Adolf Merckle: Ein Milliardär geht pleite


New York, 17. November 2008

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Wie schnell man sich mit Leerverkäufen verzocken kann, zeigt ein berühmter deutscher Milliardär: Ratiopharm-Eigner Adolf Merckle hatte auf fallende Kurse bei Volkswagen gesetzt und sich verspekuliert. Laut einem Zeitungsbericht bat Merckle sogar beim Land Baden-Württemberg um eine Bürgschaft, um ihm aus der Patsche zu helfen. Der 74-jährige zählte zu den reichsten Deutschen und stand auf der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt auf Rang 94. Der Patriarch verfügt über ein weitverzweigtes Familienimperium, zu dem der Baustoffhersteller HeidelbergCement, der Pharmahändler Phoenix, Kötitzer Leder, Spohn Cement und Kässbohrer Geländefahrzeuge gehören. Offenbar könnte eine Schieflage des Milliardärs auch seine Konzerne in Mitleidenschaft ziehen. Insofern passt die Landesbürgschaft ins Bild. Dass der 74-jährige zockt, als ob er im Kasino ist, ist erstaunlich. Herr Merckle, warum haben sie sich nicht vorab über die Spielregeln informiert? Wer eine Aktie leerverkauft, kann unendlich viel Geld verlieren, wenn die zugrundeliegende Aktie immer weiter steigt. Wie dumm kann man eigentlich sein? Als erfolgreicher Unternehmer müssen Sie doch die Risiken kennen, die mit solchen Geschäften verbunden sind? Herr Merckle hätten Sie nur meine 10 Börsentipps befolgt, dann wäre Ihnen nicht dieser Fehler unterlaufen. Medienberichten zufolge steht offenbar die Tochter Ratiopharm vor dem Notverkauf. Lassen wir mal den Spass. Zuviel Spott ist nicht angebracht, denn die Volkswagen-Aktie war in der Tat völlig überteuert. Porsche trieb das Papier indirekt in die Höhe. Denn der Luxuswagenbauer hatte durch den geringen Streubesitz einen Run in die VW-Aktie ausgelöst. Wenig Angebot traf auf riesige Nachfrage – die Kursexplosion war die Folge.
Übrigens möchte ich Ihnen das spannend geschriebene Börsennotizbuch.de von Martin Savov ans Herz legen. Schauen Sie mal rein. Der Blogger trägt viele Quellen und Stimmen zum Marktgeschehen zusammen.


tim schaefer (Author)

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