Börsencrash: Das ist die Chance einer ganzen Generation


New York, 13. Oktober 2011

An der Börse brodelt es. Griechenland ist pleite. Italien, Spanien und all die anderen Schuldenstaaten wackeln. „Euro ist in Gefahr“, schreien die Medien hysterisch den Menschen zu, wie hier das ZDF. „Wir wollen die D-Mark zurück“, fordert jetzt manch einer. Wer Panik schürt, sollte aufpassen, was er damit anrichtet.
Keine Frage, die Finanzkrise sorgt für Probleme. Aber die Welt geht daran nicht zugrunde, sondern geht aus dem Desaster gestärkt hervor. Der EURO wird ein Erfolg, die D-Mark kommt nie wieder zurück.
Nun sind die Zeiten einmal schwierig. Und für einen Value-Investor bieten sich genau aus diesem Grund herrliche Zeiten. Wer mindestens zwei bis fünf Jahre Zeit hat, der sollte zugreifen. Aktien sind extrem günstig. Schauen Sie allein in den DAX: Dort notiert ein Drittel der Konzerne unterhalb des Eigenkapitals. Sprich, wenn die Anteilseigner ihre Konzerne in ihre Einzelteile zerlegen und verkaufen würden, käme mehr Geld zusammen, als die Börse zubilligt. Das ist irrational! Verrückt!
Ich denke, dass derart krasse Bewertungen vielleicht einmal in einer Generation vorkommen. Insofern bieten sich für kühle Köpfe extreme Chancen. Das Absurde: Bei vielen Konzernen sind die Risiken gar nicht mal so groß: Sie haben rekordverdächtige Kriegskassen aufgebaut, Schulden im großen Stil getilgt und die Margen erhöht. Sie finden massenweise hochsolide Aktien mit KGVs unterhalb von zehn. Sie können nebenbei Dividendenrenditen von vier, fünf, sechs oder mehr Prozent kassieren. Wenn Sie bei einem solchen Titel heute einsteigen, werden Sie als Aktionär einfach fürs Warten bezahlt. Fürstlich sollte die langfristige Rendite ausfallen. Sie können heute ein starkes Fundament für Ihre eigene Altersvorsorge legen.
Sie können sogar Firmen finden, die nahe des Kassenbestands notieren. Ich habe schon den ein oder anderen Kandidaten an der Nasdaq entdeckt. Da sträuben sich mir die Nackenhaare. So verrückt ist die Börse geworden. Die Menschen reagieren nur noch emotional und wollen ihre Aktien so schnell wie möglich aus dem Depot haben. Schlussstrich! Ende! Aus! Vorbei! Die Leute haben die Schnauze voll von Aktien.
Der DAX steht heute bei ca. 5900 Punkten. Seit Juli verlor der Index ein Fünftel seines Werts. Und gegenüber dem Spitzenstand bei 8000 Punkten im Jahr 2008 beträgt der Abschlag sogar ein Viertel. Wir werden wieder die Marke von 8000 im DAX erreichen. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Sie brauchen nur Geduld. Von den hysterischen Marktschreiern, die den Untergang des Weltfinanzsystems prophezeien, werden die Anleger nur vom Weg abgebracht. Die Masse tut immer zu einer Unzeit das Falsche.
Value Anleger aufpasst: Sie sind zur richtigen Zeit, am richtigen Ort! Wer erfolgreich an der Börse sein will, sollte den Verstand ein- und die Gefühle ausschalten.
Jetzt wollen Sie bestimmt wissen, welche die perfekten Aktien für Ihr Depot sind. Das kann ich Ihnen nicht sagen, denn es hängt von Ihrem „Geschmack“ ab. Jeder sollte diese Entscheidung für sich selbst treffen. Vor allem machen Sie sich eines klar an der Börse: Je niedriger die Kurse, desto geringer das Risiko. Je höher die Kurse, desto größer das Risiko. So simpel ist das!


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Börsencrash: Das ist die Chance einer ganzen Generation

  1. Peili

    Hallo Tim,

    ehrlich gesagt finde ich die Psychologie der Massen faszinierend und der ein oder andere Leerverkauf hat in letzter Zeit auch Freude bereitet. Das Buch von Gustave LeBon kann ich ist zu diesen Thema sehr empfehlen. (Das kennst du doch bestimmt?)
    Von mir aus können die Untergangsszenarien noch ein wenig anhalten. Die Angst ist doch ein toller Treiber.
    Übrigens schaue ich oft in Google Insigths. Damit lässt sich die Historie der Suchbegriffe bei Google untersuchen. Suchbegriffe wie z.B. „financial crisis“, „inflation“ bilden einen interessanten und v.a. aktuellen „sentiment“ index.

    Viele Grüße aus München

  2. tim schaefertim schaefer

    Hi Peili, von dem Gustave habe ich schon gehört.

    Komisch ist, dass kein Mensch mehr langfristig an der Börse denkt. Alle haben Sorgen vor den kurzfristigen Problemen. Natürlich bleibt es volatil und turbulent. Aber ich kann das ertragen…

  3. Reinhard

    Hallo Tim,

    ich sehe das auch so, bin mir aber nicht sicher, ob wir die Tiefstände schon gesehen haben. Mit Griechenland, Italien, ev. Spanien steckt noch einiges in der Pipeline. ich jedenfalls behalte ein größeres Cashpolster für den Kehraus. Es ist wunderbar, wenn man eine E-on für 13 EUR kaufen kann und diese dann binnen zweich Wochen auf fast 18 EUR steigt. Dazu braucht man aber die Geduld, auf die wirklichen tiefstände zu warten und dann auch liquide zu sein. Ich kaufe meist zu früh. Deshalb halte ich, um mit Warren Buffett zu sorechen, momentan die Bücjse noch geladen.
    Ich denke, der Ausverkauf kommt erst noch.

  4. tim schaefertim schaefer

    Hi Reinhard,

    den Tiefpunkt exakt zu finden, ist leider nicht möglich. Klar, können die Kurse weiter sinken. Ich denke, das ist ein extrem niedriges Niveau jetzt.

    Das macht aus meiner Sicht einfach keinen Sinn mehr, zu warten. Aus Gesprächen mit Vorständen erfahre ich immer wieder, dass die Bewertungen extrem niedrig sind.

    Warum Buffett wartet, liegt wohl daran, dass derzeit niemand seine Firma zu so einem verrückten Kurs hergeben möchte.

    VG

  5. Hubsen

    @ Reinhard

    denke auch dass es Sinn macht noch Pulver im Trockenen zu halten, solange keine klare Bodenbildung mit Bestätigung da ist. … und wenn es sofort aufwärts gehen sollte, hat man halt ein paar günstige Gelegenheiten ganz unten verpasst, -> aber dem Restportfolio wird das dafür sehr sehr gut tun …und Invest-Gelegenheiten (wen auch andere) kommen garantiert irgendwo, irgendwann wieder.

    Gold ist ja auch eine bestandserhaltende Alternative, insbesonders solange die Realzinsen (Geldmarktzinsen minus Inflation)noch negativ sind.

    Lieber mehr Angst groß Geld auf breiter Front zu verlieren, als die Angst mal eine Aufwärtsbewegung eine Zeit lang verpasst zu haben… denn nach unten geht es in den allermeisten Fällen sehr viel steiler.

    …aber wo bzw. warum haben Sie … oder anders gefragt, haben die ganzen Dauerinvestoren in diesem Blog hier so plötzlich das ganze „Pulver“ her frag ich mich immer wieder? 🙂

    LG @ all
    Hubsen

    PS:

    Da bei uns in Ö die letzte Steuerfreiheitsfrist mit Ende Sept geendet hat (für Hebelzertifikate) bin ich nochmal bis auf eine gute Reserve nahezu „all in“ …aber nicht nur in Aktien, sondern auch auf einzelne Rohstoffe inkl. Papiergold u. silber.

  6. tim schaefertim schaefer

    Hi Hubsen, gut möglich, dass Sie Recht haben. Vielleicht geht es weiter runter. Ich habe aufgehört zu versuchen, den Markt zu timen. Ich kann`s nicht. Das überlasse ich anderen. Buffett versucht das auch nicht. Er greift einfach zu, wenn er der Meinung ist, dass eine Aktie super-günstig ist. Oft sinkt anschließend sein Papier noch tiefer. Aber irgendwann kommt die Erholung. Dann geht es ganz schnell nach oben. So schnell, dass man kaum noch zum Zuge kommt bzw. dabei sein möchte. VG Tim

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