Abo-Modelle vernichten Dein Geld womöglich. Alles Mögliche wird abonniert. Rasierklingen, Zahnbürsten, Essensboxen, Fitnessclubs…


New York, 18. November 2017

In den USA wird immer mehr über Abos bestellt. Das zeigt diese Werbung für elektronische Zahnbürsten, die ich in der U-Bahn von New York entdeckt habe. Wer braucht so etwas wirklich? https://www.getquip.com/store

In den USA breitet sich das Abo-Modell immer weiter aus. Pay-TV, Streaming-Dienste, Bezahl-Radio wie Spotify, Essens-Boxen, Kabel-Fernsehen, Internet-Zugang, Kreditkarten, teure Girokonten, Internetfax-Dienste, Abnehm-Clubs… Firmen erwirtschaften so Milliardensummen.

Männer lassen sich Rasierklingen über den „Dollar Shave Club“ nachhause schicken. Der Rasier-Club boomt derart, dass Unilever eine Milliarde Dollar für das Startup auf den Tresen legte.

Part of being a groomsman is being well-groomed, man.

Ein Beitrag geteilt von Dollar Shave Club (@dollarshaveclub) am

Frauen nutzen den Abo-Dienst „Billie“. Es gibt schon einen Abo-Club für elektrische Zahnbürstenaufsätze. Der Dienst rührt die Werbetrommel in der New Yorker U-Bahn (siehe mein Foto oben). Ich war überrascht, als ich das Plakat sah.

Ich denke, massig wird Geld verpulvert. Wie viele Zahnbürsten braucht man denn im Jahr? Millionen Menschen haben eine Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio und gehen gar nicht mehr hin. Brauchst Du wirklich Amazon Prime? Ich rate, bei wiederkehrenden Ausgaben extrem aufzupassen.

Ich finde: Sparen und Investieren gehört in der Schule als Fach integriert. Es ist wichtig. Praktische Infos sind leider Mangelware in Deutschlands Schulen. Dabei wären sie ein Leben lang nötig. Jeder Jungendliche und jeder junge Erwachsene könnte profitieren.

Ich weiß, dass das ETF-Sparen langweilig ist. Aber jeder kann ein paar Aktien von Apple, Google, Amazon, Berkshire kaufen, um anzufangen. Dazu ein ETF-Sparplan abschließen. Fertig. Der Aktien-Schneeball funktioniert, wenn er ins Rollen kommt. Ich kann es bestätigen. Es ist gar nicht so schwer. Nur Geduld ist nötig. Und etwas Vernunft.

Die meisten Menschen arbeiten bis zum 67. Geburtstag, weil sei falsch sparen. Der Konsum ist zu üppig. Manche kaufen sich ein neues iPhone, obwohl das alte iPhone noch funktioniert. Ich verstehe das nicht. Lieber ein paar Apple-Anteilsscheine kaufen statt ein neues iPhone.

Was ich nie verstehen kann: Wenn jemand gesund ist und sagt: „Ich find seit 2 Jahren keinen Job.“ Das kann kaum wahr sein. Dann nimmst Du eben irgendeinen Job an. Zieh um. Lerne was dazu. Oft sind es nur Ausrede. Es ist der innere Schweinehund. Menschen lassen sich einfach „gehen“. Sie arbeiten nicht an Lösungen, sondern beklagen sich nur.

Fazit: Immer mehr Menschen schließen ein Abo ab, ohne sich über die Konsequenzen bewusst zu werden. Firmen zapfen einen Geldhahn an. Kunden geht zuweilen viel Geld durch die Lappen, weil Dienste und Produkte gar nicht genutzt werden. Aufpassen also.

Bei Zeitungs- und Nachrichtenabos mache ich eine positive Ausnahme. Klar, als Journalist muss ich das tun. Es dient gleichwohl der Bildung und Information. Guten Journalismus unterstütze ich gerne.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Abo-Modelle vernichten Dein Geld womöglich. Alles Mögliche wird abonniert. Rasierklingen, Zahnbürsten, Essensboxen, Fitnessclubs…

  1. Kia

    Irre, bald gibt es dann noch Toilettenpapier als Abo und wenn die Zusteller streiken sitzen Millionen Bürger auf dem Klo fest. Wohlstandsbehindert nenne ich das. Diese Gesellschaft ist einfach nur noch Wohlstandsbehindert.

  2. Stefan

    Hallo Tim,

    Welche Zeitungen würdest du empfehlen?  Bzw. welche liest du selbst?

    Ich habe mich vom täglichen Nachrichtenkonsum abgewandt. Nun suche ich nach einer guten journalistischen Quelle über die ich mich z. B. wöchentlich oder monatlich über das gröbste informieren kann.

     

    Lg

  3. Maschinist

    Hi Tim,

    dass stimmt – die meisten Abomodelle kosten die Nutzer langfristig deutlich mehr Geld als Einzelkeaufe – Und das einfach, weil sich Vorlieben aendern oder das Modell von Anfang an den Bedarf uebererfuellte.

    Unternehmen haben extrem starke Anreize ein automatisiertes und wiederkehrendes Verkaufsmodell zu etablieren:

    Die Einnahmen sind dadurch viel besser planbar.
    Besonders wichtig kennen die Unternehmen nur zu gut die Traegheit der Menschen, einmal eingegangene Abomodelle nicht, oder falls doch einmal viel zu spaet, zu kuendigen.

    Die Menschen unterschaetzen die eigene Traegheit diese Vertraege wieder zu loesen und ohne Nachdenken geht es auch bei diesem Thema dann wieder schleichend in die Abhaengigkeit.

    Schoenes Wochenende – Maschinist

    freiheitsmaschine.com

  4. Sabrina101

    Hallo Tim.

    Bis jetzt war ich stille Leserin, möchte mich nun aber einmal kurz melden. Ich freue mich jedes Mal über neue Texte von Dir. Sie haben fast schon etwas mantrahaftes, der Lerneffekt für mich ist groß. Auch freue ich mich über die vielen Kommentare, die bereichern mein Wissen ebenfalls. Ich interessiere mich erst seit kurzem für die genannten Themen hier und lerne stets dazu. Ich würde mich allerdings auch mal wieder über Leserbriefe freuen, die Du eine Zeit lang veröffentlicht hast. Vor allem von Menschen aus der sogenannten Mittelschicht und wie sie es mit der FF geschafft haben bzw. ihren Weg dahin. Auf jeden Fall sehe ich jedem neuen Post erwartungsvoll entgegen.

    Lieben Gruß Sabrina

  5. Ruben

    Ja, bei den Abos muß man wirklich aufpassen. Ich habe gestern einen guten Artikel über die Video-Streamingdienste gelesen. Disney will nun auch in den Markt einsteigen. Normalerweise führt eine größere Konkurrenz zu besseren Preisen für den Verbraucher. Hier ist es jedoch genau umgekehrt, jeder Streamingdienst Anbieter hat seine exklusiven Filme und Serien. Wenn man alles sehen möchte, muß man alle Anbieter zu „exklusiven Preisen“ abonnieren. Bei Musik ist das anders, hier können Anbieter wie beispielsweise Spotify ziemlich jede Musik anbieten. Ich kenne nicht wenige, die schon seit Jahren ein Sky Komplettpaket für monatlich 40-50 Euro haben. Wenn dann noch weitere Dienste hinzukommen, wird es richtig teuer. Ich muß gestehen ich nutze Netflix mit 4 weiteren Personen und komme so auf 4 Euro im Monat.

    Mein teuerstes „Abo“ was ich viele Jahre aus Gewohnheit bezahlt habe war die Kirchensteuer. Ich habe die Steuer jahrelang bezahlt, obwohl ich schon lange Atheist war und entsprechend auch keine Angebote der Kirche mehr wahrgenommen habe. Letztlich sollte das aber jede(r) für sich selbst wissen.

    Bei den Börsenbrief Abos reibe ich mir immer wieder die Augen, wie viel diese kosten sollen. Selbst Anbieter, die sich als ehrlicher Berater des einfachen Anlegers ausgeben, wollen ab 30 Euro monatlich aufwärts für ihre Dienste haben. Aus meiner Sicht soll hier angeblich geheimes Wissen verkauft werden, was es so gar nicht gibt.

    Viele Grüße,

    Ruben

  6. Arnd

    Wirklich Irrsinn…, weil das ja häufig die Aktien sind, die hier alle loben:

    – Netflix

    – Amazon (Prime, Audible, Dash, Cloud)

    – Microsoft (Software, Cloud)

    – Nestle (Nespresso)

    – uvm

     

    Es zeugt von einiger Doppelmoral und Überheblichkeit, sich über Menschen und Unternehmen aufzuregen, von denen man leben möchte.

     

  7. Julian

    Abo-Modelle leben von der Bequemlichkeit der Kunden.

    Oft werden auch Prämien gezahlt für die Vermittlung eines Kunden. Z.B. ganz massiv bei Zeitschriften-Abos. Die müssen einfach eine gewisse Auflage halten, sonst verlieren sie ihre Werbe-Kunden.

    Ich habe seit Jahren einige Zeitschriften im Abo. Für diese schließe ich immer ein Jahres-Abo ab, meine Frau wirbt mich und bekommt die Prämie überwiesen. Sofort nach Abschluss schreibe ich die Kündigung damit ich das nicht vergesse. Im Folgejahr dann das gleiche Spiel.

    So bekommt man Zeitschriften zum Bruchteil des Ladenpreises.

    Das macht aber auch nur Sinn wenn man sie wirklich benötigt und regelmäßig liest.

  8. Flo

    @Tim

    das Leben im Hamsterrad ist für die Meisten vorprogrammiert.
    Es ist nunmal schwierig seine Komfortzone zu verlassen. Wer in der Schule schon anfängt Gas zu geben, der wird mit 40 in der Freiheit sein.

     

  9. Andrea

    Ich kenne hier niemanden, der ein Abo für neue Zahnbürsten oder fürs Rasieren hat. Die Bedeutung dieser Abos wird vielleicht überschätzt. Ich finde es nicht verwerflich, so etwas anzubieten, sondern clever. Jeder Mensch kann dann selber ausrechnen, ob es sich für ihn lohnt.

    Wir haben für unseren Neffen ein Abo für das Lustige Taschenbuch abgeschlossen. Er hat es sich zum Geburtstag gewünscht. Es läuft über ein Jahr. Mit dem Abschluss kamen Amazon-Gutscheine über 45 Euro. Die Gutscheine haben wir immer noch, wir werden sie benutzen, wenn wir etwas für den Haushalt brauchen. Das könnte schon bald sein, denn wir brauchen eine neue Waschbecken-Armatur. Rechtzeitig zum Ablauf wird das Abo gekündigt. So haben wir es im letzten Jahr auch schon gemacht, da bekam er ein Halbjahresabo.

    Ein Schüler erzählte mir, er habe ein Netflix-Abo. Ich meine, wenn jemand viele Filme guckt, kann es das Abo wert sein. Ich will darüber nicht urteilen. Jemand, der selten Filme guckt, sollte auch kein Abo abschließen. Das muss jeder selber ausrechnen, ob es ihm das wert ist.

    Amazon Prime habe ich nie abschließen wollen und wundere mich über die Beliebtheit. Ich habe gerne die Freiheit, dort zu bestellen, wo es am günstigsten ist oder wo ich am liebsten bestelle. JPC ist im Bereich CD und DVD mindestens so gut wie amazon und sie haben ab und zu Aktionen mit kostenloser Zustellung unabhängig vom Bestellwert. Ich kaufe auch gerne bei kleineren, sympathischen Händlern ein, z.B. Keimling, Starrider Elements o.ä. Letztens habe ich gelesen, dass über 90% aller Online-Bestellungen bei amazon landen. Ich konnte das nicht glauben. Mit dem Mindestbestellwert von 29 Eur für kostenlosen Versand ist amazon für mich ein Stück unattraktiver geworden. Und 79 Eur im Jahr bei orime nur für die Zustellung … Mein Gott, was kann ich mir alles für 79 Eur kaufen. Ich finde das nicht attraktiv, aber wenn es jemand so empfindet, soll er das Abo abschließen. Für mich ist das eine unerwünschte Form der Kundenbindung, und so schließe ich das nicht ab.

  10. Mattoc

    Andrea, wie kommst du darauf, dass bei Amazon Prime 79 Euro ausschließlich für die Zustellung fällig werden? Prime beinhaltet inzwischen viel mehr. Außerdem ist der Retourenprozess bei Amazon, die Kundenfreundlichkeit bei Problemen mit dem Zusteller und in der Regel auch das Preisniveau top. Es gibt als Gesamtpaket für Konsumenten nichts Vergleichbares im Markt.

  11. Obama

    @ Tim

    Danke für den Artikel.

    @all

    Ich kann dem Artikel auch nicht 100%ig Recht geben.
    Klar ist: Man muss bei Abo-Modellen und wiederkehrenden Kosten aufpassen. Minimalistisch denken und leben als Lebensprinzip kann ich vollkommen unterstreichen.

    Jedoch heißt das für mich nicht, dass ich mich grundsätzlich allem per se verweigere. Ich habe in diesem Zusammenhang an eine Zitat gedacht, dass ich in der letzten Woche auf einem Seminar gehört hatte: „Geh mit der Zeit, sonst gehst du mit der Zeit!“

    Was nicht bedeutet, dass man grundsätzlich alles unreflektiert mitmachen sollte. Jedoch können auch die Abo Modelle individuell auch Vorteile bringen.
    Bei mir macht z. B. Amazon Prime Sinn. Für 79€ im Jahr bekomme ich noch Amazon Music (daher kaufe ich mir keine CDs mehr); Amazon Video; Amazon Read (konstenloses Angebot an E-Books; E-Magazinen…)….und versandkostenfreier Versand…

    Ich gebe durch Amazon auch nicht mehr Geld aus. Für mich ist das Einkaufen eher gezielter als im Geschäft in der Stadt und ich spare Zeit, Sprit; Parkplatzkosten…

    Und die 79 € sind nur ein Bruchteil der jährlichen Kursgewinne meines Amazon Posten :;)

    Natürlich werden viele von Euch meine Einstellung überhaupt nicht teilen und evtl. entsetzt sein. Jedoch denke ich sollte hier jeder für sich seinen individuellen Weg zu einem glücklichen und entspanntem Leben finden. Ich fände es keinen guten Weg, wenn der Minimalismus; das Schäfer-Prinzip zur Ideologie wird.

    Ich lebe mit meiner Frau und 2 Kinder und spare pro Monat zwischen 1000 und 1500€ in ein Wertpapierdepot. Neben den TechUnternehmen Amazon und Alphabet investiere ich hauptsächlich in dividenstarke Konsumtitel (Mc Donalds; P&G; Coca; Unilever, Nestle,…..), sowie in mitlerweile dividenstarken TechTiteln: Apple, Microsoft,.

    Liebe Grüße und ein schönes Wochende,

    Obama

     

    P. S.: Mach weiter so Tim !

     

  12. Andrea

    MTtoc, halt für Leute wie mich, die kein Interesse an den anderen Diensten haben … Wie gesagt, es kann ja jeder selber für sich entscheiden, was ihm wichtig ist.

  13. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Kia

    So ist es. Die Menschen sind einfach nur faul. Es ist reine Bequemlichkeit. Nur nicht mehr bewegen.

    @ Stefan

    Ich lese gerne WSJ, NYT und Fortune sowie The Economist.

    @ Maschinist

    So ist es. Die Menschen sind in der Tat träge. Einmal abgeschlossen, ewig dabei. Selbst wenn es nicht mehr gebraucht wird. Es scheint eine emotionale Bindung zu bestehen.

    @ Sabrina101

    Danke das freut mich.

    @ Arnd

    Das hat mit Doppelmoral nichts zu tun. Ich hab selbst ein Netflix-Abo. Dafür hab ich kein TV. Man muss als Verbraucher wirklich schauen, ob man ein Abo tatsächlich nutzt. Es geht um Abos, deren Güter/Dienstleistungen keinen Nutzen (mehr) haben. Da muss man schnell raus. Oder erst gar nicht abschließen.

    @ Flo

    So ist es. Als Schüler einen ETF-Sparplan starten. Fertig. Wenn Du 40-45 bist, kannst Du frei sein. Das stimmt.

    @ Obama

    Danke. Sehr nett.

  14. Raphael

    Hallo Tim

    Ich habe deinen Artikel nur überflogen .  es spricht bei mir gerade ein Thema an.

    Und zwar die kleinen Abos weg lassen und die Ersparnis investieren.

    Ich spare bis in ein paar Monaten 179 Euro im Monat. Sobald ich aus den Verträgen draußen bin . Die Ersparnis lege ich zusätzlich an .

    Das kann sich ja jeder ausrechnen was er sparen kann und wie der zinszeszins für einen arbeitet .

    Lieber Gruß, schönes we ?

  15. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Raphael

    179 Euro im Monat sind ein Wort. Prima!

    Lg und schönes Wochenende an Dich und all die anderen Leser.

  16. Daniel

    Ich sehe das Thema Abo mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Denn auf der einen Seite bestärken sie natürlich den Konsum bzw. manifestieren ihn durch regelmäßigen Kauf von Irgendetwas. Auf der anderen Seite spart man damit häufig bares Geld ein.

    Der Spotify Account wird in meiner Familie geteilt. Er kostet knapp 3-4€ im Monat pro Nase. Dafür entfällt bei mir der regelmäßige Kauf von CDs oder Musik. Ich bin Bus&Bahnpendler und brauche in irgendeiner Form jeden Tag Unterhaltung, ob Ebook, Podcast und Musik. Würde ich mir Spotify kündigen hätte ich nix damit gewonnen, ich müsste nach schlechteren Alternativen gucken oder Zeit investieren um mir ständig selbst neue Musik zusammenzustellen.

    Bei Netflix das Gleiche. Ich weiss, dass sich mein TV/Serien/Film Konsum seit mindestens 10 Jahren nicht geändert hat. Es ist eines meiner großen Hobbys. Warum sollte ich Netflix Abo kündigen, wenn ich ansonsten wieder Filme und Serien einzeln kaufen müsste und mir die Wohnung damit zustelle. Die Alternative darauf zu verzichten käme für mich nicht in Frage.

    Das Abo im Fitness Studio bleibt ebenfalls, denn es mag zwar sein, dass man viele Übungen zuhause machen kann, aber vielleicht nicht so effektiv. Und selbst wenn es das gäbe, dann wäre es immer noch etwas Anderes. Ein Abo sagt mir…“hey du hast für mich Geld bezahlt, also nutze mich“. Was ich im Falle des Fitnessstudios nicht schlecht finde. Ich gehe also öfter hin damit es sich gelohnt hat den Betrag zu zahlen.

    Gleiches gilt für die sogenannten Spar Abos bei Amazon. Ich bin ein Mensch mit festen Ritualen. Ich kann ziemlich genau durchkalkulieren wie oft ich irgendwelche Lebensmittel, Konsumgüter etc. benötige, angefangen von Duschzeug über Tee/Kaffee bis hin zur Zahnpasta. Die Preise sind mit dem Supermarkt durchaus konkurrenzfähig und im Abo oftmals sogar günstiger. Warum also sollte ich meine Zeit damit verschwenden an irgendeiner Supermarktschlange zu stehen um von Hand immer wieder das zu kaufen was ich auch online hätte liefern lassen können zum gleichen oder sehr ähnlichen Preis? Für mich ist einkaufen stressig und zeitaufwendig und ich reduziere es auf wenige gezielte Einkäufe.

    Mein Fazit ist:

    Lass dich nicht von den Abos beherrschen sondern beherrsche selbst die Abos bzw. lasse sie für dich arbeiten. Per se sind sie für mich nicht schlecht. Es gilt nur im Auge zu behalten was man alles für Abos am laufen hat.

     

    Gruss Daniel

  17. Tom

    Hallo Tim

    Bei Rasierklingen bietet sich enormes Sparpotential. Nutze schon seit etlichen Jahren Doppelklingen für den Rasierhobel 100 Stück 10€ das heißt bei alle 2 Tage rasieren eine Klinge pro Woche ergibt das fast 2 Jahre gründliche Rasuren. Kaffee gibts frischgemahlen aus einem Edelstahl Esspressokocher und mein Fitnessstudio befindet sich im 45qm großen Wohnkeller im eigenen Haus. Eine Bäckerei sieht mich als Kunden auch nicht mehr, Brot wird gemeinsam Zuhause gebacken. Wo ich nicht spare, ist bei der Qualität von Lebensmitteln bzw. guten Rotwein und erlesenen Zigarren die ich sporadisch genieße.

  18. Obama

    @Daniel

    Du hast es sehr gut auf den Punkt gebracht.

    „Lass dich nicht von den Abos beherrschen sondern beherrsche selbst die Abos bzw. lasse sie für dich arbeiten. Per se sind sie für mich nicht schlecht. Es gilt nur im Auge zu behalten was man alles für Abos am laufen hat.“

    Sehe ich genauso.

  19. Ruben

    Das Abos nicht per se schlecht sein müssen zeigen ja die ETF/Aktien „Abos“, manchmal werden sie auch Sparpläne genannt 🙂

  20. Sven

    „Das Abos nicht per se schlecht sein müssen zeigen ja die ETF/Aktien „Abos“, manchmal werden sie auch Sparpläne genannt“

    Dann bist Du im Irrtum!

    Damit gibst Du die Kontrolle über Zeitpunkt des Kaufs, Börsenplatz und Spread aus der Hand. Du gibst also Kontrolle aus der Hand.

  21. Dr. Bialetti

    Hallo Tom,

    ich bin auch einer von der Hobelfraktion. Anfangs aus Spargründen, hat sich daraus ein Hobby entwickelt. Ich habe die Wahl zwischen mehreren Klingen: Derby, Personna, Astra, Shark und Feather. (Mein Klingenvorrat reicht bis ans Lebensende.) Die Rasur ist viel besser. Billiger ist es nicht zwangsläufig. Bei mir hat sich eine Leidenschaft entwickelt und kaufe aus Neugier Rasierseife, Rasiercreme, After Shaves usw.

    Abonnements finde ich aus Verbrauchersicht dumm. Es soll ja solche Taster geben, die man sich im Bad auf die Fliesen klebt und drückt, wenn Rasierklingen, Klopapier oder Waschmittel aus sind. Diese Bequemlichkeit spart meines Erachtens kaum Zeit und Geld schon gar nicht. Ziel dieser Abonnements ist es, den Wettbewerb auf Konsumentensicht zu unterlaufen. Der Händler bzw. Hersteller (beispielsweise Amazon u. P&G) verhindern, dass die Leute ihre Klingen in der Drogerie kaufen, wo dann auch noch Konkurrenzprodukte liegen.

    Meinen Kaffee mahle ich auch ganz frisch. Ich habe eine Zassenhauser Mühle. Ich habe auch eine Bialetti Brikka. Die produziert eine schöne Crema. Ich mache mir immer Cappuccino. Ich kann ganz unbescheiden von mir sagen, dass er mir so schlecht nicht gelingt.

  22. K.

    Im Zuge der letzten 12 Monate habe ich auch nochmals Abos und Verträge überprüft.

    Ein, zwei Versicherungen sind rausgeflogen da ich diese nicht brauche bzw. dank meiner beruflichen Erfahrung weiß, das diese nicht viel „Mehrwert“ bringen.

    Außerdem habe ich ein paar (Fach-)Zeitschriften gekündigt. Ich lese sie nicht mehr. Teures Altpapier brauche ich nicht und der Umwelt dient es auch, wenn ich es gar nicht erst anforder und anliefern lasse, vorallem da ich sie nicht mehr lese.

    Dafür habe ich mir ein anderes Abo zugelegt. Ich unterstütze via Mitgliedsbeitrag Reporter ohne Grenzen. Eine sinnvolle Investition wie ich finde. Unabhängige Berichterstattung wird immer wichtiger. Ein kleiner Beitrag.

    Für den Nachrichtenkonsum nutze ich den SZ Espresso Newsletter der Süddeutschen Zeitung. Sowie sporadische den 8 Uhr Newsletter mit Kommentaren von ZEIT.de-Autoren. Zum Zeitung lesen komme ich fast nicht.

    Wenn, dann hole ich gezielt einzelne Zeitungen Freitags oder Samstags. Große, überregionale Zeitungen haben am Samstag auch einen guten Inhalt, auch über die vergangene Woche gesehen.
    Der Rest läuft sporadisch online via den o.g. Newslettern und bei Bedarf über die verlinkten Artikel, sofern ohne Bezahlschranke abrufbar.

    Klar ist das meiste kostenlos und ich würde auch gerne für diese journalistische Leistung bezahlen. Ein Abo rentiert sich dann aber leider nicht. So nutze ich die limitierten Einzelabrufe und kaufe hin und wieder die Print-Ausgabe, wenn ich Zeit habe und/oder interessante Artikel aufwarten.

    Mehr News brauche ich nicht. Tagesschau ggf. sporadisch / zufällig. Ich halte es da lieber mit der Dobelli-News-Diat. Wenn dann gezielte Käufe oder Video-Reportagen/Dokumentation über die Mediatheken.

    Amazon-Prime habe ich gekündigt. Ebenso maxdome. Als Single hatte ich noch Zeit dafür und es hat sich wirklich bezahlt gemacht.
    Selbiges gilt für mein Frau und ihr ehm. Sky-Abo.
    Mittlerweile kommen wir wenig zum Fernseh oder Filme schauen. Und wenn dann, dann ist der Einzelabruf/Kauf/Miete günstiger.
    Auch bestellen wir nur sporadisch bei Amazon, so das die ggf. anfallen Versandkosten sich auch nicht für ein Abo rechnen.

    Bücher wenn es geht, im lokalen Buchhandel. Um die lokalen Händler zu unterstützen. Außerdem sind die Autorenmargen besser, als via Amazon. Und man tut etwas gegen die eigene Bequemlichkeit und alles „schnell“ oder sofort haben zu wollen. Auch muss man ggf. vorausdenken, anstatt für den „vergessenen Geburtstag“ am nächsten Tag via Overnight-Express zu bestellen. Hat in dem Fall auch etwas mit Wertschätzung zu tun, finde ich.

    Durch regelmäßge Reevaluation und etwas „normales mitdenken“ bzw. „voraus denken“ kann man auch hier Sparpotenziale finde. Die großen Brocken sind das aber leider nicht. Aber trotzdem, Kleinvieh macht auch Mist.
    Vorallem wenn es keinen Nutzen oder Mehrwert bringt.

  23. Walter

    Ich muss dir da widersprechen: Eins meiner wichtigsten Ziele ist es Prozesse die mir nicht wichtig sind zu automatisieren oder zu streichen. (Verschwendung reduzieren). Das bedeutet für mich, bezogen auf deine Beispiele, aber das ich Rasierklingen und Zahnbürsten 1x im Jahr im Angebot als Vorrat kaufe, und nicht der Abschluss eines überzogenen Abo-Angebots.

    Trotzdem nutze ich Abos wo es geht: Diverse Amazon Spar Abos (alle 6 Monate Zahncreme für 3,50 (58 Cent Tube) beispielsweise. Und die Getränke bringt der Getränkehändler: ich arbeite eine Stunde im Monat länger und habe unterm strich (Netto) dabei auch noch gespart.…

    Abo-Modelle können also dafür sorgen mehr Zeit für das wichtige im Leben zu haben.

  24. K.

    @Sven

    Wer sagt bzw. garantiert, das der Broker bei einem manuellen Kauf „sofort kauft“, sofern der Börsenplatz gerade offen hat?

    Kann doch auch trotzdem sein, dass dieser Aufträge gesammelt ausführt oder zeitlich verzögert oder nur zu bestimmten Zeiten und so der Zeitpunkt bzw. Spread nicht mehr ganz so für den Endkunden bestimmbar/beeinflussbar ist, wie vielleicht subjektiv gedacht bzw. beabsichtigt.

    Die Frage ist, wie viel Auswirkungen hat der mögliche Spread (sofern überhaupt für den Endkunden definitiv feststellbar/kalkulierbar) wirklich, auf lange Anlagezeiträume gesehen und bei Buy&Hold…?

    Ich vermute das dies ins marginale und vernachlässigbare geht. Passend zum aktuellen Finanzwesir-Blog-Beitrag bzgl. der Sparplankosten oder dem Blogbeitrag dazu bei Jenny der Ex-Studentin:

    https://exstudentin.wordpress.com/2017/11/04/meine-etf-sparplaene-kosten-bald-etwas-was-nun-teil-1/

    https://www.finanzwesir.com/blog/etf-sparplan-kosten

  25. K.

    Das Prinzip, das Walter beschreibt, von Automatisierung oder auch „Outsourcing“ um dafür mehr Zeit für andere / wichtigere Dinge im Leben zu haben kann ich per se verstehen und auch gut heißen.
    Es sollte halt bewusst und bedacht eingesetzt werden. Mit Menschenverstand eben. 🙂

  26. Tom

    Hallo Dr.Bialetti,

    ich bekenne mich mit Rasierutensilien schuldig, insbesondere meiner großen Anzahl an Edelstahlhobeln und diversen exotischen Rasierseifen wie I Coloniali, Saponificio Varesino usw. ist auch bei mir mittlerweile zum Hobby geworden. Hat aber auch den Vorteil das Rasieren nicht mehr als lästige Pflicht, sondern als entspannendes Zeremoniell empfunden wird. Ich besitze eine Graef Kaffeemühle und den Cilio Treviso Espressokocher und bin sehr zufrieden damit.

    Gruß, Tom

  27. Dr. Bialetti

    Hallo Tom,

    die morgendliche Rasur ist für mich ein Stück Wellness. Das warme Wasser im Gesicht, der warme, frisch geschlagene Rasierschaum, der herrliche Duft. Nach drei Durchgängen (1. mit dem Strich, 2. quer zum Strich, 3. gegen den Strich) dann das Rasierwasser. Wenn ich im Ausland bin, schaue ich gerne mal in den Drogerien vorbei, was die so an Rasierartikeln haben. Es gibt aber auch Versandhändler, die einem die tollsten Sachen zukommen lassen, wie Rasierseife und Rasierwasser aus Italien (Proraso u. Pino Silvestre). Meine Feststellung aber ist, dass die guten Sachen gar nicht mal so teuer sind. (Proraso und Pino Silvestre sind nicht hochpreisig, eher mittelpreis.) Die billigste Rasiercreme in Deutschland ist die Palmolive. Die ist toll. Die billigste Rasierseife dürfte die türkische Arko sein. Auch die ist toll. Aus den USA habe ich mir Williams Mug Shaving Soap mitgebracht. Ich mag sie. Sie kostet $ 1,50 bei Walgreens. Als Eau de Cologne setze ich in letzter Zeit gerne Virgin Island Bay Rum ein. Das schön schwer und würzig, mit Nelkenpfeffer. Was ich als Rasierseife und Aftershave wähle, mache ich abhängig von der Jahreszeit und dann nach Lust und Laune.

     

    Es gibt auch einen Shaving Cream Song:

    https://www.youtube.com/watch?v=l4bD-hvy9mQ

  28. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    Tom

    Das klingt nach Lebensqualität zu vernünftigen Preisen. Brot selber zu backen ist kultig. Welche Backmischung nimmst Du? Hast Du ein Rezept?

  29. Tom

    Hi Tim,

    Ich backe sehr gerne das Haferflocken Quark Brot. Hat eine super Nährwertbilanz, für mich optimal als Kraftsportler und schmeckt gut. Die Zubereitung ist wirklich einfach. Du nimmst 500gr. kernige Haferflocken, 500gr. Magerquark 1 Teelöffel Salz, 3 Eier und 2 Päckchen Backpulver. Ich gebe noch nach meinen Geschmack eine Handvoll zerkleinerte Walnüsse dazu, kann auch eine Gewürzmischung oder getrocknete Tomaten sein.

    Eier mit dem Schneebesen aufschlagen, Quark untermischen und Haferflocken, Salz und Backpulver dazugeben.  Dann nur noch alles zu einem Teig kneten. Form mit Backpapier auslegen, Teig einfüllen und bei 180°C Umluft  50min. backen.

    So jetzt gehts in die Arbeit, habe noch ziemlich genau 4 Jahre Erwerbsleben vor mir, allerdings schon seit 9 Jahre verkürzt auf 80 Prozent.

    Wünsche noch einen schönen Sonntag,

    Tom

  30. Warren_B

    Amazon Prime hat für mich den größten Vorteil, das man da Serien und Filme streamen kann. Für 69€/Jahr steht hier eine riesige Auswahl zur Verfügung.

    Wenn man das regelmäßig nutzt, weil man eben z.b. gerne Serien sieht ist der Preis echt O.K.

    Abos sind dann überflüssig, wenn man den Dienst nicht oder kaum nutzt.

    Kenne da genügend Fälle wo ein Abo für ein Fitnessstudio abgeschlossen wurde, dies dann fleissig besucht und nach ein paar Monaten gar nicht mehr.

    Das ist dann tatsächlich rausgeschmissenes Geld.

    Gilt auch für Versicherungen die man nicht mehr benötigt oder Mitgliedsbeiträgen für Vereine in denen man nicht mehr aktiv ist etc….

     

     

     

  31. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Tom

    Danke für das Rezept. Das klingt super. Das muss ich ausprobieren. Schönen Restsonntag Dir und all den anderen. Und einen guten Start in die Woche.

  32. Olaf

    Abo-Modelle sind in den USA viel weiter verbreitet als hier in Deutschland. Amazon möchte es hier auch etablieren…wird wohl „demnächst“ hier auch gelingen. Ohne mich! Außer ’nem Zeitschriften-Abo…

    Tim, du schreibst: „Manche kaufen sich ein neues iPhone, obwohl das alte iPhone noch funktioniert. Ich verstehe das nicht. Lieber ein paar Apple-Anteilsscheine kaufen statt ein neues iPhone.“

    Es geht ja nicht immer nur darum, daß alte Dinge noch funktionieren. Ich verdiene Geld und möchte mir auch „neuere Dinge“ gönnen. Das hängt auch mit Lebensqualität zusammen. Natürlich funktioniert das alte iPhone noch und ich könnte mir Apple-Aktien für das Geld kaufen.

    Ich versuche den gesunden Mittelweg zu finden ohne radikal zu sein. Wer weiß, vielleicht laufe ich morgen vor den Bus und bin tot. Was habe ich dann davon, daß ich mir nie etwas gegönnt habe?

  33. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Olaf

    Das ist eine typische Ausrede der Konsumsüchtigen:

    • “Was ist, wenn ich morgen tod umfalle?”
    • “Ich hab es mir verdient.”

    Die Wahrscheinlichkeit, sehr alt zu werden, ist viel höher als morgen zu sterben.

    Wer extreme Ziele erreichen will wie die frühe finanzielle Freiheit, sollte extreme Schritte gehen. Das kann sein: Hauptjob plus Nebenjob, WG, kein Auto, altes Handy, keine Restaurants, kein TV…. All das muss jeder selbst entscheiden. Ich bin glücklich über meine Freiheit. Ich hab nichts bereut. Im Rückblick bin ich froh auf zu viel Plunder verzichtet zu haben. Das Leben ist angenehmer mit weniger Zeug.

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