Carlos Slim, Laksmi Mittal, Kirk Kerkorian: Die Geizkragen!


New York, 6. November 2009

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Wer sich gegen die Masse stemmt, hat die besten Chancen extrem hohe Renditen in die Scheune zu fahren. Alles, was aus der Mode gekommen ist, nehmen Kontra-Investoren auf ihren Radarschirm. Sie sammeln ausgebombte Werte unter ihrem eigentlichen Wert ein. So wurde Laksmi Mittal zu einem der reichsten Menschen der Welt. Der indische Geschäftsmann kaufte in der Dritten Welt insolvente Stahlhütten auf, sanierte sie und wurde so einer der einflussreichsten Menschen. Jetzt folgt gerade seine Schwiegertochter in die Fußstapfen des Stahlbarons. Sie kauft das insolvente Damenmodehaus Escada für einen Apfel und ein Ei. Am Münchner Stammsitz der Luxusmodefirma herrscht nun Erleichterung über den Zuschlag der Familie Mittal. Ich bin mir sicher, dass die Sanierung glückt. Mittal ist ein exzellenter Geschäftsmann. Er legt auch großen Wert darauf, dass seine Mitarbeiter gut behandelt werden.
Ich hatte Mittal mit seinem Sohn voriges Jahr auf einer Präsentation im New Yorker St. Regis getroffen. Mittal zahlt einen lumpigen Betrag für eine bekannte Modemarke. Da sehen Sie: Es ist ein antizyklisches Investment.
Viele große Vermögen wurden mit Kontra-Investments erzielt. Ob der Schiffsmilliardär Onassis, der Investor Carl Icahn oder Warren Buffett – sie alle schafften gigantische Vermögen, indem sie sich Vermögenswerte unter ihrem Wert unter den Nagel rissen. Nehmen Sie den 92-jährigen Milliardär Kirk Kerkorian. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg kaufte er Flugzeuge aus dem Krieg auf, die keiner haben wollte. Durch den Verkauf des Treibstoffs, der sich noch in den Bombern befand, konnte er den Kaufpreis wieder wettmachen. So erwarb er praktisch Flugzeuge – ohne einen Cent dafür zahlen zu müssen. Der Preis für Kerosin war kurz nach dem Krieg aufgrund der Knappheit sehr teuer.
Der zweitreichste Mensch der Welt, Carlos Slim (Foto), stieg in dieser Finanzkrise bei angeschlagenen US-Firmen ein. So erwarb der Mexikaner bedeutende Aktienpakete an der „New York Times“ und dem Luxuskaufhaus „Saks Fifth Avenue“. Milliarden verdiente Hedgefondslegende George Soros, weil er sich 1992 gegen den Trend stemmte: Soros wettete massiv gegen das seinerzeit überbewertete britische Pfund.
Privatanleger haben ihre Probleme mit dieser Strategie. Es ist schwierig sich von der Masse der Menschen abzuheben. Wir werden alle beeinflusst durch unser Umfeld, unsere Familie, Freunde und Verwandtschaft. Und wir werden geprägt durch die Medien. Können Sie sich noch an den März erinnern, als die Börsen rund um den Globus sich auf dem Tiefpunkt befanden? Wie schlecht war seinerzeit die Stimmung? Wer hat im März auf dem Tief gekauft? Die Menschen waren doch pessimistisch ohne Ende. Manch einer hat die Nerven verloren und seine Aktienbestände aufgelöst. „Cash is King“, titelten die Zeitungen damals in den USA. Die Masse tut im Grunde das Gegenteil von dem, was sinnvoll wäre in einer solchen Situation. Daher ist auch die Performance vieler Anleger dürftig.
Dabei gibt es viele Warnsignale. Diese sollten Sie davor bewahren, in die Falle zu laufen. Wenn Kurse über Jahre hinweg in den Himmel steigen und jeder von einer bestimmten Firma in den höchsten Tönen spricht, dann sollten Sie vorsichtig sein. Als ich vor drei Jahren in New York in der U-Bahn die zahllosen Werbeschilder für Immobilien sah, da war ich erstaunt. „Kaufen Sie ihr Traumhaus“ oder „Ihre Traumwohnung. Jetzt in Manhattan!“ – mit solchen Sprüchen lockten die Makler die Pendler in ihre Büros. Die U-Bahn ist doch kein geeigneter Platz, um für Wohnungen oder Häuser zu werben, dachte ich mir.
Jetzt, nach dem Platzen der Blase, sind die Hauspreise tief im Keller. Nun lohnt sich gewiss ein Hauskauf beispielsweise in Florida oder Kalifornien. Außerdem findet gerade eine Übertreibung im Euro statt. Der Dollar ist nichts mehr wert. Nutzen Sie also die Dollar-Krise. Handeln Sie antizyklisch. Kaufen Sie Dollars. Das können Sie indirekt tun, indem Sie etwa US-Aktien erwerben. Kommt der Dollar wieder in Schwung, steigt der Wert ihrer US-Aktien. Oder machen Sie mit ihren hoch bewerteten Euros in den USA Urlaub. Amerika ist ein Schnnäppchenparadies. Nutzen Sie die Chance, solange es so billig ist.


tim schaefer (Author)

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