15 weitere Schritte, um ein guter Value Investor zu werden


New York, 5. Juni 2012

Wie versprochen, schreibe ich in diesem Blog nun schwerpunktmässig über das Value Investing. Die Panik am Börsenmarkt ist geradezu phantastisch. Es gibt haufenweise billige Aktien mit einstelligen KGVs und schönen Dividendenrenditen.
Sie müssen sich klarmachen, dass noch einige Dominosteine umfallen können. Damit müssen Sie jederzeit rechnen. Nur wenn Sie Nerven wie Drahtseile haben, können Sie auf Schnäppchenjagd gehen. Die meisten Menschen sind dazu nicht in der Lage, weil sie das mental nicht durchstehen können. Wenn nämlich Ihre Aktienpositionen um 20 oder 30 Prozent sinken, verkaufen sie. Das machen Sie natürlich als besonnener Anleger nicht. Sie haben Geduld.
In meinem vorherigen Blogeintrag schilderte ich Ihnen elf Schritte, die ein guter Value Anleger befolgt. Heute finden Sie hier die Schritte zwölf bis 26. Es geht mir nicht darum, Ihnen einzelne Aktien ans Herz zu legen, sondern ich möchte nur die Philosophie des Value Investing erklären. Viel Erfolg damit.

12. Krisen aussitzen, niemals verkaufen!
Ein Value-Anleger verkauft nicht nach einem zwischenzeitlichen Kursverlust. Value Investing bedeutet, Krisen auszusitzen. Wenn Sie Qualitätsfirmen haben, erholen die sich alle wieder. Es besteht kein Grund, sich zu sorgen. Im Gegenteil: Wenn Panik herrscht, stocken Sie Ihre soliden Kernpositionen auf. Die Masse macht das nicht. Die Lemminge kaufen immer nur dann, wenn alles wie blöd nach oben gelaufen ist. Die Meute kauft, wenn die Bewertungen teuer sind. Wenn Panik herrscht, sind dagegen die Smarten am Einsammeln.

13. Vermeiden Sie die Dauer-Fehler der Masse
Warum lernen Menschen nicht aus Ihren Fehlern? Sie machen den gleichen Fehler immer und immer wieder: Sie kaufen hoch, verkaufen niedrig. Sie handeln zu viel. Sie achten nicht auf die Nebenkosten. Sie haben keine soliden Informationen. Die meisten glauben, informiert zu sein, sind es aber nicht. Die Meute kauft am liebsten heiße Aktien wie Facebook, Technologie-Aktien oder Forschungsbuden. Die Masse wird nie dazu lernen. Leider ist es so, dass der Durchschnittsanleger aufgrund all dieser Fehler nichts an der Börse verdient. Es ist traurig, aber wahr. Obwohl langfristig die Börse wie verrückt nach oben läuft, das macht der Dow-Jones-Index seit 100 Jahren, schafft es die Masse erstaunlicherweise nicht, positiv abzuschneiden. Die Meute zahlt eben einfach immer zu viel für Aktien, die Meute erscheint immer zu spät auf der Party.

14. Die Börse ist kein Musikfestival
Die meisten denken, Investieren ist ähnlich, als ob man Fan eines großen Musikers ist. Sie suchen nach einem Superstar. Sie suchen sich eine Aktie, die Sie wie Justin Bieber, Madonna oder Lady Gaga anhimmeln können. Das Problem mit diesen Stars ist: Sie Kommen und Gehen. Es gibt jede Menge One-Hit-Wonder! Die wenigsten Musiker sind beständig. Die Rolling Stones sind eine Ausnahme.
Das Leben ist kein Ponyhof. An der Börse können Sie nicht auf die Schnelle reich werden, es handelt sich um einen langen, zähen Prozess. Wenn es so einfach wäre, müsste ja keiner mehr zur Arbeit gehen. Die Vorstellung, einen neuen Star frühzeitig entdecken zu können, ist unrealistisch.
Dieses Fan-Verhalten ist verdammt gefährlich an der Börse.
Können Sie sich noch an Superstars wie EM.TV, Brokat, Broadvision, letsbuyit.com oder AOL erinnern? Oje, was waren die Leute begeistert. Dabei waren das alles Ballons. Das war gefährlich, weil diese Firmen keine langen Gewinn-Reihen hatten. Es waren start-ups. Bleiben sie also fern von diesem Glücksspiel am Markt. Es gibt leider zu viele Nieten. Die meisten sind nichts wert, nur Schrott. Woran liegt diese endlose Begeisterung für neue Technologien und Trends? Nun die Menschen glauben, schnell 100 oder gar 1000 Prozent machen zu können. Sie glauben an die „schnelle Marie“. Sie sind felsenfest davon überzeugt, einen Volltreffer landen zu können. Sie sind sich 100 Prozent sicher. Sie haben keinerlei Zweifel. Sie glauben an die nächste Kursrakete. Sie sehen dabei nicht das Risiko, das blenden sie völlig aus.
Wenn Sie zocken möchten, gehen Sie besser in die Spielhölle oder füllen Sie einen Lottoschein aus.
Bei all den Sozialen Medien ist derzeit der gleiche Wahnsinn wie in den Jahren 1998, 1999 und 2000 zu beobachten. Die Menschen lernen einfach nie dazu. Mit heißen Aktienlieblingen der Masse liegen Sie immer falsch. Kaufen Sie lieber langweilige Hausmannskost. Etwa traditionsreiche Waschmittelhersteller, Kaffeeketten, Ölriesen, Eisenbahngesellschaften, Lebensmittelhersteller, Supermarktgiganten etc. Das sind die wahren Beethovens und Mozarts der Börse.

15. Blenden Sie die Probleme der Volkswirtschaft aus
Wie finden Sie die Aktien am besten? Blicken Sie nicht von oben hinab auf die Aktienmärkte. Vergessen Sie einfach den Euro-Wahnsinn, die Krise in Spanien, in Griechenland. Blenden Sie die Staatsschulden, die hohe Arbeitslosigkeit in den USA aus. Aus dem Blickwinkel aus der Volkswirtschaft heraus können Sie keine guten Aktien nach der Methode des Value Investings finden. Das schreckt Sie nur ab. Die Probleme verunsichern nur.
Blicken Sie stattdessen nur auf Firmen-Ebene. Informieren Sie sich, wenn Sie einen Aktienliebling gefunden haben, allenfalls über spezielle Produkte der Konkurrenz und die Branche – mehr ist nicht nötig.
George Soros hat die geniale Gabe, aus Verwerfungen innerhalb einer Volkswirtschaft (etwa Währungen) Kapital zu schlagen. Das ist aber eine Gabe, die wir nicht haben. Soros ist ein Genie. Das brauchen sie erst gar nicht versuchen zu sein. Value Investing ist eigentlich ganz einfach. Man braucht kein Nobelpreisträger, kein Mathe-Genie zu sein. Blicken Sie also nur auf einzelne Firmen und vergessen Sie den Rest. Vergessen Sie die Panik, die Angst, die Sorgen, den schwachen Euro. Bleiben Sie cool.

16. Behalten Sie Bargeld zum Nachkaufen
Wenn Sie einsteigen, brauchen Sie ein dickes Fell. Gerade in der gegenwärtigen Krise mit den wackeligen Euro-Staaten sind wirklich schlimme Tage, Wochen, Monate zu befürchten. Wenn Sie all Ihren Mut zusammennehmen und eine Aktie kaufen, behalten Sie Cash auf dem Konto. Denn Ihre Aktie kann tiefer fallen. Seien sie zufrieden mit dem Kauf, selbst wenn die Aktie kurz nach dem Einstieg weiter fallen sollte. Erwägen Sie, billiger nachzukaufen. Fällt Ihr Liebling nämlich tiefer, ist es ein Schutz auf dem Weg nach unten, wenn Sie aufstocken. Die Masse macht das nicht, die Meute kriegt es nur mit der Angst zu tun. Kurzum, überstürzen Sie beim Einstieg nichts. Behalten Sie Geld für die kommenden Tage und Wochen. Beginnen Sie zu einem niedrigen Kurs mit der Schnäppchenjagd und warten Sie dann ab.

17. Meiden Sie angeschlagene Bilanzen. Nur Hochsolides ins Depot
Wenn Sie Unternehmen unter die Lupe nehmen, schauen Sie nach, wie viel Schulden sie angehäuft haben. Nur Firmen mit starken Bilanzen würde ich kaufen. Die Historie der Gesellschaft sagt viel aus über die Zukunft. Schauen Sie sich langjährige Zahlenreihen an.

18. Der Aktienchart sagt mehr aus, als Sie denken
Auch sagt der Kursverlauf sehr viel aus. Sagen wir, Ihre Aktie ist von 95 auf 60 Euro gefallen, dann sieht das zunächst nach einem guten Deal aus. Wenn aber das Papier vor einem Jahr bei 13 Euro notierte, sind die 60 Euro nicht wirklich günstig. Gewiss, wie günstig eine Aktie wirklich ist, zeigen natürlich die Kennziffern (KGV, KBV etc.). Aber der Aktienchart ist nicht zu unterschätzen.
Warren Buffett hat nur Standardtitel im Depot, die sich auf etliche Jahrzehnte hinweg hochsolide entwickelt haben. Achten Sie also auf einen strammen Langfrist-Chart. Der sagt mehr aus als 1000 Worte. Eine hohe Stetigkeit nach oben im 30-Jahres-Chart ist ein phantastisches Signal.

19. Nehmen Sie nicht Ihre Gewinne mit. Bleiben Sie an Bord
Die meisten Standardtitel aus dem Dow Jones oder DAX, die derzeit abstürzen, sind superbillig. Die Banken empfehlen aber ungern Aktien, die fallen. Finanzjournalisten schrecken ebenfalls vor ihnen zurück. Warum? Ganz einfach: Weil das psychologisch für den Kunden beziehungsweise Leser schwierig ist durchzustehen. Obwohl es Sinn machen würde, macht es kaum jemand. Die Menschen werden nur nervös in solchen Situationen. Sie sind dann verärgert, rufen ihren Banker an und beschweren sich bitter. „Sie haben mir etwas empfohlen, das sinkt“, meckern sie dann. Wenn Standardtitel auf dem Weg nach unten sind, mag ich das. Es gibt doch nichts Schöneres. Den tiefsten Punkt zum Einstieg findet ohnehin niemand.
Umgekehrt ist folgendes Phänomen zu beobachten: Wenn Aktien schön steigen, neigt die Meute dazu, schnell zu kaufen. Die Banker empfehlen dann gerne solche Dauer-Läufer. Meist marschieren diese Aktien anschließend in der Tat weiter nach oben. Das Modell der Analysten, eine Aktie mitunter aufgrund des guten Aktien-Charts zu empfehlen, funktioniert in den meisten Fällen. Aber jetzt kommt der entscheidende Fehler der Meute: Sie realisiert liebend gerne, zu schnell ihre Gewinne. Wenn die Lemminge 30 oder 40 Prozent gemacht haben mit einer Position, was auf den ersten Blick gut erscheinen mag, rennen sie aus dem Papier. Dabei setzt ein solches Papier seine Rallye meist fort. Im Anschluss an den Verkauf wären 200 oder 500 Prozent drin gewesen. Die Meute neigt dazu, Gewinne zu schnell einzutüten, dabei sollte man Gewinner laufen lassen. Ihr bestes Pferd im Stall verkaufen Sie ja nicht einfach so. Ein Value Investor denkt zudem an die schönen Dividendenzahlungen. Den Value-Stars geht es um jahrzehntelanges Investieren und nicht um ein paar Monate.

20. Meiden Sie Schulden. Kaufen Sie niemals auf Pump Aktien
Neben dem hektischen Kauf und Verkauf von Aktien sind Schulden ein weiteres Kernproblem. Sogar Profi-Anleger nehmen gerne Schulden auf, um zu spekulieren. Das ist das hochriskant. Etliche Hedgefonds sind an ihren Schulden kaputt gegangen. Leverage bingt Sie eines Tages alle in den Ruin, das ist meine Meinung. Zu glauben, die erwirtschaftete Rendite multiplizieren zu können, ist ein Traum. Das hat mit der Realität wenig zu tun. Wenn sie in einem lausigen Jahr 1,00 Prozent mit Ihrem Depot verlieren sollten, was wollen Sie dann multiplizieren? Die Kreditzinsen müssen Sie trotzdem bezahlen. Wenn Sie negativ abschneiden, müssen Sie demnach gleich mehrfach bluten. Dann wirkt der Multiplikator in die Gegenrichtung. Lassen Sie es besser sein mit den Wertpapierkrediten. Setzen Sie nur eigene, freie Mittel ein.

21. Ein paar kleine Firmen sind reizvoll
Ein paar kleine Firmen im Depot können nicht schaden. Den Schwerpunkt sollten Sie aber auf die Standardtitel legen. Bei kleinen Firmen haben Sie den Vorteil, dass die kaum jemand auf dem Radarschirm hat. Kaum eine Bank schaut nach den Minis. Warren Buffett könnte vermutlich höhere Renditen erzielen, wenn er sich auf die gering kapitalisierten Firmen spezialisieren würde. Aufgrund der Größe seines Depots macht es allerdings für Buffett keinen Sinn, sich auf die kleineren Firmen auszurichten, er würde sich verzetteln. Für Privatanleger gilt: Die Standardtitel sollen das Fundament bilden. Ein paar Kleine dienen als Beimischung. Bei den kleinen Firmen wollen Sie natürlich wie bei den Großen nur profitable, solide Dividendenzahler mit langer Erfolgsgeschichte ins Depot aufnehmen. Mit unbekannten Mittelständlern oder Familienbetrieben können Sie durchaus große Profite an Land ziehen.

22. Besinnen Sie sich darauf, was Value Investing ist
Es geht darum, besonnen zu sein, intelligenter als die Masse zu agieren. Im Kern geht es doch nur darum, großartige Firmen zu kaufen zu guten Preisen. Die Früchte möchten Sie mit Hilfe der Kurssteigerungen und Dividenden ernten. Mehr ist nicht nötig. Sie suchen nicht die super-schnell wachsende Firma, die ist meistens zu teuer und zu riskant. Verlangsamt sich bei den Wachstumsfirmen eines Tages das Tempo, entweicht die Luft. Die erfolgreichere Strategie ist, wenn Sie sich auf langsam-wachsenden Firmen konzentrieren anstatt auf die Growth-Firmen. Dazu gibt es Studien, die das belegen.
Es geht darum, ein Unternehmen zu finden, das kaum jemand in dem Moment im Visier hat. Im Idealfall könnte die Firma Ihrer Meinung nach zehn Milliarden Euro wert sein, aber sie ist nur drei Milliarden Euro wert, weil sie eben völlig unterschätzt wird.

23. Zu viel Bargeld ist Gift
Aktien sind die beste Anlageform. Cash bringt Ihnen dagegen nichts ein. Bargeld verliert mittelfristig wegen der Inflation an Wert. Insofern sollten Sie durchaus einen Großteil Ihrer Asche am Aktienmarkt (oder anderswo etwa in Immobilien) für sich arbeiten lassen. Festverzinsliches, Festgelder, Sparbücher lohnen sich nicht. Diese flüssigen Mittel verlieren an Kaufkraft. Gute Firmen sind mehr wert als Cash.

24. Meiden Sie Aktienfonds
Die meisten Fonds sind ihr Geld nicht wert. 70 bis 80 Prozent der Profianleger liegen falsch, sie schaffen es einfach nicht, den Markt auf Dauer zu schlagen. Das ist Ihr Vorteil. Fondsmanager verursachen jede Menge Gebühren. Fondsmanager sind zudem in ihrer Beweglichkeit limitiert. Es gibt innovative Fonds, keine Frage. Aber die meisten folgen starren Regeln, weil sie Risiken minimieren müssen. Fondsprofis versuchen, den Index weitgehend nachzubilden. Wenig Würze haben die Fonds in der Regel. Auch strukturierte Produkte meide ich, weil ich die Kosten und Vorgänge nicht nachvollziehen kann. Ich kaufe grundsätzlich nur, was ich verstehe. Für alles andere gilt: Nein Danke!

25. Dividenden sind genial
Die Masse kann sich für Dividenden nicht begeistern. Sie schätzt die regelmässigen Ausschüttungen einfach nicht, findet sie langweilig. Dabei sind Dividenden ein stetiges Einkommen. Sie können dieses Geld reinvestieren. Dividenden schützen Sie vor brutalen Kursstürzen, denn es bietet sich immer eine attraktivere Rendite, je niedriger der Kurs rutscht.
Der weitere Vorteil der Dividende: Sie hindert Sie daran, die Aktie zu verkaufen, weil Sie eben die saftige Dividende kassieren möchten. Wenn Ihre Aktie, sagen wir, um acht Prozent fällt, Sie aber eine Dividendenrendite von acht Prozent kassieren, dann haben sie das Kursminus schon ausgeglichen. Vergessen Sie das nicht.
Wenn Ihre Aktie um zehn Prozent steigt und sechs Prozent Dividende ausschüttet, haben Sie gleich 16 Prozent verdient. Es gibt nichts Wichtigeres als eine schöne Dividende im Depot zu haben. Das meiste Geld wird mit Dividenden und kleinen Kurssteigerungen verdient. Sie brauchen nicht die nächste heiße Aktie im Depot. Das ist gar nicht nötig. Sie hören natürlich immer über die tollen Trades ihrer Freunde. Vergessen Sie den Mist. Meine Bekannten erzählen mir gerne von ihren tollen Gewinnen, niemals von ihren Verlusten. Die Miesen blenden die meisten Menschen zum Selbstschutz einfach aus, sonst wäre das Selbstwertgefühl wohl tief im Keller.
Die meisten Leute lieben es, einen Traum zu kaufen. Den Traum, ein paar hunderttausend Euro auf die Schnelle per Kurssteigerungen zu verdienen. Sie geben all Ihr Geld her für diesen Traum, der nie eintritt. Also besser an die Dividende denken. Der Zinseszinseffekt erledigt dann den Rest.
Wer 1.000 Dollar in den S&P-500-Index im Jahr 1950 investiert hat, verfügt heute über 78.000 Dollar auf Basis der Kurssteigerungen. Hätten Sie die Dividenden reinvestiert in dieser Zeit, wären hingegen aus den 1.000 Dollar heute sage und schreibe 622.000 Dollar geworden. Das ist der wahnsinnige Effekt der Dividenden, den die wenigsten Anleger kapieren.

26. Lassen Sie sich Zeit
Überstürzen Sie nichts. Es besteht für Sie keinerlei Druck, exzellent von Anbeginn abschneiden zu müssen. Sie sind gelassen und lehnen sich zurück, sind niemanden Rechenschaft schuldig. Fondsmanager haben dagegen den Druck, stetig eine gute Performance erzielen zu müssen. Das ist genau Ihr Vorteil. Sie brauchen Ihr Depot auch nicht mit einer Benchmark wie dem DAX zu vergleichen. Sie brauchen nicht täglich nach dem Kurs zu schauen. Das ist unnötig. Sie müssen noch nicht einmal täglich die Zeitung lesen. Gehen Sie einfach in den Urlaub, schalten Sie ab! Finanzmedien sollten Sie zur Weiterbildung nutzen, nicht in Hektik sollten Sie deshalb verfallen.
Die Fondsmanager machen genau das Gegenteil. Sie stehen unter einem Dauerstress. Für die Profis ist wichtig, was die Medien über sie schreiben, wie viele Sterne sie von der Bewertungsagentur Morningstar bekommen und so weiter.
Als Privatanleger kann es Ihnen im Endeffekt egal sein, wo Ihr Depot in einem Monat oder in sechs Monaten steht. Sie denken langfristig und lassen sich nicht verrückt machen von den täglichen Horror-Nachrichten. Warren Buffett sagt immer so schön: „Sie verkaufen Ihren Bauernhof ja nicht, nur weil der Wetterbericht für die nächste Woche schlecht ausfällt.“ Sie kassieren in aller Ruhe die Dividenden. Und denken sich: Die Krise wird sich wieder legen. Der Markt wird sich eines Tages schon erholen. Genau dies ist Ihr Vorteil. Die meisten Menschen können nicht abschalten, sie sind voller Sorgen und Ängste. Egal, was auch immer passiert, bleiben Sie COOL! Und lachen Sie!


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „15 weitere Schritte, um ein guter Value Investor zu werden

  1. finanziell umdenken

    Hallo Tim,

    schöne Auflistung von grundlegenden Investment-Ideen.
    Der Vergleich mit dem Bauernhof in Punkt 26 ist als plastischer Vergleich wichtig, um anderen Leuten klar zu machen, wie man sinnvoll investieren sollte. Die Dividende – z.B. in Form von Eiern und Milch – kann zwar aufgrund des Wetters etwas schwanken, bleibt aber grundsätzlich erhalten.

    VG Lars

  2. tim schaefertim schaefer

    Hi Lars,

    Eier und Milch. Stimmt vollkommen. Auch in einem schlechten Sommer fließt Honig. P&G zahlt seit über 50 Jahren Dividende. Jedes Jahr. Unglaublich.

    VG
    Tim

  3. StefanStefan

    Tolle Aufstellung. Dem kann man nur
    beipflichten.

    Allerdings hat Warren Buffett den
    entscheidenden Vorteil des float.

    Bei mir kommt leider nicht so ein
    float rein, der jeden Monat angelegt
    werden muss. Das fällt das mit der
    Geduld schon leichter.

    Ich frage mich ausserdem was Buffett
    bei Wells Fargo so überragend findet.
    Die habe ihre Gewinne in den letzten
    Jahren qausi überhaupt nicht erhöht.

    Kann mir jemand erklären was Buffet
    in Wells Fargo sieht?

    Grüsse nach New York

  4. tim schaefertim schaefer

    Hi Stefan,

    was Buffett an Wells Fargo gefällt ist der Wahns-Kurs und die Dividende (2,9% aktuell).

    Hier der Chart:
    Wells Fargo.
    Ich kenne keine US-Großbank mit einem besseren Kursverlauf.

  5. StefanStefan

    Danke.

    Ich glaube ich habe da was verwechselt. War der Meinung, dass die ihre Gewinne in den letzten zehn Jahren gar nicht gesteigert haben.

    Trotzdem sind eine Eigenkapitalrendite unter 12% für Buffett normalerweise ein No-Go. Und die Dividende war 2005 schon mal doppelt so hoch wie heute (in EUR). Vermutlich wird die bei Normalisierung der Lage aber entsprechend angehoben.

  6. tim schaefertim schaefer

    Stefan,

    nun das muss man alles relativ sehen. Wenn die gesamte Branche in Schutt und Asche liegt und Wells Fargo so gute EK-Renditen erwirtschaftet, ist das grandios.

    Die Aktie ist von 1,00 Dollar in ein paar Jahrzenten auf 30 Dollar geklettert. Wie am Schnürchen. Obendrein gabs Dividenden. Das ist der helle Wahnsinn. So eine Aktie im Depot ist eine Gelddruckmaschine.

    Warren Buffett übt als Großaktionär auch einen guten Einfluss auf das Management aus. Buffett will natürlich niemand verägern. Die Vorstände wissen, Buffett will langfristig gute Resultate. Da wird dann nicht gezockt, dass es kracht. Und da wird nicht der gute Ruf der Bank aufs Spiel gesetzt.

  7. Reinhard

    Zu „Meiden Sie Fonds“

    Hallo Tim,
    ich selbst habe keine guten Erfahrungen mit Fonds gemacht. Inzwischen soll es ja mehr Fonds als Aktien geben, so das die Auswahl im Prinzip das gleiche Problem darstellt.

    Jetzt habe ich aber das absolut lesenswerte Buch „So schaffen Sie Vermögen“ von Werner Stubenrauch gelesen, der anhand des Tempelton Growth Fonds mit empirischen Daten aus den letzen 50 Jahren eindrucksvoll nachweist, welcher Vermögenswert sich damit aufbauen lies. Der darin erbrachte Nachweis ist wirklich überzeugend.
    Deshalb sollte m.E. jemand der sich nicht dauernd um Börse und Wirtschaft kümmern kann oder will, in einen guten, international diversifizierten Fonds investieren. Nur damit hat er die Chance an der Wertschöpfung der Weltwirtschaft zu parizipieren und den Zinseszinseffekt für sich arbeiten zu lassen.

    Aber trotzdem: Danke für die guten anregungen!

  8. tim schaefertim schaefer

    Hallo Reinhard,

    danke für den Hinweis. Es gibt verdammt gute Fonds, denen auch ich mein Geld anvertrauen würde.

    Aber: Man muss als Anleger aufpassen, weil 70 bis 80 Prozent der Fondsmanager es nicht schaffen, den Markt auf Dauer zu schlagen. Insofern ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, in dieser Kategorie zu landen.

    VG

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