden. Sie haben zwischenmenschlich keine ernsthaften Probleme. Aber sie haben ein Problem mit Geld.

Anstatt zu konsumieren wie ein Irrer kann ich dir nur raten: Mach langsam. Gib nicht alles aus. Ein einfaches Leben ist kraftvoll.

Anstelle eines teuren Neuwagens entschied ich mich immer für Gebrauchte. Seit über einer Dekade habe ich kein Auto mehr. Ich wiederhole mich im Blog. Ich weiß. Ich möchte Dir aber vollständig offenlegen, wie ich dahin kam, wo ich bin.

Schau Dich um. Die Nachbarn sind Immobilienmakler, Bauarbeiter, Elektriker, Controller… Sie kleiden sich modisch, fahren flotte Autos, sie wohnen schön. Sie sind aber in Wahrheit dauerhaft pleite.

Sie nutzen den Zinseszins nicht. Du kannst das mit Immobilien machen. Oder mit ETFs oder Aktien. Einsteigen und laufen lassen. Es werden Schneebälle werden, sie werden größer und größer. Sie werden zur Lawine. Die Aktienmarktkorrektur bietet neue Chancen. Die Volatilität arbeitet zu Deinem Vorteil, wenn Du Geduld hast. Verkaufe nie in einer Panik. Das ist ganz wichtig.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Das Leben im Hamsterrad: Warum brechen nicht mehr Menschen aus dem Konsum-Gefängnis aus? Spare und Investiere Dich in die Freiheit

  1. Hilda

    Deine Artikel verwirren mich langsam. Ich für meinen Teil gehe sehr gerne zur Arbeit! Meine Kollegen, meine Freunde, das Umfeld, meine Tätigkeit… ich kann mir ein anderes Leben gar nicht vorstellen! Nur Freizeit, Reisen, Hobbys und Ausschlafen, das wäre nichts für mich! Nach jedem Urlaub bin ich immer wieder froh, an meinen Arbeitsplatz zurückzukehren. Wenn ich an meinen zukünftigen Ruhestand denke… einfach grauenhaft!

  2. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Hilda

    Dann bist Du wohl die große Ausnahme. Die Mehrheit ist nicht glücklich mit dem Job, wenn Du Dir die Statistiken anschaust.

  3. Florian

    Am Anfang des Artikels entdecke ich mich wieder.

    Ich arbeite im IT-Bereich. Fachlich finde ich das Thema höchst interessant. Der Haken kommt jetzt: Spass macht es mir dann, wenn ich mich aus eigenem Antrieb mit IT-Themen befassen kann, ich keinen Zeitdruck habe, mir das Pensum selbst einteilen kann. Wenn ich darf, aber nicht muss.

    Aber sobald die folgenden „Muss“-Dinge dazukommen hörst es auf mit dem Spass:

    Unter Zeitdruck arbeiten müssen
    Den Takt von aussen vorgesetzt bekommen
    In langatmigen Telefonkonferenzen sitzen müssen
    Dokumente schreiben zu müssen, die keiner lesen wird
    Sich in taktischen Spielchen wiederfinden müssen
    Unrealistische Erwartungshaltungen ausgesetzt zu sein
    Die ewig gleichen Diskussionen führen zu müssen

    Ich bin für mich zu der Überzeugung gekommen, dass es für mich nicht der goldene Weg ist, ein Hobby oder eine Leidenschaft zum Beruf machen zu müssen. Spätestens dann wäre es nämlich wohl keine Leidenschaft mehr.

     

  4. Raphael

    Also nein, Tim, da bin ich komplett anderer Meinung als Du.

    Wenn Dir der Job keinen Spaß macht, gibt es einen Trick: Mach dein Hobby zum Beruf und du wirst nie wieder arbeiten müssen.

    Ich könnte mir so viele Berufe vorstellen, die mir viel Spaß machen würden z.B. Ingeneur, Informatiker, Polizist, Feuerwehr, Rechtsanwalt, Chemiker, Statistiker usw usw.

    Ich selbst bin Arzt und Forscher und arbeite unglaublich gerne. Ich habe nicht vor frühzeitig mit meiner Arbeit aufzuhören. Da würde mir einfach ein unglaublich herausfordernder, spannender und erfüllender Teil meines Lebens fehlen.

  5. Florian

    @Raphael: Da haben wir wohl fast zeitgleich kommentiert zum Thema „Hobby zum Beruf“ machen 🙂

    Mir machen Hobbys auch aus dem Grund viel Freude, weil ich völlig frei in der Entscheidung bin, etwas zu tun oder zu lassen – eben weil es mir Spass macht und nicht weil Chef / Kunde / Auftraggeber / Kollege / Projektleiter / Sponsor etc. etc. vorgeben, wann, wo, wie ich etwas zu liefern habe.

    Ich habe zu Studienzeiten einfach aus Eigeninteresse und Motivation eine – für unsere Verhältnisse – exotische Fremdsprache gelernt. Nicht weil ich damit meinen CV aufpolieren wollte, sondern weil es mir einfach Spass gemacht hat. Immer wieder habe ich von allen Seiten gehört, dass ich mir unbedingt einen Job suchen soll, in dem ich die Sprachkenntnisse brauchen kann.

    Das habe ich auch gemacht – und siehe da, die Freude war schnell weg. Es ist ein Unterschied, ob man aus Lust und Laune mit Menschen in deren Sprache kommuniziert, oder ob ein Chef am Montag um 8:15 die Anweisung gibt, dass ich bitte gefälligst einen Anruf zu tätigen und bestimmte Dinge in der Fremdsprache auszuhandeln.

  6. Flo

    Ich finde tim s haltung zum Konsum inspirierend. Bei der Bewertung der Jobzufriedenheit liegt er aber falsch und er schreibt das Leben vieler Leute “runter“.
    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/279515/umfrage/zufriedenheit-mit-dem-beruf-in-deutschland/

    Das kann ich subjektiv bestätigen, ich bin selbständiger anwalt und meine partner und ich lieben unseren job. In meinem umfeld lieben die leute ihre jobs (ärzte, verwaltungsangestellte, Lehrer, Verkäufer, Gründer, etc)

     

  7. Bankenmärchen

    Ehrlich gesagt mag ich meinen Job auch total gern… der erfüllt mich und ich gehe gern hin. 🙂

    Trotzdem muss ich immer auch mal wieder daran denken, dass man in dem ganzen Alltag sein Leben vergisst… du arbeitest um deine Rechnung zu bezahlen, die dadurch entstehen, dass du dir Sachen kaufst, die du brauchst um deinen Alltag zu vergessen… irgendwie ironisch, nicht wahr? 🙂

  8. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Raphael

    Mir geht es so gut wie nie zuvor. Meine Ernährung ist viel besser. Meine körperliche Aktivität: Bewegung. Sport. Mein Schlaf wird besser.

    Mir ging allein schon das Aufstehen und lange Pendeln zur Arbeit auf die Nerven.

    Ich gehe lieber Spazieren, Joggen, Gewichtheben, Lesen. Statt in Zügen, Autos, Büros zu sitzen. Ich laufe fast täglich am East River im Park entlang. Das ist so friedlich.

    Ich möchte mir meine Zeit so einteilen, wie ich mag. Ich reise, nehme den Laptop mit. Wenn ich etwas arbeiten will, dann mache ich das. Wenn nicht, dann nicht. Diese Freiheit zu haben ist so schön. Das spricht ja @Florian schon an.

    Jeden Tag in der Natur zu sein ist was Herrliches.

  9. Florian

    Noch ein Nachtrag:

    Ich halte es für einen großen Luxus und – für mich – ein erstrebenswertes Gefühl der Freiheit, wenn ich eben selbst entscheiden kann, wann ich etwas tue und wann nicht.

    Auch wenn ich ein Thema oder eine Tätigkeit grundsätzlich interessant finde, so ist der Mensch eben mal keine Maschine, der auf Knopfdruck funktioniert und volle Leistung bringt. Mir geht es oft so, dass ich in 2 Stunden (die ich mir selbst aussuchen kann) mehr schaffe, als wenn ich 8 Stunden in einem bestimmten Zeitraum funktionieren muss.

    Es gibt einfach Tage, da bin ich nicht kreativ und es fällt mir schwer, konzentriert an einem Thema zu arbeiten, wenn ich zu normalen Zeiten im Büro bin.

    Oft ist es aber so, wenn ich mich dann nach einen Spaziergang am Abend zu Hause nochmal hinsetze, dass ich dann in 2 Stunden erstaunliche Ergebnisse produzieren. Mehr und in besserer Qualität als in den 8 Stunden im Büro.

    Kann man ja auch bei Kollegen beobachten. Die 2 Stunden nach dem Mittagessen im Büro sind oftmals verschwendete Zeit. Es hat ja mal jemand gemessen, wieviel Zeit man von den 8 Stunden im Büro im Durchschnitt wirklich produktiv arbeitet – das Ergebnis sollte zu denken geben.

    Trotzdem sind die 8 Stunden eben 8 Stunden Lebenszeit – und die sind einfach mal weg.

  10. Maresa

    @ Raphael – sollte es nicht heißen, mach deinen Beruf zum Hobby? Umgekehrt bedeutete das doch, dass man kein Hobby mehr hätte wenn einem der Beruf verleidet wird …

    Ich arbeite auch sehr gerne … gerade dadurch, dass ich mich immer neuen Herausforderungen stelle, kann ich mich stets weiterentwickeln.  Ich hab mit 56 noch soviel Energie und Ideen, die ich noch umsetzen will. Würde ich mein Hobby zum Beruf machen, wäre ich Reiseleiterin. Vielleicht wird das nochmal ein Ziel, wenn Finance mir langweilig wird …. 🙂 … oder Hüttenwirtin in den Bergen.

    Tim, ich geb dir aber Recht – sehr viele Leute sind unglücklich, wünschen sich mit Ü50 einen Ausstieg … und müssen aber wegen Verpflichtungen weiterarbeiten. Sind sie endlich in der Rente, altern viele sehr schnell … und haben oft keine Energie mehr, der Traum von vielen Reisen im Rentenalter verblasst – mangels Energie oder mangels Knete.

    Für die breite Masse gibt es keinerlei Informationen über einen alternativen Weg. Ich lese definitiv sehr viel … aber einen möglichen Weg für echte FF zeigt kaum jenand auf. Da muss man selber zufällig mal was finden und das dann für sich behalten, um nicht abgestempelt zu werden. Für ganz viele wäre es möglich,  ein kleines Vermögen aufzubauen – und da würden schon zb 20-30k viel Sicherheit geben – kombiniert mit Sparsamkeit zu einem guten Leben führen. Aber selbst dieser Betrag ist für zuviele utopisch.  Schade ….

    Schöne Grüße aus Prag. Maresa

  11. Felix

    Wenn man eine qualifizierte Ausbildung gemacht hat, möglicherweise Führungskraft ist, arbeitet man nicht so fremdbestimmt wie beschrieben. Ich fühle mich abends gut, wenn ich Ziele erreicht, wenn ich etwas „weggeschafft“ habe, ich fühle mich unzufrieden, wenn ich in den Tag hineingelebt, nichts zustande gebracht habe.

    An Aufgaben entwickelt man Kompetenzen, wächst als Persönlichkeit. Wer nur auf dem Sofa sitzt, und das machen nicht wenige, die keine Arbeit haben, gerät in eine Abwärtsspirale: Man läuft nur noch in Jogginghose herum, manche schaffen das Oberhemd ab, das TV-Gerät läuft rum um die Uhr, sozial Kontakte verkümmern. Herausforderungen fehlen und das führt ins Abseits.

    Ich denke, dass dauernde Freizeit auch in die soziale Isolation führt, weil alle Bekannten, Freunde unter der Woche arbeiten.

     

  12. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Flo

    Ich halte es für ein Märchen, dass die Menschen mit ihrem Job zufrieden sind. Du hast einen Link gesetzt. Nur 28% bzw. 37% sind demnach zufrieden mit dem Beruf, das ist mau:

    Diese Statistik zeigt das Ergebnis einer Umfrage unter Männern und Frauen in Deutschland zur Zufriedenheit mit dem aktuellen Beruf. Im Jahr 2016 gaben rund 28 Prozent der befragten Frauen an, im Allgemeinen mit ihrem Beruf sehr zufrieden zu sein. Bei den befragten Männern hingegen waren es sogar rund 37 Prozent.

  13. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    Zum Thema Arbeit oder nicht…

    Es ist bestimmt ganz gut, wenn man seinen Beruf/Tätigkeit mit Überzeugung und ohne Murren machen möchte.

    Natürlich muss man i.d.R. den Job einfach zum Lebenserhalt machen. Wenn man Glück hat, dann hat man auch Spaß dabei. Ich habe für mich eine gute Balance gefunden über die Zeit. In der Jugend habe ich noch richtig arbeiten müssen, also wirklich mit Druck, dass man zu Potte kommt, Überstunden beim Daimler usw. Der Lohnzettel hat mir damals die Freiheit verschafft, mir Sachen leisten zu können, die es eben sonst nicht gegeben hätte. Jeden freien Tag unterwegs sein, die ganzen jugendlichen Schwärmereien (MANTA!) 😉 mitmachen können usw.

    Ich hatte leider keine andere Möglichkeit, ohne andere Leute übervorteilen zu wollen, oder kriminell zu sein, zu etwas Freiheit zu kommen, als durch Lohnarbeit. Viel besser ist es, wenn man genug Hirnschmalz hat, eine andere Möglichkeit zu finden, als sich verdingen zu müssen.

    Der Arbeitsalltag ist in unserer Zeit in den allermeisten gut ausgebildeten Berufen sehr erträglich geworden.

    Wir klagen ja oft, dass alles so hektisch wäre, und es gibt auch sehr viel Drecksjobs usw. Schlechte Bezahlung, schlechte Bedingungen, alles klar.

    Aber in einem mit Tarif gebundenen Standard-Industriejob beim Bosch, Daimler, BMW usw usf. kann man sich nicht beklagen. Wir habe ja jetzt eine Chinesin in der Familie, die gut ausgebildet arbeitet. Sie meinte, in Deutschland wäre alles so ruhig und langsam. Sie musste sich aus der gewohnten Arbeitshektik erstmal entschleunigen.

    Tod durch Überarbeitung, wie zuerst aus Japan bekannt (Karoshi), gibt es auch in China (chinesisch: ???,  “guòláo s?”).

    Das kommt aber durch einen falsch verstandenen Ehrbegriff. Man bürdet sich Arbeit auf, weil man sich sonst wie ein Faulenzer fühlt. Man will Leitung zeigen und dafür Anerkennung bekommen.

    Das ist etwas, was mir immer schon fremd war. In Deutschland hat sich ja eine protestantische Arbeitsethik etabliert. Diese besagt, dass man sich nur gut und vollwertig fühlen darf, wenn man immer volle Leistung bringt. Man wird daran gemessen. Je mehr Termine und Aufgaben, umso anerkannter ist man.

    Gerade bei den Schwaben (ich bin gern da, liebe das Ländle) ist es ein Unding, wenn man Samstag nix macht. Da ist Schafftag. Man ist ein Halodri, wenn man einfach das Leben genießt. Aber das ändert sich auch langsam.

    Ich habe in meinem Leben noch nie einen Terminplaner gehabt, und bis heute noch keinen. Aber viele Leute würden nie einen Termin zusagen, wenn sie nicht vorher ganz bedeutsam ihren Filofax heraus holen, und erstmal blättern, ob ihre Wichtigkeit noch eine freie Stunde findet in ihrem Leben.

    Sie würden nie akzeptieren, dass sie sich versklavt haben. Auch finde ich, wer ein Haushaltsbuch braucht, dem ist auch die Kontrolle über sein Leben entglitten.

    Tatsächlich ist es so, dass die (herrschende) Gesellschaft eine große breite Masse braucht, die die Arbeit macht. Die Kunst der Staatslenkung ist es, die Leute ihre Arbeit so verrichten zu lassen, dass sie meinen, dass sie es gerne tun. So wie man einem Hund immer eine Belohnung geben muss, so bekommt die arbeitende Bevölkerung halt immer ihre Leckerli.

    Es ist zu verhindern, dass eine Perspektivlosigkeit entsteht. Daraus erwachsen Revolutionen. Deswegen müssen die Leute immer mit den möglichen Konsumverheißungen bei Laune gehalten werden.

    In Amerika wird da ja das klassische „Vom Tellerwäscher zum Millionär“ Märchen hoch gehalten. Jeder buckelt in der Hoffnung, er könne es auch schaffen.

    Tatsache ist, das die breite Masse immer bedürftig genug gehalten werden muss, um arbeiten zu müssen. Wie sollte es anders gehen?

    Bei den alten Griechen war sonnenklar, dass körperliche Arbeit etwas unwürdiges ist. Kann man machen aus Spaß an der Freude. Etwas mit eigenen Händen zu erschaffen ist wunderbar. Aber eben, weil man es einfach will.

    Für Lohn arbeiten zu müssen ist eine grundsätzliche Unfreiheit. Wenn man es nicht besser kann, dann muss man sich die Rahmenbedingungen möglich angenehm gestalten.

    Zitat: „Im antiken Griechenland war die tätige Arbeit Aufgabe von unfreien Menschen, nämlich von Sklaven und Dienern. Nach der Philosophie des Aristoteles war körperliche Arbeit als etwas Niedriges anzusehen. Dies ist ein Zitat aus seinem Werk: (aus: Politik, 1337b) „Als eine banausische Arbeit… hat man jene aufzufassen, die den Körper oder die Seele oder den Intellekt der Freigeborenen zum Umgang mit der Tugend und deren Ausübung untauglich macht. Darum nennen wir alle Handwerke banausisch, die den Körper in eine schlechte Verfassung bringen, und ebenso die Lohnarbeit. Denn sie machen das Denken unruhig und niedrig.“ Die freien Menschen wollten Zeit haben zum beschaulichen Betrachten der Dinge und sich der Politik widmen. Man wollte in der Gelassenheit Gott ähnlich werden. Der Sinn des menschlichen Lebens war für die Griechen anderswo zu finden, aber nicht in der tätigen Arbeit….“ (Quelle: von hier)

    Habe ich (früher unbewusst) eigentlich auch schon immer so gesehen, und bin oft auf Unverständnis gestoßen. Man wird als faul im negativen Sinn abgestempelt. Gott sei es gedankt, dass ich die Zwänge nun bald hinter mir habe.

    Schönen Abend noch!

    MS

  14. Andre

    Ich sehe es genauso wie Tim es immer wieder beschreibt, ich will aus diesem System, aus diesem ewigen Kreislauf ausbrechen.

     

    Wenn ich die freie Entscheidung über meine Zeit hätte würde ich vielen verschiedenen Projekten aus ganz unterschiedlichen Bereichen nachgehen. Ich sehe ebenfalls keinen tieferen Sinn darin meine Lebenszeit auf ewig (bis 67 oder Gott weiß wie lange) einem Arbeitgeber 8 Stunden am Tag zur Verfügung zu stellen.

    Ich arbeite genau wie Florian in der IT, habe ein IT Studium absolviert. Und das ist auch genau der Bereich der mir Spaß macht. Ich mag die Kollegen und das Umfeld ebenfalls. Jedoch hasse ich diese politischen Spielchen in größeren Firmen und einfach dieses Gefühl jeden Tag auf die Arbeit gehen zu „müssen“, quasi überspitzt formuliert, für 8 Stunden am Tag fremdbestimmt zu sein wenn ich doch viel besseres wüsste mit meiner Zeit anzufangen. Tja, wären da nicht die lieben Verpflichtungen wie Rechnungen etc.

    Vor allen die ihre Arbeit mögen und gerne hin gehen, ziehe ich meinen Hut! Ich für mich selbst werde dieses Gefühl jedoch nie nachvollziehen können.

    Und nein ich bin noch keine ü50, ich bin 30 und hoffe mich  mit 45 in die FF verabschieden zu können.

    Just my 2 cents ..von einem (meist) stillen Mitleser 😉

  15. Raphael

    Tim, da steht „sehr zufrieden“. Nur „zufrieden“ ist noch eone andere Antwort aber die erscheint nur, wenn man bezahlt hat.

    Hier Daten von 2015 http://www.spiegel.de/karriere/zufriedenheit-am-arbeitsplatz-das-wuenschen-sich-arbeitnehmer-a-1163799.html

    „88 Prozent der Deutschen sind mit ihrem Job zufrieden, die hiesige Wirtschaft schneidet damit in Europa überdurchschnittlich gut ab.“

    Nur um auch einmal andere Quellen zu nennen.

     

    Ps. Für mich wäre der Alltag zuhause stink langweilig. Ich brauche die Action auf Intensivstation, im Op und im Notarztdienst. Aber wahrscheinlich ist da jeder unterschiedlich.

  16. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Matthias Schneider

    Danke. Du hasst das noch besser als ich zusammengefasst. Ich finde die Metapher witzig mit dem „Leckerli“. Wie die arbeitende Masse mit dem Konsum (scheinbar) zufrieden gehalten wird. Amüsant auf den Punkt gebracht.

    @ Raphael

    Danke für den Zusatz und Link.

    Gut, Dein Job klingt spannend. Anderen zu helfen ist etwas Wunderbares.

    Man kann so viele Studien mittlerweile finden, das ich gar nicht mehr durchblicke.

    Wenn ich Leute höre, beschweren sie sich oft über ihre Arbeit, Kollegen, Chef, Staus, Projekte, Überstunden etc. Vielleicht ist das nur so eine falsche Wahrnehmung meinerseits.

  17. Regine

    Ich gehöre auch zu denen, die ihre Arbeit sehr mögen und gerne machen, mir geht’s da wie Hilda, dafür bin ich durchaus dankbar – ist nicht selbstverständlich. Was ich mir wünschen würde, wäre mitunter flexiblere Zeit und die Möglichkeit, Tage mal auszutauschen, aber das liegt am Jobinhalt – und ist aushaltbar. Tim hat mir aber jetzt schon in den letzten Wochen, seit ich den Blog entdeckt habe –> glücklicher Dezembertag! 😉 – durch seine Beiträge sehr dabei geholfen, unnötige Konsum-Ausgaben zu meiden. Die hatte ich oft. Sei es der schnelle Gang in den Tchx…bo-Laden (mal will nur Kaffee kaufen und kommt mit lauter Gedöns wieder raus) oder Online-Bestellungen… auch da hat er indirekt durchaus etliche unnötige Käufe verhindert (Frauensachen… ). Und ich habe meinen Hintern hochgeschwungen und meine ganzen Versicherungen und Geldanlagen durchgeschaut, was da aktuell zu verbessern ist – auch das ein Ergebnis seiner Beiträge und auch der Kommentare und Beiträge der übrigen Leser/innen hier.

    Es macht sich also positiv bemerkbar! Und jetzt sprinte ich zu meiner Arbeit, bei aller Positivität sollte ich pünktlich sein… aber auch hier: schadet mir nix, bisserl Disziplin auch da ist gut. 😉

    Ich glaube, der Sinn der finanziellen Freiheit wäre für mich, etliches leichter zu können (auch „nein“ sagen zu bestimmten Dingen/Personen)… aber nicht mehr alles „zu müssen“….das gilt dann aber mehr für den Wohnbereich (raus aus dem Haus, wo ich jetzt bin) und Verbesserung der Freizeitmöglichkeiten… die Arbeit ist ja nur ein Teilaspekt des Lebens, auch wenn sie viel Raum und Zeit einnimmt und – solange man nicht auf sein Geld aufpasst – eben auch die Existenz extrem bestimmt.

     

  18. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    Guten Morgen!

    Seit heute Nacht hat sich bei mir ein kleines China-Exposure ergeben. Jetzt wurden meine Kauflimits (seit Anfang des Jahres erneut aktiv) in Hongkong ausgeführt. Gleich alle drei.

    Habe jetzt: China Jinmao Holdings Group LtdYuzhou Properties Co. Ltd. und die Midea Group

    Seit mir der Sohnemann (mit seiner damals noch Freundin, jetzt Frau) aus Shanghai Bilder vom JinMao Tower gewhatst hatte, habe ich eine Order für „JinMao“ im Markt gehabt. Leider war die Aktie gerade davon gelaufen. Mit dem Ausverkauf hat jetzt mein (nachgezogenes) Limit doch endlich gegriffen. Dazu ebenfalls noch als weitere Immo-Aktie die Yuzhou. Und weil die Midea Group sich ja unsere Kuka egeschnappt hat, habe ich mir ein winziges Stück geholt davon. 😉

    Jetzt muss ich sehen, dass ich die Minusbestände in HKD und CNH glatt ziehe. Da kommt keine Langeweile auf.

    Schönen Tag,

    MS

  19. Mattoc

    Der Arbeitsalltag ist in unserer Zeit in den allermeisten gut ausgebildeten Berufen sehr erträglich geworden. Wir klagen ja oft, dass alles so hektisch wäre, und es gibt auch sehr viel Drecksjobs usw. Schlechte Bezahlung, schlechte Bedingungen, alles klar. Aber in einem mit Tarif gebundenen Standard-Industriejob beim Bosch, Daimler, BMW usw usf. kann man sich nicht beklagen.

    @MS

    Das ist sehr richtig. Die Arbeitsbedingungen werden immer besser. 50% der Zeit zu arbeiten, wo man will, z.B. HomeOffice, 50% in perfekt ausgestatteten Bürogebäuden, mit Bäckerei, Kantine, Cafeteria, Fitnessstudio, Friseur, Reinigung ist keine Seltenheit in dieser Art von Unternehmen mehr. Dazu Nettogehälter (!) zwischen 3000 Euro und 4500 Euro für gut ausgebildete Fachkräfte.

    Da muss man sich schon fragen, ob es eine Alternative ist, den Job zu kündigen und etwas anderes zu machen. Jemand, der älter ist als 45 Jahre, ein Nettogehalt von z.B. 3500 Euro in so einem Job verdient, überlegt es sich zehnmal, bevor er die Brocken hinschmeißt und von „selbsterarbeiteten“ z.B. 2000 Euro  pro Monat „in Freiheit“ lebt.

    Das heißt natürlich nicht, dass man jeden Monat das volle Gehalt zum Fenster rauswerfen sollte. Aber man kann sehr gut zweigleisig fahren:

    1. Das Leben als Arbeitnehmer (abhängig Beschäftigter) angenehm und lebenswert finden. Einen guten Job machen im Sinne der Arbeitsethik.

    2. Fürs Alter oder einen früheren Ausstieg als 67 vorsorgen. Oder falls alles doch ganz anders kommt.

     

  20. Kia

    Wenn man zu den sehr gut ausgebildet/ bezahlten gehört macht einem der Job bestimmt mehr Spaß als den 40% die seit 20 Jahren faktisch keine Gehaltserhöhung bekommen haben und in weniger gut bezahlten Jobs arbeiten. Wenn dann  zu schlechter Bezahlung noch hohe Miete und schlechte Wohnqualität kommt wird das arbeiten noch weniger spaßig.

    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ungleiche-loehne-in-deutschland-deutschland-hat-ein-lohnproblem-1.3634993

    Den Jobreporte finde ich schon arg.

    https://www.jetzt.de/wie-viel-verdient/wie-viel-verdient-ein-amazon-lagerarbeiter

     

    https://www.jetzt.de/wie-viel-verdient/wie-viel-verdient-ein-altenpfleger

  21. steve

    Arbeit und Freude

     

    Wie zu lesen ist umstrittenes Thema. Es dürfte aber wohl klar sein das für die Mehrzahl der Menschen vor der finanziellen Freiheit die Arbeit steht. Das meist auch nicht zu knapp 20 Jahre so als Richtwert. Jetzt die entsprechende Frage wie ist meine Einstellung zur Arbeit da liegt es an einem selbst wie die ist. Das ist aber enorm wichtig will ich jahrelang missmutig und unwillig zur Arbeit oder sehe ich die positiven Seiten. Wenn ich das zweite mache bekomme ich auch mehr Freundlichkeit und entgegen kommen zurück.

    Als Beispiel welche Bedienung bekommt wohl mehr Trinkgeld die die trandusig und schlechtgelaunt daherschlurft, oder die nette freundliche? Wer hat mehr Spass dabei? Welche würde ich einstellen wenn ich einen Nobelschuppen betreibe.

    Die Einstellung zur Arbeit sollte man sich gut überlegen möglich dass man die ziemlich lange macht, dann aber doch gut und mit Spass. An die lange Zeit denken schlechte Idee Tag frei Tag arbeiten daraus werden Wochen, Monate und Jahre ganz alleine. Die muss ich nicht alle vorausdenken und mir langweilige und ungeliebte Tätigkeiten in Gedanken noch mehr Bedeutung geben.

    Es geht anders ich hab’s mit Kumpels zweimal geschafft spülen zum Event zu machen. Einmal früh um 5.30 an Neujahr nicht unser Dreckgeschirr zu dem anderen dazu zu stellen. Alles weckgespuelt und das war die fünffache Menge. Aber die Vorstellung was die Eltern wohl denken und sagen wenn sie aufwachen war schon beim spülen lustig.

    Das andere mal hat Wortklauberei gereicht, hat angefangen mit spül dein spül, anstatt spiel dein spiel und war schnell ein Selbstläufer. Als dann von draussen noch der Ruf kam ey die ham Spaß beim spülen gibt’s doch nicht, wars erst recht der home run.

    ich denk es hat immer einen Grund warum man dort ist wo man ist, irgendwas soll man da lernen. Wenn nicht wird einem die innere Stimme eine andere Richtung zeigen, wichtig das man sie hört.

  22. Daniel

    Ich kann mich Florians ersten Beitrag oben nur anschließen. Ebenfalls IT. Ich habe nicht die geringsten Probleme mich morgens früh aus dem Bett zu werfen um zur Arbeit zu fahren. Unterwegs penne ich oder höre Finanzpodcasts bzw. Finanzliteratur.

    Ein längerer Urlaub führt schon dazu dass ich eigentlich immer ganz froh bin die Gesichter im Büro wiederzusehen. Wie früher in der Schule wo man sich dann doch irgendwie wieder gefreut hat seine Freunde wiederzusehen die man während der Ferien nicht gesehen hat. Ohne das Alles würde mir was fehlen.

    Es ist aber illusorisch zu glauben dass ich diesen Zustand noch bis 2052, meinem offiziellen Rentenbeginn, durchhalten werde. Es ist naiv zu glauben dass einem mit 50 Jahren statt mit 33 neue Themen derartig begeistern. Es ist naiv zu glauben dass nur weil es momentan Zeiträume gibt in denen man selber Themen voranbringt und auch das macht was einem dort Spaß macht, diese bis zur Rente aufrecht erhalten bleiben.

    Vermutlich wird auch mal ein CHef dabei sein der meint es besser zu wissen. Dann steigt Termindruck, man bekommt Aufgaben die man nicht will usw. Da möchte ich lieber wissen ein großes finanzielles Polster im Rücken zu haben und möglicherweise kürzer treten.

    NOCH sieht aber alles gut aus, ein Grund mehr dieses Momentum, auch in finanzieller Sicht mitzunehmen und Sondervermögen aufzubauen.

  23. Tugumak

    Zu diesem Thema gibts doch recht unterschiedliche Meinungen – wie in den Kommentaren zu lesen ist.

    Tims Meinung ist, dass die Arbeit einen hemmt, über seine Zeit frei zu bestimmen, und das man mit einer sparsamen Lebensweise – abgestimmt auf das spärlichere Einkommen – durchaus auch sinnvoll leben kann.

    Die Gegenseite meint, dass die Arbeit dazu gehört, um ein erfülltes Leben zu führen und genug Einkommen zu erwirtschaften, um sich die angenehmen Seiten des Leben leisten zu können.

    Am Schluss ist es doch so, dass sich jeder selbst Gedanken dazu machen muss wie er sein Leben führen will. Frei und sparsam oder in Arbeit und mit einem höheren Gehalt bzw. die ganzen Mischformen (Teilzeit, sparsam mit gutem Gehalt usw…) dazwischen. Das ist eine ganz persönliche Entscheidung, bei der es kein „richtig“ oder „falsch“ gibt.

    Am meisten gestutzt habe ich bei Tims Satz „Ich bin nur das Produkt dessen, was meine Eltern geschaffen haben.“ Das lässt für mich auf einen gewissen Fatalismus schließen, Tim. Aber gleichzeitig liebst du die „Wahrheit“ und übernimmst Verantwortung für dich selbst. Mit der „Wahrheit“ meine ich, dass du die Realitäten anerkennst, Probleme angehst und nicht verdrängst. Schreibst du ja selbst oben. Bei der Verdrängung sind ja die meisten Menschen Weltmeister, wenn du ihnen mal genau zuhörst.

    Das Produkt seiner Eltern ist jmd mMn nur, bis er/sie selbständig zu denken anfängt und Verhaltensweisen bzw. Besetzung von bestimmten Themen für sich bewertet. Der eine denkt über die „alten“ Traditionen, die er von seinen Eltern übernommen hat, nach und findet sie gut, behält sie bei und kommt so sein ganzes Leben durch. Es gibt ja auch eine gewisse Sicherheit, sich in bewährten Mustern aufzuhalten. Dazu gehört halt auch, dass man ein Haus baut, auf die Arbeit geht, Urlaub, Auto usw…

    Der andere überdenkt die Traditionen ebenfalls, kommt aber zu einen anderen Schluss und begibt sich dadurch raus aus der Sicherheit – er betritt eine „terra incognita“, und da ist langsames Vorantasten, Scheitern, Aufstehen usw angesagt. Diese „mutigeren“ Persönlichkeiten suchen sich neue Vorbilder z.B. den Tim Schäfer ;), der in der „terra incognita“ der FF schon recht sicher wandelt…das ist – glaube ich – dein größtes Verdienst und dafür gebührt dir von meiner Seite größter Respekt und Dankbarkeit.

    Summa summarum: Es gibt da kein „richtig“ oder „falsch“; es muss jeder nach seiner Persönlichkeit und seinen Präferenzen entscheiden, wie er sein Leben leben möchte. Aber jeder sollte halt mal darüber nachgedacht haben…daran scheitert es halt oft…

     

    Grüße an alle

    Tugumak

  24. R@ffi

    Ich verfolge deinen Blog noch nicht sehr lange… ca. 2 Wochen.

    Eine radikale finanzielle Freiheit wünsche ich mir auch nicht. Ich habe das Glück und konnte mein Hobby zum Beruf machen: bin studierter Musiker. Auch wenn ich meinen jugendlichen Traum vom großen Leben on Tour nicht wahrmachen konnte, bin ich realistisch an die Sache ran gegangen und habe mir als Hybrid Freiberufler/Angestellter mehrere Standbeine & Einkommensströme aufgebaut. Im Prinzip bin ich immer mein eigener Herr. Das ist schon ein Luxus.

    Ich habe eine relativ volle 3-Tages-Woche. Do. – So. ist dann oftmals frei, außer ich spiele Gigs. Sind dann zwar auch Termine, aber die machen meist auch Spaß. Manchmal, wenn Freundin und Freunde normal arbeiten, finde ich meine 4 Tage Wochenende dann unproduktiv. Aber das liegt an mir selbst. Bin dann wieder froh, wenn ich Aufgaben habe, sodass ich weiß, was ich zu tun habe.

    Kenne es aber auch, dass man am Hobby zweifelt und denkt, hättest lieber was „Normales“ gelernt. Aber das ist selten und wenn ich mir meine Freunde im Angestelltenverhältnis mit Firmenwagen, Umsatzzielen etc. ansehe, nur 30 Tage Urlaub im Jahr (ich habe alle 5-7 Wochen Schulferien) und diesen „endlich Wochenende“-Sprüchen freitags, dann freue ich mich doch heimlich über meine Situation.

    Hab seit 1,5 Jahren mich mit ETFs etc. beschäftigt, hatte aber keine Eier das durchzuziehen. Hab es vor 2 Wochen nun gewagt und hab 80% meines Sparguthabens investiert. Danach ging es runter und bin jetzt fett im Minus. 🙂 Ich sehe es aber positiv, denn so lerne ich direkt mit solch einem Gefühl umzugehen.

    Finde deinen Blog inspirierend, weil du viele essentielle Dinge oft wiederholst, weil sie halt wichtig sind: sparen, Natur, Nahrung, Optimismus etc.

    Das muss man sich halt jeden Tag aufs Neue sagen und dann wird die Zukunft schon.

    VG aus der Quadratestadt 😉

  25. Oliver

    Hallo Tim,

    wieder schöner motivierender Artikel hier. Ja, ich glaube viele Leute sind unzufrieden mit ihrem Job, aber ich persönlich kann das nicht nachvollziehen.

    Mein Job macht mir Spaß, klar gibt es auch scheiß Tage, aber im großen und ganzen bin ich zufrieden. Ich versuche im Job die Themen zu machen, die ich machen möchte und habe dabei einigermaßen großen Freiraum. Wahrscheinlich bin ich auch deshalb zufrieden. Außerdem spare ich viel und lege das Geld an der Börse an. Ich bin aktuell Anfang 30 und es macht mir Spaß neue Dinge zu lernen und neuen Herausforderungen zu begegnen. Ich denke aber, dass das mit 50 schon anders aussehen kann.

    Mein Plan ist es bis 50 Gas zu geben, trotzdem nebenbei zu leben und dann langsam ab 50 Jahren Stunden zu reduzieren. Heute habe ich mir in meinem Angestelltenjob einen Tag frei genommen, trinke gerade die zweite Tasse Kaffee und gehe gleich noch joggen. Ein Angestelltenjob hat schon durchaus Nachteile aber auch Vorteile. Ich kann mal einen Tag nicht arbeiten und das Geld zum Aktienkaufen kommt trotzdem rein. Top 🙂 Solange bis man finanziell frei ist, bleibt einem als Alternative zum Angestelltenjob nur die Selbstständigkeit.

    Ich denke aber die meisten Leute machen es tatsächlich falsch. Sie verschulden sich für’s Eigenheim, für das Auto, für die XXL-Wohnung etc. oder legen ihr weniges Geld einfach viel zu konservativ an. Mit 50 stellen Sie dann fest: Scheiße, ich habe kein Geld und muss noch bis 70 so weiter buckeln. Ich denke DAS sind dann die Leute, die unzufrieden mit ihrem Job und letztlich auch mit Ihrem Leben sind.

    Ich hoffe die Kurse fallen noch fleißig weiter. Mitte des Monats gehen meine Sparpläne wieder auf Shopping Tour 🙂

    Entspannten Freitag allen zusammen!

    Viele Grüße

    Oliver

  26. Oliver

    Nachtrag:

    Ich habe gerade den Artikel mit dem Frankfurter Immobilienbesitzer gelesen. Danke, dass du hier auch immer Links auf andere Artikel einbaust.

    Neben den Aktiensparen, spare ich noch auf ein Tagesgeld-Konto ein. Ab 2019 will ich mich in meiner alten Heimatstadt (<100.000 Einwohner) nach einer Immobilie zum Vermieten umsehen. Ich habe dort über meine Eltern noch recht gute Connections in die Bau-Branche. Ich hoffe so günstig an eine Immo ranzukommen. Ich wohne selbst in München, hier ist es total irrsinnig nach einer Immo zu schauen. Viel zu teuer, wenn man den Kredit durch die Mieteinnahmen abbezahlen lassen möchte.

    Das verrückte: In meinem Freundeskreis haben schon 3 Freunde Immos für den Eigenbedarf gekauft. Wahnsinn! Ich mag meine Freunde, aber das kann ich niemals verstehen. Für eine Immo musst du in München mit den Ansprüchen von einem normalen Paar Kredite bis 500.000€ aufnehmen. Der Witz: Die Immo ist nach dem ersten Kind schon zu klein. Naja Leben und leben lassen. Mir wäre ein 500k Kredit für den Eigenbedarf einfach viel zu krass. Der Druck auf das eigene Leben explodiert ja förmlich.

    Ich will mit Immos erstmal mit 100k-150k anfangen und diese dann vermieten. So lastet nur ein kleiner Druck auf mir, weil die Summe überschaubarer ist und der Mieter ja den Kredit abbezahlt. Soweit zumindest die Theorie, schauen wir mal wie es nächstes Jahr aussieht.

    Gibt es hier Leute die ähnliches machen oder vorhaben? Immos sind ja in Deutschland immer schnell ein emotionales Thema, aber mich würde hier auch mal die Meinung der Community interessieren!

    Viele Grüße

    Oliver

  27. Ralf

    Finanzielle Freiheit lässt sich auch durch intelligente und geschickte Nutzung von Hartz4 realisieren. Ich kenne drei Beispiele aus dem Bekanntenkreis (alles gut ausgebildete Leute mit Studium) welche das optimal und schlau ausnutzen.

    Da werden regelmäßig Scheinbewerbungen geschrieben mit Fehlern und Lücken im Lebenslauf, idiotische Bewerbungstrainings besucht und artig die Termine beim Arbeitsamt wahr genommen. Ersparnisse wurden vorher anonym in Gold „versteckt“ und in Urlauben verprasst. So geht es auch und wunderbar dazu wenn man sich geistig drauf einstellt. Alle drei Bekannte sind ausgeglichen, treiben regelmäßig Sport und verdienen sich unter der Hand noch etwas dazu. Die Miete zahlt das Amt. Morgens wird ausgeschlafen. Auto braucht man nicht.

    Wenn ich mir das zunehmende Lohndumping in vielen Branchen und die massiv steigenden Anforderungen an Bewerber anschaue, gewinnt das Harzen immer mehr an Reiz. Arbeiten lohnt immer weniger. Die schlecht zahlende Zeitarbeitsbranche boomt, sogar im Ingenieurbereich. Aus Neugier habe ich mich als Ingenieur einmal bei einer Zeitarbeitsfirma auf geeignete Stellen beworben. Man wollte mir mit Berufserfahrung ein Jahresgehalt inkl. Zulagen von 36.000 € andrehen. Eine Frechheit.

    In Deutschland stimmt vieles nicht mehr. Während der normale Arbeitnehmer stark besteuert wird, können riesige Vermögen oft fast steuerfrei vererbt werden. Wer 45 Jahre in die Rentenkasse bezahlt hat, bekommt oft nur mickrige Renten. Von kulturellen und gesellschaftlichen Herausforderungen -bedingt durch politische Fehlentscheidungen der letzten Jahre- ganz zu schweigen.

     

  28. steve

    @ ralf ich geb dir ja recht einfach ist es heute nicht, war es wahrscheinlich noch nie. Das du dich aber Jetzt zum x mal darüber auslässt da du einen Job für weniger Gehalt haben kannst langweilt mich. Von diesen Jobs gibt es 1000 e, die brauchst du nicht, bewirbt dich da nicht. Such den Job der für dich passt davon gibts vielleicht nur 3 reicht doch du brauchst nur 1 such ihn finde ihn. Verkauf dich entsprechend! Wenn mir jemand einen Job für 36000 anbietet wäre meine Antwort beim doppelten können wir anfangen zu reden.
    Ich selbst habe das schon gemacht war beim Vorstellungsgespräch da sagst mir der Gesprächspartner sie stellen nur über Leiharbeit ein. Meine Antwort mich nicht. Gegenüber sie bewerben sich also auf eine Festanstellung? Ich nichts anderes, wenn dass nicht geht können wir das Gespräch beenden. Es ging anders! Also nochmal such deinen Job, verkaufe dich entsprechend und bewirb dich nicht auf Stellen wo du weißt es passt eh nicht. Ausser du hast Langeweile aber dann überleg dir ob du uns auch damit langweilen willst.

  29. Daniel

    Gibt es hier Leute die ähnliches machen oder vorhaben? Immos sind ja in Deutschland immer schnell ein emotionales Thema, aber mich würde hier auch mal die Meinung der Community interessieren!

    Ich hatte diese Gedankengänge vor 2-3 Jahren auch und hätte durchaus schon beim Kauf von „Vermiet-Objekten“ mit 30-40% Eigenkapital starten können, was heutzutage anscheinend schon viel ist. Ich habe es aber inzwischen verworfen.

    2 Kollegen im Büro sowie mein Chef sind selbst Vermieter. Einer davon erst seit Kurzem. Alle 3 erzählen mir, dass sie entweder noch oder zumindest in der Vergangenheit stress mit sogenannten MIetnomaden hatten. Auch jetzt noch hockt jemand bei einem in der Immobilie und zahlt entweder gar nicht oder unregelmäßig. Kostet alles Zeit, Geld und unglaublich Nerven. Für mich war das der erste Sargnagel für ein vermietetes Objekt.

    Der zweite Punkt ist der Zeitpunkt. Jaja, Market-Timing usw…. ich denke aber es ist erkennbar dass wir derzeit einen massiv überhitzten Markt haben, nicht zuletzt weil zu wenig Wohnraum in den Ballungszentren existiert. Ob das so bleibt…keine Ahnung, vielleicht kehrt sich der Trend auch um und in 15 Jahren ist es total in auf dem Land zu leben, fern von Dreck, Lärm usw. weil man dann eh Home Office macht. Eine solche Wette möchte ich nicht eingehen. Und ich glaube auch dass die Immobilien nach einem dicken Crash stark fallen werden.

    Den dritten Punkt habe ich mal in einem Finanzpodcast gehört und ich fand ihn mehr als nachvollziehbar, ich glaube es war beim Finanzrocker. ICH, als kleiner PRIVATANLEGER von meist EINER WOHNUNG begebe mich auf ein Schlachtfeld, in dem sich größtenteils Immobilien-Unternehmen bewegen. Sie haben Hausmeister die alles für sie erledigen, sie haben Beziehungen und sie haben „Großhandelspreise“ wohingegen ich alles selbst machen müsste oder überteuert Service einkaufen muss. Es ist schon ein unterschied ob mir 10 Wohneinheiten in einer Stadt gehören und ich einen Hausmeister einstelle der alles für mich macht, einen Juristen der für mich alles klärt, oder ob ich mich mit allem selbst plagen muss.

    Ende vom Lied… ich werde vorerst keine Objekte zur Vermietung kaufen. Den volatilen Aktienmarkt zu ertragen und eine mindestens ebenbürtige, langfristige Rendite zu bekommen erscheint mir für mich als der entspanntere Weg. Volatilität von Aktien kann ich aussitzen. Einen erzürnten Mieter dem zu Heiligabend das Klo kaputtgeht aber nicht 😉

     

  30. Tom

    Hallo zusammen!

    Interessanter Blog und wie konträr die Meinungen und Gefühle zum Thema Arbeit sind!

    Die finanzielle Freiheit und mäßiger Konsum ist meines Erachtens erstrebenswert, für mich ist diese Freiheit aber kein Grund meinen Job aufzugeben, ich würde meine Tätigkeit zeitlich nur reduzieren.

    Erstens macht er mir Spaß (ich bin selbständig) und zweitens braucht der Mensch eine Aufgabe und eine Struktur in seinem Leben.

    Diejenigen die keine Struktur haben laufen Gefahr zu verloddern. Dies ist auch der Grund warum z.B. einige Superstars sich langweilen und dann auf dem absteigenden Ast sich befinden…….ihnen fehlt die Aufgabe.

    @ Tim: wenn sich der Mensch bei seiner täglichen Arbeit wirklich so fühlt wie Du es oben beschrieben hast dann gibt es da nur eine Konsequenz: er muss selber etwas ändern und zwar sofort. Dann kommt auch der wirtschaftliche Erfolg fast automatisch hinzu.
    Bitte denke auch an folgendes Tim: würde jeder so handeln wie Du, lieber Tim, dann gäbe es kein Wirtschaftswachstum…..die Wirtschaft braucht viele dumme Konsumenten…..damit eingie davon profitieren können…..insofern brauchen wir beide, die Konsumenten und die Investoren, nur jeder Mensch muss sich über die Konsequenzen des eigenen Handelns im klaren sein…..der Mensch ist halt für sich selbstverantwortlich.

    Viele Grüße

    Tom

     

  31. Ich

    @Ralf

    Finanzielle Freihet lässt sich auch durch intelligente und geschickte Nutzung im Personen und Schutzgeld Buisness realisieren. Man sucht sich eine Stadt seiner Wahl, einen passenden Block oder Strassenzug in dem noch kein angestammter Pate das sagen hat, und zieht dann von Tür zu Tür.

    Morgens ausschlafen, kein Problem, Sport treiben, kein Problem, ist sogar ein muß, denn schlieslich könnte es ja auch immer Zahlungsverweigerer geben, denen man a bissal auf die Sprünge helfen muß. Die Gelder lassen sich bequem unter dem Kopfkissen „verstecken“, oder im Urlaub auf Kalabrien verprassen. Allerdings, ein Auto wäre von Vorteil, wobei man das vielleicht als Dienstwagen absetzen könnte. Hier und da schaut man sich im Fitnessstudio oder in der einschlägigen Türsteherszene nach geeignetem Personal um, und die monatlichen Zahlungen werden mit der Zeit ganz von alleine kommen, solange der Angstfaktor unter den Kunden möglichst hochgehalten wird.

     

    Positiver Nebeneffekt: All die kulturellen und gesellschaftlichen Herausforderungen -bedingt durch politische Fehlentscheidungen der letzten Jahre, könnte man so nebenbei wieder geraderücken.

  32. Sparta

    @Ich

    Super Tipp! 😉

    @Ralf

    „Die schlecht zahlende Zeitarbeitsbranche boomt, sogar im Ingenieurbereich.“

    In unserer Region nicht. Alle Zeitarbeiter wurden von Bosch jetzt fest angestellt ohne Zeitarbeitsverträge.

  33. Sterbai

    ..@oliver, ja gibt es 🙂

    Ich bin gerade dabei Wohnung 5 und 6 zu kaufen, sind in den letzten Zügen. Im Gegensatz zu Daniel muss ich sagen es läuft super, und es kann sogar richtig Spaß machen. Bei den Wohnungen die ich kaufe habe ich die Konkurrenz der großen nicht. Die interessierten sich nicht für eine kleine Wohnung in einen 10-Parteienhaus, ich schon ;-), hat also auch Vorteile der kleine zu sein.

    Vermiete jetzt schon einige Jahre und habe noch nie Schwierigkeiten gehabt. Das mit den Mietnomaden kann nie ganz ausgeschlossen werden, aber das Risiko ist sehr klein wenn du vorher bei der Auswahl der  Mieter aufpasst (Schufaauskunft, Arbeitsvertrag, Vorvermieter anrufen usw.)

    Habe mittlerweile mit 3 verschiedenen Hausverwaltungen zu tun, die ihre Arbeit meist sehr gut machen und auch die richtigen Kontakte zu Handwerker haben.

    Habe meine Wohnungen alle aus der Tageszeitung, bei uns jeden Freitag. Spätestens um 9 Uhr anrufen oder die sind weg. Online habe ich nichts gefunden. Bis jetzt auch immer ohne Makler. Also mit etwas Arbeit und Glück klappt es. Ich zumindest will bis 2020 mindestens 10 Einheiten haben, zusätzlich zu Aktien. Diversifizierter Renditeturbo (Fremdkapital) mit eingebautem Inflationsschutz.

    Wenn wir genug Einkommen haben werden kündigen wir und fahren mit nen Wohnmobil durch die Welt. So schön kann ich mir kein Angestelltenjob vorstellen. Wollen das bis spätestens 50 schaffen, naja haben noch einige Jahre….

  34. Simon

     

    @ Oliver

    Ich habe mir letztes Jahr meine ersten beiden Objekte gekauft für je ca. 70.000 Euro. Es sind Studentenbuden mit ~25 Quadratmetern. Das schöne an Studenten: Sie haben keine allzuhohen Ansprüche, sie bleiben 3-6 Jahre in der Wohnung (Gut, um die Miete zu erhöhen, lange genug, damit die Mietersuche nicht in eine Vollzeitbeschäftigung ausartet).

    Eine Wohnung war vermietet, bei der zweiten habe ich einen Mieter gesucht. Die Anzeige bei eBay-Kleinanzeigen reingestellt, einen Tag später hatte ich 10 Anfragen. An einem Abend die 4 Leute eingeladen, die es hinbekommen haben halbwegs gerade Sätze zu formulieren. Davon dann einen genommen – es waren drei „gute“ dabei.

    Großer Vorteil bei Immobilien ist, dass die Banken gerne finanzieren, sofern die Bonität stimmt. Die Investition ist bei mir auch eine Größenordnung, die mich gut schlafen lässt. Sollten die Dinger den Totalverlust erleiden, könnte ich das notfalls in ein paar Jahren abbezahlen. Durch den Hebel der Finanzierung habe ich letztes Jahr eine Netto Rendite auf mein Eigenkapital von 21 % erwirtschaftet und erwarte gleiches für dieses Jahr. Die Rendite ist hier aufgrund des Hebels meiner Meinung nach deutlich höher als bei Aktien. Die habe ich aus Gründen der Diversifikation natürlich auch.

    Zum Aufwand: Der hält sich bisher in Grenzen. Die Mietersuche war, wie gesagt recht unkompliziert. Bei einer Wohnung habe ich noch ein paar Sachen nachgebessert: Türen richtig eingestellt, damit sie nicht schrappen, das Innenleben des WC-Spülkastens ausgetauscht, einen neuen leisen Lüfter im Bad eingebaut, eine zweite Phase in den Küchenbereich gelegt. Das bisschen handwerkliches Arbeiten hat mir Spaß gemacht, die Kosten waren sehr überschaubar.

    Die Wohnungen tragen sich selbst. Nach Abzug aller Kosten und Tilgungsraten bleiben mir sogar noch etwa 80 Euro positiver Chashflow im Monat übrig. Dass man als Privatperson mit den großen Immobiliengesellschaften nicht mithalten kann wird gerne, insbesondere von Anhängern des Herrn Kommer, behauptet. Das Gegenteil ist meiner Meinung nach der Fall!

    Als Privatperson kann man viel mehr Zeit darauf verwenden, sich das Objekt selbst und die Nachbarschaft anzuschauen. Auch die Mieterauswahl trifft man selbst denke ich etwas bewusster als wenn es ein Makler für einen Investor tut. Als Privatperson kann man Reparaturen selbst erledigen und vieles mit dem Mieter auf einer persönlicheren Ebene besprechen. Meine Objekte sind in größeren Häusern, dort gibt es auch einen Hausmeister, der sich um vieles kümmert. Der Immobilienmarkt ist derzeit ein Verkäufermarkt. Es gibt keinen Grund, warum jemand ganze Straßenzüge im Paket verkaufen sollte.

     

    @Tim

    So, das war mein erster Beitrag hier. Lese dein Blog seit etwa 3-4 Monaten und finde gerade die Kommentare der Community hier immer sehr lesenwert. Den Blog aber natürlich auch 😉

  35. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Regine

    Das freut mich, dass ich Dich ansporne zum Sparen. Prima! Du fühlst Dich bestimmt viel besser.

    @ steve

    Du hast Recht. Gut zusammengefasst. Ich sehe es so:

    Freundlichkeit kostet nichts, und bringt sehr viel. Ein nettes Hallo im Aufzug kann ein ganzes Leben verändern.

    @ Tugumak

    Ich wollte mit dem Satz nicht überheblich klingen. Ich bin das Produkt meiner Eltern. Natürlich sollte ich eigene Wege gehen – so wie ich es mag.

    @ R@ffi

    Ärgere Dich nicht über Deinen ETF-Einstieg kurz vor der Korrektur. Die Börsenstimmungen sind etwas, was Du nicht unter Kontrolle hast. Einfach aussitzen. Und weitersparen. Es klingt bescheuert in dieser Situation, ist aber gut gemeint.

    @ Oliver

    Ich hoffe, Du hast Deinen freien Tag genossen. Genau so ist es. Die Masse lässt sich von der Werbe-Industrie heimsuchen und kauft, bis es knallt.

    @ Tom

    Nun die Arbeit an sich hat mir schon Spass gemacht. Aber eben nicht immer. Und am meisten nervte mich das ewige Pendeln. Ich wollte das nicht bis 65 so durchziehen. Ich wollte etwas anderes machen. Es gibt genug Menschen, die konsumieren, so dass wir Aktionäre profitieren. Es gibt weltweit immer mehr Konsumenten. Darüber brauchen wir uns Anleger nicht den Kopf zerbrechen. Die Konsumidioten wachsen stetig nach – in noch größeren Zahlen.

  36. vonaufdenboden

    Sehr gut Tugumak!

    Genau so ist es und da gibt es nichts mehr hinzuzufügen.

    @vonaufdenboden

  37. chn

    Ein sehr interessantes Thema 🙂

    Also ich kann gut verstehen, worüber Tim hier schreibt. Ich habe Informatik studiert, weil Elektronik, Programmieren und alles, was damit zusammenhängt, mein Hobby und meine Leidenschaft ist. Das Studium war für mich traumhaft – ich habe viel gelernt und privat zuhause entsprechend aus freien Stücken und aus Spaß an der Freud an eigenen Projekten gearbeitet. Ich war ohne Druck unglaublich produktiv, ohne auf Produktivität zu achten. Außerdem habe ich in der Uni neue interessante Leute aus aller Welt mit ähnlichen Interessen kennengelernt.

    Fachlich mache ich jetzt im Job nichts anderes. Der Unterschied ist:

    Der Takt wird mir von außen vorgegeben
    Die Ziele werden mir von außen vorgegeben
    Bürokratie
    Die Präsenzkultur: Ich habe 8 Stunden am Tag auf diesem Bürostuhl zu sitzen
    Das Telefon auf meinem Schreibtisch, das mich in unregelmäßigen Abständen stören kann

    Ich kenne den Satz, dass, wer sein Hobby zum Beruf macht, nie mehr arbeiten muss. Ich sehe das anders. Wer sein Hobby zum Beruf macht, hat sein Hobby verloren. Es sei denn, man macht sich selbständig. Ansonsten bekommst du Geld, und dafür musst du tun, was von dir erwartet wird. Das ist eine ganz andere Voraussetzung als wenn du selbstbestimmt einem Hobby nachgehst. Ich bin mir sicher, wenn ich auf das Geld nicht angewiesen wäre und z.B. kostenlos oder für einen symbolischen Euro für die Firma arbeiten würde (was bei einem Hobby kein Problem wäre, oder?), wäre die Situation eine komplett andere. Deswegen würde ich bei erreichen der finanziellen Freiheit auch nicht unbedingt mit dem Arbeiten aufhören. Dafür gibt es viel zu interessante Aufgaben.

    Just my 2 cents

  38. Dennis

    Ich arbeite seit über 7 Jahren bei einem großen Automobilzulieferer im Schichtdienst und finde meine Arbeit eher langweilig, jeden Tag das selbe, ist zwar recht locker die Arbeit an sich. Mich nervt es auch in 3 Schichten arbeiten zu gehen. Die Bezahlung ist sehr gut für das ich nur einen Hauptschulabschluss und eine Ausbildung zum Karosseriebauer abgeschlossen habe. Manchmal denke ich wäre ein Studium vielleicht doch besser gewesen???

  39. Freelancer Sebastian

    Es gibt Leute in meinem Umfeld, die nörgeln über ihren Job (aber manche nörgeln einfach generell gerne 😉 ) . Es gibt aber auch einige, die recht zufrieden sind. Schlußendlich geht es den meisten nur darum, dass Geld hereinkommt. Von der Lebenserfüllung spricht da keiner. Oft fehlt es auch an Phantasie und Kreativität. Man lebt halt so vor sich hin. Der Job ist irgendwie lästiges Übel.

    Auch das Gebabbel von „so und so vielen Jahren bis zur Rente“ höre ich ab und an. Da denke ich mir „das kann doch nicht der Sinn im Leben sein!“ Schuften bis zur Rente? Durchhalten, bis endlich Schluß ist?

    Daher bin ich gerne freiberuflich tätig. Mache die Dinge, die mir Freude bereiten, zu den Bedingungen, die mir Freude bereiten.

    Wer gerne arbeiten geht, sollte sich glücklich schätzen. Das ist nicht allen Bürgern vergönnt. Es tickt eben auch jeder anders. Jeder hat andere Wünsche und Vorstellungen. Ich denke, da soll jeder nach seiner Facon selig werden. Den einen Weg für alle gibt es nicht.

    Mit Familie (drei Kinder) ist es auch ein Privileg, gemeinsam mit meiner Frau nur teilzeit arbeiten zu müssen. Wir leben hier in „der westlichen Welt“ im Schlaraffenland. Das vergessen viele bei der Jammerei.

    Wir haben genug Geld, Zeit (etwas mehr wäre aber schön) und sind gesund. Was will man mehr?

    Aber auch wenn mir meine Erwerbstätigkeiten Freude bereiten, denke ich oft, da geht noch mehr. Das war nicht alles. Es ist nicht optimal.

    Müsste ich nicht mehr für Geld arbeiten, würde ich wohl doch viele andere Dinge tun. Das motiviert mich eben am Vermögensaufbau.

    Die unterschiedlichen Lebenswege der Leser hier finde ich sehr erfrischend.

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