Aufatmen an der Börse: Rekordwoche


New York, 30. November 2008

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Mensch, das war eine spektakuläre Woche. Der Standard&Poor’s-500-Index zog zuletzt vor 34 Jahren so stark an: Um 96 Punkte oder zwölf Prozent schnellte das Börsenbarometer nach oben auf 896 Zähler. Der Dow-Jones-Index verbesserte sich in der Woche um 782 auf 8.829 Zähler (siehe Chart). Am besten lief Citigroup. Am Freitag vor einer Woche notierte der Bankriese noch unterhalb von vier Dollar, diesen Freitag schloss die Aktie bei 8,29 Dollar. Auf Wochensicht explodierte der Titel um 120 Prozent! Am Freitag schloss die Börse früher als sonst – wegen des Thanksgiving-Feiertages am Vortag.
Viele Banker hatten sich den Freitag für ein verlängertes Wochenende freigenommen. Auf dem New Yorker Parkett brachten die Händler ihre Kinder mit. Dort, wo sonst Milliarden von Dollar in Minutenschnelle gehandelt werden, spielten die Kinder. Die New York Stock Exchange will mit dem Börsenhandel selbst an diesem Brückentag verhindern, dass der Handel mehr als vier Tage still steht. Nur bei den Anschlägen am 9. September 2001 wurde das Parkett länger geschlossen (bis 17. September). Lediglich bei der Großen Depression 1933 war die Börse noch länger nicht verfügbar.
General Motors legte diese Woche um 71 Prozent auf 5,24 Dollar zu. Es scheint, als ob die Regierung Milliarden-Hilfen den drei angeschlagenen US-Herstellern gewährt. General Motors erklärte sich bereit, um den Weg für die Milliarden aus Washington frei zu machen, Marken zu verkaufen, Schulden abzubauen und Peronalkosten zu reduzieren. Ich persönlich würde in die maroden Drei aus Detroit nicht einen Heller investieren. GM, Ford und Chrysler gleichen einem Fass ohne Boden.
Die New York Times berichtet in ihrer Sonntagausgabe von einer neuen Studie der beiden Professoren Eugene F. Fama von der University of Chicago und Kenneth R. French vom Dartmouth College. Sie untersuchten Value-Aktien und stellten fest, dass die beste Maßgröße, um die günstigsten Value-Aktien zu finden, das Kurs-Buchwert-Verhältnis ist. Also ideal sind die Aktien mit der kleinsten Marktkapitalisierung im Verhältnis zum Buchwert beziehungsweise Eigenkapital. Es gibt inmitten der Finanzkrise viele substanzstarke Unternehmen, die Sie derzeit unterhalb ihres Eigenkapitals einsammeln können. Das scheint verrückt, ist aber eine logische Folge des massiven Ausverkaufs an der Börse.
Laut der Studie der Professoren schnitten seit Mitte des Jahres 1963 die Aktien mit dem günstigsten Kurs-Buchwert-Verhältnis am besten ab. Sie legten pro Jahr 4,9 Prozent mehr zu. Fazit: Billig ist gut.


tim schaefer (Author)

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