Bastian hatte 40.000€ Schulden. Sein schwerer Weg in die Privatinsolvenz. Dann schafft er die Wende. Heute hat er 50.000€ in Aktien. Ein Leser berichtet von seinem Leben in Saus und Braus und zurück zur Vernunft


New York, 26. April 2017

Das Foto meines Lesers Bastian. Entstanden ist es auf einer Bergtour in Tirol. Er musste durch die Privatinsolvenz. Er hatte 40.000 Euro Schulden aufgeschichtet. Und wusste nicht weiter. Heute hat er die Lehren aus dem Schuldendrama gezogen. Er hat ein Aktiendepot mit 50.000 Euro bestückt. Sein Ziel ist es mit 55 Jahren ein den Frühruhestand zu gehen.

Ich setze die Serie „Meine Leser stellen sich vor“ fort. Heute beschreibt Bastian seinen finanziellen Werdegang. Er lebte in jungen Jahren in Saus und Braus. Partys, Markenklamotten, zwei Autos, nie kochte er zuhause. Er häufte 40.000 Euro Schulden an. Der Weg in die Privatinsolvenz öffnete ihm die Augen. Er lernte aus dem Schuldendrama. Er spart heute enorme Summen. Er mag Aktien. Seine Frau unterstützt ihn.

Ich finde seine Story beeindruckend. Er lebt heute vernünftig. Sein Fall zeigt: Wenn jemand bis zur Halskrause verschuldet ist, bringt es wenig, so eine Person mit Geldern künstlich über Wasser zu halten. Oft springt ja die Familie in die Bresche, wenn die Tränen fließen und kein Geld mehr da ist. Dann ist es so, dass Oma oder Mutti das Sparkonto auflösen, um dem Sohnemann die Pleite zu ersparen. Das Elend fängt dann aber im Regelfall von vorne an.

Der Fall von Bastian zeigt, wie wichtig es ist, auf die „Fresse“ zu fallen. Erst dann scheinen Menschen in der Lage zu sein, wirklich zu lernen. Ich bin daher in Familien für die harte Gangart. Lasst Eure Kinder durch die Insolvenz gehen! Nur so lernen sie fürs Leben. Bastian ist ein Beleg dafür. Wir können ihm nur alle gratulieren. Seine Story ist bewegend. Er hat sein Leben in den Griff bekommen. Gratulation! Du wirst es in den Frühruhestand schaffen. Du wirst mit der Familie Deine goldenen Jahre genießen können. Da bin ich mir sicher. Du hast einen starken Willen und eine großartige Frau an Deiner Seite.

„Hallo Tim!

Nachdem ich schon einige der Werdegänge deiner Leser verfolgt habe, dachte ich mir, ich schicke dir meinen, da mein Lebenslauf vielleicht nicht ganz so linear verlaufen ist wie so manch anderer. Vielleicht gibt es unter deinen Lesern ja auch Leute, die in einer ähnlichen Lebensphase stecken wie ich damals. Und wer weiss, ob es ihnen unter Umständen weiterhilft…

Mein Name ist Bastian, ich bin 36 Jahre alt – verheiratet mit zwei kleinen Söhnen. Ich konnte in früheren Jahren nicht einmal ansatzweise mit Geld umgehen und habe so ziemlich alle Fehler gemacht, die man nur machen konnte, – sprich alles, wovor du in deinem Blog in so ziemlich jedem Beitrag warnst… 😉

Partys, Markenklamotten, teilweise zwei eigene Autos gleichzeitig – natürlich auch finanziert… Alles kein Problem damals. In manchen Wochen habe ich allein für Clubs und Feiern bis zu 300 Euro ausgegeben.

Selbst gekocht habe ich nie, ich war lieber zwei mal am Tag beim McDonalds essen. Ich mochte dieses Leben damals auch so, es gefiel mir und ich dachte keinen Moment an morgen. Mein Lohn als KFZ-Mechatroniker hat dafür natürlich nicht mal die ersten beiden Wochen gereicht, also kamen die Schulden – erst der Dispo, dann Kredite und diese wurden wiederum mit anderen, noch höheren Krediten abgelöst. Feuer frei also… Es war auch einfach. Geld bekam ich bei den Banken damals erstaunlich leicht.

Erst später wurde das dann schwieriger, ich musste bei Freunden und Verwandten um Hilfe bitten und ich fing an mein Geld nur noch zu dem Gläubiger zu schieben, der gerade am lautesten schrie. Eines Tages (mit damals 26 Jahren) wachte ich auf und fand mich ohne Job, fast 40.000€ Schulden, mehreren Schreiben vom Gerichtsvollzieher im Briefkasten und ohne Freundin wieder und merkte dass es nun endgültig zu Ende war. Auch meine Welt brach zusammen. Dachte ich bis dahin doch immer, ich käme da noch irgendwie wieder raus. Aber das Ende ist bekanntlich auch immer nur ein neuer Anfang.

Ich fing daraufhin an, in meinem Leben aufzuräumen. Und das vor allem in meinem Kopf und in meiner Einstellung. Vorbei die Zeiten, an denen ich jedes Wochenende die Hütten abriss. Ich reichte mein Insolvenzverfahren ein, suchte mir einen neuen Job und begann jeden Cent, der mir übrig blieb, zu sparen. Aus ein paar Euro wurden 100, aus diesen 500 und irgendwann waren es tausend… Dies war auch die erstaunlichste Verwandlung in mir, das Sparen gefiel mir plötzlich – ich liebte es einfach, endlich ein Plus auf meinem Konto zu haben, wieder erhobenen Hauptes durchs Leben gehen zu können und keine Angst mehr vor dem Blick in den Briefkasten haben zu müssen.

Damals habe ich auch meine Frau kennengelernt, geheiratet und auch im Job ging es aufwärts. Ich wurde bald leitender Angestellter und jeder Cent, den ich mehr verdiente, ging in die Spardose. Als ein gewisser Betrag beisammen war, stellte sich die Frage, wie man aus 0,5% auf dem Sparkonto ein wenig mehr machen konnte und ich kam vor gut zwei Jahren in Berührung mit der Börse. Ich habe viel, sehr sehr viel gelesen, angefangen zu investieren und über Blogs und Foren Kontakt zu Gleichgesinnten gesucht. Aus anfänglichen Investments wurde mittlerweile ein ganz ordentliches Depot von ca. 50.000€, welches fleißig weiter wächst. Mein Ziel für dieses Jahr ist ein Depotendstand von gut 60-65k und Dividendenerträgen von mindestens 1000€.

Trotz zweier Kinder und unserem Leben in einer der teuersten Gegenden Deutschlands sind wir aufgrund mittlerweile ganz guten Gehältern und einer sparsamen Lebensweise in der Lage, im Schnitt ca. 1.800€ im Monat zu sparen, welches größtenteils in den Kauf von Blue-Chip-Aktien fließen.

Auch wenn meine Frau der Börse eher ein wenig skeptisch gegenüber steht, beteiligt Sie sich doch mit einem guten Teil an den monatlichen Investments. Unser erklärtes Ziel ist, mit 55 Jahren in Rente gehen zu können und unseren Lebensunterhalt dann ganz aus den Dividendenzahlungen bestreiten zu können. Ich investiere auch ein wenig in Nebenwerte, da die Wachstumsaussichten hier höher sind, – stelle aber immer mehr fest, das hierfür auch sehr viel Glück und noch viel mehr Wissen notwendig sind. Ersteres ist nichts, auf das ich mich verlassen will. Gut möglich also, dass ich mich bald rein auf die Dividendenstrategie einstellen werde. Ich investiere ausschließlich in Einzelaktien. Ich persönlich mag keine ETFs (obwohl ich damit begonnen habe) und suche mir gerne selber aus, was ich besitzen möchte. Dafür stehe ich dann voll hinter diesen Unternehmen, bleibe dabei und verfolge gerne den Werdegang.

Meine Frau und auch meine Bekannten bezeichnen mich gerne mal lächelnd als geizig. Das sehe ich aber etwas anders. Ich gebe einfach nicht gerne Geld für Unsinn aus. Ich verabscheue Verschwendung. Auch ein 10 Jahre altes Auto fährt gut, Markenklamotten brauche ich nicht (mehr)– und einmal pro Jahr in Urlaub fahren reicht völlig aus.

Wir wären natürlich in der Lage, uns einen deutlich höheren Lebensstandard zu leisten. Zwei schicke Autos, eine neue Wohnung oder eigenes Haus, Essen gehen… Letzteres machen wir ab und zu, zum Mittagsmenü – in trauter Zweisamkeit ohne Kinder zu besonderen Anlässen. Aber warum sollten wir unser Geld hinauswerfen? Ich gönne mir ab und zu etwas, mal eine ordentliche Schweizer Uhr oder ähnliches – aber nur nach reiflicher Überlegung und ich nutze diese Dinge dann täglich über Jahre. Ich bin bereit qualitativ hochwertige Dinge zu kaufen, wenn Sie uns wirklich nützen und auch wirklich unser Leben bereichern, aber nur mit dem Geld, das nach unseren Sparbeträgen übrig bleibt.

Mir ist mittlerweile völlig egal, ob andere mich für reich halten oder mich bewundern. Ich habe meinen eigenen Weg gefunden und ein klares Ziel für meine Zukunft. Einer Zukunft, in der wir genug Geld haben und niemandem Rechenschaft ablegen müssen, was wir tun. Wir können gehen, wohin wir wollen und können tun, was wir wollen, ohne Angst um unseren Lebensunterhalt haben zu müssen.

Natürlich könnte ich nun meine Vergangenheit und die verlorene Zeit bedauern, – aber im Endeffekt haben mich die Lehren daraus dorthin gebracht, wo ich heute stehe, also war es gut so. Manche Leute lernen eben nur auf die harte Tour. Ich gehöre wohl dazu. Deshalb betrachte ich deine Arbeit hier in diesem Blog als so wichtig…

Wir müssen nicht alle dieselben Fehler machen, es reicht von anderen vorab zu lernen, wie man es besser nicht machen sollte. In meiner Familie haben übrigens fast alle männlichen Mitglieder dieselben Fehler gemacht – manch einer hat rechtzeitig daraus gelernt, der andere nicht – was sie sehr wahrscheinlich im Alter zu Sozialfällen machen wird. Deshalb betrachte ich es als so wichtig, meinen Kindern die richtigen Werte vorzuleben und sie über den richtigen Umgang mit Geld aufzuklären.

PS: Falls dem einen oder anderen meine Insolvenz sauer aufstossen sollte, weil er meint, ich hätte mich damit aus meiner Verantwortung gestohlen. Ich sehe das anders. Die meisten Schulden habe ich in dieser Phase durch meine abzutretenden Beträge getilgt. Der größte Teil meiner Schulden bestand zum Ende meiner Schuldenkarriere in Darlehen aus der Familie, welche ich selbstverständlich ebenfalls zurückgezahlt habe (ist schließlich Ehrensache…).

Zudem habe ich sechs Jahre lang wirklich dafür gebüßt, habe mir nichts geleistet und im Endeffekt weit mehr zurückbezahlt, als ich jemals als eigentliche Schulden aufgenommen habe. Der Zinseszinseffekt greift nun mal auch ins Minus (in meinem Fall mit 12-14% pro Jahr – über solche Renditen wäre ich heute froh!). Und Schuldeneintreiber verlangen sehr, sehr hohe Gebühren. Trotzdem war ich froh über diesen harten Schritt, da er den Kopf freimacht, das Denken aufs Wesentliche zurückdreht und einem die Möglichkeit gibt, sein Leben neu zu ordnen.

Also, wo auch immer ihr im Leben gerade stehen mögt – es ist nur ein Abschnitt. Etwas zu verändern heißt, sich dafür zu entscheiden – und aus 40.000 Miesen können auch 40.000 Guthaben werden. Natürlich hatte ich Glück und habe die beste Ehefrau der Welt, die mich immer unterstützt hat. Aber im Endeffekt waren es harte Arbeit, Sparsamkeit, echte Ziele und viele inspirierende Menschen, die mich dorthin gebracht haben, wo ich heute stehe – und in Zukunft hoffentlich stehen werde. Das ganze funktioniert nur, weil meine Frau mit im Boot sitzt und wir gemeinsam Hand in Hand an der Erfüllung unserer Ziele arbeiten.

Alles Gute! Ich wünsche dir Tim und deinen Lesern von ganzem Herzen, dass Ihr eure Ziele verwirklichen werdet, egal wo Ihr heute steht, und was Ihr erreichen wollt.

Beste Grüße
Bastian“

Wenn Ihr Eure Story hier im Blog veröffentlichen wollt, schickt sie mir bitte an timschaefermedia@gmail.com .


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Bastian hatte 40.000€ Schulden. Sein schwerer Weg in die Privatinsolvenz. Dann schafft er die Wende. Heute hat er 50.000€ in Aktien. Ein Leser berichtet von seinem Leben in Saus und Braus und zurück zur Vernunft

  1. Fit und Gesund

    Das ist nun aber mal eine gelungene Geschichte, Du hast ja echt eine gewaltige Änderung vollzogen, ich glaube die Lektion die Du gelernt hast sitzt nun! Auch ich ziehe meinen Hut!

  2. StockSaver

    Wer so was hinter sich gebracht hat und die richtigen Vorgehensweisen daraus abgeleitet hat, der braucht sich nichts vorwerfen zu lassen wegen einer Privatinsolvenz.

    Die Geschichte zeigt warum man keine Bankaktien ins Depot legen sollte. Wer so leichtfertig mit dem Geld seiner Kunden bei der Kreditvergabe umgeht ist kein sinnvolles Investment.

    ETFs haben zwar den Nachteil, das nicht gerade Spitzenergebnisse liefern, wie ausgesuchte Einzelaktien. Aber langfristig sind sie einfach profitabler als aktive Fonds, die selten über 10 und mehr Jahre ordentliche Renditen liefern. Und einige Risiken, wie Stockpicking, werden durch die Indexregeln abgefedert. Und ist ein Unternehmen Pleite im MSCI World, ist das nicht zwangsläufig schwierig. Diversifikation aufgrund der Vielzahl der Unternehmen, Branchen und Länder lassen einen ruhiger schlafen.

    Öfters mal notwendiges Rebalancing kann man sich da sparen. Einen strikt Buy and Hold Kurs bis zu einen gesetzten Ziel mit einigen ETFs, am liebsten mit Ausschüttungen und Dividendenstrategie (DIVDAX oder  iShares STOXX Global Select Dividend 100). Je nach persönlichem finanziellen Background reichen die jährlichen Ausschüttungen dann schon für die eigenen Ziele.

  3. chaostrader

    Die Geschichte zeigt warum man keine Bankaktien ins Depot legen sollte. Wer so leichtfertig mit dem Geld seiner Kunden bei der Kreditvergabe umgeht ist kein sinnvolles Investment.

    Ganz im Gegenteil. Die Banken verleihen ja nicht Geld ihrer Kunden, die erzeugen das verliehene Geld aus dem Nichts. Ist nur ein simpler Buchungssatz.

  4. Ex-Studentin

    @Bastian

    Eine Lebensgeschichte fast wie im Film. Schön, dass dein Leben doch noch eine so positive Wendung hatte.

    @Tim

    Ich finde die Leservorstellungen bisher alle sehr gelungen. Vielen Dank dafür. Gerne noch mehr davon!

  5. StockSaver

     @ chaostrader
    Das war mir so nicht bekannt. Ändert aber nichts daran, das man bei Investments von Banken lieber die Finger lassen sollte, nach meiner sicherlich nicht maßgeblichen Meinung.
    Wenn ich meine Verluste mit der Commerzbank sehe, weiß ich warum ich für dies Unternehmen den Begriff Komm Schmerz Bank verwende.
    Die Deutsche ist auch seit längerem eher als no Go zu sehen. Mal davon abgesehen, das die Boni besser in die Taschen der Anleger gehören.
    Wo es geht meide ich Anlagen, die zu Bankenlastig sind. Der MSCI World ist da leider nicht unbedingt das Beste. Rund 17% sind Financials zugeordnet. Das sind Banken, aber auch Versicherungen, Investmentfirmen wie Berkshire und Co. Das mildert etwas. Ganz nach dem Fazit aus der Finanztest von 01.2016 zum Thema Lebensversicherung. Kaufe lieber Allianzaktien anstatt Allianz LV. Das ist deutlich profitabler.

  6. Andreas

    @ StockSaver

    Der iShares STOXX Global Select Dividen 100 hat schlechter als der MSCI World performt. Der DIV DAX läuft ebenfalls schlechter gem. Bloomberg. Der MSCI World reicht völlig aus, zudem gibt es diesen auch als Ausschütter.  Für Deutsche besonders steuereinfach, da keine Teil- und Zwischenthesaurierung, ist der MSCI World von HSBC.

  7. Heinz

    @Andreas

    Ist das der einzige, der das so macht ?

    Ich weiß, dass sich der Lyxor ETF MSCI World ISIN FR0010315770 wahlweise auch Teilthesaurierungen „gestattet“, was steuerliche Mehr-Arbeit werden könnte.

    Der UBS ETF – MSCI World UCITS ETF ISIN LU0340285161 sollte doch auch steuereinfach in der Hinsicht sein, oder ?

    Was ist mit dem ausschüttenden von Ishares ?

    An die Ishares-ETF-Fraktion:

    Morgen gibt es bei einigen ETF Sonderausschüttungen wegen steuerlichen Kalamitäten!

    https://www.ishares.com/de/privatelanger/de/literature/fund-announcement/reclassification-of-corporate-actions-de-de-rc-fund-annoucement.pdf

  8. Andreas

    @ Heinz

    Luxor und UBS hab ich mir noch nicht angesehen. Zu iShares kann ich sagen, dass die bisher nicht steuereinfach waren.

    Letztendlich ist dies jedoch auch nur noch ein vorübergehendes Problem. Ab nächstem Jahr kommt für alle Fonds (aktiv und passiv) die Vorabpauschale und dann werden alle Fonds steuerlich gleich behandelt. Ausschüttungsgleiche Erträge gehören damit in Zukunft der Vergangenheit an.

  9. chaostrader

    Was ist mit dem ausschüttenden von Ishares ?

    Die haben doch erst letztens umgestellt, um nicht mehr steuerhässlich zu sein. Ist aber eh wurscht, nächstes Jahr kommt mal wieder eine Steuerreform, dann sollen sie alle steuereinfach sein (angeblich…).

  10. Mattoc

    ETFs haben zwar den Nachteil, dass sie nicht gerade Spitzenergebnisse liefern, wie ausgesuchte Einzelaktien.

    –> Ja, das stimmt. Das ist ein offiziell anerkannter Nachteil von ETFs. 🙂

     

  11. Rainer Zufall

    Andreas

    „Zu iShares kann ich sagen, dass die bisher nicht steuereinfach waren“

    Ich weiss nicht genau auf was Du Dich mit Deiner Aussage beziehst. Aber falls Du sagen willst, dass es keine steuerlich einfachen MSCI World Etfs von ishares gibt, ist diese Aussage falsch.

    Hier sind alle Grössen Etfs entsprechend klassifiziert:

    https://www.wertpapier-forum.de/topic/45254-steuerstatus-und-trackingdifferenzen-von-aktien-etfs-auf-standardindizes/

    Aber wie Andreas/Chaos schon sagte. Nach der Reform ist eh alles anders.

    http://www.finanztip.de/indexfonds-etf/investmentsteuerreformgesetz/

  12. Max

    @Bastian: Eine beeindruckende Geschichte. Danke dass du uns daran hast teilhaben lassen! Das zeigt doch eindrücklich, dass man eine Kehrtwende um 100% einlegen kann.

  13. Jonas

    Na denn noch viel Erfolg auf deinem Weg Bastian. Aber denke immer daran, das Geld nur ein Mittel zum Zweck ist. In Geiz sollte dein Streben nach einem prallen Depot nicht umschlagen.

  14. Claus

    @ Commerzbank- und Deutsche Bank-Käufer

    Sorry, aber ich habe noch nie verstanden, warum jemand, der in Einzelaktien investiert (und somit einigermassen informiert sein müsste), ausgerechnet in diese beiden o.g. unterirdischen Aktien investiert, wenn es denn überhaupt Finanzaktien sein sollen.

    Auch in meinem Bekanntenkreis gab es jemanden, der jahrelang an der CB festhielt, obwohl ich ihn ebenso lange davor gewarnt habe. Er wollte sogar mehrfach nachkaufen, wovon ich ihm natürlich abriet. Er hat es dann auch gelassen. Als der 10:1 Reverse-Split (stock-splitdown) dann kam und ich ihm erklärt habe, dass „gute Unternehmen“ das eigentlich umgekehrt machen, hat er wohl so langsam begriffen, wovon ich seit Jahren gesprochen habe. Er hat inzwischen verkauft.

    Ich bin auch kein Freund von Finanzaktien und meide sie weitestgehend. Doch gelegentlich macht es Sinn, in diesen Sektor zu investieren und ein bischen Geld mitzunehmen.

    Die kanadische Bank of Nova Scotia (850388) könnte man sogar „ewig“ halten. Wenn man die immer wieder mal vorkommenden Kursrücksetzer zum Nachkauf nutzt, kann sich über Dekaden sogar ein sehr grosser Gewinn ansammeln. Dividende gibts ununterbrochen seit 1833 und wer heute kauft erhält bereits 3,93%.

    Dies ist nur ein Beispiel und soll niemanden veranlassen nun ohne Eigenrecherchen hier „blind“ einzusteigen.

    @ fit und gesund, falls Dein iPhone mal erneuert werden muss

    Bis vor Kurzem habe ich es tatsächlich geschafft, ohne Handy auszukommen. Ja, so etwas gibt es auch noch…(lach).

    Dann habe ich mich mal „schlau“ gemacht und mich für ein Samsung S7 entschieden, da es wohl eines der besten sein soll. Habe es dann für sparsame 380 EUR neu und originalverpackt bei einem grossen Online-Auktionshaus von Privat erstanden. Das Teil ist wirklich sehr gut, soweit ich es bisher ausprobiert habe. Das neue S8 brauche ich nicht, der schöne Preisnachlass für das „alte S7“ war mir lieber. Beim Aufladen qualmt und raucht übrigens nichts…

    Als eines der ersten Dinge habe ich eine Watch-List angelegt, in der man gewünschte Höchst- und Tiefstkurse angeben kann und bei Erreichen dieser Kurse eine E-Mail aufs Handy erhält. Ganz praktisch: Wenns klingelt, kann man irgendwo Geld verdienen…

    @ Bastian

    Herzlichen Glückwunsch, Du hast meinen allergrößten Respekt. Nur Wenige schaffen die Wende. Eure Träume können wahr werden.

  15. Torsten

    Tolle Lebensgeschichte! Ich wünsche dir und deiner Familie weiterhin viel Erfolg. Spart ihr denn für eure Kinder auch in Form eines Junior Depots?

    Grüße

    Torsten

     

  16. Fit und Gesund

    @Claus,

    also ich hab noch ein iphone 5, und hoffe das Teil tut es noch ganz lange, war aber mein erstes smartphone, da hatten Andere schon längstens Eins 🙂  ich bin aber sehr zufrieden damit. Das neueste Modell würde ich nie kaufen.

    von Bankaktien halte ich mich fern, meine vermaledeiten CS – Aktien hatte ich mit Minus 20% verkauft und war heilfroh die Mistteile losgeworden zu sein als sich der Kurs mal erholt hatte, ich habe den Verkauf nie bereut. CS-Aktien waren meine erste Anlage in Einzelaktien, aber ich habe nicht aufgegeben, die Aktien die ich zur Zeit halte gefallen mir gut und für mich stimmt es so.

    Der nächste Kauf findet nach den Frankreich-Wahlen statt, muss nur noch ein Attentat passieren und Le Pen könnte siegen,  da riskier ich erstmal nix.

    liebe Grüsse

  17. Christoph

    hmm. Also erstmal wirklich gut dass du die Kurve bekommen hast. Aber du musst ja auch mittlerweile einen wirklich gut bezahlten Job haben.

    Wenn Du die 40.000 zurückgezahlt hast wie ud ja schreibst, dann weiterhin mit deiner frau 1.800 im Monat anlegen kannst und dennoch mal sowas wie ne schicke Uhr etc dir gönnst und nun ca 50k im Depot hast…

    Denke mal du bist nun ca Mitte 30?

    Da sieht man aber auch was ein gut bezahlter Job wert ist.

     

  18. Markus

    @Claus

    „Als eines der ersten Dinge habe ich eine Watch-List angelegt, in der man gewünschte Höchst- und Tiefstkurse angeben kann und bei Erreichen dieser Kurse eine E-Mail aufs Handy erhält.“

    Welche app nimmst Du dafür?

    Und wenn Du magst, was ist alles auf der Watchlist?

    Zudem noch, welche Kurse (ein paar % unter dem langfrist KGV oder mehrere Kriterien)?

  19. Claus

    @ Markus

    Ich möchte hier keine Werbung machen und beziehe auch keinerlei kostenpflichtige Börsenbriefe des Anbieters, sondern ausschließlich die kostenlose Watchlist, weil sie ganz praktisch für mich ist. Nach der Registrierung erhält man hierauf Zugriff und kann alles einrichten. Hier erhältlich.

    Meine Liste enthält ca. 80 der besten Unternehmen aus aller Welt, die hier so häufig genannt werden.

    Für meine „Benachrichtigungskurse“ habe ich ein eigenes Ampel-System in Excel entwickelt, das auf Punkten basiert und ca. 15 Kriterien je Aktie (Unternehmenskennzahlen/Bilanzdaten, Dividendenentwicklung, Aktienrückkäufe…) umfaßt.

    @ fit und gesund

    prima, dass Du Dich von den CS trennen konntest. Deine Bezeichnung „Mistteile“ trifft es auf den Punkt! (lach).

  20. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Ex-Studentin

    Danke. Ich hab großartige Leser. Daher ist die Serie über die Leser so gut gelungen.

  21. Markus

    @Claus

    Thx.

    Überträgt es die Daten auch in Excel oder machst Du es andersrum und nimmst aus der Formel/Score den errechneten Kaufkurs und trägst diesen als Erinnerung ein?

  22. AlexanderAlexander

    @Bastian

    Respekt. Das zeigt, dass man es schaffen kann, wenn man will. Mein Motto ist „Jeder ist seines Glückes Schmied“ und du hast es bewiesen.

     

    Sollte es mit der Rente erst mit 60 klappen, ist das auch egal. Hauptsache man ist gesund und abgesichert.

  23. Claus

    @ Markus

    Ich trage die Daten aus Excel manuell eben in die Liste ein, ist doch fix erledigt.

  24. Bastian

    Hallo zusammen und vielen Dank euch allen für eure netten Worte!!

    Natürlich möchte ich kurz die Gelegenheit nutzen und euch auch antworten…

    Zum Thema ETFs vielleicht noch ein klärender Nachtrag… Ich habe selbst begonnen mit ETFs zu investieren (damals aber aufgrund fehlenden Wissens und ohne echte Strategie auschliesslich in High Yield Bond ETFs). Umso länger ich mich aber damit befasst habe, umso mehr kam ich zu dem Entschluss, dass ich lieber nur die Unternehmen haben möchte die mich wirklich begeistern und an die ich glaube. Bankaktien und Versicherer gehören für mich da z.B. nicht dazu, da bin ich ganz bei der Meinung einiger der Leser hier.

    Da mir noch mehr Wissen und Erfahrung fehlt um ein guter Stockpicker zu sein, konzentriere ich mich auf Aristokraten und Unternehmen die Produkte des täglichen Bedarfs produzieren. Ich mag langweilige Unternehmen mit geringer Payout Ratio, wenig Schulden und stetig steigenden Dividenden (z. B. Archer Daniels Midland). Ich erwarte für mein Depot ganz nach Graham „befriedigende Ergebnisse“, und rechne bis zu meinem 55ten Geburtstag daher mit einer CAGR von 8%. Wenn ich diese also über die nächsten 18 Jahre schaffe, erreiche ich meine Zieldepotgröße.

    Um die Frage von Torsten gleich mit aufgreifen zu können, – ja, ich spare auch monatlich jeweils einen kleinen Betrag für meine beiden Söhne – und zwar in Comstage MSCI World ETFs. Das größte Argument für ETFs ist einfach ihre Einfachheit – und bei den kleinen Sparbeträgen lohnen sich keine Einzelaktien. Ich will also nichts negatives über ETFs sagen. Je nach Lebenssituation, eigener Strategie und dem Willen sich mit Bilanzen auseinanderzusetzen, können Sie auch die beste Wahl sein.

    @Jonas: Du hast völlig recht – da muss ich aufpassen. Ich laufe zwar noch nicht zerlumpt durch die Gegend, und habe mir letzte Woche erst ein neues (gebrauchtes) Auto zugelegt, da mein altes nach 15 Jahren langsam auseinandergefallen ist. Aber es stimmt – es ist sinnlos, sein Leben völlig einem Ziel unterzuordnen, welches noch fast zwanzig Jahre in der Zukunft liegt. Auch heute gilt es sein Leben auch zu genießen, vor allem wenn man wie ich zwei kleine Kinder hat mit denen es viel zu erleben gibt.

    Sparen macht mir einfach Spaß, – und monatlich immer höhere Divideneinnahmen zu erhalten motiviert mich unglaublich stark. Aber ich muss mich manchmal einbremsen und mich erinnern das meine Frau halt nunmal gerne in Urlaub fährt oder sich was schönes kaufen will ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Daher habe ich für mich beschlossen dem Geld, das nach unseren Sparbetragen übrig bleibt auch bewusst nicht hinterherzuweinen wenn wir es ausgeben… 😉

     

    @Christoph: So gut verdienen wir jetzt nicht einmal. Gehälter sind wohl auf einem mittleren Level. Keiner von uns hat studiert, meine Frau ist im öffentlichen Dienst tätig und ich habe mich die letzten Jahre halt nach oben gearbeitet. Wir gehen trotz zwei kleinen Kindern beide Vollzeit arbeiten und leben sparsam. Das ist oft ziemlich anstrengend, wir haben aber natürlich das Glück, dass wir beide sehr familienfreundliche Arbeitgeber haben, mit denen man auch reden kann, sollte einer der Jungs mal krank sein und Betreuung zuhause brauchen – das ist tatsächlich sehr viel wert.

    Du musst auch mit einberechnen, das meine Insolvenz nun bereits vor 10 Jahren eingereicht wurde und nun seit vier Jahren vorbei ist. Wir hatten also auch ein wenig Zeit unser Depot aufzubauen. Es ging also auch bei uns nicht von heute auf morgen sondern hat Jahre gedauert.

    Das mit der Uhr stimmt völlig – aber auch hier gilt: Lieblingsmodell ausgewählt, und dieses dann bei Ebay für die Hälfte des Neupreises im Laden ersteigert (1/2 Jahr alt und bester Zustand). Diese trage ich dann auch über Jahre. By the Way – es ist auch kein Luxusmodell 😉 , ich kann Rolex oder Breitling Uhren nicht leiden… Handy kaufe ich auch einmalig in Bar (Auslaufmodell) und nutze einen PrePaid Tarif. Meine Handykosten liegen bei ca 1-2 Euro im Monat, da ich fast ausschließlich Whatsapp für die Kommunikation nutze. Das dafür benötigte Datenvolumen ist für mich gratis (100MB frei pro Monat bei O2 Netzclub – reicht völlig und für Facebook etc. warte ich bis ich einen WLan Spot finde). Schränkt mich also nicht ein, spart aber einen Haufen Geld. Das nur als Beispiel… Ich glaube das jeder viel sparen kann ohne sich groß einschränken zu müssen, wenn man seine Ausgaben genau durchprüft und auf unnötige Dinge verzichtet.

    @Alexander: Ganz wichtiger Punkt! – Was bringt die tollste Rente wenn man nicht fit genug ist Sie auch zu genießen… Daran sollte man immer denken. Ich merke es auch jedesmal wenn eines meiner Kinder krank ist – was interessiert mich in diesem Moment Geld? Überhaupt nicht, – wichtig ist nur das es dem kleinen Knopf endlich wieder gut geht.

    Auch allen anderen auf die ich nicht extra eingegangen bin vielen Dank für eure Rückmeldungen!

     

    Beste Grüße, Bastian

     

     

     

     

     

     

  25. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Bastian

    Danke. Deine Antwort ist super. Du hast eine klasse Einstellung. Du bist ein Vorbild.

  26. Christoph

    @Bastian: Hört sich echt gut an. Ich finde auch ab und an was gönnen ist wichtig.

     

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