Bank of America: Gestärkt aus der Krise mit Kapitalerhöhung


New York, 5. Dezember 2009

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Dieses Wochenende nehme ich frei. Ich fahre Richtung Pittsburgh. Solange der Dollar derart niedrig notiert, muss ich die Chance einfach wahrnehmen. Auch die Hotelpreise sind durch die Krise so günstig wie seit vielen Jahren nicht mehr.
Versöhnlich schloss die Wall Street diese Woche. Bank of America hat sich nun frisches Geld über eine Kapitalerhöhung besorgt, um die 45 Milliarden Dollar schwere Staatshilfe zurückzahlen zu können. Zwar verwässert sich durch die Transaktion das Grundkapital um zehn Prozent, was den Kurs kurzfristig belasten kann. Doch langfristig geht der Finanzriese gestärkt aus der Rezession hervor nach all den Kostensenkungsmaßnahmen und Zukäufen von Merrill Lynch bis Countrywide. Bank of America gab neue Aktien zu 15 Dollar das Stück aus und sammelte so 19 Milliarden Dollar ein.
Nun warten alle auf die Citigroup und Wells Fargo, bis sie die geliehene Asche dem Staat zurückgeben. Citi muss 45 Milliarden und Wells Fargo 25 Milliarden Dollar zahlen, um freier schalten und walten zu können. Die Citi ist die schwächste Bank unter den führenden Instituten. Hier wird es noch lange dauern, bis sich das Management freikaufen kann. Dennoch zählen Bank of America und Citigroup zu meinen Favoriten. Warum? Nun Bank of America hat sehr stark unter der Krise gelitten. Bis zuletzt stand der Konzern unter Dauerbeschuss der Politik und Presse, was den Kurs belastete. Und die Citi, weil der Kurs mit 4,06 Dollar derart im Keller notiert, dass es eigentlich von diesem Niveau aus nur aufwärts gehen kann. Mit dem Staat im Rücken kann bei der Citi ohnehin meiner Meinung nach nichts schief gehen. Lesen Sie hier, was die New York Times zu dem Befreiungsschlag der Bank of America geschrieben hat.
Die Grafik oben zeigt Ihnen, wer wie viel Staatsknete erhielt und wer das Geld schon zurückgezahlt hat (gefettet) und wer nicht.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Bank of America: Gestärkt aus der Krise mit Kapitalerhöhung

  1. hajue

    Anscheinend besteht ein starkes Bestreben der amerikanischen Regierung, die Citigroup über Wasser zu halten.

    Der Kurs sackte innerhalb der letzten Wochen wieder Richtung 4$ Marke – wenn ich mich nicht irre, kam das Gerücht auf, die Regierung wolle Anteile verkaufen.

    Habe im September zugegriffen. Aus dem zu knapp 30% unrealisertem Profit Anfang Oktober wurde bis heute wieder plus minus null. (
    Dennoch bleibt bleibt man investiert und ein Nachkauf bei fallenden Kursen ist in Bedacht.)

    Vorsichtig setze ich einen Zeitraum von maximal 2 bis 4 Jahren für die Kursverdopplung der Citigroup-Aktie (selbst in einem schwierigen Marktumfeld) an.

    Sobald Meldungen über schwarze Zahlen publiziert werden, geht es wohl schneller bergauf, als man vermuten mag.

  2. tim schaefertim schaefer

    Danke hajue für Deine Anmerkung. Ich gebe Dir vollkommen recht. Die Regierung will die Citigroup nicht fallen lassen. Das wäre ein zu großer Unsicherheitsfaktor. Als Lehman Brothers vor einem Jahr fiel, brach das gesamte Interbankensystem zusammen. Ein solches Risiko will die Obama-Regierung auf alle Fälle verhindern. „Too obig to fail“ – „zu groß, um pleite zu gehen“, sagt man hier.
    Wenn die Citi wieder Gewinne schreibt, dann wird der Kurs schnell steigen. Bislang herrscht noch große Skepsis. Daher ist der Kurs so niedrig. Für mich ist das eine einmalige Gelegenheit. Zuletzt notierte die Citi-Aktie im Jahr 1987 bei 4,00 Dollar. Wer also vor 22 Jahren einstieg, hat über all die Jahre nichts verdient. Diese Chance kann ich einfach nicht verstreichen lassen. Massive Insiderkäufe sprechen für sich.

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