Altersvorsorge: Lebensversicherung und Riester bringen zu wenig Rendite


New York, 24. Juli 2014

Unsere deutsche Bundesregierung muss ich heute erneut für ihre dämliche Altersvorsorgepolitik kritisieren. Mich regt diese Idiotie richtig auf. Mich bringt es auf die Palme, wenn ich über diese irrsinnige Politik nachdenke.

 

Amerika, Großbritannien und Australien helfen den Menschen beim Sparen fürs Alter – mit speziellen Aktiendepots für die Rente. Die Depots sind steuerbefreit und kostengünstig. Die Arbeitgeber helfen fleißig beim Sparen in diese Depots.

 

Weil die gesetzliche Rente nicht mehr ausreicht, ist es wichtig andere Einnahmequellen aufzubauen. Vor allem solche mit möglichst hoher Rendite. Amerikaner beginnen früh, meist mit dem Jobantritt, über die Börse zu sparen. Sie kaufen Indexfonds, Blue Chips und Aktienfonds. Sie machen das jahrzehntelang. Mit einer Engelsgeduld. Das ist vernünftig.

 

In Deutschland gibt es das Aktiensparen für die Rente in dieser Form leider nicht. Wie kann es sein, dass ein ganzes Volk teure Riester-Versicherungen ohne Rendite (oder mit lausiger Rendite) kaufen soll? Die beste Anlage sind Aktien. Punkt. Schluss. Das ist nachweislich so. Die Fakten sprechen klar für Produktivkapital. Und nicht für Versicherungsprodukte wie Riester oder Lebensversicherungen.

 

Berlin ließ sich von unseriösen Vertriebstruppen einspannen. Von einer Lobby, die ureigene Interessen verfolgt. Einige Assekuranzen verhalten sich unseriös. Nehmen Sie die Debeka, die Beamte offenbar geschmiert hat, um an Adressen für den Vertrieb zu kommen. Eine Razzia soll Aufschluss geben, ob illegale Gelder geflossen sind.

 

Versicherungen kassieren zum Teil überzogene Gebühren, Kosten, Provisionen. Es sind genügend Gebührenmonster unter den Produkten. Richtige Renditekiller. Der Sparer blickt nicht durch, was er alles zu bezahlen hat. Wer versteht schon das Kleingedruckte? Das ist ein Kauderwelsch.

 

Im Grunde genommen wird der „kleine Mann“, der sich nicht auskennt, geschröpft. Er bekommt das Fell über die Ohren gezogen. Jahrzehntelang sparen Bürger in umstrittene Finanzprodukte. Jeden Monat zwacken sie Geld ab. Am Ende, wenn der Ruhestand beginnt, bekommen sie ihre eigenen Einzahlungen vielleicht zurück. Bei Riester ist es manchmal nicht viel mehr oder gar weniger. Was für ein Schwachsinn.

 

Hierzulande gibt es 90 Millionen Lebensversicherungen. Es gibt mehr Verträge als Bürger. Der Garantiezins liegt mittlerweile unterhalb der Inflationsrate.

 

Sie können mit dem DAX im Schnitt sieben Prozent, mit dem Dow Jones fast zehn Prozent verdienen. In Deutschland müsste es statt 90 Millionen Lebensversicherungen eher 90 Millionen Aktiendepots für die Rente geben, aber leider gibt es nur neun Millionen Aktionäre. Es liegt an der falschen Politik in Berlin, an Unkenntnis, an Dummheit und weil das Thema Geld nicht in der Schule auf dem Lehrplan steht.

 

Versicherungsvertreter gehen, wenn sie genügend Abschlüsse gemacht haben, in ihren Sex-Urlaub. Besonders aktiv ist hier die Ergo Versicherung bisher gewesen. Die Vertriebsleitung zahlt brav üppige Provisionen an die Klinkenputzer. Es ist schließlich gut für die Motivation. Und gut für den Konzerngewinn.

 

Es gibt zusätzlich Bonusprogramme: Je mehr Abschlüsse die Vertreter machen, desto toller der Urlaub. Die Urlaube sind als Betriebsausgaben für die Großkonzerne steuerlich absetzbar. Für Giganten wie Ergo ist so ein Bordell-Urlaub als Betriebsausgabe winzig im Verhältnis zum Ertrag. Der Dumme ist mal wieder der Steuerzahler und Kunde. Es ist in meinen Augen ein riesiger Betrug.

 

Anhand der Swinger- und Puff-Trips sehen Sie, wie unseriös die Branche ist.

 

Während der „kleine Mann“ Probleme hat, über die Runden zu kommen, kassieren unsere Politiker fette Diäten. Sie haben ihre Bezüge gerade erhöht. Wenn unsere Abgeordneten in den Ruhestand gehen, kassieren sie satte Beamtenpensionen.

 

Unsere Parteien kassieren aus der Finanzbranche munter Spenden. Die eine Hand wäscht die andere. Der Bürger zahlt die Zeche.

 

Fazit: Es muss einfach Schluss sein damit, den Bürger für dumm zu verkaufen. Es geht um die Altersvorsorge von 80 Millionen Deutschen. Finanzprodukte wie Riester oder Lebensversicherungen werden zu gering verzinst. Sie sind deshalb nicht sinnvoll für die Altersvorsorge. Aktien wären viel besser. Die Fakten zeigen das ganz klar. Aber in Berlin haben die schlüpfrigen Vertreter die Oberhand gewonnen.

 


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Altersvorsorge: Lebensversicherung und Riester bringen zu wenig Rendite

  1. Andreas Lenz

    Das bedeutet nur, dass Versicherungsaktien in Deutschland unter diesem Aspekt positiv zu bewerten sind. 🙂

    Die Riester-Rente ist einer der größten Skandale der deutschen Politik nach der Ära Kohl, da stimme ich Ihnen direkt zu. Deren Installation und Förderung ist falsch und bleibt falsch.

    Nichtsdestotrotz ist auch jeder selbst in der Verantwortung, für sein Alter auf die richtige Art und Weise vorzusorgen. Das hängt von den finanziellen Möglichkeiten jetzt und von den finanziellen Bedürfnissen im Alter ab. Damit muss man sich beschäftigen, das kostet Mühe und Zeit. Und ist zugegebenermaßen auch nicht der interessanteste Gesprächsstoff auf einer Party oder einer Familienfeier. Dennoch… wenn der Deutsche ein Handy kauft, informiert er sich eine Woche lang. Kauft er sich einen Rechner oder ein Auto, dann noch deutlich länger. Umso weniger verstehe ich, dass man bei etwas noch viel größerem und wichtigerem, nämlich der Altersvorsorge, sich von dem nächstbesten Verkäufer ("Berater") den letzten Dreck andrehen lässt, damit der auf seine Zahlen kommt.

    Ich selbst hatte zwei Jahre lang einen Bausparvertrag und eine Riester-Rente laufen. Direkt nach dem Jobeinstieg abgeschlossen. Und dann erst, immer noch früh genug, mal ein Excel-Sheet angelegt und sehr langfristige Rechnungen mit verschiedenen Annahmen angestellt. Überlegt, was bedeuten Risiko und Sicherheit, jeweils auf kurze und lange Sicht. Man muss sogar zu den Schluss kommen, dass es auf diese lange Sicht fast nichts sichereres als Aktien geben kann (gestreut, werthaltig).

  2. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    Hier möchte ich ausdrücklich zustimmen.

    Ich habe weder Riester noch Rürupp und Konsorten, noch LV.

    Lediglich eine Gehaltsumwandlung als Direktversicherung, wobei nach den alten Regeln Steuern und Sozialabgaben gespart wurden, man also Brutto für Netto einzahlte, und sich etwas an Steuerbrutto sparen konnte. Dies wurde mittlerweile per Gesetz geändert, und regelrecht Vertragsbruch begangen. das sind Methoden wie einem "Bananenstaat".

    Ich habe inzwischen zur Vermeidung weiteren Schadens für den Vertrag die Beitragsfreiheit beantragt.

    Für alle, die etwas in der Art laufen haben, bitte diesen Artikel der Wirtschaftswoche lesen:

    – Ärgerliches Erbe: http://www.betriebsrentner.de/uploads/media/AErger_02.pdf

    MS

  3. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    Ich muss hinzufügen, nicht alle Versicherungen sind schlecht. Die meisten Mitarbeiter sind natürlich anständig. Die Branche hat es schwer, weil sich das Zinsniveau auf einem extrem niedrigen Niveau befindet. Insofern sind die Anlageerträge der Versicherungen mickrig.

    Worum es mir ging in dem Blogeintrag ist unsere Regierung, die nicht mit der Zeit mithält. Das Kabinett kommt mir wie ein Schlafwagen vor. Dem Bürger sollte für die Altersvorsorge eine möglichst breite, faire, kostengünstige, rediteträchtige Auswahl ermöglicht werden. Dazu gehören Aktien. In dieser Hinsicht ist nichts in Berlin passiert. Das ist bedauernswert.

  4. Martin

    Klar, ohne Subventionen rechnen sich die Versicherungsprodukte im Vergleich zu einem Aktiensparplan bei langer Sicht niemals. Bei Riester ist auch noch eine Garantie eingebaut, die auch kostet und wenig bringt.

     

    Was die Versicherungsvertreter mit dem verdienten Geld machen, finde ich jedoch zweitrangig. Würden sie gute, ehrliche Arbeit abliefern, könnten sie doch Urlaub machen wo sie wollen.

  5. Sansi

    Dazu fällt mir ein:

    1) German Angst – wir sind ein Volk der Grübler & Bedenkenträger. Unsere anglo-amerikanischen Freunde sind da schon immer etwas risikofreudiger und optimistischer gestimmt.

    2) Versicherungslobby ist extrem mächtig in Deutschland. Siehe jüngste Debatte um Offenlegung der Provision.

    3) "Der Staat wirds schon richten"-Mentalität. Es gibt nicht Wenige, die immer noch denken, dass ihre monatliche Zahlung in die Rentenkasse auf einem Sparbuch in Berlin landet.

    Ich wäre dafür, die Börse nur 1-2mal im Monat zu öffnen. Bei Immobilenpreisen erfährt der Häuslebauer ja auch nicht im Minutentakt, wie der Wert sich wieder verändert hat.

  6. ZaVodou

    Ich sehe das ähnlich wie Herr Lenz. Das Problem müsste auch allgemein bekannt sein, da im Fernsehen ab und an thematisiert wird. u.a. von Magazinen wie Monitor oder politischen Kabarettsendungen. Mir gefallen da die Beiträge von Volker Pispers sehr gut. Gebt mal Volker Pispers und Riester bei youtube ein. Mein persönlicher Favorit ist jedoch das hier:

    http://www.youtube.com/watch?v=HLFk8uVFjo8

    Ob die Betroffenen aber solche Sendungen anschauen?

    Gruß

    ZaVodou

  7. Stefan Müller

    Es gibt in der deutschen Politik leider niemanden, der sich für Aktienanlagen einsetzt. Einzig die FDP stand für eine Wiedereinführung der Spekulationsfrist, die für langfristige Anlagen sehr hilfreich gewesen wäre.

    Diese hat aber dieses Wahlversprechen, wie viele andere versprechen auch, in der letzten Regierungsbeteiligung nicht umgesetzt. Heute taucht dieser Punkt bei keiner Partei auf.

     

    Eher im Gegenteil. Dem Linken Spektrum ist die Steuerlast für Aktien- und Fondsanlagen trotz Doppelbesteuerung zu gering und fordern eine weitere Verschärfung der Steuerlast.

    Ich sehe keinen Lichtstreifen am Horizont. Genauso wie das Thema Aktien in der Bevölkerung auf Gleichgültigkeit stößt.

  8. Felix

    Dass Aktien hierzulande wie Teufelszeug gesehen werden, liegt nicht in erster Linie an den Berliner Politikern, sondern an schlechten Erfahrungen der jetzigen potentiellen Anlegergeneration. Vor der dot.com Blase gab es an deutschen Stammtischen, auf Partys, am Arbeitsplatz nur ein Thema: Aktien.

    In einem Dorf in Oberbayern, aus dem die Gründer von EMail-TV stammten, gab es einer höhere Millionärsdichte als in Monaco. Jeder hatte Aktien von Internetbuden, die noch nie einen Euro Geld verdient aber riesige Kurssteigerungen hatten. Wer von dieser Bonanza nicht angesteckt wurde, müsste schon ein dickes Fell haben oder sich komplett dämlich vorkommen. Ja, ich erinnere mich noch gut, es herrschte Goldgräberstimmung in Deutschland. "Dieses Mal ist alles anders, es brechen goldene Zeiten an", versprachen die smarten Jungs mit ihren Businessplänen und brachten eine Klitsche nach der anderen an Neuen Markt. 

    Das Ende der Geschichte ist bekannt. Die mEisten Anleger verloren ihre Ersparnisse. Nur Hartgesottene machten an der Börse weiter; mit 9/11 und Irakkrieg erwischte es auch, danN die Finanzkriese mit der Lehmannpleite. Damit wurde der Rest der Aktienanleger um ihre Ersparnisse gebracht.

    Diese Generation hackt sich eher die Hand ab als noch mal eine Aktie anzufassen. Nur die Jungen, die erst in den letzten 5 Jahren an de Börse gekommen sind, halten Aktien für etwas Gutes. Wann diese ihr Waterloo erleben, wird sich zeigen. Ihnen wird derzeit natürlich auch ein Trugbild vermittelt, so als ginge es immerzu bergauf, ggf. mit mal 3 % Rückschlag. Wie sie bei 30% Absturz reagieren werden,  wird sich zeigen.

  9. Fabian S.

    Doch die Poltiker sind alles Vebrecher zusammen mit Versicherern und Banken…..

     

     

  10. Markos von Dividenden-Nachrichten.de

    Ich habe keine Lebensversicherung (LV) und auch keine Riester und Rürup Versicherung, sondern spare zu 100% in Dividenden-Aktien und das seit etwas über 3 Jahren. Ich adaptiere einfach die erfolgreiche Sparmöglichkeit der Amerikaner. Was bei den Amerikanern seit Jahrzehnten funktioniert, kann man doch als Privatbürger selbständig übernehmen und auch umsetzen. Die Dividendenstrategie ist nicht kompleziert.

  11. "Geld schläft nicht" - Blog

    Ich hatte in jungen Jahren mal eine Lebensversicherung, da ich es nicht besser wusste. Riester habe ich nie angefangen. Jetzt konzentriere ich mich auf Dividendenaktien und Tagesgeld als Cash-Bunker.

    Viele Grüße

  12. Dirk

    Die Politik sorgt doch dafür, dass die Berater noch mehr Provisionen verdienen! Traurig aber wahr!

  13. Kevin

    Ich hab auch eine Lebensversicherung und wollte sie eigentlich kündigen..aber wenn ich mir anschauen, was ich dann rausbekomme…da ist es sinnvoller, sie zu den mickrigen Konditionen weiterlaufen zu lassen..

  14. Ralf Len.

    Hi,

    also wenn du mich fragst, ist die Option, sie weiterlaufen zu lassen, die absolut schlechteste aller Varianten. Die Inflation frisst deine Zinsen auf und mit den Beiträgen, die du weiterzahlst, finanzierst du locker die Berater, die sie dir verkauft haben. Ich hab meine LV verkauft, weil ich bei einer Kündigung auch richtig was eingebüßt hätte. Beim Verkauf bekommst du mehr als bei einer Kündigung, schau mal hier https://www.policendirekt.de/policendirekt/lebensversicherung-verkaufen.html

    Also weiterlaufen lassen würd ich schon mal gar nicht, außer man hat noch einen Garantiezins von 4 oder 5 %. Und kündigen würd ich auch nicht, eher verkaufen und mehr kassieren.

    Grüße

  15. Ralf Len.

    Hi,

    also wenn du mich fragst, ist die Option, sie weiterlaufen zu lassen, die absolut schlechteste aller Varianten. Die Inflation frisst deine Zinsen auf und mit den Beiträgen, die du weiterzahlst, finanzierst du locker die Berater, die sie dir verkauft haben. Ich hab meine LV verkauft, weil ich bei einer Kündigung auch richtig was eingebüßt hätte. Beim Verkauf bekommst du mehr als bei einer Kündigung, schau mal hier

    https://www.policendirekt.de/policendirekt/lebensversicherung-verkaufen.html

    Also weiterlaufen lassen würd ich schon mal gar nicht, außer man hat noch einen Garantiezins von 4 oder 5 %. Und kündigen würd ich auch nicht, eher verkaufen und mehr kassieren.

    Grüße

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