Börse: Geht es rauf? Geht es runter?


New York, 13. Januar 2013

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Kein Mensch weiß, was an der Börse in den kommenden Monaten passieren wird. Es sind alles reine Vermutungen, die täglich durch das Internet geistern. Keiner, absolut niemand, hat eine Ahnung. Nicht einmal die Gurus, die größten Investoren aller Zeiten, wissen, was passieren wird in den kommenden Wochen und Monaten.
Tausende Charts, tausende Zahlen, Statistiken, Handelsumsätze, Kurven, Formeln, Volatilitätskennziffern, 200-Tage-Linien usw. werden erklärt und gedeutet. Im Endeffekt ist das alles ein riesiges Schauspiel, ein Affentheater. Es ist wie im Zirkus.
Wenn ich einen „Experten“ im Fernsehen sehe und der im Brustton der Überzeugung den Zuschauern erklärt, wo der DAX, Dollar und das Gold exakt in einem Jahr notieren werden, muss diese Person lügen. Denn das kann niemand wissen. Tritt so eine Prognose per Zufall ein, war es reines Glück. Mehr nicht.
Aus diesem Grund rate ich, nur langfristig in exzellente Unternehmen mit einem guten Ruf zu investieren. Versuchen Sie besser nicht, den Markt „timen“ zu wollen. Das klappt leider nicht. Den idealen Zeitpunkt erwischt ohnehin niemand. Wer das versucht, wird enttäuscht werden.
Im Dow Jones, DAX, ATX finden Sie massenweise gute Aktien. Die zu kaufen und für Jahrzehnte zu halten, dürfte sich fürstlich auszahlen. Wenn Sie Qualitätsunternehmen besitzen, ist das eine der besten Möglichkeiten, um für das Alter Vorsorge zu treffen.
Sie brauchen nur, ein paar Aktien von einem Kaliber wie Exxon Mobil zu erwischen. Schauen Sie mal, wie sich der Exxon-Chart entwickelt hat seit den 1970er Jahren. Es ist eine Rakete. Hinzu kommen üppige Dividenden. Jedes „D“ auf dem Chart steht für eine Dividendenausschüttung.
Kurzfristig würde ich niemals Geld an der Börse anlegen. Ich rate dringend von der Spekulation, der Spielerei, Zockerei ab. Das kostet nur unnötig Transaktionsgebühren und Steuern. Machen Sie einen weiten Bogen um intransparente Finanzpapierchen (Optionsscheine, Hebelprodukte usw.). Von denen gibt es leider viel zu viele.
Ebenfalls sollten Sie es strikt vermeiden, Schulden für Aktieninvestments aufzunehmen. Das ist sehr riskant. Kredite sind grundsätzlich Gift für den Vermögensaufbau.
Kaufen Sie nur, was Sie kennen beziehungsweise verstehen. Alles andere kann in die Hose gehen.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Börse: Geht es rauf? Geht es runter?

  1. ZaVodou

    Klingt für mich wie:
    Spekuliere nicht herum. Kauf Dir lieber Qualitätsunternehmen. Der Preis ist egal, weil Du sowieso nicht den idealen Zeitpunkt erwischst.

  2. willihope

    @ZaVodou
    der preis ist eben nicht egal! value bedeutet auch unternehmen zu kaufen die unter wert gehandelt werden!

    30 jahre und mehr sind eine lange zeit, möglich dass es dann schon andere energiequellen gibt, öl wird nicht wertlos aber ewig wirds nicht reichen. also ist exxon erstmal nix für die pension in 40 jahren!

    essen und drinken, wohnen und energie – das ist auch in 40 jahren ein thema, fragt sich nur wo? 🙂

    ich glaube die zukunft liegt in der kernfusion und in der elektrizität.
    desshalb habe ich mich erstmal mit edf eingedeckt und habe die anderen versorger im auge. 🙂

    energiemarkt ist in de nicht einfach da die politik zuviel rumspringt, das kann ein unternehmen umbringen. eon und rwe nur wenn die politik der nächsten 20 jahre klar ist.

  3. tim schaefertim schaefer

    @ finanzielle-freiheit-dividende-blog.de
    Diese Aktien findet man recht einfach: Sie sind in den großen Indizes vertreten. Dass diese Dickschiffe so groß sind, hat ja einen Grund (überlegenes Produkt, gutes Management, Tradition, Marktmacht…).

    @ ZaVodou
    stimmt. Qualitätsfirmen sind immer etwas teurer. Buffett kauft oftmals nahe am Allzeithoch. Siehe Lubrizol, IBM, Coca-Cola. Ein schöner Cashbestand macht Sinn vorzuhalten für kräftige Korrekturen.

    @ willihope
    Ich empfehle hier im Blog ungern Firmen. Lebensmittelhersteller machen Sinn, das stimmt.

    Exxon habe ich nur als Beispiel genannt, um zu zeigen, wie sich ein Qualitätsunternehmen entwickeln kann über Jahrzehnte hinweg. Ich persönlich besitze keine Exxon. Ich glaube übrigens nicht, dass Öl durch Sonne- oder Windkraft komplett ersetzt werden kann. Die Weltbevölkerung wächst sehr schnell. Öl ist überall in unserem Alltag anzutreffen (Autos, Plastik, Waschmittel). Wer sein Depot schön streut, braucht sich keine großen Sorgen machen.

  4. Martin

    Selbst wenn das jetzige Geschäftsmodell irgendwann nicht mehr tragfähig sein sollte, weiß man nicht ob Exxon jetzt eine schlechte Investition ist. Nach 40 Jahren Dividenden wird z.B. der Restwert nicht mehr allzu hoch sein. Wichtiger sind die Cashflows der nächsten Jahre. Im Vergleich zu ähnlichen Aktien ist Exxon teuer, was ein Indikator für Qualität ist. Öl ist übrigens eines der ältestenden, funktionierenen Geschäftsmodelle. Bin selbst immer wieder erstaunt wie wenig sich da mit der Zeit geändert hat.

  5. ZaVodou

    @Tim
    Wenn Du einen hohen Cashbestand für gut befindest, dann ist Dir doch nicht jeder Preis für eine Qualitätsaktie egal, weil Du ja auf tiefere Kurse hoffst. Mir ist jetzt nicht klar, wie Du beim Kauf vorgehst.

  6. Markus

    Dividenden bzw. Dividendenreinvestitionen sind unglaublich wichtig. Da sollte man mal jeremy siegel mit überlegen investieren lesen. Allerdings kommt es auf die Verhältnismäßigkeit an. Wenn eine Firma das Geld sinnvoller und gewinnbringender anlegen kann, als eine Ausschüttung, die nochmals versteuert wird, dann ist eine interne Reinvestition besser. Wer sich mal ein bisschen Bilanzen ankuckt sieht auch, dass die „allseits beliebte“ Telekom gar nicht die Dividende aus der Substanz ausschüttet (ist ja eine sehr pauschal verbreitete Meinung). Natürlich wäre ein stärkerer Schuldenabbau vielleicht interessanter… Exxon… 40 Jahre… Der Konzern ist sehr stark und es gibt sogar intelligente Leute, die behaupten das Öl geht nicht aus…;-) 40 Jahre… Na ja, das ist jetzt mal so langfristig dass ich dazu sagen muss… noch langfristiger gesehen sind wir alle tot. *g* Das blenden viele bei der Gier aus…

  7. willihope

    öl habe bzw. hatte ich auch, bp und shell, günstig gekauft und z.b shell 8% dividende auf meinen damaligen kaufpreis. vor kurzem erstmal ausgestiegen bei shell.

    nun bei erdöl ist auch immer etwas risiko dabei, siehe bp, wer die bei über 10 gekauft hat steht heute nach 10 jahren bei ca. der hälfte und divi gabs jetzt auch länger keine nennenswerte! ich habe sie bei 4 gekauft und somit passt es für mich, bei 10 würde ich schön dumm schauen. 🙁
    (so wie buffet bei concoco) 🙂

    das meine ich mit value, immer auch das risiko mit einbeziehen und dann ist exxon einfach zu teuer für mich.
    die können nicht mehr extrem wachsen weil eh schon alle bohren, mc oder nestle sehe ich da anders, die wachsen solange 6 milliarden so leben wollen wie die reiche milliarde. 🙂

    aber ohne öl gehts nicht und somit muss immer etwas schmiere im depot bleiben. 🙂 nur eben nicht zuviel auf die branche, ist auch etwas risiko drinnen.
    falls das einmal wieder schlagend wird dann könnt es sein dass ich auch wieder zuschlage. 🙂

    40 jahre sind der horizont für leute um die 25 – 30 jahre, 70 ist ja heute kein alter mehr und da sollte schon noch genug über am konto sein. 🙂

  8. tim schaefertim schaefer

    @Martin
    Exxon ist mit einem KGV von weniger als 10 und einer Dividendenrendite von 2,5% nicht teuer.

    @ ZaVodou
    Mein persönlicher Cash-Bestand ist nicht riesig. Ich habe aber immer eine kleine Kriegskasse für den Fall der Fälle (Crash).

    Für Neuanleger, die jetzt in den Markt wollen, würde ich nicht 100% auf einen Schlag investieren. Ich würde in Schritten anlegen, zunächst 70% und die restlichen 30% würde ich in Cash vorerst halten.

    @ Markus
    Ich bin jetzt 40 Jahre alt. 40 Jahre möchte ich mindestens an der Börse mein Geld anlegen. So viel Zeit sollte ich mindestens haben. Ich hoffe mal.

    @ willihope
    Genau. 40 Jahre, das ist ein guter Horizont. DIe besten Aktienanlagen sind die, die man ewig hält. Im Jahr 2009 sind alle aus Aktien geflüchtet. Die sitzen nun auf Anleihen, Cash und Gold. Die kommen zurück an die Börse, wenn wir ein neues Allzeithoch feiern und der nächste Crash bevorsteht.

  9. Markus

    also mein Opa ist jetzt 89 und die Oma 86. Allerdings ist bei vielen älteren Menschen so die Grenze bei +/- 84 wo es schon nicht mehr mit dem ganz normalem laufen klappt. Ob man da noch so die riesige Freude an 2 – 3 Millionen hat?
    Vielleicht ist ja unsere Medizin in 40 Jahren besser als aktuell. Aktuell werden auch viele ältere Leute mit 15 – 30 Kapseln aufgepeppelt. Die ganzen Nebenwirkungsüberschneidungen kann kein Mensch, auch wenn er 5 Doktortitel hat nicht einschätzen. Ab 55 – 60 Jahren würde ich mir eher Gedanken in Form von Entnahmeplänen machen.

  10. tim schaefertim schaefer

    @ Markus
    An einen Entnahmeplan denke ich nicht. Dann geht es erst los mit den Ideen. Vielleicht eine Stiftung oder so etwas. Ich vermute mal, es dürften deutlich mehr als 2 oder 3 Millionen bis dahin sein.

  11. willihope

    och die 2 – 3 millionen sind schnell weg, badumbau, stiege durch lift ersetzen, essen auf räder, haushaltshilfe usw usf. 🙂

    86 ist ja noch kein alter, leicht können noch 10 jahre dazukommen und in 40 jahren ist die medizin auch schon viel viel weiter!

    aber natürlich soll man auch ein schönes leben haben und nicht alles die erben verjubeln lassen. 🙂

    da ist nicht buffet sondern kostolany mein vorbild, er lebte sehr gut und starb trotzdem reich. 🙂

  12. Markus

    @willihope

    86 ist kein Alter? 😉
    Na dann hast Du wahrscheinlich noch nicht den Spaß gehabt, was in einer Familie alles abgeht, wenn es um die Pflege und Pflegekosten geht. Undankbare Großeltern inklusive gegenüber den Kindern, wo sich um alles kümmern…
    Ausgelaufene und hin geschmissene Windeln, Demenz, stundenlanges Gewimmer usw. – Das Ganze bei guter und fachgerechter Pflege und Aufmerksamkeit gegenüber den Eltern / Großeltern! Mach Dir den Spaß und lauf mal mit offenen Augen durch ein beliebiges Altenheim in Deutschland. Das ist seelisch auch für die pflegenden Kräfte, Kinder usw. extrem belastend.

    @Tim

    Die Summe ändert sich bei einem Unterschied von nur 10 Jahren (30 oder 40 Jahren) Anlagedauer durch den Zinseszins natürlich gewaltig. Allerdings hat jeder andere Ziele. Ich möchte solange es gesundheitlich geht mein Leben genießen. Entnahmeplan kann man mit Kapitalverzehr und auch ohne bewerkstelligen… Und selbstverständlich kann man auch viel Gutes mit zu viel Geld anstellen!

  13. willihope

    @markus

    muttern wird 87 diese jahr, naja sie ist nicht mehr so fit wie ein turnschuh aber wenn ich mal so alt werde und noch fleissig selbstständig unterwegs bin und mit freunden mich beim bäcker auf kaffee und kuchen treffe – ja dann werde ich froh sein!

    nun die mögliche pflege wird mit dem verkauf des hauses finanziert, das ist schon klar und auch kein problem weil es ist ja ihres!

    bis es soweit ist hoffe ich dauert es noch mindestens 5 jahre! wobei grossmuttern wurde 98 ohne zum pflegefall zu werden, nicht jeder alte mensch ist automatisch ein pflegefall.

    wie andere das regeln ist deren sache, natürlich belastet es wenn man neben dem beruf auch noch die pflege hat.
    pflegekräfte sind teuer, auch kein wunder bei den ganzen steuern und sozialabgaben!
    danke an die politik dafür.

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