Bank of America: Eine zweite Rente


New York, 9. November 2008

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Der Crash an der Wall Street macht so manchen Blue Chip als Dividendenpapier hochinteressant. Nehmen Sie die Bank of America. Innerhalb eines Jahres ist der Bankriese von 55 auf 20,49 Dollar abgestürzt. Der Börsenwert ist auf 93 Milliarden Dollar abgeschmolzen. In der Bilanz steht ein Buchwert von 162 Milliarden Dollar, sprich Sie kriegen den Konzern unterhalb seines Substanzwertes. Klar, die Bank of America kam nicht ungeschoren davon. Die Finanzkrise hat Spuren hinterlassen. Im laufenden Jahr dürfte das Ergebnis je Aktie sich etwa halbieren auf 1,55 nach zuvor 3,30 Dollar. Die Quartalsdividende hat der Gigant auf 0,30 Dollar je Anteilsschein halbiert. Nehmen wir also an, dass Sie pro Jahr eine Ausschüttung von 1,28 Dollar machen (viermal 0,30 Dollar). Macht beim aktuellen Kurs eine Dividendenrendite von 6,2 Prozent. Das ist knackig.
Es loht sich ein genauer Blick: Nehmen wir an, Sie steigen im großen Stil ein. Die Aktie notiert tief im Keller. Sie stauben also für Ihre Altersvorsorge 3.000 Sück für 20 Dollar ab. Sie investieren also 60.000 Dollar. Dafür bekommen Sie jedes Quartal 900 Dollar Dividende. Macht pro Jahr 3.600 Dollar. Das ist ein schönes Nebeneinkommen. Unterstellen wir, dass über die Jahre die Ergebnisse wieder steigen. Schließlich profitiert der Riese von der Konsolidierung im Sektor und zahllosen Pleitefällen. Günstig hatte sich Bank of America Konkurrenten wie Merrill Lynch oder Countrywide unter den Nagel gerissen.
Sollte die Dividende wieder auf das alte Niveau on 0,60 Dollar je Quartal zurückkehren, würden Sie pro Jahr 7.200 Dollar verdienen – so ganz nebenbei. Im Monat wären das 600 Dollar. Das ist ein schönes Renteneinkommen. 30 Jahren lang hatte die Bank of America jährlich die Dividende angehoben. Die jetzige Kürzung ist meiner Ansicht nach nur von kurzer Dauer. Zudem müssen Sie davon ausgehen, dass die Aktie wieder steigt. Wenn keiner die Aktie haben möchte, ist es Zeit zum Einsteigen. Für mich ist die Zeit gekommen: einsammeln. Haben Sie aber Geduld.
Morgen früh treffe ich Bill Clinton in einem New Yorker Hotel. Er hält in einem kleinen Kreis eine Rede über das Wahlergebnis. Ich bin gespannt, was der ehemalige amerikanische Präsident zu berichten hat.


tim schaefer (Author)

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