Acht Gründe warum die Citigroup kaufenswert ist


New York, 20. Januar 2010

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Erstens ist der Kurs der Citigroup von 57 Dollar im Dezember 2006 auf aktuell lumpige 3,46 Dollar abgeschmiert. Mit anderen Worten: Das Papier hat 94 Prozent seines Wertes eingebüßt.
Zweitens hält die US-Regierung 27 Prozent des Grundkapitals. Sprich, der amerikanische Steuerzahler ist größter Aktionär. Präsident Barack Obama will höhere Kurse von über vier oder fünf Dollar abwarten und dann aussteigen. Im Grunde genommen haben Sie durch die direkte Staatsbeteiligung eine gewisse Schützenhilfe. Die Regierung wird alles versuchen, um dem Kurs nach oben zu bringen. Schließlich möchte Obama kein Geld mit der Beteiligung verlieren. Er kann sich gegenüber seinen Wählern keine Pleite mehr leisten.
Drittens hat vor zwei Jahren Vikram Pandit das Ruder übernommen. Der Sanierer hat 110.000 Stellen gestrichen, das entspricht immerhin einem Drittel der gesamten Belegschaft. Pandit hat toxische Papiere abgestoßen, Randbeteiligungen wie das Deutschlandgeschäft verkauft. Die Bilanzsumme ist gesunken. Freilich hat der Manager nach wie vor mit faulen Krediten zu kämpfen. Angesichts der hohen Arbeitslosenquote von zehn Prozent und der gesunkenen Immobilienpreise können immer noch viele Amerikaner ihre Kredit- oder Hypothekenraten nicht pünktlich zahlen.
Viertens erreichte der Koloss im Zeitraum April bis Juni immerhin wieder die Gewinnzone mit 6,8 Milliarden Dollar nach Steuern. Im dritten Quartal blieb nur ein lausiges Ergebnis von 101 Millionen Dollar. Im Schlussquartal gingen allerdings wieder 7,6 Milliarden Dollar über die Wupper. Insgesamt zeigt sich jedoch, dass die Bank die Rückkehr in die schwarzen Zahlen in Kürze schaffen kann.
Fünftens hat sich der Aktienkurs schon kräftig seit März 2009 erholt, als der Kurs unter die Ein-Dollar-Marke gerutscht war. Der Chart signalisiert eine Bodenbildung.
Sechstens deuten zahlreiche Aktienkäufe durch Insider auf eine Besserung der Lage hin. Gehen Sie nur auf den detaillierten Chart bei Yahoo.com. Hier können Sie alle Transaktionen im Detail einsehen, die mit einem „I“ gekennzeichnet sind. Fahren Sie mit der Maus über ein solches „I“, dann können Sie weitere Infos zu den Insidern abrufen.
Siebtens ist Prinz al-Walid Bin Talal neben der US-Regierung einer der bedeutendsten Aktionäre. Der saudi-arabische Milliardär hält seine Stücke nach wie vor und unterstützt das Management bei der Sanierung.
Achtens nehmen wir einmal an, dass die Bank nur die Hälfte des Gewinns des Jahres 2006 in Höhe von 21,5 Milliarden Dollar erreichen kann. Gelingt es Pandit also in der Tat lediglich 10,75 Milliarden Dollar zu verdienen, betrüge das Kurs-Gewinn-Verhältnis nur sieben. Der Börsenwert der Bank entspricht derzeit gerade einmal 79 Milliarden Dollar.
Zu guter Letzt will ich nicht verschweigen, dass ich auch ein paar Citi-Papiere halte und hoffe, dass der Kurs endlich steigt. Das hoffen auch die amerikanischen Steuerzahler, Finanzminister Geithner und selbst Barack Obama. Ich bin auf deren Seite. Wenn Sie aktuelle Informationen zum vierten Quartal und den Herausforderungen der Bank lesen wollen, lohnt sich auf jeden Fall ein Blick in die Ausgabe der „New York Times“ vom Mittwoch. Hier ist der Link.


tim schaefer (Author)

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