3. Gebühren senken, Geduld haben, Dividendenzahler vorziehen


New York, 22. April 2013

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Nun folgt der dritte Teil meiner aktuellen Blog-Serie. Es geht um Spar- und Anlagetipps.
Setzen Sie beim Anlegen den gesunden Menschenverstand ein. Alles muss beim Sparen Sinn machen. Sie brauchen an der Börse viel Geduld. Achten Sie auf die Gebühren und versteckten Nebenkosten. Fondsmanager können eine Stange Geld kosten. Nicht immer sind es die Profis wert.
Wenig Aktivität im Depot zahlt sich aus. So vermeiden Sie Transaktionskosten und Steuern. Wer mehr als zehn oder zwanzig Jahre in den S&P-500 oder DAX investiert, kann so gut wie nie einen Verlust in die Scheune fahren. Clever ist es, Marktabstürze auszusitzen und nicht in Panik zu verfallen.
Die meisten Privatanleger schneiden schlecht an der Börse ab, weil ihnen die Geduld fehlt und sie zu aktiv sind. Sie übersehen die Kosten. Sie glauben, den Markt timen zu können, was eine Illusion ist. Meist werden die Anleger durch die Volatilität bei niedrigen Kursen aus dem Markt gekegelt. Privatanleger bekommen einfach ihre Gefühle nicht in den Griff.
Sicherlich macht es niemandem Spass, einen Absturz an der Börse auszusitzen. Es ist aber das Beste. Denn die Börse erholt sich eines Tages.
Die Geschichte der Wall Street lehrt uns: Die Börse kann in Extremsituationen um 50 Prozent (und mehr) einbrechen. Aber die Kurse erholen sich wieder. Geduld und Zeit sind wichtige Pfeiler für eine gute Rendite.
Natürlich kann man einen Reinfall mit einem Papier wie der Commerzbank erleben. Daher ist das Streuen wichtig.
Am besten setzen Sie auf konservative Dividendenzahler. Diese schneiden im langen Schnitt besser als die „Nichtzahler“ ab. Ideal sind solche Dividendenzahler, die ihre Dividende erhöhen können.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „3. Gebühren senken, Geduld haben, Dividendenzahler vorziehen

  1. Jan

    Als regelmäßiger Leser Deines Blogs erschließt sich mir der Punkt „aussitzen“ nur bedingt. Wenn der Dax wie jetzt Richtung 8.000 geklettert ist (Höchststände), warum soll man dann nicht mal aussteigen? Klar es kostet 5 Euro Gebühr + Abgeltungssteuer. Aber so wie der Markt nach einer Baisse wieder anziehen wird (das predigst du richtigerweise immer), so wird eher auch nach einer Hausse wieder fallen. Sprich: einfach mal aussteigen, Gewinne einstreichen und erst später bei deutlichem Abschlag wieder einsteigen. Das ist auch eine Form von Geduld: Warten / Draußen bleiben. Eine der großen Stärken von Mr. Buffett. Was hälst Du davon??

  2. Turing

    Und worin möchte Sie stattdessen investieren?

    Angenommen Sie investieren, 2000 € in einen Aktientitel, der klettert auf 3000 € und Sie verkaufen. Dann zahlen Sie etwas mehr als 250 € Steuern. Wenn Sie aber von der Firma überzeugt waren, dann möchten Sie ja auch wieder einsteigen, also sollten die Aktien von 3000 € auf weiter als unter 2700 € wieder sinken, wenn es sich für Sie lohnen soll, d.h. Sie brauchen mindestens 10 % Kursverlust, um wieder einzusteigen.

    Das ist schwer vorherzusehen und wenn der Absturz kommt, ist es auch schwer, „bestens“ zu verkaufen, weil so viele Käufer da sind. Der ganze Stopp-Loss-Blödsinn löst sogar Verkaufsordern ohne Mindestverkaufspreis ab.

    Ich bin seit vier Jahren an der Börse und habe nun zwei sehr starke Kursrückgänge erlebt. Einmal infolge der amerikanischen Staatsverschuldung, die im August 2011 auf ein Rekordhoch kletterte und dann im letzten Jahr, im Frühjahr wg. Griechenland.

    Die Börsen haben sich davon auch schnell wieder erholt und zwar aus gutem Grund: Was haben Qualitätsaktien des DAX mit der amerikanischen oder griechischen Staatsverschuldung zu tun? Erst einmal gar nichts. Bei Finanztiteln (Versicherungen, Banken) liegt's auf der Hand, denn die sind die typischen Gläubiger der Staaten, aber verkaufen Enel, RWE und Eon weniger Strom? Findet SAP für ihre Software keine Abnehmer mehr? Verkauft Fuchs Petrolub weniger Schmiermittel? Natürlich nicht. Ich habe diese rapiden Kursrückgänge nicht nur ausgesessen, sondern auch für Nachkäufe genutzt.

    Zu Tiefstkursen kaufen und zu Höchstkursen verkaufen funktioniert in der Theorie, mithilfe der Charts von gestern. In der Praxis lässt sich das aber kaum umsetzen, daher ist es umso wichtiger, sich klar zu machen, dass man in ein Unternehmen investiert und nicht nur Aktien kauft. Liest man Bilanzen, beschäftigt man sich den Produkten der Firma und wählt man sorgfältig aus, dann ist das schon die halbe Miete.

    Warren Buffet ist deshalb so vermögend, weil er sich bei jeder Investition so wie ein Investor handelt, der 90 % seines Vermögens investiert und nicht 1 %. Er fängt nicht an, zwischen Geld und „Spielgeld“ zu unterscheiden, wie es einige Aktionäre tun, die sich sagen: Hier habe ich 2000 € übrig, also spiele ich und investiere in riskante Anlagen (z. B. Griechenlandanleihen). Das kommt bei Buffet nicht vor, obwohl er sich so finanziell leisten könnte.

  3. Martin

    Selbst wenn Privatanleger an der Börse schlechter als der Durchschnitt abschneiden, schneiden sie im Vergleich zum Durchschnitt der nicht an der Börse tätigen Sparer besser ab. Ich finde es auch OK mal schlechter abzuschneiden und weniger Risiko einzugehen. Ich kaufe z.B. nur wenig Firmen mit einer höheren Nettoverschuldung als die Marktkapitalisierung, obwohl man mit dem hohen Leverage auch mehr Chancen hat.

  4. Markus

    Den Markt timen zu wollen setzt folgendes voraus:
    Man erkennt als erster eine Überbewertung und verkauft, danach erkennen alle anderen (Banken, Analysten, Fondsmanager, institutionelle Anleger, Hobby-Value-Anleger usw. usw. usw.) dass der Markt überbewertet ist und verkaufen ebenso. Das war jetzt nur der Verkaufsaspekt. Beim Kaufen ist man wiederum schlauer als alle anderen, die beruflich mit einer 40 h Woche oder wie Buffett mit 90 h Woche das ganze nicht erkennen bzw. später als ich mit meiner Glaskugel….
    Sorry, ich halte das für realitätsfern. Genauso wie alle denken, Sie fahren besser Auto als der Durchschnitt. 😉
    Zwischendurch hat man noch eben mal schnell 2 x Ordergebühren, knapp 30 % das Kapital vermindert und es gibt auch sowas wie Spreads… 😉

    Die einzige Möglichkeit eines halbwegs funktionierenden Timings sehe ich bei weltweiten starken Krisen… Allerdings wer hat diese vorausgesehen? Hat man auch gerade genügend Cash? Fallen 3 – 5 k bei einem schon großen buy & hold Depot überhaupt großartig ins Gewicht?

    Übrigens nimmt die Steuerlast der Abgeltungssteuer im Zeitverlauf ab. Ist ein bisschen Mathematik…;-)

  5. Markus

    Was macht man, wenn wieder erwarten der Markt bei Höchstständen noch 2 – 3 Jahre weiter mit je 10 % p. a. läuft? Klar kann er mal zwischendurch einbrechen… Aber wer kann das ausnützen?

  6. Jan

    In Seitwärtsphasen und „Durchschnittbereichen“ (Dax 6000) sehe ich das ja auch kritisch. Man kann den Markt nicht timen. Alles richtig! Ich weiß aber nicht, ob es in übertriebenen Phasen nicht durchaus möglich ist. So wie es auf der Hand liegt, bei 3000 oder 4000 in den Markt zu springen (selbst wenn er noch weiter fällt), frage ich mich, ob man sich bei 8000-9000 nicht einfach mal verabschieden sollte. (Die Dax-Zahlen sind jetzt eher beispielhaft gewählt!)

  7. Markus

    @Jan

    Sicher kann der DAX wieder auf 4000 oder 5000 runterknallen. Das kann niemand ausschließen! Die Zahlenbeispiele sind wohl ein bisschen auf die letzten 10 Jahre bezogen… Allerdings bestehen auch gute Argumente für ein fortsetzen der langfristigen Aufwärtstendenzen. KGV, KBV sind langfristig gesehen nicht exorbitant teuer (USA eher ein wenig überbewertet als Europa). Die Notenbankpressen laufen auch Hochtouren. Über dem Anleihenmarkt braut sich ein gewaltiges Gewitter zusammen. Negative Realzinsen machen Aktien viel interessanter. Jetzt kann man wieder die Asset-Meltdown-Theorie mit der Überalterung dagegen halten, aber die insgesamt jüngere Weltbevölkerung der Emerging Markets kann das abfedern. Vorausgesetzt Sie können das Wachstum halbwegs stabil halten.

    Buy & hold würde ich auch nur bei Qualitätstiteln oder über etf`s empfehlen!!!!!! Angenommen die worst-case-Szenarien mit dem Staatsbankrot von Amerika oder Europa treten ein… Eine Nestlè oder Berkshire bricht um 75 % ein… ich würde halten und wenn möglich sogar nachkaufen. Allerdings ist hier auch der springende Punkt wie sicher in einem solchen Szenario der Arbeitsplatz und die Liquidität ist.
    Aber 100 % Verlust mit Anleihen sind in diesem Katastrophenszenario nicht schöner! Natürlich ist auch eine Berücksichtigung des eigenen Alters und der Gesundheit wichtig.

    Indexe, die seit über 100 Jahren zwischen 6 – 12 % pro Jahr steigen, 2 Weltkriege, Wirtschaftskrisen, Währungsreformen überstanden haben, sind es wert gehalten zu werden!!! Eine 20 jährige Seitwärtsphase ist natürlich unschön. Allerdings ist das Szenario bei konstanten weitersparen und reinvestieren der Dividenden so ziemlich immer eine positive reale Rendite rausgesprungen!

    Die Zukunft kann niemand seriös vorhersagen. Alles was wir haben, ist die Erfahrung aus der Vergangenheit.

  8. Markus

    Und das der DAX jetzt die nächsten 30 Jahre zwischen 3000 – 9000 hin und herpendeln wird, um auf einen ca Durchschnittswert von 6000 fallen wird, damit wir alle nachkaufen können… Ich hoffe doch, dass der DAX in 30 Jahren mindestens einen 5stelligen Durchschnittswert hat! 😉

    Aber ein bisschen Liquidität ist natürlich nie verkehrt!!!

  9. Gordon Gekko

    @jan:ja sehe ich genau so wie Du und habe ich hier auch schon mehrfach kundgetan. Wieso ich bei 9000 DAX nicht aussteigen sollte und mein Cash ge duldig liegend auf den Chrash auf 7000 wartend lassen erschliesst sich mir regelmäaaig such nicht. Wie ja klar ist wird es immer wieder einen Einbruch geben und dann kaufe ich bei ca. 79 bis 85 % wieder nach. Die Steuer ist m.e. Ueberhaupt kein Thema weil die immer anfaellt, es sei ich gehe dabon aus dass ich nie verkaufe und nur die Dividende geniesse, aber wer will das schon? Ein Vrund ist m.e. Derzeit wichtig zunereaehnen. Das brsitzen von Aktien gegenpber Cash könnte sich in einer Waerungsreform positiv darstellen, aber ansonsten verstehe ich auch nicht wiesonhier immer songetan wird alscwenn ich die Aktie nie wieder k aufen kann, als wenns ie ein unikatvwaere…..

  10. Markus

    Einen DAX-Stand von 9000 habe ich in meinem gesamten Leben noch nicht gesehen.;-) Selbst 2000 nicht…

    Viel Erfolg mit der Strategie! 😉
    Ich zwinge niemanden einen durchschnittliche Indexrendite mit 10 % p. a. über 25 – 35 Jahren auf.

  11. tim schaefertim schaefer

    @ Gordon Gekko

    Jeder sollte seinen eigenen Weg gehen.

    Johnson & Johnson notierte 1970 bei 1,07 Dollar. Aktuell steht das Ding bei 84 Dollar. Was das Rein- und Rausspringen gebracht hätte? Nichts.

    Selbst Profis (Fondsmanager) schaffen es nicht, den Markt richtig zu timen. Wenn der Profi es nicht schafft, wie soll es dann ein Privatanleger schaffen? Der Profi hat ganze Researchabteilungen zur Hand.

  12. Andreas Teugl

    Gerade Privatanleger haben es sicher schwer mit den Schwankungen an der Börse umzugehen. Besonders dann, wenn mittels „Finanzoptimierern“ Aktien oder Fonds gerade in einer Boom-Phase gekauft werden und deren Wert nach einiger Zeit drastisch sinkt, ist es fast schon menschlich einfach zu verkaufen und das Kapitel so abzuschlißen, obwohl es mit Sicherheit der teuerste Weg ist.

  13. Sebastian

    In fünf Jahren sind wir alle schlauer!

    Rückblickend ist dann alles ganz logisch, doch heute weiß niemand irgendetwas über die Zukunft der Indizes.

    Ich halte seit einigen Jahren Adidas-Aktien und habe vor, das bis zur Rente zu tun. Ich hätte schon so einige male die „Gewinne mitnehmen“ können.

    Wäre ich billiger wieder reingekommen? Nein!

    Es amüsiert mich doch ein wenig, wenn der ein oder andere meint, die Börse könne man wie einen Bahnfahrplan lesen.
    Klingeling! Hier rein, dort raus – alles ganz einfach.

    Was passiert denn, wenn der DAX auf 9000 Punkte steigt und dann einfach nicht um 20% fallen will?
    Bei 10000 Punkten dann doch wieder einsteigen? Weiter warten?

    Das Spiel spiele ich nicht mit.
    Ertragsstarke Unternehmen kaufen und die Dividenden einfahren. So macht das Spaß.

    Jeder muß hierbei wohl seine eigenen Fehler und Erfahrungen machen. Ging mir nicht anders… 😉

  14. Markus

    Ganz pauschal noch zum Thema Gebühren senken:
    Jedes Jahr oder alle 2 – 3 Jahre das komplette Depot rein und raus aus dem Aktienmarkt wird saftig teuer. Da freuen sich ein paar Finanzmagazine, Banken und der Staat.
    Bei buy & hold stundet man Steuern vollkommen legal. Selbst nach einem Anlagehorizont von 25 Jahren wirst Du danach sicherlich nicht das komplette Depot auf einen Schlag auflösen.
    Die Anlagen vor 2008 werde ich sowieso so schnell nicht wieder anfassen.

  15. Achim

    Das lustigste daran ist, dass 25 % Abgeltungssteuer von 8000 gleich 6000 sind. 😉

    Das wovor hier manche Angst haben, nämlich einen Indexstand durch Kursverfall von 6000, am liebsten sofort an Steuern zahlen möchten. Soli und evtl. Kirchensteuer kommt auch noch drauf….????

    Aktuell sind wir ja näher an 7000… Das würde für die Skeptiker bedeuten entweder bald kaufen oder man hat noch nicht verkauft, weil wir die 9000 nicht gesehen haben. Hoffentlich vergisst der Börsenzug nicht rechtzeitig zu hupen, damit alle ein und aussteigen könnnen! 😉

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