Das ist die Lösung gegen die Verarmung unserer Rentner


New York, 9. März 2012

Ich kenne eine 80-jährige Rentnerin, die noch immer zur Arbeit muss. Fast täglich geht die New Yorkerin ins Büro. Die Altersrente reicht ihr nicht. Es ist traurig zu sehen, wie hart es Senioren ergehen kann, wenn sie während ihres Arbeitslebens nicht ausreichend Geld auf die Seite legen konnten (oder wollten).
Ich möchte mit meinem heutigen Blogbeitrag an den vorherigen anknüpfen. Vielen Dank übrigens für die exzellente Kommentare, ich freue mich über jede Anmerkung. Kommen wir zum Thema: In Deutschland verdient ein durchschnittlicher Rentnerhaushalt 1.953 Euro. Wohlgemerkt handelt es sich hierbei um einen Haushalt. Und wer hat schon die 40 Jahre lang Beiträge geleistet? Aber selbst bei dieser recht niedrigen Monatsrente müssen Sie wissen: Schon heute ist die Rentenversicherung bankrott. Der Staat muss jährlich Geld zuschießen, damit das Umlagesystem nicht kollabiert.
Die Lösung für jeden ist, selbst Vorsorge zu treffen. Auf die Altersrente darf und sollte man sich nicht verlassen. Je mehr Geld Sie in jungen Jahren zurück legen, desto besser geht es Ihnen im Ruhestand. Das Thema der drohenden Altersarmut sollte mehr öffentlich diskutiert werden. Wir alle wissen doch: Es ist in den Industriestaaten ein heranwachsendes Problem, ein Problem, das gigantische Ausmaße annehmen wird.
Ich halte das Aktiensparen für eine gute Möglichkeit, ein schönes Polster aufzubauen. Es ist natürlich nicht einfach und weist einige Risiken auf. Im Gegensatz zu den USA gibt es in Deutschland keine sinnvolle Förderung des Aktiensparens für das Alter. Über dem Atlantik werden seit Jahrzehnten mehrere steuerliche geförderte Modelle angeboten. Washington hat erkannt, wie wichtig es ist die Menschen zu motivieren, selbstständig am Aktienmarkt Vorsorge zu treffen. Anders bekommt der Staat diese Herkulesaufgabe eben nicht mehr in den Griff. Unser deutsches Parlament setzt leider auf ziemlich umstrittene Produkte wie die „Riester Rente“ oder Direkt-Versicherung, die zu geringe Renditen versprechen. Ich habe Respekt für die Idee dahinter, gleichwohl sind erhebliche Nachteile dieser Produkte zu erkennen.
Klar gibt es Schwächen, wenn wir die Menschen zum Aktiensparen motivieren. Aber ich denke die Vorteile überwiegen die Nachteile. Wo liegen die Schwächen?
1. Kommt es zum Crash und der Sparer steht kurz vor der Rente, kann das den Rentenbeginn verzögern. In den USA mussten viele Haushalte 2008 diese Erfahrung machen. Der Dow Jones Index hatte sich halbiert, das war gewiss ein dramatischer Kursverlust – mit unangenehmen Folgen. Solche Weltwirtschaftskrisen sind indes eher selten.
2. Zahlreiche Studien zeigen, dass Bürger schlechte Anleger sind. Sie machen zu viele Fehler an der Börse. Sie lassen sich von ihren Emotionen leiten, agieren zu hektisch. Sie kaufen Positionen zu teuer, verkaufen zu niedrig. Eine Studie des Researchhauses Dalbar zeigt dieses Dilemma sehr eindrucksvoll. Während der S&P 500 im Beobachtungszeitraum (20 Jahre) mit 9,14 Prozent per annum rentierte, verdienten Fonds-Anleger nur 3,83 Prozent. Um solche Fehler zu reduzieren, startete die US-Regierung eine umfassende Informationskampagne in Zusammenarbeit mit der Börsenaufsicht SEC.
3. Trotz Aufklärungsarbeit der Behörden ist die Motivation nicht immer die beste. Nicht jeder Bürger wird erreicht. Auch gibt es eine Schicht, die kein Geld zum Sparen übrig hat.
In Deutschland leben bereits 11,5 Prozent der Rentner unterhalb der Armutsgrenze. Es werden immer mehr. Besonders sind die Frauen von Armut betroffen.
Ich denke, über die Hälfte der Rentner ist nicht in der Lage den gleichen Lebensstandard zum Rentenbeginn zu halten. Es fehlt einfach das Geld hierfür. Im Jahr 2030 haben Arbeitnehmer laut „Stiftung Warentest“ nur noch 40 Prozent ihres letzten Nettogehalts zum Rentenantritt zur Verfügung.
Eine Untersuchung des Deutschen Instituts für Altersvorsorge kam zu dem Schluss, Paare im Alter von 25 bis 50 Jahren wählen genau die unsinnigsten Instrumente, um Vorsorge zu treffen. Sie legen Geld auf Sparbüchern oder Tagesgeldkonten an. Sie schließen eine Kapital-Lebensversicherung ab, nehmen am liebsten an Rürup- oder Riester-Plänen teil. Dagegen setzt kaum jemand auf Aktien, Aktienfonds- oder Mischfonds. Erstaunlich daran ist, dass eine fehlende Altersvorsorge durchaus von den Arbeitstätigen als Problem angesehen wird. Die finanzielle Unterversorgung zählt zu den zehn größten Ängsten der Deutschen. Trotzdem macht sich niemand wirklich Gedanken über den richtigen Umgang mit dieser Gefahr.
Kommen wir nun zur Lösung des Dilemmas. Gerade nach der aktuellen Weltwirtschaftskrise ist die Börse ein guter Ort, um langfristig Vorsorge zu treffen. Fast ist der Dow-Jones-Index zurück auf dem Allzeithoch. Der Höhenflug geht langfristig weiter. Das machen der Dow Jones und DAX seit seiner Gründung.
Das Wirtschaftswachstum kehrt langsam rund um den Globus zurück. Zu Rückschlägen kann es natürlich immer wieder kommen. Die Zeichen sind jedoch insgesamt positiv. Die kritische Lage der schwachen Euro-Länder kriegt die EU offenbar in den Griff. Die Arbeitslosigkeit sinkt.
Dauerpessimisten wie die Fondsmanager Marc Faber oder Jim Rogers warnen indes ständig vor Rückschlägen und neuen Gefahren. Die Experten haben natürlich Recht, wenn Sie kritisch sind.
Wer die Börsen über Jahrhunderte hinweg unter die Lupe nimmt, stellt fest, dass Aktien die höchste Rendite (inflationsbereinigt) versprechen. Aktien werfen deutlich mehr als Staatsanleihen, Bargeld, Rohstoffe oder Immobilien ab.
Das Interessante daran ist: Wer clever an der Börse agiert, hat sogar auf Dauer weniger Risiken als die anderen Asset-Besitzer. Um Ihnen ein Beispiel zu nennen: Eine Immobilie ist an einen Ort gebunden, eine Weltkonzern ist dagegen an vielen Stellen auf dem Globus tätig. Eine Aktie ist liquide, ein Haus eben nicht.
Wer 5000 Euro jährlich ab einem Alter von 30 Jahren bis zur Rente mit 65 zurücklegt und mit einer Rendite von neun Prozent kalkuliert, kann mit 1,1 Millionen Euro rechnen. Probieren Sie selbst die phantastischen Effekte der Zinseszinsrechnung aus. Dieser „Sparrechner“ ist zu empfehlen. Hier können Sie sehen, wie eine solche Strategie in der Praxis funktioniert.
Es ist es ratsam, im Gegensatz zu dieser Dame sein Depot zu streuen. Ich gebe zu, es ist ein außergewöhnlicher Fall. Aber dieser macht umso mehr deutlich, wie man richtig vorgeht. Und noch was: Einen allzu extremen Geiz würde ich während der Ansparphase keinesfalls entwickeln, sonst macht das Sparen natürlich keinen Spaß.
Fazit: Warum unsere Regierung nicht aktiv das Aktiensparen fördert, leuchtet mir nicht ein. Andere Länder tun das mit cleveren Methoden.
Zurück zu meiner 80-jährigen Bekannten: Sie fährt unverändert fast jeden Tag mit der U-Bahn ins Büro. Ihr geht es gut. Sie ist zufrieden – trotz der Arbeitsbelastung. Sie hat einen strategischen Vorteil: Sie ist kerngesund, sie ist eben eine Ausnahmeerscheinung.


tim schaefer (Author)

drucken


Gedanken zu „Das ist die Lösung gegen die Verarmung unserer Rentner

  1. Stefan

    Fakt ist denke ich, dass es für nahezu jeden möglich ist, sinnvoll fürs Alter vorzusorgen, indem er in jungen Jahren anfängt, einen Teil seines Gehalts in Vermögenswerte, die über lange Zeiträume gute Renditen abwerfen, investiert.

    Fakt ist aber auch, dass viele Menschen nicht wissen, welche Anlageformen hier geeignet sind. Und das wird wohl auch immer so bleiben. Und gerade hier wäre eben ein Eingreifen des Staates nötig, um dem Durchschnittsbürger einfache, sinnvolle Möglichkeiten anzubieten.

    Mit der Riester-Rente wurde dieser Versuch gemacht. Leider sind die Renditen schlecht und lohnen sich wenn überhaupt nur durch die Förderung. Was viele leider vergessen ist, dass sie die Förderung über Steuern erstmal selbst finanzieren müssen. Für die gesamte Gesellschaft gesehen also eine absolut unsinnige Sache, die der Finanzwirtschaft hübsche Gewinne beschert.

    Meine Empfehlung zur Altersvorsorge für 99% der Bevölkerung wäre, jeden Monat einen festen Betrag in einen Indexfonds auf einen breit gestreuten Aktienindex zu investieren. Geringe Gebühren und langfristig eine gute Rendite. Ab 45 oder 50 würde ich dann kontinuierlich in Anleihen umschichten, um zum Renteneintritt dann vielleicht 70 oder 80% des Vermögens in Anleihen zu halten, die regelmäßige Erträge abwerfen.

    Wie wäre es z.B. mit einem staatlichen Fonds, der dem Bürger so etwas ermöglicht? Inklusive automatischer Umschichtung im Alter, so dass auch ein Bürger ohne Wissen im Finanzbereich einfach daran teilhaben kann. Man kann das Geld jederzeit aus dem Fonds entnehmen, Steuerfrei sind Gewinne aber nur, wenn man das Geld erst nach Renteneintritt entnimmt. Aber leider verdient an so etwas keine Bank, weshalb die Lobby für solche Lösungen klein sein sollte.

    Leute wie du und ich werden im Alter keine Probleme haben, da wir das notwendige Wissen haben, um unsere Altersvorsorge selbst in die Hand zu nehmen. Aber ein Lehrer, Ingenieur, Pilot oder was weiß ich, hat dieses Wissen oft nicht und muss es finde ich auch nicht haben. Die Gesellschaft hat mehr davon, wenn diese das tun, was sie gut können. Es braucht also einfache, gute Lösungen zur Altersvorsorge. Gute Lösungen gibt es, einfache auch, aber an einfachen UND guten Lösungen mangelt es.

  2. Stefan

    Hallo Tim,

    mich ärgert es vor allem, dass die bei Banken erhältlichen Sparmöglichenkeiten, wie die Riesterrente und ich glaube auch Lebensversicherungen bei einer Haltedauer von mindestens 12 Jahren und einer Auszahlung nach dem 60. Lebensjahr, steuerlich begünstigt und zum Teil sogar mit Zuschüssen bedacht werden. Die Banken werben ja zum Teil sogar mit diesen staatlichen Zuschüssen.

    Wenn man dann mal anständig nachrechnet stellt man jedoch fest, dass von diesen Zuschüssen nichts beim Kunden ankommt, weil sie von den Gebühren der Banken verzehrt werden. Außerdem muss man sich dann das Geld von der Bank anlegen lassen und diese verfolgt nicht unbedingt den Anlagestil, mit dem ich mein Vermögen vermehren möchte.

    Ich fände es nur fair, wenn man die Möglichkeit hätte solche Produkte selbst zu kreieren (z.B. ein Depot bei dem man erst zum Renteneintrittsalter Auszahlungen tätigen darf), bei denen man dann die Anlageentscheidungen selbst treffen kann und sämtliche Steuererleichterungen und Zuschüsse ohne Abzug von Gebühren erhielte. Das würde die Bankenlobby aber sicherlich nicht begrüßen.

  3. Lars Hattwig

    Hallo Tim,

    solche Beiträge wie Deine letzten beiden müssen wir Finanzblogger häufiger schreiben.

    Meiner Meinung nach hat die Regierung entweder kein Interesse oder ist unwissend bezüglich vorteilhafter Finanzangelegenheiten für die breite Bevölkerung. Ich bin mir unschlüssig, welche Variante dabei schlimmer ist…

    Daher ist es sehr wichtig, dass unsere Botschaft möglichst viele Leute erreicht, die dann hoffentlich ihre Geldanlage – nicht nur für die Altersvorsorge – selbst in die Hand nehmen. Ich werde in Kürze einen Blog-Beitrag zu diesem Thema schreiben und Deine Beiträge dann verlinken.

    VG Lars

  4. tim schaefertim schaefer

    Hallo Stefan,

    gute Idee mit den Indexfonds.

    Ich finde das amerikanische Model exzellent. Die USA haben Spezial-Renten-Depots vor Jahrzehnten eingeführt. Jeder kann so ein Depot eröffnen. Sie heißen 401(k), SEP IRA, Roth IRA…

    Ich habe so ein Depot eingerichtet. Jede Sparsumme, die ich in dieses Renten-Depot stecke, kann ich von meinem zu versteuerndem Einkommen absetzen. Sprich der Staat hilft tatkräftig mit. Es ist steuerfreies Geld. Jede Kurssteigerung und jede Dividende bleibt steuerfrei in diesem Depot. Ich stelle mein Depot selbst zusammen. Der Staat hält sich komplett raus und überlässt seinen Bürgern die Wahl. Statt einzelnen Aktien könnte ich auch Indexfonds oder Aktienfonds kaufen. Ich wähle jedoch selbst meine Aktien aus. Und verfolge eine Buy and Hold Strategie. Das Depot darf man erst ab dem Rentenalter anzapfen. Wer vorher dran geht, muss eine „Straf-Steuer“ bezahlen.

    Wenn die Amerikaner das können, warum können wir Deutschen nicht dieses vorbildliche Modell umsetzen?

    Norwegen hat übrigens einen sehr erfolgreichen Pensionsfonds. Hier managt die Regierung das Geld der Bürger. Wie managet sie das Geld? Natürlich zum Großteil Aktien. In dem Portfolio sind erstklassige Aktien. Eine smarte Lösung.

  5. tim schaefertim schaefer

    Hi Stefan,

    es gibt auch einen sehr merkwürdigen Zusammenhang zwischen Gerhard Schröder, unserem Ex-Bundeminister Walter Riester, Bert Rürup und Carsten Maschmeyer. Wenn man sich dieses Freundschaftsgeflecht einmal genauer anschaut, könnte man sich so einige Fragen stellen.

    Hier ein Link zu den Verflechtungen.

    Beste Grüße
    Tim

  6. tim schaefertim schaefer

    Hallo Lars,

    danke für Deine Unterstützung. Ja wir müssten an dem Thema viel intensiver arbeiten.

    Ich vermute stark, dass diejenigen, die solche Riester-, Rürup- und andere Produkte wie Direkt-Versicherung kreieren und vermarkten, nicht für sich selbst abschließen.

  7. Stefan

    Hi Tim,

    danke für den interessanten Link. Der erklärt so manches und zeigt auch gleich einen weiteren Grund warum viele Politiker keine guten fairen Lösungen finden (wollen). Da kann man nur für Tschechien, China und die Türkei hoffen, dass die MaschmeyerRürupAG dort weniger Erfolg hat.

  8. martin

    Hallo,

    das man als Aktienhändler Aktien empfiehlt finde ich konsequent.
    Das Altersarmut hauptsächlich von zu wenig Vorsorge kommt ist schon etwas gewagt. Eigne Vorsorge hat als Grundlage, dass man etwas und ausreichend zurücklegen kann. Mein persönlicher Eindruck ist, dass die meisten, die von Altersarmut betroffen sind dies schlicht nicht ausreichend konnten (manche wollten sicherlich auch nicht). Eine Rente ohne große Altersarmut im Umlageprinzip mit oder ohne Zuschuss ist möglich – es ist eine Frage des Wollens, nicht des Könnens.
    Für mich in Deutschland fehlt definitiv das Wollen.
    Aber warum sollte der Staat etwas fördern, was er selbst eigentlich genauso gut oder sogar billiger kann?

    Viele Grüße
    Martin

  9. tim schaefertim schaefer

    Hallo Stefan,

    ich bin echt gespannt, wie erfolgreich diese MaschmeyerRürup AG ist.

    Nach dem unschönen Wulff-Abgang ist der Ruf bestimmter Leute aus diesem Dunstkreis nicht mehr der beste.

  10. tim schaefertim schaefer

    Hallo Martin,

    ich gebe Dir Recht: Viele Arbeitnehmer können nichts zurücklegen, weil ihnen das Geld einfach nicht ausreicht. Das ist ein Problem.

    Das Rentensystem insgesamt steht auf sehr wackeligen Fundament. Ich sehe nicht, wie dieses System jemals funktionieren soll. Es gibt immer ältere Bürger und immer weniger Arbeitnehmer. Die Lösung wäre wohl: Mehr Einwanderung zulassen.

  11. martin

    Hallo Tim,

    die Lösung liegt in der Aufgabe der Finanzierung im Umlagesystem – genügend Geld/laufende Einnahmen sind da.

  12. tim schaefertim schaefer

    Hallo Martin,

    wenn ich mir die Einnahmen und Ausgaben bei der Rentenkasse anschaue, dann kommt zu wenig Geld aus den Beiträgen rein. Der Staat muss also stetig Geld zuschießen, um die Lücke zu schließen. Insofern verstehe ich Deine Schlussfolgerung nicht ganz.

  13. martin

    Hallo Tim,

    daheim ordne ich meine verschiedenen Einnahmen nicht meinen Ausgaben zu, sondern werfe alles in einen Topf, um daraus meine Ausgaben zu bestreiten. Der Staat könnte genauso agieren und alle Einnahmen in einen Topf werfen, um zum Beispiel die Renten, … zu finanzieren. Dies macht er quasi jetzt auch schon. Ein Teil (vielleicht auch alle) der Zuschüsse rührt aus den versicherungsfremden Leistungen (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Versicherungsfremde_Leistungen) her.

  14. tim schaefertim schaefer

    @ martin,

    danke für diese Erläuterung. Jetzt verstehe ich besser, was Du meinst.

    Insgesamt ist die Rentenkasse ein Auslaufmodell aufgrund der Demographie. Langfristig bleibt für die Rentner immer weniger übrig.

  15. Turing

    @Stefan

    Es ist falsch zu fordern, jetzt müsse auch noch das Aktiensparen gefördert werden. Nichts sollte gefördert werden. Die Förderung für Riester- und Betriebsrenten gehören eingestellt und mit dem frei gewordenen Kapital sind Steuersenkungen im großen Stil zu finanzieren.

    Förderungen haben mehrere Nachteile:

    1. Irgendwas schließt man von der Förderung aus und man beklagt Ungerechtigkeit. Hier im Blog wird beklagt, dass Aktiensparen von der Förderung ausgeschlossen wird.

    2. Förderungen kosten Geld: Die Bürokratie und die Umverteilung kosten dem Staat Millionen.

    3. Die Gelder fließen in falsche Kanäle, weil sie dorthin gelenkt werden. Der Schaden für die Volkswirtschaft ist immens.

    4. Die Demokratie wird ausgehöhlt. Ich bin noch in der glücklichen Lage, mich bei der Wahl für das zu entscheiden, was ich für richtig halte. Ich wähle nicht das, was mir kurzfristig Nutzen verspricht. Förderungen sind immer auch Wählerbestechungen. Welcher Politiker kneift schon mal die Arschbacken zusammen und kürzt die Förderungen für „erneuerbare“ Energien zusammen. Das Echo auf die 30-Prozent-Kürzung war verheerend. Ich stehe der FDP nahe und die FDP ist die EEG-kritischste Partei. Aber auch ich vernehme zunehmend Signale, dass einige dann doch nicht wirklich ans EEG ranwollen. Zu viele Ärzte und Apotheker profitieren wohl von der Solarförderung oder haben den Prokon-Geiern Geld hinterhergeworfen.

    5. Förderung fördert den Untertanengeist. Menschen, die ohne Förderung etwas auf die Beine stellen, sind selbstbewusster, unabhängiger, handeln vorausschauender. Genau solche Leute braucht die Demokratie. Geförderte Menschen jagen kurzfristigen Affekten hinterher. Einigen wird der Mund wässrig, nur weil bei Riester eine Förderung winkt. Und wenn es auch nur 200 € sind.

    Der Untertanengeist ist schon weit fortgeschritten in Deutschland. Ich kenne zu viele Arbeitnehmer, die sich nicht aus eigenem Antrieb heraus weiterbilden. Die erwarten einfach vom Arbeitgeber, dass er alles bezahlt, weil er ja so viel profitiert. Dass der AN selbst profitiert und Unternehmer in eigener Sache ist, wird nicht verstanden. Ich nenne sowas freiwillig eingewilligte Leibeigenschaft.

    Ich würde mir einfach wünschen, dass die Politik mich weitestgehend in Ruhe lässt. Ich schaukle das Schiff schon. Was man unbedingt auch noch tun sollte: Abschaffung der Diskriminierung von Arbeitnehmern gegenüber Unternehmern und Freiberuflern bei der Steuererhebung. Der Einfachheit halber kann man Arbeitnehmern nach wie vor wie heute besteuern, aber man sollte einfach die Option haben, wie ein Freiberufler die Steuererklärung zu machen. Aber dann möchte ich sämtliche Verluste mit sämtlichen Gewinnen zusammen verrechnen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

bitte lösen Sie diese einfache Aufgabe (Spamschutz) *