Citigroup: Mega-Bonus für einen Trader


New York, 2. August 2009

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In den USA sind die Millionen-Boni mal wieder Thema. Die Zeitungen sind voll damit. Im Zentrum der neuen Aufregung steht diesmal Andrew Hall. Der Trader der Citigroup soll einen Bonus in Höhe von 100 Millionen Dollar erhalten. Er hat zwar der Citi fette Gewinne beschert, nun regen sich aber wieder viele auf. Gerecht oder ungerecht?
Da die Citi vom Staat mit 45 Milliarden Dollar vor der Pleite bewahrt wurde und die Regierungsgelder noch nicht komplett zurückgeflossen sind, müssen Washingtoner Beamte die Auszahlungen absegnen.
Hall handelt mit einem Team Ölderivate. Er arbeitet auf einer ehemaligen Milchfarm in Westport, Connecticut. Dort leben viele Superreiche. Die Gegend ist das 43. reichste Wohnviertel in den USA. Die Liste der Promis ist hier lang: Paul Newman, Martha Stewart, Michael Douglas, Harvey Weinstein, Michael Bolton…
Ölhändler Hall sammelt wie besessen zeitgenössische Kunst. Darunter sind Werke von Andy Warhol, David Salle, Bruce Nauman und Julian Schnabel. Einen Teil der 4.000 Kunstwerke verlieh er an das Massachusetts Museum of Contemporary Art. Es soll sich um eine der größten Sammlungen der Welt handeln. In Deutschland kaufte der Trader vor einigen Jahren ein Schloss, das etwa 150 Zimmer umfasst.
Die New York Times griff Halls Bonuszahlung am heutigen Sonntag auf der Titelseite auf. Das Wall Street Journal hatte schon vor etlichen Tagen auf Seite eins Halls bevorstehende Millionenzahlung kritisch unter die Lupe genommen. Alles in allem verdiente Hall und sein Team (55 Mitarbeiter) über fünf Jahre lang zwei Milliarden Dollar für die Citigroup. Insofern scheinen die 100 Millionen auf den ersten Blick gar nicht so viel zu sein. Kriegt er das Geld nicht, dürfte er woanders ganz schnell einen neuen Job erhalten. Was halten Sie von den Millionen? Ist es vertretbar oder nicht?


tim schaefer (Author)

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