Alle gegen Goldman Sachs


New York, 16. März 2012

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Nach der massiven Kritik eines Goldman-Sachs-Mitarbeiters an seinem Arbeitgeber steht im Endeffekt die gesamte Finanzbranche in der Kritik. Greg Smith hat mit seinem öffentlichen Kündigungsschreiben in der „New York Times“ einen Stein ins Rollen gebracht.
Es geht hier nicht nur um die Goldmänner. Die Frage ist doch: Arbeitet meine Bank wirklich in erster Linie für mich als Kunde? Oder verfolgt sie stattdessen nur ureigene Ziele?
Es muss oberstes Gebot sein, dem Kunden das beste zu bieten. Und hier haben wir schon das Hauptproblem. Denn es besteht ein Interessenkonflikt zwischen der Gewinnmaximierung der Bank und den Interessen des Kunden. Der Kunde möchte logischerweise so wenig Gebühren an die Bank abführen wie nur möglich, die Bank möchte dagegen so viel wie nur möglich verdienen. Dieses Problem ist kaum zu lösen.
Viele Branchen werden von diesem Konflikt erfasst: Was ist mit meinem Anwalt, mit dem Handwerker, dem Kfz-Mechaniker? Wollen all diese Menschen immer das beste und die günstigste Lösung für den Kunden? Nicht unbedingt …
Das Image von Goldman Sachs hat heftig gelitten. Nicht erst seit dem Brandbrief von Smith. Gegen Goldman werden schier endlos viele Justizfälle aufgerollt. Die Liste der Gesetzes-Verstöße der einstigen New Yorker Ikone ist kaum mehr zu überschauen. Es sind unglaublich viele Millionenstrafen von der Börsenaufsicht SEC gegen die Goldmänner verhängt worden in den vergangenen Jahren, das geht auf keine Kuhhaut: Verbotener Insiderhandel, Betrug, dubioses Trading … Die Staatsanwaltschaft, das FBI und die SEC haben alle Hände voll zu tun.
Jetzt richten alle ihre Augenmerk auf Goldman Sachs. Das ist freilich unfair. Auch bei anderen Häusern gibt und gab es Probleme. Vergessen wir das nicht.

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