5 Tipps um bei Unternehmenskrisen einen Reibach zu machen


New York, 27. März 2010

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Was viele an der Börse immer wieder falsch machen, ist, dass Sie sauteuren Kursen hinterherlaufen. Es geht nicht darum, wie toll eine Firma ist. Nehmen Sie Apple oder Google. Das sind natürlich erstklassige Konzerne mit exzellenten Produkten. Und jeder kennt die Produkte und Dienstleistungen. Als Value Investor geht es doch in erster Linie darum, wie hoch der Wert des Unternehmens ist. Also trennen Sie zwischen den tollen Produkten und dem Preis, den Sie als Aktionär bezahlen müssen. Bei den großen Modethemen wie Apple oder Google wird es zudem für die Unternehmen immer schwieriger, die hohen Erwartungen zu erfüllen.
Ich kaufe gerne Aktien, die im Keller notieren. Wenn sich die Masse Sorgen um eine Firma macht, dann steige ich ein. Es muss nicht unbedingt ein Pennystock sein. Auch bei den Multis können Sie Krisen für Ihren Einstieg nutzen. Diese 5 Punkte sollten Sie jedoch vor dem Einstieg prüfen:
1. Die Krise darf nicht die Existenz des Unternehmens bedrohen. Beispielsweise wird Toyota die Krise mit dem klemmenden Gaspedal meistern. Die Todesfälle und die Rückrufaktion haben zwar dem Unternehmen geschadet und das Ergebnis massiv belastet. Doch bin ich mir sicher, dass das Weltklasseunternehmen die Probleme meistern wird. Und gestärkt aus dem Desaster hervorgehen wird. Ein klassisches Beispiel war der Elchtest im Jahr 1997 für Daimler-Benz. Das gute Image war damit zerbeult. In den USA gab es im Jahr 2006 Fälle von E-Coli-verseuchten Spinatblättern in Frischebeuteln. Nahrungsmittelhersteller gerieten daraufhin massiv unter Druck. Die Verbraucher kauften vor lauter Sorge keine Salatbeutel beziehungsweise keinen Spinat mehr. Aber passen Sie auf: Gibt es eine Krise, bei der der Fortbestand des Unternehmens in Frage steht, meiden Sie die Aktie! Das ist ein zu riskantes Spiel. Zu große Risiken meiden Sie als Value Investor.
2. Steigen Sie ein, wenn die Krise frisch ist. Anleger agieren ereignisgetrieben. Je mehr negative Nachrichten sich über eine Firma in den Medien häufen, desto besser. Denn dann notiert die Aktie auf einem besonders niedrigen Niveau. Warten Sie nicht allzu lange. Nach ein paar Monaten kann der gebeutelte Aktienkurs wieder auf das Ursprungsniveau zurückfinden. Steigen Sie also zügig ein. Ein paar Monate nachdem Exxon Mobil 1989 das Öl-Unglück mit dem Tanker Exxon Valdez hatte (siehe Foto oben), notierte der Titel schon wieder auf dem Vor-Krisen-Niveau. Das hängt damit zusammen, dass Börsianer nach vorne schauen.
3. Haben Sie Geduld! Es kann dauern, bis die Anleger wieder Vertrauen schöpfen. Sind Sie eingestiegen, bleiben Sie dabei. Betrachten Sie die Aktienposition als Langfristinvestment. Selbst wenn sich der Kurs zügig erholt, rate ich, dabei zu bleiben. So billig wird voraussichtlich die Aktie nie mehr.
4. Achten Sie auf die Insider. Kaufen Manager wie verrückt in der Krise die Aktie des eigenen Unternehmens, folgen Sie den Insidern. Das gibt Ihnen eine super Hilfestellung und erleichtert die Entscheidung. Steigen dagegen die Insider auf einem niedrigen Kursniveau massiv aus, bleiben Sie fern. Dann ist etwas faul.
5. Je mehr die Medien auf den Krisenfall eingehen, desto besser. Wichtig sind die Massenmedien wie TV, Radio, Zeitungen und Internet.
Haben Sie ähnliche Beispiele, in denen ein Unternehmen wie Toyota in einer schweren Krise steckt? Eine Krise, die aber keine Pleite zur Folge haben wird? Ich würde mich über Ihren Vorschlag freuen.


tim schaefer (Author)

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