Ami knackt Lottojackpot: 314 Millionen Dollar! Alles weg


New York, 9. Januar 2013

bild

Heute möchte ich Ihnen eine schreckliche Geschichte erzählen. Stellen Sie sich vor, Sie gewinnen 314 Millionen Dollar im Lotto. Sie knacken den Jackpot und landen im Guiness Buch der Rekorde.
Was würden Sie mit dem Geld machen? Die Frage ist schnell beantwortet. Sie würden sicherlich ein paar schöne Sachen kaufen, ein tolles Haus, Auto, in den Urlaub fahren und einen Teil sicher anlegen. Ja klar, in der Theorie kann jeder schnell etwas dazu sagen. In der Praxis ist das aber nicht so leicht.
Jack Whittaker gewann genau diese Rekordsumme vor zehn Jahren und ist heute ein Wrack. Seine Familie ist zerstört. Seine Frau hat sich von ihm scheiden lassen. Seine Enkeltochter begann, Drogen zu konsumieren und starb an einer Überdosis. Whittaker kaufte sich mit dem Supergewinn ein Striplokal. Er spendete große Summen an die Kirche und andere Einrichtungen. Er half seinen Freunden mit Cash aus, nahm Drogen, landete im Knast.
Whittaker warf die Kohle nur so um sich – bis nichts mehr übrig war. Heute ist er pleite. Erstaunlich daran ist: Whittaker war kein Teenager, sondern ein Geschäftsmann, 55 Jahre alt, als er gewann.
Solche Storys sind traurig, aber interessant, weil sie zeigen, wie schwer es ist mit Geld umzugehen. Die simple Gleichung „Geld = Erfolg + Zufriedenheit“ ist so nicht richtig. Es gehört mehr zur Zufriedenheit: Zuneigung, Familie, echte Freunde.
Warren Buffett gab seinen Reichtum diversen Stiftungen. Er kaufte keinen Rolls Royce, keine Yacht, keine Villa, keinen Champagner. Er hat gemerkt, dass man sich Zufriedenheit nicht kaufen kann. Buffett erhält Tausende Bettelbriefe von Menschen, die ihn um Geld anflehen. Er ist strikt. Er ist sogar innerhalb der Familie geizig. Er weiß: Es gibt Wichtigeres als Geld. Zu viel Cash kann demotivieren, einen zerstören.
Was würden Sie tun mit so einem Gewinn?
Ich habe einen Bekannten gefragt: Der sagte, er würde den Job behalten, in der gleichen Wohnung bleiben, nichts kaufen und das ganze Geld einfach solide anlegen. Mit einer Ausnahme: Seiner Mutter würde er etwas geben, so dass sie früher in Rente gehen kann. Er würde keinen Banker, keinen Anwalt anheuern für das Vermögen, sondern alles selbst organisieren. Das klingt spannend.
Auffällig ist: Die meisten Lottogewinner schaffen das nicht. Sie verplempern ihren Reichtum schnell wieder.
Schauen Sie, wie die New Yorker Staatslotterie im Fernsehen trommelt: Hier ist eine „Gewinnerin“, die ein Promi-Konzert in ihrer Wohnung abhalten lässt und keine Lust mehr darauf hat.
Hier ist ein Gewinner, der sich massenweise Autos zulegt, um sie in seiner Tiefgarage zu verwechseln.
Hier ist ein Neureicher, der die Zeitung morgens mit der Luxuskarosse am Parktor abholt. In den witzigen Mini-Streifen steckt verdammt viel Ironie.
Am Schluss finden Sie in dem TV-Spot den Spruch: „Yeah, that kind of rich“. „Ja, so ein Reichtum.“ Als ob das so erstrebenswert ist. Das sind nur Träume. Zahlreiche Promis besitzen irre Millionensummen auf dem Konto und sind depressiv. Comedian David Letterman zählt dazu. Er spricht offen über seine Depression.


tim schaefer (Author)

drucken


Gedanken zu „Ami knackt Lottojackpot: 314 Millionen Dollar! Alles weg

  1. Christoph

    Ich finde solche Summen in Jackpots total unsinnig. Gut, damit lässt sich dann Werbung machen und die Leute stehen in Schlangen vor den Losbuden/Lotterieläden, aber im Ernst:
    wer braucht 314 Mio. $ ??? Wenn man schon dazu verpflichtet ist x % von den Spieleinsätzen wieder auszuschütten sollte es wenigstens einen Deckel bei der höchsten Summe geben, von mir aus 20 Mio. $. Dann könnte man die gleiche Summe an 15 (glückliche) Gewinner ausschütten. Selbst mit 20 Mio. $ kann man es sich dermassen gut gehen lassen (konservativ angelegt zu 2 % sind das schon 30.000 $ pro Monat -> mit einem guten Portfolio an dividendenstarken Aktien sogar noch mehr). Selbst wenn ich die Hälfte auf den Kopf haue, sollte man von der anderen Hälfte noch gut leben können. Ich würde zwar meinen Job nicht mehr weiter ausüben wollen, aber mir käme es nicht in den Sinn, meinen Lebenswandel irgendwie auf Schicki-Micki auszurichten. Gut, ein etwas größeres Auto als mein Hyundai i10 dürfte es schon sein, aber dann erschöpft es sich bei mir auch schon mit den „größeren“ Wünschen. Die eine oder andere Reise wäre auch noch drin, aber nichts, was ich nicht jetzt auch schon realisieren könnte.

    Zu guter Letzt noch: Ein sehr schöner Blog. Schaue regelmäßig jeden Tag vorbei, ob ein neuer Beitrag erschienen ist. Qualitativ sicher einer der besten Blogs, die ich kenne. Grüße aus Dortmund in den Big Apple

    Christoph

  2. finanziell umdenken

    Hi Tim,

    ich selbst habe einige Fälle in meiner Bekanntschaft, bei denen eine Erbschaft oder Lottogewinn in einer jeweils immerhin sechsstelligen Summe wieder „an den Markt zurückerstattet wurden“.

    Leute, denen die finanzielle Bildung fehlt, sind mit größeren Summen, dazu gehören bereits hohe fünfstellige oder niedrige sechsstellige Summen, schlichtweg überfordert. Das kann selbst „Geschäftsleute“ treffen, die möglicherweise im privaten Bereich mit kleineren Summen zu tun hatten.

    300 Millionen Dollar zu 4% p.a. netto angelegt, ergibt ein passives Einkommen von 1 Millionen Dollar pro Monat.
    Das reicht eigentlich aus, um sehr luxuriös zu leben (mit Haus, Auto und Hof), ohne das Kapital aufzubrauchen.

    Viele Grüße
    Lars

  3. Sams

    Ist es Pflicht seinen Namen der Öffentlichkeit preiszugeben?

    Gewinn unter den Teppich kehren.
    Geld war doch noch nie die Garantie für sagen wir mal Lebensglück.

    Es erhöht nur die Wahrscheinlichkeit.

    Sind Grundbedüfnisse, Wohnung, Wärme, Nahrung, Gesundheit einigermaßen gedeckt wird es immer Schwieriger nur mit Geld ein mehr an Zufriedenheit zu erzeugen.

    Ich spiele als Hobby Schlagzeug, diese Wunderschöne Perfektion dieses Grooves. Gibt es für mich umsonst.
    http://www.youtube.com/watch?v=MwFdExvCxM4

    Kann man diesen wunderschönen Geruch im Sommer am Abend nach einem Gewitter kaufen?
    Geht für mich nicht die Sonne bei der 9ten Bruckner, oder Beeth.. auf auch wenn ich die nur über meine Anlage höre?
    Oder brauch ich immer das Symphonieorchester live?

    Ob ich mich zu tode saufen will ist keine Frage des Geldes das schaff ich mit 250 und mit 25 000 Euro.
    Das ist nur eine frage des Stils.

    Evtl wie guter Sex^^, der entsteht nicht nur in der Lende sondern zu 80% zwischen den Ohren.
    mfg

  4. Till

    Hi Tim!

    Tolle Seite. Ich stimme dir und den anderen Kommentaren hier zu, dass enorm viel Geld nicht glücklicher macht. Allerdings glaube ich, dass in einer materialistischen Gesellschaft, wie die unsere, enorm wenig Geld „unglücklich“ macht. Ich denke, dass etwas mehr Geld, als man selbst braucht, ideal sind. Wie viel das ist, überlasse ich jedem selbst. Dazu muss man denke ich unterscheiden, ob man sein Vermögen selbst aufgebaut hat und weiss wie viel einem jeder Euro gekostet hat oder das Geld gewonnen bzw. auch geerbt hat.

    Gruss,
    Till

  5. Martin

    Ich denke Geld macht nicht glücklich, aber es ist gut für die Gesundheit.

    Zum einen kann es den Überlebenstress senken und zum anderen die Gesundheitsversorgung verbessern. Im Gesundheitssystem wird in Zukunft noch mehr auf das Geld geachtet werden müssen. Bisher werden Anfänge z.B. bei der Zahnversorgung sichtbar.

    Andere Beispiele sind auch Bundesligafussballer. Wenn ich mich recht erinnere sinkt schon durch das Abitur bei Profifussballern das Risiko im Alter zu verarmen. Teilweise sind die auch schon kurz nach Karriereende verarmt.

  6. Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog

    Tja ohne Finanzielle Bildung verliert man auch so eine hohe Lotto Gewinnsumme sehr schnell. Hätte er doch nur als Amerikaner eine Bruchteil der Millionen in solide US Dividenden Aristokraten gesteckt, dann hätte immer noch einen sehr guten monatlichen passiven Einkommensstrom durch Dividendeneinnahmen !

  7. Markus

    Geld an sich wird nicht glücklich machen! So gut wie 95 % aller Menschen denken sich keine finanzielle Ziele aus, den entsprechenden Fahrplan dazu und ob das Ziel auch für sie persönlich bei erreichen auch alle der gehegten Hoffnungen erfüllen kann. Für mich bedeutet genügend Geld Freiheit! Diese halte ich für sehr erstrebenswert! Das Glück bzw. Lebensglück hängt auch nicht unwesentlich von Gesundheit, Liebe, Freundschaft und sehr stark irgendwann auch von Zufriedenheit mit sich selbst und der Welt ab. Geld ist keine Allerweltslösung für sämtliche Probleme, eher ein Kompensator. Bei einem gutem anständigen Menschen kann viel Geld auch viel Gutes bewirken. Ein festklammern an materiellen Werten wird spätestens beim Karotten von unten anschauen relativ lächerlich. 😉

  8. D.K.

    Finde ich toll, wie sich hier die meisten als „tolle“ Investmentmanager verkaufen, aber die Erfahrung nicht gemacht haben, mit großen Summen umgehen zu können. In der Theorie klingt es alles schön „Ach die 100te von Millionen mal eben irgendwo anlegen- wird schon klappen. Blos nichts ausgeben und so weiterleben wie bisher.“
    Die meisten handeln doch nur mit Aktien oder steigen gerade ins Aktiengeschäft ein und haben noch nie solche „Un“Summen gemanaged. Und werden auch mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit diesen Level nie(!) erreichen.
    Und ein Paar Bücher von u.a. Warren Buffett zu lesen, hilft da kaum weiter.
    Wenn man vorm heimischen PC sitzt, ist es leicht zu sagen, ich wäre nicht überfordert, würde ich gewinnen.
    Aber wenn der Tag kommt, dann vernebelt das Geld euch euren scharfen Sinn.
    Irgendwo habe ich mal gelesen, wenns um Geld geht, schaltet oft das Gehirn aus.

    Ehrlich gesagt, wüsste ich (obwohl schon einiges über Geldanlage gelesen/gehört/einfacher Aktieninvestor longterm) nicht, was ich damit anstellen würde.
    Hilfe wäre mMn an dieser Stelle angebracht, von den Leuten, die sich auf diesem Niveau bewegen, bevor man falsche Entscheidungen trifft.

  9. tim schaefertim schaefer

    @ D.K.

    Danke für die Kritik. Es ist in der Tat leichter gesagt, als getan.

    1. Können einem die eigenen Gefühle einen Strich durch die Rechnung machen. Vermutlich fühlen sich die Neureichen überlegen. Sie denken nicht dran, wie schnell das Polster weg ist und welche Folgekosten Luxus haben kann (Yacht, Haus, Auto, Ferienwohnung, Hauspersonal…)

    2. Wenn das Umfeld von dem plötzlichen Reichtum Wind bekommt, kriegt man „viele Freunde“. Ein Bekannter in NYC ist vermögend, der bekommt jeden Monat Anrufe von Vermögensverwaltern, die ihm Dienstleistungen und Beteiligungen verkaufen möchten. Er kriegt Lunch-Dinner-Einladungen. Hierbei geht es darum, ihm etwas „zu verkaufen“.

    Verwandte, Bekannte, Freunde und andere versuchen nach dem Millionengewinn, ein Stück vom Kuchen abzubekommen. Wer nicht großzügig ist, muss sich sicherlich Vorwürfe anhören.

    3. Der Druck, der auf einem lastet, ist enorm. Berühmt zu sein, das ist nicht einfach. Es entsteht ein unglaublicher Erfolgsdruck. Viele Stars scheitern daran. Sie nehmen Drogen, gehen an dem Druck zugrunde. Sie werden Opfer des eigenen Erfolgs. Ich denke an Amy Winehouse, Michael Jackson, Heath Ledger usw.

  10. Anna

    Hallo,
    eigentlich ist man mit so einem Gewinn menschlich gesehen eine „arme Sau“, sagen möchtest du es keinem, auffallen darf es auch nicht usw.
    Lotto spiel ich eh nicht, höchstens mal ein Rubbellos. Kann mir also nicht passieren.
    Fürs ausgeben würde mir aber schon was einfallen… Da würde jedoch weniger reichen.
    Gruß
    Anna

  11. Chris

    Geld macht glücklich.

    Das Problem ist nur, dass es immer die falschen haben 😀

    Da ich kein Lotto spiele (die Odds sind zu schlecht), mache ich mir über spontanen Geldsegen eigentlich keine Gedanken. Und wenn es doch passieren würde, dann würde ich erstmal ne VC-Gesellschaft gründen 🙂 – träumen ist schön.

    Cheers

  12. Martin

    @ D.K.: Für mich wäre es kein Problem auch mehr Geld anzulegen. Dazu muss ich nur die Positionsgrößen erhöhen und bei der Auswahl entsprechend ein höheres Handelsvolumen als bisher vorraussetzen. Das würde sogar die prozentualen Transaktionskosten senken und die Rendite erhöhen.

    Steuersparmodelle, welche sich für mich nicht rechnen, kämen dann auch in Frage.

    Ich würde meinen eigenen Fonds auflegen oder mein Geld in eine Investmentfirma einbringen, um bei Umschichtungen keine Abgeltungssteuer bezahlen zu müssen.

    Abschreibungsmöglichkeiten wären dann auch mehr gegeben. Auch das würde mit Sicherheit die Rendite erhöhen. Der Anlagehorizont müsste nur lang genug sein. Beratung bräuchte ich dazu keine.

    Quellensteuererstattungen würden sich auch viel besser rechnen als bisher, wo ich ab und zu etwas verschenke wegen der Fixkosten.

    Mir fallen zudem jede Menge alternative Investments ein, die für mich so nicht in Frage kommen. Ich denke da z.B. man könnte z.B. ein Immobilienportfolio für 100 Mio. € kaufen und anschließend die Immobilien sanieren (auch mit eigener Handarbeit!) und einzeln teuerer weiterverkaufen. Einzelne Objekte sind am Markt viel teuerer. Gewinne würden auch steuerfrei in besagter Investmentfirma thesauriert werden.

  13. willihope

    also erstmal finde ich auch dass diese summen total daneben sind! 10 millionen reichen auch völlig und dazu die auflage nicht mehr als 1 million pro jahr verbrauchen zu können! der rest wird in dow investiert und sorgt für vermögenszuwachs.

    buffet immer wieder als beispiel anzuführen ist aber bei dem thema daneben, er hat einfach niedrige ansprüche da in seinem omaha. muss er selber wissen ob er ein erfülltes leben hatte.

    zumindest würde ich wo wohnen wollen wo es schön ist und schön warm, diesiges deutschland mit jede menge verkehr wäre es nicht für mich.

    gibt viele reiche die unaufgeregt ein schönes leben haben oder auch welche die ihr leben geniessen. ich bezweifle dass z.b richard branson unglücklich ist und irgendwelche geizkragen mehr vom leben haben.

    am ende zählt nur was man aus seinem leben gemacht hat, geld kann man nicht mitnehmen sondern das wird von den erben verpulvert. 🙂

  14. Markus

    Ich glaube wie D.K. schon gesagt hat, dass es leichter gesagt als getan ist dabei vernünftig zu bleiben. Ich würde jetzt auch sagen dass ich vernünftig bleibe, ich bin aber auch so ehrlich dass ich zugebe, gerne einen Teil davon einfach verprassen zu wollen. Dann stellt sich nur die Frage wie schnell so etwas überhand nimmt?! Wenn man dann nicht aufpasst geht sowas eben ganz schnell. Ich glaube auf dem Niveau kann man auch ganz schnell ganz viel Geld ausgeben. Die Werbespots der New Yorker Lotterie machen das ja schon sehr gut vor. Da wird gezeigt wie schnell (und vorallem sinnlos) man sein Geld unters Volk bringen kann.

    Daher finde ich diese Werbespots völlig unangebracht, da Sie die Menschen zu genau dem Verhalten anstacheln was zum schnellen Verlust des Reichtums führt.

    Das ist in meinen Augen sehr grenzwertig…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

bitte lösen Sie diese einfache Aufgabe (Spamschutz) *