Benjamin Graham: Vater des Value Investing


New York, 6. August 2008

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Vater des Value Investing ist Benjamin Graham. Der Wirtschaftswissenschaftler lehrte von 1928 bis 1957 an der Columbia University in Manhattan, die eines der besten Business Hochschulen ist neben Wharton und Harvard. Zu Grahams Studenten zählte Warren Buffett. Buffett wurde später mit der Umsetzung des Gelernten reichster Mensch der Welt.
Kerngedanke Grahams war die fundamentale Wertpapieranalyse. Er setzte dabei auf Kennzahlen wie das Kurs-/Buchwertverhältnis (KBV), das Kurs-/Gewinnverhältnis (KGV), das Kurs-/Umsatzverhältnis (KUV), die Dividendenrendite oder das Gewinnwachstum. Graham war jüdischer Abstammung. Er wurde 1894 in London als Benjamin Grossbaum geboren und zog, gerade ein Jahr alt, mit seiner Familie nach New York. Als der Erste Weltkrieg ausbrach, änderten seine Eltern den Namen in Graham, weil es Deutsche in den USA schwer hatten. Beispielsweise wurde seinerzeit deutscher Sekt in New Yorker Restaurants verbannt und dafür Champagner aus Frankreich eingeführt.
Nach dem Tod des Vaters begann seine Mutter auf Pump mit Aktien zu spekulieren und verlor dabei Hab und Gut. Sowohl der Aktienspekulation als auch der Kreditaufnahme steht die amerikanische Bevölkerung grundsätzlich viel offener gegenüber als dies bei Deutschen der Fall ist. Graham wuchs in der Folge in ärmsten Verhältnisse auf.
An der Columbia Universität war Graham ein Ausnahmestudent. Er schloss als Jahrgangszweiter im Alter von nur 20 Jahren ab. Anschließend nahm er einen Job an der Wall Street an.
1934 schrieb Graham das Buch Security Analysis. Das Werk gilt als die Bibel für Value Investoren. 1949 brachte er erstmals The Intelligent Investor heraus, es war eine populärwissenschaftliche Version von Security Analysis. Buffett bezeichnete die Lektüre als das beste, das für Anleger jemals geschrieben wurde.
Grahams wichtigste Kennziffer war der Netto-Vermögenswert. Er testete den Anlageerfolg anhand des Buchwerts in den Jahren 1930 bis 1932. Dieser Netto-Vermögenswert beinhaltet alle Barmittel, Forderungen und Lagerbestände abzüglich aller kurz- und langfristigen Schulden, Pensionsverpflichtungen sowie sonstiger Verbindlichkeiten. Graham suchte Unternehmen, die nur mit 66 Prozent des Buchwertes taxiert waren oder sogar darunter lagen. Er kaufte also Aktien, die einen inneren Wert von 1,00 Dollar hatten, für 66 Cent oder weniger. Mit einem Kompagnon gründete er die Graham-Newman Corporation. Dieser Investmentfonds fuhr pro Jahr einen jährlichen Return von 20 Prozent in die Scheune. Seine Gesellschaft investierte 30 Jahre lang bis 1956. Diese ungewöhnliche hohe Rendite von 20 Prozent erzielte ebenfalls sein Schüler Warren Buffett.
Graham beschrieb in der Ausgabe des „The Intelligent Investor“ von 1973 seine Vorgehensweise so: „Es schien und scheint noch immer so furchtbar einfach, wenn jemand eine diversifizierte Firma kauft unter dem Wert aller Vermögenswerte nach Abzug aller Schulden und Verbindlichkeiten. Das Resultat fällt sehr zufriedenstellend aus.“


tim schaefer (Author)

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