Carl Icahn rebelliert gegen Lions Gate! Wo die Insider zugreifen


New York, 17. Februar 2010

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Firmenjäger Carl Icahn hat nun das Management von Lions Gate Entertainment gewarnt. Das kanadische Medienunternehmen plant offenbar, Filmbibliotheken zu übernehmen. Offenbar wollen sie mit Disney und dem angeschlagenen Filmstudio MGM einen Deal schmieden. Doch poltert Großaktionär Icahn, er hält knapp 20 Prozent des Grundkapitals. Er will mit aller Macht eine Transaktion verhindern. Der Superinvestor sorgt sich, dass Lions Gate einen zu hohen Preis für ein Filmpaket bezahlen könnte. Nun hat Icahn Lions Gate mitgeteilt, dass er seinen Anteil an dem Unternehmen auf fast 30 Prozent erhöhen möchte. So steigt sein Einfluss. Icahn beteiligt sich gerne an Unternehmen, die sich mit Management- oder Produktproblemen herumschlagen. Er fordert nach seinem Einstieg meist tiefe Einschnitte und treibt einen Wechsel in der Führungsspitze voran.
Bei dem Alteisen-Recyclingkonzern Schnitzer hat es am 9. Februar einen auffälligen Insiderkauf gegeben. So kaufte der Direktor William Furman für 3,65 Millionen Dollar Aktien der Gesellschaft. Er zahlte im Schnitt 43,67 Dollar je Stück für die 84.000 Anteile. Kein Wunder. Die Firma scheint in der Tat unterbewertet zu sein. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) beträgt nur 0,7. Mit anderen Worten billigt die Wall Street dem Eisenhändler pro 1 Dollar Umsatz nur 70 Cent zu. Weitere beachtliche Käufe durch Insider gingen in den vergangenen Wochen und Monaten über die Bühne bei Furniture Brands, Bancorp of New Jersey und Equifax.
Ich möchte noch einmal kurz anknüpfen, was ich gestern in diesem Blog schrieb über die Superinvestoren. So haben George Soros, William Ackman und Edward Lampert massiv im vierten Quartal sich mit Aktien der Citigroup eingedeckt. Warum? Nun die Citibank hat im Vergleich zu den anderen Riesen eines der billigsten Kurs-Buchwert-Verhältnisse mit 0,8. Sprich, die Börse billigt der Bank nur 80 Prozent des Eigenkapitals zu. Sie können also folglich als Aktionär mit einem Abschlag von 20 Prozent auf den inneren Wert einsteigen. Jedoch haben die Anleger die Sorge, dass im Kreditportfolio weiterer Abschreibungsbedarf besteht, sonst würde der Titel nicht mit einem so großen Rabatt gehandelt werden.
Freilich müssen sich mit diesem Abschreibungs-Problem auch die Konkurrenten herumschlagen. Dennoch werden diese deutlich höher bewertet. So kommt etwa Wells Fargo auf ein Kurs-Buchwert-Multiple von 1,37. Also Sie müssen 37 Prozent mehr bezahlen, als der innere Wert der Bank anzeigt. Spottbillig erscheint dagegen die Bank of America, die auf nur 0,68 kommt.


tim schaefer (Author)

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