Bernie Madoff kommt hinter Gitter


New York, 12. März 2009

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Heute schickte der Richter Bernie Madoff direkt aus dem Gerichtssaal ins Gefängnis. Der 70-jährige wird den Knast voraussichtlich nicht mehr lebend verlassen können. Mit einer Gefängnisstrafe von 100 Jahren und mehr rechnen Beobachter – ohne die Möglichkeit, dass die Strafe wegen guter Führung verkürzt werden kann. Madoff hatte bis heute in seiner Luxuswohnung in der Upper East Side residiert – in elektronischen Fussfesseln wohlgemerkt. Der Schwindler ergaunerte von Anlegern mit einem Schneeballsystem mehr als 50 Milliarden Dollar. Viele Prominente wie Steven Spielberg oder Larry King gingen ihm auf den Leim. Auch Banken, Versicherungen und Stiftungen verloren Millionensummen. Der Großteil des Geldes ist weg. Der Fall gilt als der größte Finanzbetrug in den USA. Auf dem Foto sehen Sie den Geldzauberer wie ihn das Magazin „The New Yorker“ sieht: als Monster.
Madoff fürchtet unterdessen um sein Leben. Seine Frau Ruth Madoff hatte für die Gerichtsverhandlungen eine Sicherheitsfirma engagiert. Bodyguards begleiteten den Betrüger auf Schritt und Tritt. Seine Sicherheitsfirma verkleidete das Auto, in dem er zum Gericht gefahren wurde, mit Folie von innen, so dass man ihn nicht durch die Fenster sehen konnte. Madoff hat offenbar Angst vor Scharfschützen.
Seine Gattin hat ein Privatvermögen von 62 Millionen Dollar, das angeblich nicht mit dem Schwindel ihres Ehemanns in Zusammenhang stehen soll, angehäuft. Seine Söhne sind Multimillionäre. Der Senior bekannte sich vor Gericht in allen Anklagepunkten für schuldig und entschuldigte sich bei seinen Opfern. Ich glaube, dass er mit dem Schritt nur seine Familie schützen will. Es war eine Strategie. Ob es ihm gelang, seine Frau und Kinder wirklich zu entlasten, bezweifle ich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Behörden es zulassen, dass die Familie mit dem schönen Millionenvermögen weiterhin in Saus und Braus lebt. Ich vermute, sie nehmen ihnen das Geld ab. Das wäre nur gerecht.


tim schaefer (Author)

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