Bing, Bing, Bing – Yawohl


New York, 29. Juli 2009

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In New York blitzt und donnert es gerade. Der Regen hilft kaum, die hohen Temperaturen zu vertreiben. Die Sommerhitze steckt regelrecht in den Häuserschluchten. An diese Hitze kann ich mich nicht so recht gewöhnen. Im Anzug auf der Straße oder in der U-Bahn ist eine Zumutung. Kaum verlasse ich das Büro, steht mir der Schweiß auf der Stirn.
Yahoo und Microsoft arbeiten nun zusammen. Vor einem Jahr bot Microsoft noch 47 Milliarden Dollar für Yahoo. Doch Yahoo-Lenker Jerry Yang lehnte seinerzeit die Offerte als zu niedrig ab. Seither fiel die Yahoo-Aktie wie ein Stein. Yang trat zurück. Jetzt haben die beiden Firmen endlich eine enge Partnerschaft geschmiedet, aber die Übernahme scheint vorerst vom Tisch. Daher fiel auch Yahoo heute um mehr als zehn Prozent. Die Übernahme-Phantasie ist raus.
Der Deal: Yahoo ersetzt seine Suchmaschine mit Microsofts Bing-Suche. Microsoft wird seine Werbung einblenden. Die Vermarktung der Werbeflächen übernimmt jedoch Yahoo und erhält dafür 88 Prozent der Werbeumsätze. Die Partnerschaft ist auf zehn Jahre ausgelegt. Ganz klar richtet sich das Bündnis gegen den Erzrivalen Google. Nur gemeinsam (Marktanteil 25 Prozent) können sie Google mit einem Marktanteil von 65 Prozent erfolgreich attackieren.
Der Dollar konnte am Mittwoch massiv aufholen. Für einen Euro kriegen Sie nur noch 1,40 Dollar, noch vor wenigen Tagen waren es mehr als 1,42 Dollar. Gleichzeitig fiel heute der Ölpreis. Er sank um sechs Prozent auf 63 Dollar je Barrel. Die Korrektur wundert mich nicht, hängt doch der Ölpreis vom Dollar ab. Je stärker der Dollar, desto billiger das Öl.
Bank of America gab heute mal wieder Gas. Der Kurs hat sich in sechs Monaten auf 13,52 Dollar verdoppelt. Ein Ende der Rallye scheint nicht in Sicht. Die größte US-Bank ist einer meiner Favoriten. Warum? Ganz einfach: Gelingt es der Bank im nächsten Turnus an das Ergebnis aus dem Jahr 2007 (15 Milliarden Dollar!) anzuknüpfen, beträgt das Kursgewinnverhältnis (KGV) super-billige sechs. Sprich in sechs Jahren haben Sie bei dieser Aktie ihren Einsatz zurückverdient.
Am Mittwoch explodierte die Citigroup. Der Kurs legte mehr als acht Prozent auf 3,22 Dollar zu. Keine Frage, die Citi hat die Bilanz mit Schulden überladen. Die Aufräumarbeiten bringen aber die Bilanz wieder ins Lot und machen den Weg frei für eine massive Kurserholung. Die Aktie kostet lausige drei Dollar. Das ist ein Witz für einen weltweit führenden Finanzkonzern. Einst notierte die Aktie bei mehr als 50 Dollar. Citi zählt ebenfalls zu meinen Favoriten. Die einstigen Höchstkurse sind aber freilich auf Jahre beziehungsweise Jahrzehnte hinweg nicht wieder erreichbar.


tim schaefer (Author)

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