Buffett auf Schnäppchenjagd: Bank of America und Dollar General


New York, 26. August 2011

Bankaktien befinden sich an der Wall Street im Höhenflug. Der Einstieg von Investmentlegende Warren Buffett in die Bank of America brachte den ausgebombten Sektor in Schwung. Die Bank of America legte um elf Prozent diese Woche zu. Aber die aktuelle Notiz von 7,76 Dollar ist nach wie vor ein Witz. In der Spitze kostete die Aktie schon knapp 54 Dollar. Das war Ende 2006. Doch hatte der Branchenprimus kurz vor dem Platzen der Immobilienblase den verheerenden Fehler begangen, den angeschlagenen Broker Merrill Lynch und den Hypothekenriesen Countrywide Financial zu übernehmen.
Nun muss sich der Vorstand hauptsächlich mit milliardenschweren Abschreibungen auf das Kreditportfolio von Countrywide herumschlagen. Manch ein Manager regte an, einfach die Countrywide-Tochter pleite gehen zu lassen, um sich des Problems der stetigen haushohen Verluste zu entledigen. Ob es dazu kommt, steht in den Sternen. Ich rechne jedenfalls nicht damit.
Buffetts Finanzspritze im Volumen von fünf Milliarden Dollar an das Institut sorgt nun für Stabilität. Es bringt das fehlende Vertrauen zurück. Auch die anderen Großbanken schnitten diese Woche exzellent ab. Die Wall Street billigt der Bank of America lausige 35 Prozent des Buchwerts zu. Mit anderen Worten zeigt die Börsenwaage 78,6 Milliarden Dollar an. Aber in der Bilanz stecken Buchwerte von 222 Milliarden Dollar. Ich finde: Die Aktie hat gewaltiges Nachholpotential. Vor einigen Wochen schrieb ich bereits über die Aussichten der Bank bei finanzen.net.
Ebenfalls investierte Buffett kürzlich in den Milliardenkonzern Dollar General. Die Ein-Dollar-Ladenkette ist der Marktführer unter den Billigheimern in den USA, die sich aufgrund der Konjunktursorgen im Aufwind befinden. Darüber berichtete ich kürzlich in der „Euro am Sonntag“.
Außerdem interviewte ich Charlotte Beyer. Sie führt einen privaten Club an der Südspitze Manhattans, in dem sich reiche Familien in Sachen Vermögensanlage austauschen. Beyer beklagte sich in meinem Interview bitterlich über die extreme Volatilität an den Aktienmärkten. Ihren Club-Mitgliedern gehen die Kursschwankungen auf den Wecker, sagte sie. Beyer macht den Hochfrequenzhandel dafür verantwortlich und droht, dass ihre Familien weitere Gelder von der Börse abziehen, sollte dieser Kursschwankungs-Irrsinn nicht enden.


tim schaefer (Author)

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