Bear Stearns – kein Ende


New York, 3. April 2008

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Es gibt Fragen über Fragen. Senatoren in Washington treten vor die Kamera und kritisieren die Vorgänge um Bear Stearns. Wer wusste wann von dem drohenden Liquiditätsengpaß? Warum übernimmt der Staat Risiken im Volumen von 30 Milliarden Dollar? Was erhält der Staat zurück? Wie kam der Kaufpreis zustande? Wer waren die Mitbieter, was hatten sie offeriert? Wer ging „short“ in der Aktie im Vorfeld?
Kurzum: Da braut sich was zusammen. Der Sturz der New Yorker Bank wird heute in einer Anhörung auf Capital Hill weiter beleuchtet. J.P. Morgan-Chef Dimon muss Licht ins Dunkel bringen – in die Abläufe bei der Übernahme.
360 Milliarden Assets in der Bear-Stearns-Bilanz hat Dimon übernommen, verteidigt er die Staatsgarantien. Das Risiko sei einfach zu groß gewesen ohne die Schützenhilfe der Fed.
Bank of America war der einzige bonitätsstarke Konkurrent, der hätte mitbieten können, verlautet es aus Kreisen. Allerdings wurde die Bank of America offenbar nicht in den Verkaufsprozess eingebunden.
Auch Fed-Chef Ben Bernanke verteidigt den Deal: Er sagt, es war wichtig hier einzuschreiten, um eine schwere Bankenkrise zu verhindern. Stellen Sie sich vor, die Menschen wären zu ihrer Bank gestürmt und hätten ihr Geld abgezogen. Das hätte einen Börsencrash auslösen können.
Auf dem Foto rechts sehen Sie Dimon, einen der mächtigsten Bankmanager weltweit auf der rechten Seite nach einem Laufwettkampf in New York. Übrigens hatte ich kürzlich Dimon getroffen, als er seine Bank vor ausgewählten Investoren in New York präsentierte.


tim schaefer (Author)

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