Börse rauf. Auslese bei den Einzelhändlern beginnt


New York, 4. April 2009

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Am Freitag setzte sich die Aufholjagd fort. Der Dow Jones überwand die 8.000er Marke und landete bei 8.017 Punkten. Das waren 0,5 Prozent mehr gegenüber Donnerstag. An der Spitze standen mal wieder die Banken. Ich halte hier einen Einstieg für ratsam, der Sektor ist derart abgestraft worden, dass die Kurse locker um mehrere hundert Prozent zulegen können. Nahezu alle Branchen werden nach wie vor von der Rezession geplagt, die kommenden Quartalszahlen werden schwach ausfallen. Doch blicken die Börsianer nach vorne.
Besonders im Einzelhandel sieht es schlimm aus. Böse erwischt hat es Warenhäuser wie Macy’s oder J. C. Penney. Auch die Bewertungen von Modeherstellern sind lumpig geworden. Bei Modefirmen ist es ohnehin sehr riskant zu investieren. Denn der Trend kann so schnell drehen. Wenn eine Marke heute hoch in der Gunst der Verbraucher steht, heißt das noch lange nicht, dass das immer der Fall sein wird. So hat es etwa der Gummilatschenhersteller Crocs trotz eines Nachfragebooms nicht geschafft, die knallbunten Sandalen zu etablieren. Jetzt kämpft die Gesellschaft ums Überleben. Die Elektronikkette Curcuit City ging pleite. Das freut natürlich den Erzrivalen Best Buy.
Sie müssen sich immer zwei wesentliche Punkte anschauen, bevor Sie in solche Unternehmen investieren: Wie ist es um die Bilanz bestellt? Steht die Gesellschaft mit einer hohen Kreditlast da, würde ich die Finger davon lassen. Die zweite wesentliche Frage lautet: Wäre es ein großer Verlust für die Verbraucher, wenn der Konzern pleite gehen würde? Firmen, die sich einen guten Namen aufgebaut haben und die bei Verbrauchern beliebt sind, gehen so gut wie nie bankrott. Eine solche beliebte Marke ist etwa Abercrombie & Fitch. Der Modehersteller ist nach einem brutalen Kurssturz nur noch 2,3 Milliarden Dollar wert. Dem stehen 3,5 Milliarden Dollar Umsatz gegenüber. Der Überschuss summierte sich zuletzt auf 272 Millionen Dollar, demnach beträgt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) nur 8,4. Schulden sind praktisch keine vorhanden. Für mich ein klarer Kauf beim aktuellen Kurs von 26,94 Dollar.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Börse rauf. Auslese bei den Einzelhändlern beginnt

  1. Moritz Ignat

    …wobei durchaus gesagt werden muss, dass derzeit A&F mit ihren hohen Preisen auch unter Druck stehen. Denn gerade jetzt sparen auch die Amerikaner an Luxusbekleidung. Aktuell herrscht daher eher Flaute in den A&F Stores verglichen mit noch vor einem Jahr. Wer zahlt noch 100$ für eine Jeans, wenn es „die gleiche“ bei American Eagle für 50$ gibt.

    …Dürfte sich sicher in den kommenden Quartalszahlen widerspiegeln. Dennoch sehe ich auch hohes Potential vor allem im kommenden Jahr bei einer weiteren Expansion in Europa.

  2. tim schaefertim schaefer

    Besten Dank für die Anmerkung. Ich war vorige Woche in der Abercrombie & Fitch-Filiale auf der Fifth Avenue – nahe am Central Park. Das Haus war brechend voll. Ich war selbst überrascht über den Ansturm. Daher legte ich Ihnen hier das Papier ans Herz. Die Marke löst eine enorme Anziehungskraft vor allem bei jungen Menschen aus. Der Modehersteller hat eine Kultmarke geschaffen. Trotz der Krise steigt jedes Quartal der Umsatz. Zwar kam die Gewinnmarge zuletzt unter Druck. Dennoch ist das stetige Umsatzplus ein exzellentes Zeichen. Rote Zahlen sind sowieso Fehlanzeige. Der Börsenwert beträgt 2,2 Milliarden Dollar. Da keine Schulden vorhanden sind und 400 Millionen Cash zur Verfügung stehen, beträgt der bereinigte Börsenwert (Enterprise Value) nur lumpige 1,8 Milliarden Dollar. Dem steht ein Jahresumsatz von 3,5 Milliarden Dollar gegenüber. So günstig wie derzeit, kriegen Sie das Papier sicherlich nicht mehr lange. Aktuell kostet der Titel 25,66 Dollar. Ein schönes Marken-Schnäppchen!

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