Börse setzt Aufholjagd fort: Citi, Bank of America, Wells Fargo


New York, 8. Mai 2009

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Wie geschmiert läuft der Dow Jones. Am Freitag klettert das Börsenbarometer um 164 auf 8.574. Im Tief lagen wir im März 2009 bei unter 6.600 Punkten. Die Erholung um 2.000 Zähler ist saftig. Das ist nun die neunte Woche in Folge mit einem Pluszeichen. Banken gehen durch die Decke. Citigroup steigt heute um sechs Prozent oder 0,24 auf 4,02 Dollar. Bank of America gewinnt diese Woche unglaubliche 64 Prozent und schließt bei 14,15 Dollar. Wells Fargo kletterte heute um 13 Prozent auf 28,18 Dollar.
Ich schreibe hier gebetsmühlenartig, dass die Finanzwerte niedrig notieren. Wenn alles am Boden liegt, ist die Zeit gekommen Schnäppchen einzusammeln. Sehen Sie nur den Chart der Citi rechts! Citigroup war sogar ein Pennystock, jetzt kostet der Titel mehr als vier Dollar. Der Stresstest der Regierung hat gezeigt, dass die großen Banken überschaubare Löcher in ihren Bilanzen haben. Die Annahmen des Stresstests waren auf einen Extremfall ausgelegt. Nun sammeln die Banken die restlichen Milliarden per Kapitalerhöhung ein. Dabei erhalten sie Schützenhilfe der Regierung. Nach der verheerenden Pleite von Lehman Brothers wissen die Entscheidungsträger in Washington allzu gut, dass sie sich keine große Schieflage mehr leisten kann. Das Thema Subprime und Finanzkrise ist abgehakt, die Verluste weitgehend verdaut. Der Immobilienmarkt bildet einen Boden aus. Zwar bleibt die hohe Arbeitslosigkeit ein Problem. Doch auch hier zeichnet sich eine Besserung ab. Wir werden womöglich die zehn oder elf Prozent Marke bei der Arbeitslosenquote nehmen, aber Anfang nächsten Jahres sollte sich der Arbeitsmarkt wieder beleben.
Am schlechtesten schnitt diese Woche General Motors im Dow Jones mit minus elf Prozent ab. Energiewerte brechen aus. Öl schoss diese Woche um zehn Prozent rauf. Exxon Mobil ist heute drei Prozent im Plus.
Wir haben eine Art Short Squeeze, sprich Leerverkäufer werden auf dem falschen Fuß erwischt und müssen sich eindecken. Das verstärkt den Aufwärtstrend.
In Deutschland habe ich Bekannte, die Aktien extrem skeptisch gegenüberstehen. Sie bevorzugen Immobilien. Dass aber bei Immobilien oftmals erhebliche Nachschüsse nötig sind, übersehen sie gerne. Da sind plötzlich Reparaturen oder ein neuer Anstrich nötig. Sprich Cash fließt ab.
Bei Aktien kriegen Sie nie eine Rechnung. Im Gegenteil: Die meisten soliden Werte werfen eine schöne Dividende ab. Ein weiterer Vorteil von Aktien: Sie haben keinen Ärger. Kein Mieter oder Nachbar bereitet ihnen bei ihren Aktiengeschäften Kopfzerbrechen. Einen weiteren Unterschied haben Sie: Sie können den Preis ihrer Immobilie nicht täglich abrufen. Bei Aktien können Sie jede Sekunde nachschauen. Das ist eher ein Problem, denn im Krisenfall macht es die Aktionäre besorgt, während sich der Immobilieneigentümer zurücklehnen kann. Daher ist es ratsam, langfristig an der Börse zu sein und sich nicht von täglichen Kursschwankungen verrückt machen zu lassen. Das erklärte Warren Buffett so schön auf der Aktionärsversammlung seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway voriges Wochenende. Buffetts Anlagehorizont sind Jahrzehnte und nicht Tage.


tim schaefer (Author)

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