Das Geschäft mit der Angst


New York, 26. September 2012

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Kennen Sie Dirk Müller? Unser „Mister-DAX“ rennt durch das Land und warnt vor dem Zusammenbruch der Wirtschaft. Er warnt ständig vor der nächsten Katastrophe, der Inflation und so weiter. Er ist von Berufs wegen ein Schwarzmaler. Natürlich hat er mit vielen Aspekten Recht, die er kritisch aufführt.
Doch mir fehlt der positive Ausblick. Machen wir uns nichts vor, die Schwarzmalerei ist sein Geschäftsfeld. In dieser Nische erzeugt Müller Aufmerksamkeit, damit verdient er Geld.
Wenn Sie sich die Mühe machen, seine Fakten zu analysieren, werden Sie feststellen: All seine Aussagen sind doch längst allgemein bekannt. Weil es jedes Kind weiß, stellen sie keine dramatische Gefahr mehr da. Weil jeder mit einer steigenden Inflation rechnet, sind längst Gold und Immobilien (in Deutschland zum Beispiel) nach oben marschiert. Im Gleichschritt ging auch der Aktienmarkt rauf, das Öl und so weiter. Andere Sachwerte wie die Kunst liefen ebenfalls exzellent.
Sollte die Inflation ein brisantes Ausmaß annehmen, schalten sich die Zentralbanken ein, indem sie die Leitzinsen erhöhen.
Ich bin der Meinung: Gefährlich sind nur die unvorhersehbaren Katastrophen. Wenn ein Ereignis den Globus aus heiterem Himmel trifft, ist Gefahr im Verzug. Etwa die Terroranschläge auf das World Trade Center in New York oder die Nuklearkatastrophen in Tschernobyl oder Fukushima. Solche grausamen Katastrophen sind die wahren Gefahren für die Wirtschaft.
Wer hat nicht alles vor einem Bankensterben im Zuge der Finanzkrise gewarnt? So viele Großbanken gingen doch gar nicht pleite. Es waren wenige. Viele haben schon die Commerzbank pleite gesehen. Negativ-Propheten wie Müller leben in ihrer eigenen Welt.
In den USA warnt seit Jahren Nouriel Roubini (Foto: Kjetil Ree, Wikipedia) vor allerhand Katastrophen. Wer auf solche Experten hört, der behält sein Geld vor lauter Angst auf dem Girokonto und vergräbt ein paar Goldmünzen im Garten. Sicher ist sicher, denken sich wohl deren Fans.
Wer jedoch optimistisch war, der deckte sich im Crash vor drei Jahren mit Aktien ein und machte den Reibach seines Lebens.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Das Geschäft mit der Angst

  1. Alex

    Ich will Dirk Müller nicht verteidigen, er hat ewas unsympatisches …

    aber soweit ich weiß rät er zu Aktien guter Qualität … er empfiehlt im einzelnen Linde, JohnDeer, …
    aber eben auch etwas Gold beizumischen…

    aber diesen schlechtmalern sollte man auf seine gedankenwelt nicht zu viel einfluss gestatten, am besten sowieso keinen…

    wo stehen diese leute und wo steht warren buffett? und zudem bietet der buffett weg bessere laune 😉

  2. Olga

    Hi Tim!

    Zu Deinem Artikel passt ein Spruch von Bernard Baruch:

    „The bears make headlines, and the bulls make money!“

    VG

    Olga

  3. willihope

    ganz einfach: wäre der müller ein guter investor müsste er nicht als plaudertasche durchs land tingeln!

    ein armutszeugniss, so lange an der börse und doch keine ahnung.

    ein investor der an den untergang glaubt wäre ja auch total pervers. 🙂

  4. tim schaefertim schaefer

    @ Alex
    stimmt, Dirk Müller rät zur Aktie. Das sollten wir positiv anerkennen.

    @Olga
    Danke für das Zitat. Super.

    @willihope
    Stimmt. Einiges ist bei dem Herrn Müller nicht so schlüssig. Einerseits Weltuntergang plus Währungschaos verkünden, andererseits Aktien empfehlen.

  5. egon meyer

    Wenn man sich die Aktie (Berkshire Hathaway) Ihres hochgelobten
    Mister Buffet gegenüber der Entwicklung von Gold ansieht, ist das auch nicht gerade berauschend.

    Man sollte nicht immer so überheblich gegenüber anderen Anlegern sein, sondern eventuell diese Meinungen anhören und Argumente für seine Anlagestrategie mit einbeziehen.

  6. Jack

    @ Tim
    Deshalb empfiehlt Dirk Müller die Aktien mit Optionsscheinen abzusichern.
    Kostet aber eine Menge Rendite diese Absicherung! zudem ist dafür Markt Timing notwendig und diese ist Erfahrungsgemäß nicht oder sehr schwer möglich

    @ egon meyer
    Gold macht historisch gesehen über mehrere Jahrzehnte eine Rendite von: Inflation + 0,5 %
    Dazu gehören sehr gute aber auch sehr schlechte Jahrzehnte dazu.

    Sobald die Zinsen steigen wird sich der Goldpreis auch (wahrscheinlich) wieder auf ein normales Niveau begeben.

    Die Assets kommen immer wieder zu ihren durchschnittlichen Langfristigen Renditen zurück auch wen das eben viele nicht glauben wollen! Über- und Untertreibungen gibt es immer und überall

    Genau so etwas beachtet ein Value und Buy and Hold Anleger meiner Meinung nach.
    Es gehört also nur gesunder Menschenverstand und das Wissen historischer Rendite dazu um von einer Anlagestrategie in Gold nicht viel zu erwarten.

  7. egon meyer

    @ Jack
    Ich will hier kein Für und Wieder von irgend welchen Anlagestrategien eröffnen.
    Mein Hinweis galt nur, dass man Überlegungen u.Bemerkungen von anderen Anlegern beachten sollte. Häufig denkt man, seine Anlagestrategie ist unumstößlich und hält ewig daran fest. Wie man deutlich erkennen konnte, war für einen Anleger in den letzten 10 Jahren mit Gold mehr zu verdienen als mit der Aktie Berkshire Hathaway.
    Es wird vielleicht auch wieder die Zeit kommen, wo die Aktie Berkshire Hathaway besser läuft.

    Zur Zeit eben nicht!

  8. tim schaefertim schaefer

    @ Jack

    Aktien mit Optionen abzusichern, halte ich für Unfung. Das ist im Endeffekt so, als ob ein Vegetarier ein kleines Stück Fleisch bestellt.

    Ohnehin sprichst Du einen guten Punkt an: Es ist die hohen Kosten dieser Absicherungsstrategie.

    Meine Absicherung ist die hohe Güte der Unternehmen, die Dividende und die recht gute Streuung im Depot (Branchen, Länder). Eine weitere Absicherung ist der lange Zeitraum. Diese Options-Dinger sind nur was für Zocker-Naturen. Oder eben für Angsthasen.

    VG
    Tim

  9. Alex

    Es ist in meinen Augen unsinn eine gute idee zu haben und nach dieser zu investieren

    und sich abzusichern und praktisch gegen(!) seine eigene ursprüngliche Idee zu wetten

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