Börse im Rausch nach oben


New York, 2. April 2009

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Heute traf ich wieder viele Vorstände. Auf dem Foto, das ich aufnahm, sehen Sie die Chefs von General Electric und Intel: Jeffrey Immelt beziehungsweise Paul Otellini. Sie erläuterten im New Yorker W-Hotel ihre Kooperation im Gesundheitswesen. Beide Manager wollen in den kommenden fünf Jahren mehr als 250 Millionen Dollar investieren. Im Kern geht es darum, das Leben von Senioren zu vereinfachen.
Und was machte die Börse? Wahnsinn! Am Donnerstag kam der Dow Jones um 2,8 Prozent oder 216 auf 7.978 Punkte voran. Bald fällt die 8.000er Marke. Wenn die gute Stimmung sich in den kommenden drei Wochen fortsetzt, haben wir den Börsensturz wohl hinter uns gelassen. JetBlue hoben um 20 Prozent auf 4,35 Dollar ab. Research in Motion explodierten um 30 Prozent, nachdem der Hersteller intelligenter Handys (BlackBerry) überraschend gute Quartalszahlen vorgelegt hatte.
Wie es scheint, bekommt die US-Regierung die wichtigsten Probleme jetzt schnell in den Griff. Die drei Kernprobleme sind: Erstens die fallenden Immobilienpreise, die sich stabilisieren müssen, bevor sich der Markt erholen kann. Zweitens drücken die toxischen Papiere in den Bankbilanzen, diese müssen unbedingt beseitigt werden. So will die FED gemeinsam mit institutionellen Investoren die faulen Assets den Banken abkaufen. Die FED braucht die Hilfe der Heuschrecken. Allein kann sie das Geld nicht mehr aufbringen. Drittens sind die Bilanzen der Banken noch immer sehr schwach. Weiteres frisches Kapital ist nötig.
Barack Obama hat diese kritischen Punkte allesamt im Fokus. Wenngleich die Arbeitslosigkeit zunächst weiterhin steigen wird. Der Überhang an Häusern muss ebenfalls abnehmen, um die Preise zu stabilisieren. Die Amerikaner brauchen kaum so viele Zweitwohnungen, wie sich momentan auf dem Markt befinden. Einer Studie zufolge gibt es sechs Millionen leere Hauseinheiten.
In den USA gibt es eine Organisation, die die Menschen zum Sparen aufruft. Wer beispielsweise auf Kaffeekäufe außerhalb der eigenen vier Wände verzichtet, der spart mehr als 1000 Dollar pro Jahr, so die Kampagne. Ebenfalls kann mehr als 2000 Dollar sparen, wer zuhause kocht. Ein rosafarbenes Sparschwein taucht immer am Ende der Werbespots auf und singt: „Füttere das Schwein!“ Ganz nach dem Motto: Werfe Sparmünzen in das Schwein. Die TV-Kampagne kostet Millionen. Ob es was bringt? Was meinen Sie? Sehen Sie selbst:



tim schaefer (Author)

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