Altersarmut in Deutschland: 688 Euro Rente für Normalverdiener


New York, 21. Februar 2013

Deutschland wird es mit einer wachsenden Altersarmut zu tun bekommen. Es droht ein Debakel. Jedenfalls gibt es Warnungen zuhauf. Eine mutige Mahnerin ist Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU). Sie spricht offen über das Problem, wurde aber in der Zwischenzeit von ihren Kabinettskollegen zurückgepfiffen.
„Mutti Merkel“, wie unsere Kanzlerin intern heißt, nahm das Thema von der Tagesordnung. Es geht schließlich am 22. September der Bundestagswahlkampf in Berlin über die Bühne. Da könnte die „Wahrheit“ der schwarz-gelben Regierung schaden.
Ich bin ein großer Anhänger unserer Bundesarbeitsministerin geworden. Ich finde sie so unglaublich ehrlich, fürsorglich. Sie denkt an den „kleinen Mann“.
Von der Leyen sagt, ein Problem seien die Durchschnittsverdiener: Wer 2.500 Euro im Monat nach Hause bringt, 35 Jahre Vollzeit arbeitet, wird ab 2030 ganze 688 Euro Rente bekommen. Das ist ein Witz. Wie soll davon die Miete, das Auto, das Essen, der Strom, der Fernseher, das Telefon, die Kleidung bezahlt werden?
Ein Grund der mickrigen Rentenzahlung ist die beschlossene Rentenreform, nach der das Rentenniveau bis 2030 von derzeit 51 auf 43 Prozent des Nettolohns vor Steuern sinken soll.
Ein Basisproblem ist die Alterspyramide. Die steht auf dem Kopf. Deutschland schrumpft. Die junge Generation wird es aus diesem Grund schon schwer haben.
Was wir Menschen brauchen, ist ein finanzielles Polster für das Alter. Und hieran mangelt es. Um es zusammenzufassen: Der Deutsche Michel hat zwei Probleme: Eine lausige gesetzliche Rente und zu geringe Ersparnisse.
Warum haben die meisten zu wenig Ersparnisse? Es hängt mitunter mit der zu geringen finanziellen Bildung zusammen. Studien zeigen, dass die Menschen Wissenslücken haben. Sie haben Lücken, wie sie das Risiko einordnen können. Sie wissen nicht, was Anleihen bzw. Rentenfonds sind. Das hat eine neue Untersuchung der AXA Investment Managers festgestellt.
Die Menschen kennen ihre Schwächen. Zweidrittel der Deutschen wünschen sich ein Schulfach, das Finanzwissen vermittelt.
Was uns helfen kann im Arbeitsleben, ist Sparen, Sparen und noch mal Sparen. Wer regelmässig ein wenig Geld zur Seite legt, kann ein massives Vermögen durch den Zinseszins aufbauen. Wichtig ist, am Ball zu bleiben. Die Regelmässigkeit macht es einfacher.
Wem das nötige Kleingeld für Rücklagen fehlt, sollte überlegen, einen Nebenjob anzunehmen oder Überstunden zu machen. Fortbildung ist immer gut. Oder einfach mehr Verzicht üben.
Es muss ja nicht unbedingt ein Neuwagen sein, vielleicht genügt ein Gebrauchter. Statt 110 Quadratmetern reicht vielleicht eine Wohnung mit 90 Quadratmetern. Es muss nicht jeden Tag der überteuerte Starbuckskaffee sein. Sie können auch einen guten Kaffee zuhause aufbrühen. Niemand muss vier Mal die Woche ins Restaurant. Oder drei Mal im Jahr in ein fern gelegenes Luxushotel an den Palmenstrand fliegen. Ich denke die Mentalität ist oftmals einfach schlecht.
Einige Bekannte in New York leben einfach so in den Tag hinein. Ständig kaufen sie Autos, Handys, Urlaube, Kleidung. Sie haben keinerlei Rücklagen, leben von der Hand in den Mund. Am Monatsende ist das Nettoeinkommen weg. Durch Konsumentenkredite geben sie sogar mehr aus, als sie eigentlich einnehmen.
Es geht ja im Endeffekt nur darum, die Belohnung einzuteilen. Sie kommt eben etwas später.
Ich halte das Sparen in einen Indexfonds oder in Qualitätsaktien aus den großen Indizes für sinnvoll. Wie eine Schildkröte wächst das Vermögen über die Jahrzehnte: langsam, aber sicher.
Es ist keine geheime Wundermethode nötig, sondern eine vernünftige Strategie. Das sagt uns ja ohnehin der gesunde Menschenverstand. Ich bin nicht der Meinung, Derivate oder Zockerpapiere führen uns zum Ziel. Ich bin beim Sparen sehr konservativ.
Wir brauchen keine extremen Risiken einzugehen, um eine gute Rendite zu erwirtschaften. Wer knapp zehn Prozent Rendite jährlich erwirtschaftet, hat in 40 Jahren ein fürstliches Vermögen aufgebaut.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Altersarmut in Deutschland: 688 Euro Rente für Normalverdiener

  1. willihope

    also ich empfehle erstmal tante google mit dem begriff Zensursula zu füttern!

    politiker machen darauf aufmerksam dass sie etwas verbockt haben, na sowas ist doch nichts neues, blöd dass es jetzt die menschen direkt trifft. ich denke die werden einfach neue steuern erfinden und dann wirds schon irgendwie gehen, oder auch nicht.
    wichtiger wäre ein beitrag von sagen wir 50% ihrer überzogenen pensionen und gehälter! die wollen aber immer mehr obwohl sie einen wesentlichen unterschied beim ruf nach mehr vergessen: die gehälter in firmen zahlen die eigentümer, die gehälter in der politik zahlen die steuerzahler und werden aber bei erhöhungen nie gefragt!

    aktien für den deutschen michel? niemals! aktionäre sind doch die schmarozer die immer nur dividende wollen. solange dieses bild von den sozialisten immer wieder gefüttert wird wird der deutsche schön brav nach umverteilung rufen und sein vermögen mit lebensversicherungen verkleinern!

    der dumme ruf nach immobilien tut sein übriges um die leute zu schädigen! wer soll die ganzen häuser kaufen wenn doch die geburten zurück gehen?
    bei den preisen die jetzt schon vorliegen sind mietrenditen von 1% dann normal! das geld für die rentner wird eben dann von den immobielen werten kommen müssen. 🙂

  2. Martin

    Ich fürchte das Beispiel bezieht sich auf 2.500 Brutto. Nach Hause nimmt der Arbeitnehmer dann schon einmal um einiges weniger. Im Alter ist auch noch die Krankenkasse ein wesentlicher Kostenfaktor.

    Zu sparen lohnt sich bei 1.800 netto wahrscheinlich nicht, da man kaum über Hartz als Rentner kommen wird. Wird der Arbeitnehmer vorher schon arbeitslos, gehen die Ersparnisse auch schon vorher verloren. Zumindest die Freibeträge sollten erspart werden. Wenn Aussicht auf Lohnsteigerungen besteht, sieht das wieder anders aus. Irgendwie sollte das selbständige Sparen fürs Alter durch die Politik nicht benachteiligt werden, aber da wird nur der Riester begünstigt.

  3. Tim

    Sollen die Unternehmer mal den Leuten mehr Gehalt zahlen. Die Unternehmen machen Mrd Gewinne und die Angestellten bekommen so einen Hungerlohn im Vergleich zu den Gewinnen, viele sind auch noch Leiharbeiter etc.

  4. Sams

    Tut mir leid Tim ich halte von UvdL nicht sehr viel.
    Es geht um primitivste Wahrheiten.
    Zu sagen ui da ist das Problem das sehe ich selber.
    Ich sage sogar die Alterspyramide ist nicht unbedingt das Grundproblem.
    Jedes Jahr geht der Fortschritt weiter. Man gehe z.B. durch Fertigungsstraßen der BMW jetzt mal ehrlich, sieht doch ein blinder. Roboter, Maschinen usw. Der Anteil der direkten Kosten menschlicher Arbeit sinkt. Gibt es noch eine Rohrpost in einem Unternehmen? Werden Kassen im Supermarkt am Abend noch gezählt? Aktenberge schrumpfen, braucht man noch Sekretärinen die Dokumente kopieren oder lass ich es enfach zweimal ausdrucken? Oder drucke ich gar nicht mehr^^ und und und.
    Hat den noch niemand von Verwaltungsgemeinkosten, Stückfixe Kosten etc gehört.
    Also ehrlich wenn ich Teilhabe, Globalisierung und ähnliche Worthülsen höre und niemand macht sich auf den Weg und „begreift“ mal was im wirklichen Sinn. „anfassen, greifen“ bedeutet.
    Wie setzen sich denn die Kosten für ein Produkt zusammen? 100% menschliche Arbeit? Wie soll dann die menschliche Arbeit das Umlagesystem, Rente komplett tragen?
    Da ist die Zwickmühle.
    Es gab mal interessante Diskussionen das Maschinen auch in die Sozialsysteme einzahlen sollten.
    Ich wär dafür anstatt ein neues bürokratisches Monster zu bauen einfach die Menschen am Erfolg eines Unternehmens zu beteiligen.
    Das aber direkt und nicht mit Umwegen über öffentliche Geldtöpfe.
    Die Altersvorsorge komplett über Steuer finanzieren. Das wär für mich der erste Schritt.
    Zweiter Schritt ist für mich so simpel, ich muß am Erfolg des Unternehmen beteiligt sein. Dann ist es egal ob Eon in Spanien oder in Bayern ein Wasserkraftwerk betreibt.
    Tut mir leid ich sehe das für mich sehr simpel. Wenn ich in meinem Betrieb im Laden stehe ist für mich klar das mein Verdienst abhängig vom Umsatz der kleinen Einheit ist.
    Wenn ich an der ganzen Wertschöpfungskette des Unternehmen beteiligt werden will muß ich einen teil des Unternehmens besitzen.
    Warum das eine studierte Volkswirtschaftlerin nicht sieht ich aber als kleiner Verkäufer weiß ich nicht.
    Das ist jetzt aber allgemein geworden. Entschuldigung.
    Was ich auf persönlicher Ebene dazu sage ist recht einfach.
    Wenn ich 1 500 Euro verdiene ist ein zusätzliches einkommen von 15 Euro 1% das sind 2 bis 3 tausend Euro etwa 1/6 des Einkommens. Kann ja jeder einfach rechnen das für 1/3 des Einkommens ich mir 2% „Lohnsteigerung“ kaufen kann. Der Anfang ist schwer klar aber ich enkoppel mich etwas von der Lohnentwicklung. Inflation etc lass ich jetzt mal weg. Kann ja jeder selbst für sich entscheiden was er macht. Ich für mich stelle fest fals mal wieder eine Nullrunde beim Arbeitseinkommen ansteht die 2% sind davon unabhängig.
    Und wenn es ganz dick kommt habe ich sogar relativ sicher Geldeingänge die für Tilgungen etc verwendet werden können. Macht mich im Zweifel wieder etwas unabhängiger von der Lohnentwicklung. Ist für mich im unteren Einkommensbereich mehr wichtig als sich Leute die sich nicht da bewegen vorstellen können.
    Weil es bei Arbeitslosigkeit und sogar bei Verhandlungen in Beschäftigung es eben etwas weniger heißt „friss oder stirb“.
    Du besitzt halt eine etwas bessere Verhandlungsposition und steht nicht ganz so schlimm mit dem Rücken zur Wand.
    mfg

  5. willihope

    @tim
    nun mehr gehalt bedeuted auch mehr steuern! muss alles erst erwirtschaftet werden! viele konzerne verdienen die gewinne derzeit in den bric und nicht in der eu! die gehälter erhöhen wenn man eh schon nur vom ausland lebt ist kontraproduktiv für die arbeitsplätze! besser wäre die steuern runter und wer nicht arbeitet hat eben hunger! das würde dem wirtschaftswachstum gut tun wenn mehr geld im kreislauf ist, die menschen könnten sich endlich wieder was leisten. es sollte wieder gelten: improve yourself! die erste und beste investition im leben ist man selbst und erst dann gehts an aktien oder anderes.

    @sams
    dein modell existiert schon! die arbeitnehmer können sich ja am unternehmen beteiligen, nennt sich aktien!
    was die politische diskussion aber macht ist nur die gewinne sehen und bei den verlussten schauen sie dann diskret weg! die gehören aber dazu!

    ausserdem ist es nicht wirklich empfehlenswert sein geld im unternehmen anzulegen wenn man dort auch beschäftigt ist! das habe enron und worldcom mitarbeiter schon erfahren müssen, job weg und pensionsvorsorge weg!

  6. Frank

    Hallo,
    bloß nicht zusätzlich arbeiten!!
    Ich arbeite nur 3,5 Tage die Woche und kann davon gut leben , da ich nicht sehr anspruchsvoll bin.Die viele Freizeit bis zur Rente kann mir dann niemand nehmen. Ich bin greade an der 30000 Brutto Grenze. Bei Mehrverdienst würde die Steuer stark ansteigen, jetzt bezahle ich kaum Steuern.
    Ich habe auch keine Lust in Sozialsysteme einzuzahlen die sowieso zum Sterben verurteilt sind.
    Unter der Woche frei haben macht einfach ein gutes Gefühl.
    Frank

  7. Sams

    @Willi
    Ich meinte ja nicht in seinen Arbeitgeber zu investieren sondern in Unternehmen.
    Warum schreibe ich hier? Weil ich schon einige Zeit eben eine Beteiligung am „Produktivkapital“ für mich als Königsweg aus meiner Zwickmühle die sich gesetzliche Rente nennt sehe.
    Ich frage mich nur wieso wir seit 3 Generationen mit wachsenden Wohlstand noch immer so abhängig vom Umlagesystem sind. Die antwort sollte jeder selbst suchen. Ich für meinen Teil habe die Antwort und handele deshalb so wie ich handle.
    Das einzige was ich für mich pesönlich sehe sind bereits jetzt steigende Sparquoten auf mein Einkommen bei gleichen Arbeitseinkommen und Menge an Geld das ich vom Arbeitseinkommen wegspare.

  8. Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog

    @Frank:
    Ich habe aktuell seite Monaten eine 4 Tage Woche und bin damit auch sehr glücklich. Immer von Freitag bis Sonntag frei und trotzdem versuche ich mein Dividenden Depot kontinulierlich auszubauen. Jetzt mit fast 34 sind es schon ca. 630 EUR Netto pro Monat an Dividenden Einnahmen. Die nächsten 20 bis 30 Jahre versuche ich die monatlichen Dividenden Einnahmen weiter zu erhöhen, so dass ab 60 Jahre für mich ein nettes grosses passives Zusatzeinkommen vorhanden ist, denn auf Rürup und den kleinen Teil der gesetz. Rente kann und will ich nicht hoffen. Für mich wird es langfristig der Weg in Investments von soliden US & Kanada Unternehmen sein. Dividenden-Growth Aktien !

  9. Turing

    Ich finde Rentenhochrechnungen für absurd. Niemand weiß, wieviel Kinder pro Frau meine Generation hervorbringt, denn sie hat ja noch ein paar Jahre Zeit. Die demographische Entwicklung bekanntlich das Entscheidende bei unserem Rentensystem. Vielleicht kommen auch die Mehrgenerationenhaushalte zurück. Ich könnte mir gut vorstellen, als Großvater, regelmäßig ein Enkelkind zu hüten und ich würde es auch nicht als Einengung von meiner Freiheiten verstehen.

    Mich ärgert nur eines: Ich darf heute höchste Rentenbeiträge für einen Rentnergeneration bezahlen, aber ich selbst soll mit einer Minirente abgespeist werden. Wenn es überhaupt eine gerechte Umverteilung geben, dann wäre der relative Rentenbeitrag fix.

    Beispielsweise 10 %. Bei 100 Arbeitnehmern mit jeweils 3000 € pro Monat, kämen genau 30000 € in den monatlichen Rententopf. Diese 30000 € werden auf die Rentner verteilt, die da sind. Bei 100 Rentnern bekäme jeder 300 €, bei 10 Rentnern 3000 €, bei 200 Rentnern 150 €.

    Ich sehe es äußerst kritisch, dass das Rentensystem „Lebensleistung“ belohnen will. Das ist aber nicht Aufgabe eines Sozialstaates. Die freie Wirtschaft belohnt die Lebensleistung mehr als genug. Wer viel verdient, kann auch viel zurücklegen. Dadurch, dass das System so konzipiert ist, wie es ist, mucken natürlich sehr viele Rentner auf, wenn sie plötzlich nicht mehr das rausbekommen, was sie eingezahlt hätten.

  10. Anna

    Sams,
    eine Antwort: Rohrpostanlagen gibt es noch. Ich weiß, das z.B. vor ca. 12 bis 15 Jahren in einem großen Krankenhaus eine eingebaut wurde. Blut und andere Untersuchungsmaterialien kann man schlecht elektronisch ins Labor schicken.
    VG Anna

  11. GertGert

    Ich denke mal, dass die meisten Leser dieses Blogs das Problem der kleinen und unsicheren staatlichen Rente kennen, verstehen und sich zu helfen wissen.

    Schlimm an der Misere ist, dass weite Teile der Bevölkerung das Problem nicht sehen, es nicht verstehen und selbst wenn, trotzdem für sich daraus keine Schlüsse ziehe, nach dem Motto hier in Köln: et hätt no immker joot jejange.

    Die Politk schielt nur auf die nächste Wahl und tut so, als sei alles in Ordnung. Blüm behauptet das noch heute.

  12. -M-

    „Von der Leyen sagt, ein Problem seien die Durchschnittsverdiener: Wer 2.500 Euro im Monat nach Hause bringt, 35 Jahre Vollzeit arbeitet, wird ab 2030 ganze 688 Euro Rente bekommen.“

    Das Problem liegt hier doch eher beim Staat, der das reine Umverteilungssystem nicht aufgeben will.

    Bei angenommenen 20% Rentenbeitrag (für´s leichtere Rechnen) zahlen Arbeitgeber + Arbeitnehmer in 35 Jahren EUR 210.000 ein. Das reicht – bei vollständigem Kapitalverzehr und OHNE Verzinsung wohlgemerkt – um EUR 875 im Monat für 20 Jahre (dann sind Sie 87) zu zahlen; ca. 25 Jahre (dann sind Sie 93), um das staatliche Äquivalent von EUR 688 zu erhalten.

    4% Rendite auf das eingezahlte, meinetwegen auch unter dem Bett versteckte Kapital würden ausreichen, um auf EUR 700 zu kommen und um es nicht zu verzehren.

    Bei Tod wäre das Kapital im Gegensatz zur staatlichen Rente vollständig vorhanden und vererbbar.

  13. tim schaefertim schaefer

    Ich finde: Die gesetzliche Rente ist ein riesiges Schneeballsystem. Es gibt nämlich immer weniger Einzahler und gleichzeitig mehr Bezieher.

    Das fällt irgendwann in sich zusammen, weil der Nachwuchs fehlt. Gerade die jungen Beitragszahler werden wie Schafe behandelt, einfach geschoren. Das System erinnert mich an Bernie Madoff.

    Die Politik sollte ehrlich sein. Sie sollte den jungen Menschen sagen: Du wirst wenig Geld erhalten. Du musst länger arbeiten. Treffe eigene Vorsorge. Die gesetzliche Rente und Riester reichen bei weitem nicht aus.

  14. Thomas

    „Sollen die Unternehmer mal den Leuten mehr Gehalt zahlen. Die Unternehmen machen Mrd Gewinne und die Angestellten bekommen so einen Hungerlohn im Vergleich zu den Gewinnen“

    Wie kann jemand der so etwas schreibt, ein anderes mal Aktien z.B. von McDonalds empfehlen??

    Zu vdLeyens Durchschnittsverdiener:
    diese ist wohl kaum Akademiker, und hat somit ca. 50 Beitragsjahre (Kindererziehungszeiten werden angerechnet, bei Arbeitslosigkeit gibt es Zuschüsse).
    Geht vdLeyen davon aus der Durchschnittsverdiener 15 Sabbatjahre im Laufe seinens Erwerbslebens nimmt?

  15. tim schaefertim schaefer

    @ Thomas

    Es gibt mehr Menschen mit dem Vornamen Tim.

    Ich bin gleichwohl der Meinung, das Thema Minimumgehalt sollte diskutiert werden.

    50 Beitragsjahre scheint mir sehr viel zu sein, selbst wenn ich Anerkennungsjahre berücksichtige. Wer hat schon 50 Jahre zusammen?
    VG
    Tim

  16. Christian

    Vielleicht ist es jetzt auch mal an der zeit über eine obligatorische Altersvorsorge nachzudenken.

    Laut einer Forsastudie ist der Großteil der Befragten auch nicht abgeneigt. In Schweden wird es derzeit schon so praktiziert. Da scheint es ja zu funktionieren.

    Vielleicht sollten auch alle Selbständigen und Beamten in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen.

    Somit wäre dem Problem der schrumpfenden Zahl der Beitragszahler entgegengewirkt.

    Das wäre meine Meinung. Lassen wir uns überraschen, welche entgültigen Reformen die Parteien uns vorsetzen.

  17. Micha

    “ … Studien zeigen, dass die Menschen Wissenslücken haben. Sie haben Lücken, wie sie das Risiko einordnen können. Sie wissen nicht, was Anleihen bzw. Rentenfonds sind. …“

    Selbstverständlich fehlt vielen das Fachwissen dafür, wie Geld sinnvoll in eine private Altersvorsorge investiert werden kann. Problematisch finde ich jedoch, wie stark diese Defizite ausgenutzt werden von Versicherungen und häufig auch Maklern. Es werden Produkte verkauft, die teilweise schon unverschämt hohe Kosten verursachen und in der Regel ist es dem „normalen Verbraucher“ kaum noch möglich nachzuvollziehen, wie viel er von seinem Ersparten wirklich am ende hat. Hier müsste meiner Meinung nach der Gesetzgeber dafür sorgen, dass eine ausreichende Transparenz gewährleistet ist.

    Ich kenne viele die Ihr Geld eben nicht anlegen, weil Sie befürchten über den Tisch gezogen zu werden.

  18. Sven Vogel

    Nachwuch droht Gehalt auf Hartz-4-Niveau

    Ende der Wohlstands-Ära: Die Jungen werden ärmer als ihre Eltern

    http://www.stern.de/wirtschaft/geld/mckinsey-studie–die-jungen-werden-aermer-als-ihre-eltern-6971346.html

    oder auch ganz lecker: Verarmung als Megatrend – siehe auch: https://www.berlinjournal.biz/verarmung-kinder-aermer-als-eltern/

    Laut Politik müsse man sich „integrieren“ (nach Definition der Politik was das denn angeblich sei). Dazu braucht es in der heutigen Zeit üppige Geldmittel, die die meisten Leute, die angeblich „nicht integriert“ sind (auch sehr viele Deutsche), gar nicht aufbringen können.

    Auf einen Zusammenhang stieß die britische Soziologin Marii Peskow in der European Social Survey (ESS): Demnach sei die Bereitschaft zur Wohltätigkeit in egalitären Gesellschaften deutlich schwächer ausgeprägt, als in solchen mit großen Einkommensunterschieden. Die Erklärung dafür liege im sozialen Statusgewinn, den Wohlhabende in ungleichen Gesellschaften erfahren würden, wenn sie Schwächere unterstützten. In egalitären Gesellschaften herrsche hingegen das Bewusstsein vor, dass dank des Sozialstaats für die Schwachen schon gesorgt sei.

    Faulheit gilt in den westlichen Industrienationen als Todsünde. Wer nicht täglich flott und adrett zur Arbeit fährt, wer unbezahlte Überstunden verweigert, lieber nachdenkt als malocht oder es gar wagt, mitten in der Woche auch mal bis mittags nichtstuend herumzuliegen, läuft Gefahr, des Schmarotzertums und parasitären Lebens bezichtigt zu werden.

    Nein, stopp: Nur die armen Arbeitslosen fallen in die Schublade »Ballastexistenz«. Millionenerben, Banker- und Industriellenkinder dürfen durchaus lebenslang arbeitslos und faul sein. Sie dürfen andere kommandieren, während sie sich den Bauch auf ihrer Jacht sonnen.

    Früher glaubten viele Menschen an einen Gott. Wie viele heute noch glauben, da oben säße einer, der alles lenke, weiß ich nicht. Das ist auch egal. Gottes ersten Platz hat im modernen Industriezeitalter längst ein anderer eingenommen: Der »heilige Markt«. Der Finanzmarkt. Der Immobilienmarkt. Der Energiemarkt. Der Nahrungsmittelmarkt. Und der Arbeitsmarkt.

    Der Arbeitsmarkt ist, wie der Name schon sagt, zum Vermarkten von Arbeitskraft da. Wer kein Geld und keinen oder nur sehr wenig Besitz hat, verkauft sie. Die Eigentümer der Konzerne konsumieren sie, um daran zu verdienen. Das geht ganz einfach: Sie schöpfen den Mehrwert ab. Sprich: Der Arbeiter bekommt nur einen Teil seiner Arbeit bezahlt. Den Rest verrichtet er für den Gewinn des Unternehmers.

    Arbeit verkaufen, Arbeit konsumieren: So geschieht es seit Beginn der industriellen Revolution. Denn Sklaverei und Leibeigenschaft wurden ja, zumindest auf dem Papier, abgeschafft.

    Solange Furcht vor Strafe, Hoffnung auf Lohn oder der Wunsch dem Über-Ich zu gefallen, menschliches Verhalten bestimmen, ist das wirkliche Gewissen noch gar nicht zur Wort gekommen. (VIKTOR FRANKL)

    Die Todsünde der Intellektuellen ist nicht die Ausarbeitung von Ideen, wie fehlgeleitet sie auch sein mögen, sondern das Verlangen, diese Ideen anderen aufzuzwingen (Paul Johnson)

    Der Teufel hat Gewalt, sich zu verkleiden, in lockende Gestalt… (Shakespeare)

    Das Heimweh nach der Barbarei ist das letzte Wort einer jeden Zivilisation (Cioran)

    Alle Menschen sind klug – die einen vorher, die anderen nachher (Voltaire)

    Die Gefahr ist, dass die Demokratie zur Sicherung der Gerechtigkeit für diese selbst gehalten wird (Frankl)

    Absolute Macht vergiftet Despoten, Monarchen und Demokraten gleichermaßen (John Adams)

    Moral predigen ist leicht, Moral begründen schwer (Schopenhauer)

    Unser Entscheiden reicht weiter als unser Erkennen (Kant)

    Denn mancher hat, aus Furcht zu irren, sich verirrt (Lessing)

    Die Augen gingen ihm über, so oft er trank daraus… (Goethe)

    Immer noch haben die die Welt zur Hölle gemacht, die vorgeben, sie zum Paradies zu machen (Hölderlin)

    So viele Gefühle für die Menschheit, dass keines mehr bleibt für den Menschen (H. Kasper)

    „Die Dummheit von Regierungen sollte niemals unterschätzt werden“ (Helmut Schmidt).

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